Sie sind hier :
  1. P

Pa

Paajch n. `Pech; zähflüssige, braune bis schwarze Masse, die vorwieg. bei der Destillation von Erdöl u. Teer als Rückstand anfällt´; Woajnpaajch, RA: Paajch oan Hosn (klabm) hoann `sitzen bleiben´. RA: zusoammhaaln wie Paajch und Schwafl.

Paajchblume f. Ober- u. Niedercunnersdorf, Cunewalde, Neusorge, Nordböhmen `Pechnelke (Lychnis viscaria)´; klebrige Stängel unter den Blattknoten.

paajchfinster Adj. `pechfinster: sehr finster´.

Paajchkieze f. veralt. `Holzgefäß, in dem die Wagenschmiere aufbewahrt wird´. Lautf.: Pechkieze.

Paajchmoan m. veralt. `Händler mit Pech´; wie a Paajchmoan brilln.

Paajchnelke f. dass. wie Paajchblume. Lautf.: Paajchnalke, Paajchnaajlke.

Paajchpfloaster n. `Pechpflaster (ein Reizpflaster gegen aufgerissene Hände unter Verwendung von Schusterpech u. Leinwandläppchen zubereitet)´; dar hoat de Pfutn vuler Paajchpfloaster.

Paatscherch siehe Poatscherch!

paatschn siehe poatschn!

Paaz (gespr. Baaz) m. abwert. Niedercunnersdorf, Cunewalde, Jonsdorf 1. `Tanzvergnügen, geselliges Beisammensein beiderlei Geschlechter, ausschweifendes Fest, Schwof´; mer gihn uff´m Paaz, uff´m Paaz ziehn. - 2. `das planlose u. ausgelassene Spielen der Kinder im Freien´. - 3. Hinterhermsdorf `Schürzenjäger´; woaas bist du fer a aaler Paaz! Lautf.: Poaaz Großhennersdorf.

Paaze (gespr. Baaze) f. 1. `Hündin´. - 2. dass. wie Paaz; uff de Paaze gihn´. - 3. übertr. `Nutte; weibl. Pers., weibl. Pers. mit vielen Freiern ´; auch Hundepaaze. Lautf.: Poaaze, Patze, Perze.

paazln swv. dass. wie paazn; draußn a bissl rimpaazln. Lautf.: poaazln.

paazn swv. 1a. Seifhennersdorf `brünstig sein (Katze)´; de Koatzn paazn. - b. `oft ausgehen und sich (mit Vertretern des anderen Geschlechts) herumtreiben´; rimpaazn. - 2. `planlos herumstreifen, Herumziehen der Kinder im Freien ´. - 3. Jonsdorf `mit dreckigen Schuhen etw. betreten´. Lautf.: poaazn, patzn, poatzn, auch Überlagerung mit perzn.

Packer m. Ostlausitz `strammer, kräftiger Junge´.

packern siehe backern!

Päckl siehe Päcktl!

Packschl n. Obercunnersdorf, Oderwitz `Paket, Bündel, Handvoll, Büschel, Packen´; a Packschl Groas ausreißn; brengn mer oack a Packschl Kloammern rieber! Lautf.: Packsl Königshain bei Ostritz, Packstl, a Packstl Lodn, Päckstl, Packs Königshain bei Görlitz `gefüllter Sack´, Päckse Schlesien `Säcke´.

Packst (gespr. Backst) m. Ober- u. Niedercunnersdorf, Neusalza-Spremberg `Abwartestelle (Ausruhpunkte) des Suchenden beim Versteckspiel, Schutzzone; Ort, an dem beim Haschespiel das verfolgte Kind nicht abgeschlagen werden darf, wenn es Packst ruft; zu solchen Ausruhpunkten werden häufig erhöhte Standorte, wie Bänke, Baumstämme od. Spielgeräte erklärt ´; du stist an Packste! Die huttn kenn festn Packst. Lautf.: Packs (Pax). Siehe auch Ausgebot!

Packst, Packs m. Dim. Päcksl, Päckstl, Packsl, Packstl, Pl. Päckse nSüdlausitz, °NOL Königshain, Ostlausitz, Schlesien `Bündel, Paket, gefüllter Sack´; a Packstl Huhre.

Päcktl n. 1. `Päckchen, etw. Eingepacktes´; iech muss a Päktl packn, Päcktlsuppe. - 2. übertr. `Last, Leid, Kreuz, Zwangslage´; Volksreim: Do hilft kee Boarm und o kee Kloin, a jeder muss sei Päcktl troin. Lautf.: Päckl Jonsdorf, Packl Neukirch, Päckstl Königshainer Berge, Päcksl Neusorge, Schlesien.

päffm, paffm siehe poaffm!

Paketl n. 1. Jonsdorf, Ohorn `kleines Paket´; gestern koam´s Paketl mit dr Pust. - 2. übertr. `Paketsprung, Arschbombe´; a Paketl vun Dreier machn Obercunnersdorf `mit angezogenen Beinen vom Dreimeterturm ins Wasser springen´.

Päklfoaaß (gedehntes ä) n. `Pökelfass: Fass zur Aufbewahrung von Fleischstücken in einer Salzlake von Wasser, Salz, Salpeter u. Lorbeerblättern´. Lautf.: Päklfoass Westlausitz.

pälvern siehe belfern!

Pampl (kurzes oa) m. Jonsdorf, Cunewalde, Burkau `gutmütiger, geistig beschränkter Mann, der leichte, wenig geachtete Arbeiten verrichtet´; ´n Pampl machn. Lautf.: Poampl.

pamplch Adj. Adv. `dummfrech´; du brauchst mer goar ne pamplch kumm!

Pambuhschn meist. Pl. Neulausitz `(große, hohe) Hausschuhe´. Lautf.: Poabuhschn; Papuhschn Schlesien.

Pan Ditterch siehe Barnditterch!

Papegei m. `Papagei´.

paperch (gesprochen baberch mit gedehntem a) Adj. Ober- u. Niedercunnersdorf, Neugersdorf 1. `verweichlicht, verzärtelt, schlaff, weichlich, ärmlich, kränklich´; vgl. bebberch. - 2. `wehleidig´. Lautf.: päperch, päpperch.

Päpl m. `kleines, verzärteltes, schwächliches, altkluges od. freches Kind´ (kann abschätzig od. zärtlich gemeint sein). Lautf.: Papl.

Päpl m. dass. wie Popl; Noasepäpl.

Päplch m. Neugersdorf, Oberlichtenau, Ostlausitz dass. wie Päpl.

päplch Adj. Cunewalde dass. wie paperch.

Päperch (gespr. Bäberch) m. Schirgiswalde dass. wie Dinkerch!



papln (gedehntes a) swv. Obercunnersdorf, Cunewalde, Bihms Koarle `päppeln: Kinder, Kranke, kleine Tiere sorgfältig füttern, pflegen, verwöhnen, hätscheln´; bepapln, ufpapln, de Zickl papln, iech hoa mei krankes Miezl wieder ufgepaplt. Lautf.: päpln Schirgiswalde, Oberlichtenau.

Paradeiser m. Nordböhmen `Tomate´.

Paraplie siehe Pereplie!

pardauz Interj. `plötzlich, jähe, auf einmal, unerwartet´.

Parne  (gespr. Barne) `Pirna (Kreisstadt des Landkreises Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge)´. Lautf.: Pärne.

Partl n. Dim. von Poarte `Partei: Gruppe von Menschen´; a ganz Partl koam zun Grinndurschtche singn. Siehe Poarte! Lautf.: Poartl.

paschln siehe poaschln!

Päsl (gespr. Bäsl) m. selt. Westlausitz 1. `abgetragene, (dicke) Jacke´. - 2. Frankenthal `Bursche, Mann, der die (dreckigen) Hausarbeiten verrichtet´.

Päslch (gespr. Bäslch) m. selt. wSüdlausitz, Westlausitz dass. wie Päsl 1. u. 2. ; Pietsch hoatte ann dickn Roapperch oan und drunter noa ann dinn Päslch; du fauler Päslch!

Päthe f. `Pethau (Ort der Großen Kreisstadt Zittau im °GR)´; iech bie a dr Päthe geburn; de Päther od. Päthschn `die Einwohner von Pethau´.

Pätschinkn Pl. nOstlausitz, Neulausitz `Backobst´; dr Grußmutter ihre Pätschinkn woarrn aber gutt. Lautf.: Pätzankn, Pätzackn Peickwitz.

Patschl 1. Dim. von Poatsche `kleine Hand´. - 2. Niedercunnersdorf, Oberlichtenau dass. wie Patschlch `Batzen, Klumpen, Haarknoten´; a Patschl Groas, de Grußemutter lief noa mit ann Patschl rim.

Patschlch (gespr. Battschlch) m. Wittgendorf, nwSüdlausitz, Westlausitz, Sächs. Schweiz `Menge, die die Hand ausfüllt; Büschel, Batzen, Klumpen, Handvoll´; uff´m Dache senn´r etlche Moospatschlche; an Patschlch Lodn rausreißn, a dicker Patschlch Rooch koam zer Feueresse raus. Lautf.: Pätschlch, Pätschl, Patschl; Poatschlch Cunewalde.

patschln swv. `klatschen: reden und dabei etw. ausplaudern´. Lautf.: pätschln Anton.

patschn (kurzes a) siehe poatschn!

Pattach `Pattag´, bis 1945 zum Kreis Rothenburg am rechten Neißeufer gelegenes Dorf, poln. `Potok´.

Patze siehe Paaze!

Pazlt (gedehntes a) m. Burkau, Rauschwitz `Mond´, auch dr Pazltrobert. Lautf.: Päzlt °KM Reichenbach.

Pauer siehe Bauer!

Pauke f. 1. wie litspr. ein Schlaginstrument. - 2. Burkau `dicker Bauch´. - 3. Großröhrsdorf, Rietschen `Prügel´.

Pauline f. 1. selt. Niedercunnersdorf `bauchige, große Kaffeekanne´. - 2. rute Pauline Schirgiswalde `roter Ober beim Doppelkopfspiel´.

Paulsdurf `Wendisch Paulsdorf (Ort der Großen Kreisstadt Löbau im °GR)´, auch Windsch Paulsdurf.

pee a pee (gespr. bee a bee) Adv. `peu à peu, allmählich, nach und nach´.

peesn swv. Niedercunnersdorf, Jonsdorf, Seifhennersdorf, Neu- u. Ostlausitz, z.B. Rietschen `eilen, aufgeregt rennen, geschäftig tun´.

peffm siehe poaffm!

Pelerine (gespr. Bellerine) f. `Umhang´. Lautf.: Pelarine.

pelvern siehe belfern!

pelzch Adj. `pelzig: ausgetrocknet, saftlos, schimmelig´; pelzche Roadiesl; dr Quoarkkuchn is schunn pelzch.

pelzn siehe raus- u. rimpelzn!

pempern siehe pimpern!

Penzch `Penzig´, bis 1945 zum Kreis Görlitz gehörender Ort östlich der Neiße´, poln. `Piensk´; de Penzchn `die Einwohner von Penzig´.

perdu Adv. umg. `unbedingt, unter allen Umständen´; a wullde perdu Fußboallspieln.

Perleplie n. m. Obercunnersdorf `Parapluie, Regenschirm´. Lautf.: Pereplie, Peraplie; Paraplie Seifhennersdorf, Waltersdorf, Jonsdorf; Pareplie Schirgiswalde, Peraplee, Perpelie °ZI Ebersbach, Perplie usw.

Perpmdickl m. n. Obercunnersdorf, Jonsdorf, Schirgiswalde `Perpendikel, Uhrpendel, Standuhrschleuder´; Seegerperpmdickl. Lautf.: Perpedickl Obercunnersdorf, Parpmdickl; Permdickl Westlausitz.

Persenoal n. Obercunnersdorf `Personal, Schaffner´. Lautf.: Perschenoal Bihms Koarle.

Perzl (gespr. Berzl) m. Südlausitz `kleingewachsene Pers., besonders kleines Kind´. Lautf.: Parzl.

perzn (gespr. berzn) swv. selt. Südlausitz 1. `herumziehen von Mädchen (mit Jungen)´; die perzt. - 2. `Umherrennen (der Rinder) mit aufgerecktem Schwanz´. Lautf.: parzn (kurzes a), auch Überlagerung mit paazn.

pfäckch siehe pfeckch!

Pfäcklschuh(ch) siehe Pfecklschuh(ch)!

Pfaffer m. `Pfeffer´ 1. wie litspr.; RA: enn Pfaffer an Oarsch blosn; Pfaffer an Oarsch, doaas besst; bleib oack, wu dr Pfaffer wächst! - 2. `hohe Geschwindigkeit´; do hoa´ch Pfaffer drufgekrigt. - 3. in der Wendung enn Pfaffer gan `jmdm. heftig widersprechen´. - 4. `dummes Zeug, Unsinn´; räd ne sickn Pfaffer! Lautf. Faffer Nordhälfte.

Pfafferkraut n. dass. wie Pfafferkroattch.

Pfafferkroattch n. `Pfefferkraut: Bohnenkraut (Satureja hortensis)´. Lautf.: Pfafferkroitch Königshainer Berge.

Pfafferkichler m. `Pfefferküchler: Pfefferkuchenbäcker´. Lautf.: Fafferkichler.

Pfafferkuchn m. (kurzes u in -kuchn) `Pfefferkuchen, Lebkuchen´; RA: dar hoat Pfafferkuchn an Sacke `dem seine Männlichkeit lässt zu wünschen übrig´. Lautf.: Pfafferkuche °ZI Ebersbach u. Umgebung, Fafferkuchn Westlausitz, Fafferkuche Ostlausitz.

Pfafferkuchnmannl n. auch Schlesien `Pfefferkuchenmann: Figur aus Pfefferkuchenteig´.

Pfafferminze f. `Pfefferminze (Mentha piperita L.)´; Pfafferminzkichl od. -plätschl `Pfefferminzbonbon´. Lautf.: Pfaffermienze Ostlausitz.

pfaffern swv. `pfeffern´. 1. `mit Pfeffer würzen´. - 2. `etw. kräftig (u. mit Unwillen) irgendwohin werfen´; de Toasche a de Ecke pfaffern. - 3. `ausschlagen (Pferd)´. - 4. `ohrfeigen´; dr Voater hoat mer a poaar gepfaffert. - 5. Ohorn, Frankenthal `schmerzen (bei Verletzungen)´. Lautf.: faffern.

Pfaffernissl n. `ein gut gewürztes (mit Zuckerglasur bestrichenes) Pfefferkuchengebäck in Form von kleinen kugeligen oder halbkugeligen Happen´; a dann bissl Pfaffernisslbattln foand mer nischt Unraajchts. Lautf.: Faffernissl West- u Ostlausitz.

Pfaffersaak m. Dim. Pfaffersäckl `Pfeffersack´. 1. `reiche Person, (die früher mit Gewürzen Handel trieb)´. - 2. `Angsthase´. - 3. im Dim. Wehrsdorf `mit Pfeffer gefülltes Leinwandsäckchen, das die panschenden Gastwirte in die mit Wasser verdünnte Kornflasche hängten, um den beißenden Geschmack aufzufrischen´. Lautf.: Faffersaak.

Pfanngkuchn m. `Pfannkuchen´. 1. `kleines, rundes, lockeres Gebäckstück aus Hefeteig, meist mit Marmelade gefüllt u. in siedendem Fett gebacken´(Fastnachtsgebäck), die in anderen Teilen Deutschlands Berliner, Berliner Ballen, Krapfen, Kräppel od. Fasnachtsküchle genannt werden; ufgihn wie a Pfanngkuchn. - 2. `Plinsen bzw. Eierkuchen (aus Buttermilch)´. Lautf.: Pfanngkuche °ZI Ebersbach, Fanngkuchn Westlausitz, Fanngkuche Ostlausitz.

Pfanngkuchngesicht n. `rundes Gesicht´; iebersch ganze Pfanngkuchngesichte lachn.

Pfannl n. Dim. von Pfoanne 1. siehe Pfoanne! - 2. `länglicher Napfkuchen´, auch Oabgeruhrte.

Pfaräppl Pl. dass. wie Pfarkuttl. Lautf.: Pfareäppl, Pfardeäppl Burkau.

Pfard n. Dim. Pfardl Südlausitz, sWestlausitz, Südlausitz Pl. Pfare °ZI Ebersbach, Spitzkunnersdorf, Neukirch, Oberlichtenau, Sächs. Schweiz od. Pfarde Burkau `Pferd´. 1. wie litspr.; keene zahn Pfare kinn miech zericke haaln; de Pfare ne scheu machn; se sitzt uff´m grußn od. huchn Pfare `sie gehört einer höheren Schicht an´; iech denk, miech tritt a Pfard. Sprichwort: Pfare, die de gutt ziehn, warrn immer wieder oaagespoannt. Volksreim: Frooe starbm kee Verdarbm, Pfard vereckn grußer Schreckn; Pfardecke, Pfar(e)huhre, Pfarwurscht, Pfarfett, Pfarfleesch, Pfargutsche, Pfarwoajn, Pfarwechsl, Pfarstoal, Pfarfuder, Pfarfuhre, Pfarjunge, Pfarschlächterei; do is a Pfarfuß droaa. - 2. übertr. a. `korpulente Person´; Nubbersch Gruße, dooas is euch a Pfard. - b. grußes od. huches Pfard `einflussreiche Person, höhergestellte Persönlichkeit´; uff´s huche Pfard setzn `sich wichtig machen´. Lautf.: Fard nWestlausitz, nOstlausitz.

Pfardreck m. Ohorn dass. wie Pfarkuttl. Lautf.: Pfaredreck.

Pfargebeeße n. `Pferdegebiss: vorstehende Zähne´. Lautf.: Pfare-, Pfarde-, Far- u. Fare-, Fardegebeeße.

Pfarhappl n. siehe Happl!

Pfarkimml m. „Pferdekümmel“ 1. `Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)´. - 2. `wildwachsender Wiesen-Kümmel (Carum carvi L.)´. Lautf.: Pfar(d)ekimml.

Pfarkupp m. `Pferdekopf´; in der Wendung ´n Pfarkupp raushängn `verschuldet sein, nichts anbieten können´. Der Pferdekopf wurde als Zeichen der Geschäftsaufgabe früher heraus gehängt. Lautf.: Pfar-, Pfarde-, -Farde-, kupp, -kopp, -koop.

Pfarkuttl (gespr. Pfaarkuddl) Pl. auch Pfaarkuttln Süd- u. Ostlausitz `Pferdekot, Pferdeäpfel´. Lautf.: Pfarekuttl Cunewalde, Jonsdorf, Pfardekuttl Schirgiswalde, Far(e)(de)kuttl.

Pfarkuttlzersteeber m. veralt. scherzh. Oderwitz, Großhennersdorf `Pferdekotzerstäuber: Fahrrad mit Hilfsmotor´. Lautf.: Pfardekuttlzersteeber.

Pfarmähre f. Ober- u. Niedercunnersdorf, °ZI Ebersbach, Neusorge `große, grobe, gelbe Möhre´; zwee Zentner Pfarmährn. Lautf.: Pfaremähre, Pfardemähre.

Pfarnuhß f. `große Wallnussart´. Lautf.: Far-, Far(d)enuhß, -nuss.

Pfaromse f. Niedercunnersdorf `große Waldameise´. Lautform: Pfareomse Jonsdorf. Neusorge.

Pfarschadl m. `Pferdeschädel´; ann Pfarschadl raushängn. Siehe Pfarkupp! Lautf.: Pfar(d)eschadl.

Pfarschlächter m. `Pferdeschlächter´.

Pfarschmähre f. `Salbe aus Pferdefett´. Lautf.: Pfar-, Pfare-, Pfarde-, Fardeschmähre; auch Pfarspicke.

Pfarspicke f. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach `halbflüssiges Fett geschlachteter Pferde von gelblicher Farbe, (das als unrein gilt)´; Pfarspicke fer de Beene; de Pfarschlaajchtern toate dodermitte ihre Christbrutl backn. Lautf.: Pfarespicke, Fardespicke.

Pfarstoal m. `Pferdestall´. Lautf.: Pfar-, Pfare-, Pfarde-, -stoal, -stoall.

Pfarstroßnboahn f. `Pferdegespann, bei dem der Wagen auf Schienen fährt´.

Pfarwechsl m. 1. `Pferdewechsel´. - 2. übertr. `Ehepartnerwechsel´; Pfarwechsl blosn `Tanzpartner wechseln´. Lautf.: Pfarewechsl.

Pfätscherch (kurzes ä, gespr. Pfettscherch) m. 1. Cunewalde `flacher Stein, den man zum Pfätschern verwendet´. - 2. `Pers., die Steine (übers Wasser) wirft´; Plumpllobs Fritz is dr beste Pfätscherch an Durfe.

pfätschern (kurzes ä) swv. Obercunnersdorf, Cunewalde `einen flachen Stein so ins Wasser werfen, dass er immer wieder von der Wasseroberfläche abprallt u. mehrere Sprünge macht´.

pfatschn (kurzes a) swv. Schirgiswalde, Oberlichtenau, Sächs. Schweiz `ein klatschendes, schmatzendes Geräusch erzeugen (bes. beim Aufschlagen auf dem Wasser od. beim Laufen u. Fahren in etw. Nassem), mit klatschendem Geräusch ins Wasser fallen´ ; dr Raajn pfatscht a de Fanster; de Kuhe pfatschte mir mit ihrn mistchn Schwanze as Gesichte. Lautf.: pfätschn; fatschn nWestlausitz, Ostlausitz.

pfätschnoaaß (kurzes ä) Adj. Cunewalde, Wittgendorf `triefend nass, völlig durchgenässt´; a pfätschenoaaßes Woaschfleckl. Lautf.: pfatsche- Spitzkunnersdorf, pfätsche- Niedercunnersdorf, °ZI Ebersbach, Kittlitz, pfitsche- Neugersdorf, pfitschepfoatsche-, fatsche-, fätsche-, foatschenoaaß Girbigsdorf, -noass. Auch poatschenoaaß od. gleckenoaaß.

Pfauze f. Steinigtwolmsdorf, Gröditz, Sächs. Schweiz `großes Stück, Batzen (Fleisch), großes Rasenstück, bes. großes Exemplar (von Rüben, Kartoffeln, Äpfeln)´; sicke Pfauzn von Ardboarn warr mer ne glei wieder hoann Frankenthal.

Pfauzmauke siehe Faustmauke!

Pfauzn m. dass. wie Pfauze.

pfeckch Adj. Südlausitz `kurz angebunden, sehr unhöflich, schnippisch, barsch, frech´; kumm mer ne su pfeckch! Lautf.: feckch nOstlausitz. Siehe auch pfuckch!

Pfecke f. Wittgendorf `kurz angebundenes, sehr unhöfliches, barsches Mädchen´.

Pfeckl siehe Pfucke!

Pfecklhandschkn Pl. `dicke, (grobflockige, Schlingen besitzende) Handschuhe´. Lautf.: Pfeckl-, Feckl-, -handschkn, -handschn.

Pfeckljacke f. Neugersdorf, Cunewalde `warme, filzige Jacke, die fusselt´.

Pfecklschuh(ch) m. Pl. Pfecklschicher od. Pfecklschuhe Ober- u. Niedercunnersdorf 1. Cunewalde `hoher, warmer, mit Wolle od. Werg gefütterter Filzschuh´. - 2. `(selbst angefertigter) Hausschuh aus Stoffresten´; de Pfecklschicher stihn under´n Koanepee. - 3. Niedercunnersdorf `Hausschuhe mit Filzsohle´. Lautf.: Pfuck-, Pfeckl-, Pfickl-, -schuch, -schuh.

pfeckln siehe pfuckln!

pfeckln swv. selt. `mit kleinen Schritten laufen´; dr Koanoar pfiepfert und pfecklt.

Pfecklstrump m. Pl. Pfecklstrimpe Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Seifhennersdorf `gewalkter Strumpf, Strumpf aus grober Wolle´. Lautf.: Pficklstrump Neugersdorf.

pfeefch Adj. `pfiffig´. 1.`windig, zugig, stürmisch´. - 2. `schlau, klug, aufgeweckt´. Lautf.: pfiefch, pfiffch.

Pfeife f. 1a. wie litspr., RA: Do koannst´r anne Pfeife oaazinn! `Da bekommst du dein Fett ab!´ - b. `Sirene´. - 2. meist Dim. Pfeifl a. `Schussspule: Garnspule in der Handweberei (,auf die mit dem Spulrad das Garn für den Webschützen getrieben wird)´; Spulpfeifl. - b. `Scheibenspule zur Herstellung der Webkette´; Treibepfeifl. - 3. `Schimpfwort: abschätzige Bezeichnung für einen Mann od. Jungen, der versagt hat od. nicht für voll genommen wird´. Lautf.: Feife.

Pfeifeheetl n. Neugersdorf `Pfeifenkopf (bei Hängepfeifen)´; a tänern Pfeifmheetl od. a Tonheetl `ein Pfeifenkopf aus Ton´. Lautf:. Pfeifmheetl, Feifmheetl.

pfeifm stv. `pfeifen´, iech pfeif(e), du pfeffst, pfaffst (Seifhennersdorf) od. pfeifst, mer pfeifm, iech pfeef od. pfief, a pfeef od. pfief, mer pfeefm od. pfiefm, iech hoa gepfiffm. 1a. wie litspr. ´n Hunde pfefft mer;  iech pfeif dr druf! `Ich lege keinen Wert darauf´; a pfeef´ch woaas `er pfiff so dahin´. RA: uff´m od. aus´n letzn Luche pfeifm. - b. `ertönen, heulen der Sirene´; de Lukmutive pfefft; uff eemol pfeefm de Foabrickn. - 2. `(bes. durch starken Luftzug) ein pfeifendes Geräusch entstehen´; a frisches Liftl pfefft enn im de Uhrn; murne pfefft wieder a ander Wind `morgen ist das schöne Leben vorbei´. - 3. `lieblos hinwerfen, schmeißen, hauen´; de Klunkern uff´s Bette pfeifm; a pfeef mer anne Hurbl rei. - 4. `Alkohol trinken´; Miller Kurt pfefft garne enn. Lautf.: feifm West- u. Ostlausitz.

Pfeifmjauche f. °ZI Friedersdorf, Wehrsdorf `der dunkle Saft, der aus der Pfeife kommt (Teer)´, auch Jahzl. Lautf.: Feifmjauche.

Pfeifmstrauch m. `Osterluzei´.

Pfeifnudln Pl. `Makkaroni´. Siehe auch Rihrdlnudln!

Pfenngk m. Pl. Pfennge 1. `Pfennig´; uff´m Pfenngk rausgan; RA: neunundneunzch Pfennge zer Moark fahln `Unbehagen empfinden´; RA: dann is jeder Pfenngk oan Oarsch gebackn `der ist geizig´; a bieser Pfenngk `ein Pfennigstück, das zu einer Mark fehlt´; iech hoa dch gesucht wie ann biesn Pfenngk.  - 2. `Geld´; ann schinn Pfenngk verdinn `genügend Geld verdienen´; ann Pfenngk mitnahm `ein Dankopfer in die Kirche mitnehmen´. Lautf.: Fenngk nWest- u. nOstlausitz.

Pfenngkband n. veralt. `Pfennigband: billiges Wäsche- oder Stoffband zur Verzierung und zum Einsäumen von Tüchern und Kleidungsstücken, wie Hemdsärmel.´

pfenngkch Adj. `Pfennige kostend´; zwäpfenngkch, fimfpfenngkch, anne vierpfenngkche Zigoarre.

Pfenngkfieder m. Westlausitz `sehr kleines Stück (Brot)´; von dan Pfenngkfieder war´ch ne soatt.

Pfenngkfischl n. veralt. `kleiner, (saurer) Fisch, wie es ihn früher für einen Pfennig auf Volksfesten gab´; uff´m Schissn hoa´ch mer a poaar Pfenngkfischl gekooft. Lautf.: Fenngkfischl.

Pfenngkfuchser m. umg. `Pfennigfuchser: Geizhals´.

pfenngkfuchserch Adj. `geizig´.

Pfenngklichtl n. veralt. `Kerze bzw. kleiner Wachsstock für einen Pfennig, (die man früher mit in die Christnacht nahm und in Reihe aufstellte)´.

Pfenngkpfeife f. 1. `kleine Pfeife aus Zucker, die es für einen Pfennig auf Volksfesten gab und auf der man pfeifen konnte´. RA: keene Pfenngkpfeife zu teuer `nichts zu teuer´. - 2. übertr. a. Jonsdorf `dümmliche Pers., dummer Kerl´. - b. Burkau `lahme, willensschwache männl. Pers.; Nichtsnutz´. - c. bedeutungsneutral `Unikum´. Lautf.: Fenngkfeife nWest- u. nOstlausitz.

Pfertnerhäusl n. `Pförtnerhäuschen am Eingang größerer Betriebe´.

pfetschenoaaß siehe pfätschnoaaß!

pfetschern siehe pfätschern!

Pfickl siehe Pfucke!

pficklch siehe pfucklch!

Pficklhosn f. `mit Faserbüscheln behaftete, fusslige Hose´.

pfickln siehe pfuckln!

Pficklschuh(ch) dass. wie Pfecklschuh(ch).

Pficklstrump m. dass. wie Pfecklstrump.

Pfief m. `Pfiff´. 1. wie litspr.; RA: du kimmst immer uff´m letzn Pfief `im letzten Augenblick´. - 2. Bihms Koarle `ein Glas Schnaps´. Lautf.: Pfeef, Fiff.

pfiepch Adj. Hirschfelde dass. wie pfiepflch.

Pfiepe f. Dim. Pfiepl Seitendorf, nwSüdlausitz, West- u. Ostlausitz `Pfeife aus Weiden- od. Ebereschenrinde od. aus einem Löwenzahnstängel´, siehe auch Schnatl 1. Lautf.: Fiepe mnWest- u. Ostlausitz.

pfiepern swv. Nordböhmen dass. wie pfiepm.

Pfiepferch m. 1. `heller Ton´; ann Pfiepferch uff dr Kloarnette machn. - 2. `Singvogel´.

pfiepferch Adj. Schirgiswalde dass. wie pfiepflch.

pfiepfern swv. 1. Südlausitz `(leicht) schmerzen´; ´s tutt pfiepfern und ziehn. - 2. Neugersdorf `wehleidig tun´. - 2. Cunewalde, Schirgiswalde `piepende, helle Töne von sich geben´. - 3. Seifhennersdorf `mit kleinen Schritten laufen´.

Pfiepfl n. Schönlinde (Nordböhmen) `Pfeifchen´.

Pfiepflch m. 1. Obercunnersdorf, Cunewalde `etwas zu klein Geratenes, z.B.: knapp bemessenes Kleid; abgemagerte Person, meist Kind´. - 2. Seifhennersdorf `kleiner Singvogel´; dan Pfiepflch tu´ch moanchmol vamissn. Lautf.: Siehe auch Fiepslch!

pfiepflch Adj. mSüdlausitz `ärmlich, dürftig, zu eng (bei Kleidung), knapp bemessen; satt´ch oack, wie das Maajdl wieder pfiepflch gitt! Lautf.: pfieplch Wittgendorf, Jonsdorf, fieplch Girbigsdorf. Lautf.: Siehe auch fiepslch!

pfiepm swv. 1. `auf einer Pfiepe (Weiden- od. Löwenzahnpfeife) blasen, pfeifen, flöten; schrille, pfeifende, unangenehme Töne von sich geben´; mir brummt schunn dr Schadl vu denn Gepfiepe; woaas pfiept´n su? - 2. `feine, hohe Pfeiftöne ausstoßen (Vögel u. Mäuse)´. - 3. `pfeifend atmen´. Lautf.: fiepm Westlausitz, Ostlausitz.

Pfieppfeife f. verstr. Ostlausitz `Weidenpfeife´. Lautf.: Fiepfeife.

Pfieps m. Obercunnersdorf dass. wie Pfiepser. Lautf.: Fieps.

Pfiepser m. Obercunnersdorf, Eibau `(verreckter) Pfiff, (ärmlicher) Ton´; a poaar Pfiepser noa und oalle woar´sch. Lautf.: Fiepser.

Pfietl n. Dim. u. Pl. von Pfote `Pfötchen´. Siehe auch Pfute!

pfietln swv. `pföteln´. 1a. Kinderspiel: `sich abwechselnd auf die ausgestreckten Zeige- u. Mittelfinger schlagen´. - b. `Handhalten von zwei Personen´. - 2. Südlausitz a. `kleine, schnelle Schritte machen, trippeln, geziert gehen´; dr Koater pfietlt. - b. `vorsichtig gehen´; ieber de schniegloatte Stroße pfietln.

Pfietsche f. verstr. Westlausitz dass. wie Pfietschepfeifl. Lautf.: Fietsche Westlausitz.

Pfietschepfeifl n. mnSüdlausitz, Schirgiswalde `Weiden- od. Ebereschenpfeife´. Siehe auch Schnatl 1! Lautf.: Fietschepfeifl, Fietschefeifl.

Pfietscherch m. dass. wie Pfietschepfeifl.

pfietschn swv. `(in nerventötender Weise) mit der Weiden-, Ebereschen- od. einer anderen Pfeife quietschende Töne erzeugen´. Lautf.: fietschn.

Pfihl n. selt. verstr. `(doppeltes) Kopfkissen´; auch Heetpfihl, Kupppfihl. Lautf.: Fihl.

Pfihlziche m. selt. bes. Westlausitz `Kopfkissenbezug´. Lautf.: Fihlziche.

Pfindl n. Dim. von Pfund.

Pfingstmee-e f. siehe Mee-e!

Pfingstn n. `Pfingsten´; im de Pfingstn rim `in der Zeit um Pfingsten´, Pfingstschissn, Pfingstsingn, Pfingstblosn, Volksreime: Zwischn Ustern und Pfingstn hoat dr Bauer oan winngstn; Pfinngstn gibbt´s oan winngstn `im Unterschied zur Taufe, zur Hochzeit, zu Weihnachten und zu Ostern gibt es Pfingsten keine Geschenke und auch keine Ess- und Trinkgelage´; iech hoo dr eene runder, doaaß de denkst, Ustern und Pfingstn fällt uff enn Tag.

Pfingstuchse m. `Pfingstochse´. 1. veraltet `der nach altem Brauch für den ersten Austrieb des Viehs zu Pfingsten geschmückte od. bekränzte Ochse´. - 2. übertr. `übermäßig geputzte od. auffällig u. meist geschmacklos gekleidete Pers.´ RA: ufpeputzt wie a Pfingstuchse.

Pfingstriesl n. 1. siehe Pumplruse! - 2. `rotblühender gefüllter Weißdorn´.

Pfirschch m. `Pfirsich´. Lautf.: Pfurschch, Pfoarschch.

pfischln swv. Schirgiswalde, Westlausitz, Nordböhmen `heimlich miteinander tuscheln, flüstern, leise reden ´; die pfischltn, iech sellde stille sein. Lautf.: fischln Ohorn.

Pfistl n. siehe Pfuste!

Pfitschebogn m. West- u. Ostlausitz `selbstgefertigter Bogen, mit dem man Pfeile abschießt´. Lautf.: Fitschebogn.

Pfitschepfeil m. siehe Pfitschlch 1. Lautf.: Fitscherfeil Ostlausitz.

pfitschepfoatschenoaaß siehe pfätschnoaaß!

Pfitschl m. dass. wie Pfitschlch. Lautf.: Fitschl Girbigsdorf.

Pfitschlch m. Obercunnersdorf, Neugersdorf 1. `Pfeil, der mit dem Bogen abgeschossen wird; Flitzepfeil´. - 2. `Geschoss eines Blaserohres´. Lautf.: Fitschlch.

Pfitze f. Dim. Pfitzl `Pfütze´. 1a. wie litspr.; doaas Bier stinkt wie Pfitze. RA: dar hoat jede Pfitze ausgetunkt `der hat keine Gelegenheit verpasst, der hat jede willige Frau verführt´. Wetterregel: Hoat de Lausche anne Mitze, macht´s an Durfe anne Pfitze Seifhennersdorf. - b. `kleiner Teich´; a dar Entnpfitze willst de boadn? - 2. `übertr. `kleine Menge Flüssigkeit´; Seechpfitze; doaas bissl Pfitze langt ne fer oalle; uff dr Zunge wurd glei a Pfitzl. Vgl. Neegl! Lautf.: Fitze Westlausitz, nmOstlausitz.

Pfitznhupper m. `Pfützenhopser, Pfützenhüpfer´. 1. `Kind, das in Pfützen hopst oder durch Pfützen watet´. - 2. `Rad mit Hilfsmotor´. Lautf.: Fitznhupper.

Pflaajge f. `Pflege´; Lautf. Flaajge West- u.Ostlausitz.

pflaajgn swv. selt. `pflegen´; kenner pflaajt ´n `niemand pflegte ihn´. Lautf.: pflaajn Niedercunnersdorf, Neugersdorf, pflan (gedehntes a) Seifhennersdorf, flaajgn Ostlausitz.

pflaum swv. `pflaumen: jmdn. mit ( unsachlichen) Tatsachen u. (dummen) Worten belegen, belästigen´; musst de miech su dumm vulpflaum? Lautf.: flaum West- u. Ostlausitz.

Pflaumbauer m. Bihms Koarle `Pflaumenbauer: Dummkopf, Tölpel´. Lautf.: Flaumbauer.

Pflaumdukter, Pfläumldukter m. scherzh. `Frauenarzt´. Lautf.: Pflaum-, Flaum-, Pfläuml-, Fläuml-, -dukter, -duchter.

Pflaume f. Dim. Pfläuml 1. wie litspr. - 2. `weibl. Scham, Scheide´. - 3. `dicker, weichlicher, energieloser Kerl´. Lautf.: Flaume nOberlausitz.
Pflaume f. Wehrsdorf, Nordböhmen `Flaumfeder´.

Pflaumfader f. Obercunnersdorf, Steinigtwolmsdorf `Flaumfeder´.

Pflaumheinerch m. Seifhennersdorf dass. wie Pflaumsaak od. Pflaumtute.

Pflaumhoanne f. selt. `langsame, schwerfällige, träge Frau´; a soaß wie anne Pflaumhoanne do `er saß unbeteiligt da´.

Pflaumkluß n. Pl. Pflaumkließe, Dim. Pflaumkließl `Pflaumenkloß: Kartoffelkloß mit eingeschlossener Pflaume (beliebtes Gericht zur Pflaumenzeit)´.

pfläumln swv. 1. `feine, mühselige Arbeit sorgfältig verrichten, geruhsam u. mit großer Sorgfalt hantieren, sich an etw. zu schaffen machen´; de Frooe pfäumlt oa ihrn Blumsteckln; rimpfläumln. - 2. `jmdn zärtlich pflegen, umsorgen´. Lautf.: fläumln.

Pflaumpoampe f. Ostlausitz dass. wie Pflaumpoappe! Lautf.: Flaumpoampe.

Pflaumpoappe (gespr. Pflaumboabbe) m. f. `Pflaumenmus´. Siehe auch Schmoadderunks! Lautf.: Flaumpoappe.

Pflaumruperch m. Neugersdorf, Cunewalde dass. wie Pflaumtuffl 1. u. 2. Lautf.: Flaumruperch Westlausitz.

Pflaumsaak m. `dumme, langsame, schwerfällige, ungeschickte Person´. Lautf.: Pflaumsack, Flaumsaak, Flaumsack.

Pflaumtuffl m. nwSüdlausitz, Westlausitz `Pflaumentoffel´. 1. `Männlein aus Backpflaumen, bes. in der Adventszeit auf dem Dresdner Striezelmarkt angeboten´. - 2a. `Mann ohne Willen, Pantoffelheld´. - b. `schwerfällige, dümmliche, ungeschickte (männl.) Person´. Lautf.: Flaumtuffl, Flaumtoffl.

Pflaumtute f. Obercunnersdorf, Neugersdorf, Seifhennersdorf `verweichlichter, ungeschickter, lahmer, willenloser, energieloser Mensch´.

Pflecker m. Westlausitz dass. wie Pfleckl 4.

Pfleckl n. Dim von Pflock `Pflöckchen´ neben der litspr. Bedeutung auch 1. Südlausitz `ein Stück Holz od. Eisen, das in eines der Löcher gesteckt wurde, die die Deichsel des Pfluges besaß und die Pflugtiefe und die Schwere des Ackerns bestimmte´; RA: a Pfleckl zurickesteckn `in seinen Forderungen zurückgehen, nachgeben´. - 2. `Holzstäbchen zum Verschließen des Wurstdarmes, Speiler´. - 3. `Holzknebel zum Verschließen von alten Trachtenstücken´. - 4. `ein in die Weidenfläche getriebener hölzerner Pflock, an dem das weidende Vieh mit einer Kette festgemacht wird´. - 5. übertr. `Finger´; a de Pfleckl friern.

pfleckern swv. dass. wie pfleckln 1.

pfleckln swv. `pflöckeln´. 1. `Vieh auf der Weide mit einer Kette od. einem Seil an einem in die Erde getriebenen Eisenstab anhängen´; impfleckln; hoast de is Ziegehippl oaagepflecklt? - 2. `speilern: die Enden des Wurstdarms mit einem Holzstäbchen verschließen´.

pfleckn swv. dass. wie pfleckln.

pfloastern swv. `pflastern´. 1. wie litspr. `mit Pflastersteinen bedecken´. - 2. enn a poaar pfloastern `jmdn. ohrfeigen´. - 3. refl. `sich selbst in den Mittelpunkt stellen und nicht weichen wollen; sich selbstbewusst, übermütig, breitspurig, provokant positionieren und sich nicht mehr bewegen´; se pfloastert´ch uff de Ufebank und verlist mer de Levitn; do hoat´ch dar Karle frech hiegepfloastert. Lautf.: floastern mn West- u. mn.Ostlausitz.

Pfloastersteen m. `Pflasterstein´. Pl. Pfloastersteene 1. `Stein für Straßenpflaster´. Siehe auch Koatznkeppe! - 2. `ein beliebtes und mit Zuckerglasur überzogenes Pfefferkuchengebäck, das auch heute noch von den Pulsnitzer Pfefferküchlern gebacken wird´. Bei der Zubereitung wird der Teig in Rollen geformt, von denen 2 cm dicke Scheibe abgeschnitten werden.

pfloimln siehe pfläumln!

Pflook m. `Pflock´. 1. wie litspr.; dann Pflook brauch´ch su oas Rettlschlooß. RA: ann Pflook zericke steckn `verzichten, nachgeben´. - 2. übertr. auf Personen: `wortkarger, unzugänglicher, mürrischer Mann, der faul, schwerfällig, unbeweglich u. ungeschickt ist´; dar aale Pflook gitt ne rieber. - 3. siehe Pfleckl! Lautf.: Flook, Pflock, Flock, Pfluck, Fluck.

pflookhoaftch Adj. Südlausitz `tölpelhaft, ungeschickt, steif´.

Pfluck m. siehe Pflook!

Pfluck(e)hokn m. Niedercunnersdorf `aus starkem Draht gebogener Stahlhaken zum Anhängen des Bügelkorbes beim Obstabnehmen´.

Pfluck(e)kurb m. Dim. Pfluck(e)kirbl Südlausitz `Körbchen zum Obstpflücken´. Lautf.: Pfluckkirbl Jonsdorf, Fluck(e)kirbl Girbigsdorf, Fluckekerbl Burkau. Siehe auch Bieglkurb u. Henklkurb!

Pfluck(e)schurb m. Dim. Pfluck(e)schirbl Niedercunnersdorf `alter kleiner Topf oder Krug zum Pflücken von Beeren´. Lautf.: Pfluckschurb Jonsdorf.

Pfluck(e)tippl n. Südlausitz `kleiner Topf zum Pflücken von Beeren, der meistens mit einem Bändchen um den Bauch gebunden wird´; mit´n Kannl und´n Pflucketippl gingk´s a de Heedlbärn. Lautf.: Flucktippl mnOstlausitz.

pfluckn swv. Südlausitz `pflücken´; auspfluckn; pfluck dr oack salber a poaar Kirschn! Hat man jmdn. absichtlich veralbert, sagt man in Obercunnersdorf : Mondgucker, Äpplpflucker! Lautf.: fluckn Ostlausitz, (p)flockn Schirgiswalde, Westlausitz, pflickn Oberlichtenau.

Pfluglihre f. `Pfluglehre: Stellbogen am Räderteil des Pfluges´, siehe Lihre!

Pflugradl n. `der Vorderteil, das Fahrgestell des Pfluges´, auch Ackerradl.

Pfoaffmdurf `Pfaffendorf ´ 1. Ort der Gemeinde Markersdorf im °GR. - 2. bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße, poln. `Rudzica´. Lautf.: Foaffmdurf.

Pfoaffmhittl Pl. `Pfaffenhütchen, Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)´; zun Harbste stellt´ch de Mutter ann Strauß Pfoaffmhittl a de Stube´. Die Kapselfrucht ähnelt dem Birett einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher.

Pfoanne f. Dim. Pfannl `Pfanne´. 1. `großes, längliches Bratgefäß mit einem Henkel u. Deckel´.mach ne glei is Schwein a dr Pfoanne verrickt! `Bleibe sachlich!´. - 2. `in den Küchenherd oder Kachelofen eingebauter rechteckiger od. abgerundeter eiserner Behälter zum Erwärmen von Wasser´, auch Woasserpfoanne od. Ufepfoanne, Ufmpfoanne;  an Schepptippl aus dr Ufepfoanne a Neegl heeßes Pfoannewoaaser huln. - 3. `kleines Behältnis für Pulver bei alten Gewehren´. - 4. siehe Pfoanne!Lautf.: Foanne Ostlausitz..

Pfoannvll f. (nur Sg.) `Pfanne voll´; anne Pfoannvll Pilze. Lautf.: Foannvll.

Pfoannwoasser n. `(warmes) Wasser, das sich in der im Ofen eingebauten Pfanne befindet´; Lautf.: Pfoannewoasser.

Pfoarr m. `Pfarrer: mit der Leitung einer Gemeinde beauftragter evangelischer od. katholischer Geistlicher´; RA: wie dr Pfoarr mit´n Sunntche dermit imgihn `leichtfertig mit etw. umgehen´. Lautf.: Foarr West- u. Ostlausitz.

Pfoarrbauer m. Burkau `Bauer, der den Leichenwagen fährt´.

Pfoarre f. `Pfarre: Pfarramt´.

Pfoarrfrooe f. `Frau des Pfarrers´.

Pfoarrjunge m. `Sohn des Pfarrers´.

Pfoarrstunde f. `Christenlehre, Religion, Konfirmandenunterricht´.

Pfoarrwiemt f. öKürzung dass. wie Wiebmt!

Pfohl m. Dim. Pfahlchl `Pfahl´. Lautf.: Fohl, Foahl nOberlausitz.

pfoi Adv. `pfui, unanständig, ekelhaft, ungenießbar; nichts zum Anpacken od. Essen´; luss doaas liegn, doaas is pfoi! Pfoi Mäppe! Pfoi Teifl! Pfoi Geier! Pfoi Spinne! `Ausruf des Ekelns, Schämens od. bei etw. als unanständig Empfundenem´. RA: Ubm hoi und drunder pfoi; ubm hoi - unne pfoi `oberflächlich interessant, aber im Grunde banal und nüchtern´.

pfoin swv. `pfui sagen, jmdm. seinen Abscheu zeigen´; a spuckt und pfoit; oaapfoin.

Pfoo m. `Pfau´; Pfoohoahn `männl. Pfau´; die putz´ch wie a Pfoohoahn. Lautf.: Foo.

Pfrieme f. Neugersdorf `Sperber´, auch (Klenner) Stießer.

Pfriemer m. Süd-, sWestlausitz `Pfriem: Werkzeug, um Löcher in Leder zu stechen u. Leder zu nähen´, auch Ohle. Lautf.: Friemer.

Pfriemerch m. 1. um Bischofswerda dass. wie Pfriemer. - 2. leicht abwert. `etw. Gebasteltes´. Lautf.: Friemerch.

Pfrieml n. `kleine (gebastelte) Personen, Tiere oder Gegenstände´; iech hoa die Pfrieml as Kistl geton.

pfriemln swv. umg. `kleine, zeitaufwendige Arbeiten (mit der Hand) ausführen´. Lautf.: friemln.

Pfroampf m. öSüdlausitz `dicker, zäher Brei von Reis, Grieß od. Eintopf; missratenes Essen´. Laut.: Froamf Ostlausitz.

pfroampfm swv. öSüdlausitz `stopfen (mit einer zähen Masse)´. Lautf.: froamfm Ostlausitz.

Pfrupper m. Dim. Pfruppl Ostlausitz, Schlesien `Pfropfen: Korken, Schnuller, kleines Kind´. Lautf.: Frupper.

pfruppern swv. söSüdlausitz, sWestlausitz dass. wie pfruppm 1.

Pfruppm m. Dim. Pfruppl `Pfropfen´. 1. bes.Ostlausitz `Korken auf der Flasche´. - 2. Fruppl Ostlausitz `Schnuller´. - 3. dass. wie Stupper 1. Lautf.: Fruppm, Fruppl mnOstlausitz.

pfruppm swv. `pfropfen´. 1. wie litspr. `veredeln, okulieren (meist Obstbäume)´. - 2. übertr.; a is und bleibt a gepfruppter Oaffe `er ist und bleibt ein Dummkopf´; RA: Du sitzt do wie uff´m Foarz gepfruppt `du sitzt unbeholfen, steif, still u. betroffen da´. Lautf.: fruppm.

pfuckch Adj. `pfockig´ 1. `unsauber gesponnen, fusselig, mit Flusen behaftet, wollig, grobflockig´; mei Schwitzer is durch´s Woaschn ganz pfuckch gewurn.  - 2. `klumpig, Batzen bildend (von Erde, Mehl, Butter, Milch, Düngemittel)´. - 3. Neugersdorf `kurz angebunden, schnippisch´. Siehe auch pfeckch! Lautf.: fuckch (Ostlausitz), pfockch, fockch (Westlausitz).

Pfucke f. Dim. Pfeckl od. Pfickl 1a. `Werkabfall beim Spinnen´. - b. `grobflockiger Abfall bei Wolle u. Garn; Fluse; Fussel´. - 2. Neusalza-Spremberg `große Schneeflocke´; ´s schmesst gruße Pfuckn. - 3. Westlausitz, Sächs. Schweiz `Batzen, Klumpen, bes. großes Exemplar von etw.´; anne Pfucke Fleesch; de Schroammsteene sein a poaar grußn Sandsteenpfuckn. Lautf.: Fucke mnOstlausitz, Pfocke od. Focke Westlausitz.

Pfuck(e)nickl n. msSüdlausitz `Haarfitz, Haarsträhne´; de Pfuckenickl hoa´ch rausgekämmt; du wirscht noa Pfucknickl kriegn! In Obercunnersdorf zieht man kleine Kinder an den Haaren und fragt: "Is is Pfuckenickl derheeme?" In Neugersdorf heißt es: "Ba dir is wull is Pfuckenickl derheeme?" `Bei dir stimmt wohl etw. nicht?´

Pfuckgoarn n. `minderwertiges Garn, das Flusen, Fusseln, Flocken, Wolle bildet´; RA: a de Noase (ruff)foahrn wie anne Zoaspl Pfuckgoarn `verdrießen´.

pfucklch Adj. dass. wie pfuckch. Lautf.: pfecklch, pficklch.

pfuckln f. `Abgehen von Pfocken, Flusen und Fusseln (von einem gewebten od. gewirkten Stück Stoff od. Kleidungsstück)´; de Bettticher pfuckln aber! Lautf.: pfeckln Obercunnersdorf, pfickln Neugersdorf, Schirgiswalde.

Pfuckn m. dass. wie Pfucke.

pfuckn swv. verstr. 1. `Abgehen von Pfocken, Flusen od. Fusseln (von einem gewebten od. gewirkten Stück Stoff od. Kleidungsstück)´., auch pfuckln. - 2. `in großen Flocken schneien´. - 3. `dem Partner beim Kartenspiel eine Karte mit hoher Augenzahl mitgeben´.

Pfucknhoader m. Süd- u. sWestlausitz `grober Scheuerlappen´.Lautf.: Fucknhoader.

Pfucknlemmd f. selt. `grobe Sackleinwand´. Lautf.: Pfocknleimd Frankenthal, Pfucknleimd Sächs. Schweiz, Fucknleimd.

Pfucknroaazn m. 1. °ZI Ebersbach `minderwertiges grobes Stoffstück mit vielen Dickstellen od. eingewebtem Flug, das nur noch als Scheuerlappen od. als Packleinen verwendet werden kann´. - 2. Niedercunnersdorf `abgetragenes Arbeitsbekleidungsstück´. Lautf.: Pfucknroatzn Bihms Koarle.

Pfucknschirze f. `Schürze aus minderwertigem Stoff für schmutzige Arbeiten, der Dickstellen, Noppen und Fussel aufweist´.

Pfuckschuh(ch) m. Obercunnersdorf, Neugersdorf, Mückenhain dass. wie Pfecklschuh(ch) 1; Maajdl, hängn ne su ann aaln Pfuckschuhch runder! `Mädchen, gucke freundlicher!´

Pfuderch m. Steinigtwolmsdorf, Steina `Liegestatt, altes Bett´.

Pfund n. Dim. Pfindl 1. wie litspr. `fünfhundert Gramm´; a poaar Pfindl Fleesch, a Virrtlpfindl Bunnkoaffee. Drohung: Iech war dch lihrn, woaas a Pfund Butter kust! - 2. umg. dummes Pfund Schimpfwort. Lautf.: Pfond od. Fond Westlausitz.

pfundn swv. `dem Partner im Kartenspiel eine Karte mit hoher Augenzahl mitgeben´.

Pfupferch m. 1. Wehrsdorf, Schirgiswalde `etw. Kleines, etw. nicht vollständig Entwickeltes´. - 2. Cunewalde `unterdrückter Ausruf´. - 3. °ZI Ebersbach `kleines Bullchen Schnaps´. - 4. Wehrsdorf `verdrießlicher Mensch´.

pfupferch Adj. Cunewalde `kurz angebunden, schnippisch, barsch, frech´; kumm mer ne su pfupferch!

pfupfern swv. selt. Süd- u. sWestlausitz 1a. Niedercunnersdorf `kichern, unterdrückt lachen´. - b. Wehrsdorf `aus Verdruss lachen´. - 2. `kleine Schmerzenslaute ausstoßen´. - 3. °ZI Ebersbach `mit wenig Worten seinen Unmut ausdrücken, maulen´. - 4. Steina `weh tun, schmerzen´. - 5. `in hörbarer, unruhiger, zitternder Bewegung sein´.

Pfurte f. Dim. Pfertl `Pforte: Zugangsbau, Gebäudeöffnung, Tür´; Kirchpfurte, Goaartnpfertl. Siehe auch Ihrnpfurte!

Pfuste f. Dim. Pfistl Südlausitz dass. wie Pfustn; a misst´ch ver Lachn a de Tierpfuste oaalahn.

Pfustn m. `Pfosten´. 1. wie litspr. - 2. a Pfustn Brut `ein großes Stück Brot´.

Pfute f. Dim. u. Pl. Pfietl od. Pfutl 1. `Pfote des Tieres´; Koarnicklpfute, jeds krigte zwee Hihnerpfutl `jeder bekam zwei gebratene Hühnerkeulen´. - 2. übertr. `Hand od. Fuß des Menschen´; ne mih su gutt uff de Pfutn furtkinn `nicht mehr so gut laufen können´; dann dichn Karln war´ch Pfutn machn `diesem Mann werde ich das behäbige Arbeiten austreiben´.

Pfuz (gedehntes u) m. 1a. `fauchender Ton (der Katze)´. - b. `durch Verpuffung oder Aufflammung erzeugter Laut´. - 2. übertr. a. Cunewalde `kleine Menge einer Flüssigkeit, Schluck´; an Tippl is oack noa a Pfuz. - b. °ZI Ebersbach `kurze Zeit (wie die Katze faucht), ´; kumm oack uff ann Pfuz zu mir! - 3. Schirgiswalde `ein Nieser´; ann Pfuz machn `niesen´.

Pfuzch (gedehntes u) m. dass. wie Pfuz.

Pfuzerch (gedehntes u) m. Cunewalde, Bihms Koarle dass. wie Pfuz; ann Pfuzerch machn `heftig aufflammen´.

pfuzn (gedehntes u) swv. Südlausitz, sWestlausitz 1. `fauchen (Katze)´; pfuzn wie anne biese Koatze, die Junge hoat; dr Igl pfuzte od. de biese Siene, war weeß wie sihre. - 2. `geräuschvoll aufflammen, verpuffen´; dr Ufm pfuzt aber. - 3. Oberland, Hintere Sächsische Schweiz `fauchend schimpfen, unfreundlich anfahren, schnauzen, brüllen´; oaapfuzn; du koannst goar ne mih vernimpftch rädn, du koannst oack noa pfuzn! - 4. Hinterhermsdorf `niesen´. - 5. `stockend fließen, austreten eines Flüssigkeits-Luftgemisches´; is pfuzte oack noa aus´n Hoahne raus. Lautf.: fuzn, pfutzn Wilthen.

Philippsdurf Dim. Philippsderfl Bihms Koarle `Philippsdorf (tsch. Filipov, Dorf in Nordböhmen mit Wallfahrtskirche unweit von Neugersdorf)´.

pichn swv. 1a. `mit Pech verschmieren, abdichten, verfestigen´; a ausgepichter Burnständer; is Fassl is schunn ausgepicht. - b. `etw. (Wunde) mit (Schuster)pech ausgießen´; Hände pichn. - 2. `eine Schnitte dick bestreichen, kleistern´. Lautf.: pichtn Jonsdorf.

Picke f. `Picka (Ortsteil der Gemeinde Oppach im °GR)´; a de Picke loofm `nach Picka laufen´, de Pickschn `die Einwohner von Picka´.
Picke f. Ostlausitz dass. wie Piek.

pickern swv. `picken: (bei Hühnern u. Vögeln) etw. mit dem Schnabel anpieken, (um es zu fressen)´.

Picklkugl f. Neusalza-Spremberg, °BZ Sohland `Murmel´. auch Pickerkugl um Zittau.

pickln swv. Neusalza-Spremberg `pickeln´, dass. wie bellern `murmeln´.

Picklsäckl n. Neusalza-Spremberg `kleiner Sack, in dem die Picklkugln aufbewahrt werden´.

picksn (gespr. bicksn) swv. 1. Westlausitz `(mit Steinen) werfen, schmeißen´; picks amo(l) doas Stickl Hoolz donieber; Äppl picksn `(mit einem angespitzten Stöckchen Äpfel) schleudern´. - 2. Schlesien `stechen, spießen, pieken, pieksen´, siehe gieksn!

Piek m. Obercunnersdorf, Pulsnitz `heimlicher Groll, unterdrückte Wut´; in der Wendung uff enn ann Piek hoann `auf jemanden wütend sein´. Lautf.: Pick.

Pieke f. dass. wie Piek.

Pieks m. dass. wie Piek.

Pieperch m. `Pieps; schwacher, kaum vernehmbarer Laut´; kees mucht´ch ann Pieperch wogn.

pieperch Adj. Schirgiswalde `schwächlich, kümmerlich, kränklich, verweichlicht´.

piepern swv. `leise piepende Laute von sich geben´; an Ee-ern hoat´s schunn gepiepert.

Piepl m. selt. `Keim, Hautunreinheit´. Vgl. Popl!

pieplch Adj. verstr. Süd- u. Ostlausitz 1. `unsauber geschält (bei Kartoffeln mit Resten von Augen)´; auch stepplch, stepslch od. poplch. - 2. `winzig, sehr klein´; kleepieplche Ogn.

piepln swv. Großschönau, Wehrsdorf nur als aus- od. rauspiepln `mühselig etw. Kleines von etw. Großem trennen; Mitesser aus dem Gesicht quetschen; mit den Fingern od. dem Messer Keime, Blütenreste od. Fremdkörper beseitigen´.

Piepm Pl. umg. `Geld´; behiel dr deine poaar Piepm!

piepm swv. `piepen; einen kurzen schwachen, feinen Ton hören lassen; Vogelstimmen von sich geben´; RA: Ba dir piept´s wull? `Du bist wohl verrückt?´ Doaas is ju zun Piepm `das ist ja lächerlich od. zum Totlachen´.

Piepmoatz m. Dim. Piepmatzl 1. kindlich `Vogel´. - 2. scherzh. `Glied von kleinen Jungen´.

Piepserch m. `Pieps: heller, leiser Ton´.

piepsn swv. `mit hoher u. dünner Stimme reden´.

piesackn (gespr. biesackn) swv. umg. `piesacken: quälen, ärgern´.

Pieter (gespr. Bieter) m. `Peter´. 1. männl. RN. - 2. Südlausitz, sOstlausitz `großer, kräftiger Kerl; großes Tier´; Nubbersch Grußer, doaas is a Pieter wurn.

Pieterschbach f. 1. `Petersbach´ (Bächlein, das auf dem Kottmar entspringt). Lautf.: Pieterschba(a)ch(e.) - 2. `Ortsteil der Stadt Schirgiswalde-Kirschau im °BZ´; ar gingk nei uff de Pieterschbach.Lautf.: Peterschbach.

Pieterschdurf `Petersdorf´, tsch. `Petrovice (Ort in Nordböhmen unweit von Lückendorf.)´.

Pieterschhoajn `Petershain (Ort der Gemeinde Quitzdorf am See im °GR)´; de Pieterschhoajner `die Einwohner von Petershain´. Alter Volksvers über die Einwohner, die vor 200 Jahren noch überwiegend sorbisch gesprochen haben: Vu Mohulz giht´s noa Pieterschhoajn, vu Pieterschhoajn noa See. Woas warrn oack durt de Leute soin? O jemersch nee, nee, nee! Oder: O jee, o jee, o jee, vu Mohulz giht´s noa See, vu See, do giht´s noa Pieterschhoajn, woaas warrn oack do de Leute soin, o jee, o jee, o jee. Lautf.: Peterschhoajn, Peterschhain, Pieterschhoin.

pietschln swv. `pietschen: viel (Alkohol) trinken, zechen´.

pietschn swv. umg. `viel trinken´.

Piez m. Pl. Piezn, Dim. Piezl 1. `die Zitze am Euter der Kuh od. der Muttersau´. - 2a. `weibliche Brustwarze´. - b. Obercunnersdorf `Busen, weibliche Brust´; dar muss dann jungn Maajdln o egoalfurt a de Piezn langn!

Pieze f. dass wie Piez.

piezn swv. verstr. `an den Zitzen saugen´; do hoat a Koalb droaa gepiezt.

Pilverchl n. Dim. von Pulver `feines Pulver, kleine Pulvermenge´.

pilvern swv. `pulvern, sich mit pulvrigen Substanzen kurieren´; de kranke Grußemutter pilvert schunn wieder.

Pilz m. `Pilz´; gude und schlaajchte Pilze `essbare und giftige Pilze´. Vgl. Heet 5!

Pilzderfl n. Dim. von Pilzdurf `Pilzdörfel´. 1. `Oberherrenwalde´ (Ortsteil des zur Gemeinde Großschönau gehörenden Ortes Waltersdorf im °GR). - 2. Ort der Gemeinde Sohland a. d. Spree im °BZ; ei Pilzdurf sull de Joid verpacht warn.

Pimper m. `Gegenspieler vom Kasper im Kaspertheater, der meistens eine verlotterte Person darstellt´; dr Koasper verwichste ´n Pimper.

Pimperch m. 1. `alte Uhr, Regulator´. - 2. `Glockenschlag, Klingelton´; dr Gleckner machte groade ´n letzn Pimperch. Lautf.: Pemperch.

pimperch Adj. `verzärtelt, verweichlicht, genau (auf das Befinden bezogen), wehleidig, empfindlich´; die aaln pimperchn Liesn.

Pimperliese f. `zimperliche Pers.´.

pimpern (gespr. bimbern) swv. 1. Obercunnersdorf, Seifhennersdorf `schwingen des Uhrpendels mit hörbarem Ticktack; hörbares Schwingen einer Glocke; schleudern; klimpern, klingeln´; dr Seeger pimpert; de Schecke pimpert mit´n Gleckl rim. - 2. Cunewalde `wehleidig tun´. Lautf.: pempern Neugersdorf, Nordböhmen, pumpern, pimpan Seifhennersdorf.

Pimpernelle f. Niedercunnersdorf, Schirgiswalde `(Pimpinella saxifraga, magna u. anisum L.)´, ein wild wachsendes u. in Gärten als Gewürz- u. Teepflanze angebautes Doldengewächs. Früchte, Kraut u. bes. die Wurzel dienen als harntreibendes Mittel u. als Heilmittel gegen Husten, Heiserkeit, Bronchitis, Angina u. Verdauungsbeschwerden. Aus den Samenkörnern von Pimpinella anisum wurde Anisschnaps hergestellt. Lautf.: Pimpernell, Bibernelle Niedercunnersdorf, Neusorge.

Pimpernuhß f. häufig auch Dim. Pimpernissl Obercunnersdorf, Neukirch, Pl. Pimpernisse  1. `nussähnliche Frucht des Zierstrauches Staphylea pinnata L.´. - 2. übertr. Süd- u. Ostlausitz `kleine Kartoffeln´; kleene Pimpernissl. - 3. Jonsdorf, Schirgiswalde Pimpernissl `ein Pfefferkuchengebäck: kleine, braune, runde Pfefferkuchenstücke ohne Überzug´. - 4. abwert. Gebelzig `(kleines, vorlautes) Kind´; doas is nischt fer kleene Kinder, nischt fer euch Pimpernisse! Lautf.: Pimper-, Pumper-, -nuhß, -nuss, -nissl; Pumpernissl Neugersdorf, Jonsdorf.

Pimpl m. `kränklicher, zimperlicher, wehleidiger Mensch´; RA: wie Pimpls od. Pimpersch Hindl `übertrieben anhänglich, sehr unterwürfig´.

pimplch Adj. `pimpelig´. 1. `empfindlich, kränklich, verweichlicht, überängstlich in Bezug auf die Gesundheit´. - 2. Neugersdorf `pingelig, kleinlich, pedantisch, übergenau´.

pimpln (gespr. bimbln) swv. `kränklich tun, weichlich tun´.

pimpslch Adj. dass. wie pimplch!

Pingnkugl f. Steina ` kleine Spielkugel aus Ton od. Glas, die mit dem Finger in ein Loch in der Erde geschnipst wird´. Vgl. pinkern 3!

Pinke f. 1. umg. `Geld´. - 2. Bihms Koarle, Nordböhmen `Geldtasche, Geldsäckel, Geldkasse´. - 3. siehe Schießlpinke! - 4. abwert. Obercunnersdorf `(eingebildete, hochnäsige) Frau´; die dumme Pinke is mer a de Quare gekumm.

pink(e)pank `Klangnachahmungen des Schmiedes, wenn er das Eisen hämmert´.

Pinkerch m. `heller kurzer Ton, der durch das Aufschlagen zweier (gläserner od. metallener) Gegenstände entsteht´; a paar Pinkerche uff´m Kloaviere machn.

Pinkerkugl m. mwSüdlausitz, Westlausitz `Murmel´; du krigst vu mir drei Pinkerkugln.

Pinkerlooch n. `Bodenvertiefung, in die die Murmeln geschnipst werden´. Lautf.: Pinkerloch Burkau.

pinkern swv. 1. `leicht hämmern, mit einem Hammer auf Metall klopfen´; a dr Schmiede pinkert´s; iech pinker dir a Lechl rei; murne kumm se zun Kesslpinkern `morgen kommen die Fachhandwerker zur Beseitigung des Kesselsteins in den Rohren des Dampfkessels´. - 2. `(vor dem Anstoßen mit einem Löffel auf ein Wein- od. Sektglas) leicht schlagen, um einen hellen Klang zu erzeugen´; tu oack amol mit´n klenn Leffl as Weingloas pinkern, iech will woaas soin! - 3. Neugersdorf, Steinigtwolmsdorf, Neukirch, Burkau `mit Murmeln od. Knöpfen spielen; kleine Spielkugeln aus Ton od. Glas mit dem Finger in ein Loch in der Erde schnipsen´. Siehe auch bellern!

Pinkmeese f. Königswartha `Kohlmeise (Parus major)´, auch Schlussermeese.

pinkn swv. selt. dass. wie pinkern.

Pinks m. 1. dass. wie Pinkerch. - 2. Obercunnersdorf `Tick, Eigenart, Spleen´; du hoast wull ann Pinks `du hast wohl einen Vogel´; Filmpinks, Briefmoarknpinks. - 3. Niedercunnersdorf `etw. Kurzes, kurze Zeit, kurze Strecke, kleine Menge, kurzer Hinweis´; iech hoa´n ann Pinks gegan `ich habe ihm einen kleinen Hinweis gegeben, ohne konkret zu werden´; woarrt oack ann Pinks!

pinksn swv. wie pinkern 2 u. 3.

Pinktl n. Dim. von Punkt `Pünktchen´; du hoast´s Pinktl (iebern i) vergassn! Lautf.: Pinkl.

Pinktlkoaffee m. Dittelsdorf `Venag Kaffeeersatz der Firma VEB Kaffee-Ersatz und Nährmittelwerke Halle (Saale) mit roten bzw. blauen Punkten auf der Verpackung´; auch Pinklkoaffee Großschönau.

Pippch m. Schirgiswalde, Oberlichtenau `närrischer Kerl´; a oalberner Pippch.

Pippl n. `kleine Puppe; kleines Kind, das noch in der Wiege liegt´. Lautf.: Puppl.

Pipplmutter f. selt. verstr. West- u. Ostlausitz `Hebamme´; häufiger Boademutter.

pippln swv. `sich mit Puppen beschäftigen, spielen od. Puppen (u. kleine Kinder) einwiegen´; iech misste mit menner klenn Schwaster pippln. Lautf.: puppln.

Pirl siehe Birl!

pirln siehe birln!

Pirole f. Großschönau `Pirol (Oriolus oriolus)´, auch Biereule od. Watervogl.

pischln swv. dass. wie pischpern; die pischln minander. Vgl. bischln!

pischpern (gesprochen bischbern) swv. `flüstern, leise reden, heimlich miteinander tuscheln´; wooas hoast´n menner Froon as Uhre gepischpert, haa? Lautf.: wispern, wuspern, wischpern, wuschpern, pispern, puspern, pischpern, puschpern.

Pistol n.`Pistole´; a Zindblatlpistol.

pitschenoaaß Adj. `pitschnass: sehr nass´.

Pitterschilche, Pitterschilge, Pattersilge, Pitterselk, Pieterschilk siehe Bitterschilche!

pittschn siehe bittchn!

Plaatsche f Dim. Plaatschl (auch Albin Altmann böhm. Niederland), Platschl 1. Südlausitz `Klatsche, Klopfer´; `s vuhle Fuder wird mit Plaatschn oaagekluppt; Fliegnplaatsche. - 2. Hartau, Großhennersdorf `Hiebe´; do hoatt´ch o schunn a poaar Plaatsche uff´m Buckl. - 3. `flache, runde Scheibe´; dr Schoaffner häbt´s Plaatschl `der Schaffner hebt die Kelle´. - 4. im Dim. Plaatschl `Perpendikel, Uhrpendel´. Lautf.: Ploaatsche Seifhennersdorf, Platsche (kurzes a) Oberlichtenau. Siehe auch Ploaatsche u. Plätschl!

Plaatscherch m. Eibau, Großhennersdorf `Regenguss´.

Plaatschl siehe Plaatsche u. Ploaatsche!

plaatschn swv. 1. Südlausitz `viel u. laut quatschen, sich etw. erzählen, sich belanglos unterhalten´; jedn Obd kimmt de Nubbern plaatschn. Lautf.: ploaatschn. - 2. Eibau `stark regnen´; nu durfte oack noa su a richtcher Gewitterguhß neiplaatschn.

Plaaz siehe Ploaaz!
Plaaz m. Pl. Plaaze 1. Obercunnersdorf in der Wendung Plaaze kriegn `Hiebe, Prügel bekommen´. - 2. Niedercunnersdorf `kurzer, kräftiger Schauer´, auch Plaazerch od. Ploaazerch.

Plack m. verstr. bes. Westlausitz `schwere Arbeit, Mühe, Last´; ihr ganzes Lam woar bluß Sorge ond Plack gewast (Pulsnitz).

Plackerei f. dass. wie Plack.

plackn swv. refl. umg., Neulausitz `schwer arbeiten, sich plagen´; ar hoat´ch woas geplackt.

Pläder f. dass. wie Pläderch 2b. Lautf.: Pleeder Ostlausitz, Schlesien.

Pläderch (gedehntes ä) m. Obercunnersdorf 1. `Windstoß (mit Regen), starker Luftzug´. - 2a. `Ventilator, der für gute Belüftung in Arbeitsräumen sorgt´. - b. `Getreidereiniger, der Wind erzeugt und die Spreu vom Weizen trennt´. In einem Gehäuse wird durch ein mit Hand gedrehtes Flügelrad ein Luftstrom erzeugt, der die Spreu aus den Körnern bläst, die gleichzeitig auf Siebe geschüttet werden. Lautf.: Pleederch Zittauer Gebirge, Pladerch Nordböhmen.

pläderch (gespr. bläderch) Adj. 1. `wallend, weit, flatternd´; a pläderches Kleed. - 2. `zugig, pfiffig, stürmisch´; uff´m Boahnhofe is mer´sch zu pläderch, iech gih rei. Lautf.: pleederch °NOL Königshain, Dittelsdorf.

Plädermihle f. Obercunnersdorf dass. wie Pläderch 2b.

plädern (gespr. blädern, gedehntes ä) swv. Süd- u. Westlausitz 1. `stark wehen, stürmen; sich etw. geräuschvoll flattern in der Luft bewegen; wedeln; (mit den Händen) Wind machen´; de Wäsche plädert an Winde, de Bettn zun Fanster rausplädern. - 2. `das ausgedroschene Getreide reinigen, die Körner von der Spreu trennen´. Siehe auch wurfm! - 3 `pupsen, einen fahren lassen´. - 4a. `schwätzen´. - b. Burkau `viel und laut reden, viel Wind beim Erzählen machen´; „im Gutts Willn“, pläderte Kurtl ...; a pläderte seine gewichtche Räde raus. Lautf.: pleedern Zittauer Gebirge, Königshainer Berge; pladern °ZI Ebersbach, °ZI Friedersdorf, Spitzkunnersdorf.

Pläderwater (gedehntes ä) n. `stürmisches Wetter, Schneegestöber´. Lautf.: Pleederwater, Pladerwater.

Pläderze ( gedehntes ä) f. Ober- u. Niedercunnersdorf 1. `Blähungen, Durchfall´. - 2a. `eine weibl. Person, die viel herumflattert und herumzieht´. - b. `Frau mit großem Mundwerk´. - 3. wie Pläderch 2b. Lautf.: Pleederze, Pladerze Cunewalde, Oderwitz.

Plampaatsch m. selt. Nordböhmen `Hochzeitsbitter, Hochzeitsleiter´. Siehe Huckstbitter!

plänkern swv. 1. Oderwitz, Wittgendorf, Burkau `tändeln, etw. (lustlos, spielerisch, ohne ein Ziel verfolgend) unternehmen, verspielt hantieren´. - 2. Oderwitz, Seifhennersdorf, Girbigsdorf `aufziehen, necken, mit Worten angreifen´. - 3. Spitzkunnersdorf, Bihms Koarle `antreiben´. - 4. Wehrsdorf `treiben, forttreiben´. Lautf.: blänkern.

plänkln swv. 1. `tändeln, etw. (lustlos, spielerisch, ohne ein Ziel verfolgend) unternehmen, verspielt hantieren´. rimplänkln, hier mer uf mit Plänkln und langn mit zu! - 2. `harmlos streiten, aufziehen, sticheln´. - 3. `läppisch tun, sich nicht ernsthaft gern haben´; die beedn plänkln oack rim.

Planl n. `ebener (Rasen-)Platz (zum Wäschebleichen u. -trocknen)´; auch Bleechplanl. Hihnl und Hahnl, die gihn uff´s Planl, Hihnl woar weg, Hahnl woar weg.

Planlzins m. `Grundsteuer der Häusler, Schrebergartenpacht´.

Pläpper, Pläpperch siehe Ploapperch!

plärrch Adj. `unangenehm (verzerrt, laut u. schrill) klingend´; plärrche Klingl; dar hoat a plärrches Gequake.

Plarre f. Burkau `(tiefe) Wunde; entzündete, eitrige Stelle´.

Plärre f. 1. `schrille, laute Stimme (einer Frau oder eines Kindes)´; die hoat anne derschrecklche Plärre. - 2. übertr., abwert. für `weibl. Person, die sich mit schriller, lauter Stimme in alles einmischt´. - 3. abwert. für `Kind, das viel schreit od. weint´. Lautf.: Plarre.
Plärre f. Jonsdorf `Durchfall, dünne Suppe, minderwertiger Kaffee´. Lautf.: Plirre Ost- u. Neulausitz.
Plärre f. Wehrsdorf `(hohe, freie) Fläche, wo man von der Sonne geblendet wird; gut sichtbare Stelle´.

plärreckch siehe blärreckch!

Plärrerch m. 1. Cunewalde, Jonsdorf a. `männl. Person, die sich mit schriller, lauter Stimme in alles einmischt´. - b. `Kind, das viel schreit od. weint´. - 2. Girbigsdorf `Kuhfladen, Katzen- u. Hundedreck´.

plärrerch Adj. Wehrsdorf, Särichen, Neusorge `benommen, unsicher, von der Sonne od. Lampe geblendet´; a dr Sunne werd enn ganz plärrerch.

plärrn swv. 1. `Geräusche von sich geben, die als unangenehm empfunden werden´. - 2. `laut singen od. schrill reden´; dei Geplärre hiern se bis as Äberdurf. - 3. `laut und trotzig weinen´. Lautf.: plarrn, ploarrn.

plätschch (gespr. plettschch) Adj. bes. Nordböhmen `platt, flach´; de Doampfwoalze hoat´n plätschch gefoahrn.

Platsche siehe Plaatsche!
Platsche siehe Plätsche!

Plätsche (kurzes ä) f. `etw. Plattes´. 1. Südlausitz `ein niedriges, breites Geschirr; großes, breites, flaches Gefäß aus Ton; Pfanne; Schüssel; Quoarkplätsche, Äpplplätsche `feuerfestes Tongefäß zur Apfelmusgewinnung´, Seecherplätsche scherzh. `Nachttopf´. - 2. siehe Butterplätsche! - 3. übertr. a. `altes abgenutztes Kanapee´. - b. Südlausitz `(zusammengedrückter, flacher) Damenhut; flache Deckelmütze´. Siehe auch Plätschl! Lautf. Platsche Bihms Koarle.

platschern (kurzes a) swv. `plätschern´. 1. `geräuschvolles u. ungleichmäßiges Fließen des Wassers´; ´s Bernl platschert ieber de Steene. - 2. `das Aufschlagen der Regentropfen auf hartem Grund´.

Plätschl (kurzes ä) Dim. von Plätsche 1. Niedercunnersdorf, Schirgiswalde `kleines, flaches Gefäß; Napf´; a tänern Plätschl. - 2a. Obercunnersdorf, Lawalde, Cunewalde `flaches, rundes Bonbon; Plätzchen´; Tschukloadnplätschl, Zuckerplätschl, Äpplplätschl Schirgiswalde; Weihnachtsplätschl. - b. `runde Brotscheibe zum Heiligen Abendmahl´. - c. Schirgiswalde, Burkau `kleine Scheibe, Unterlegscheibe, Münze´; Guldplätschl, Spielplätschl. - d. `Apfel- od. Gurkenscheibe´. - e. Schirgiswalde, Burkau `flache, platte Steine, die man übers Wasser hüpfen lassen kann´; mer hoann de Plätschl ieber´sch Woasser getitscht. Siehe auch Plätsche!

plätschn (gespr. plettschn) swv. selt. Oberlausitz, Nordböhmen `flach klopfen, zusammendrücken´.

Plätte siehe Ploatte!

Plätteisn siehe Ploatteisn!

Plättgloacke siehe Ploattgloacke!

plattn siehe ploattn!

Platzl n. Jonsdorf `Plätzchen´. 1. `flaches Kleingebäck´. - 2. `Bonbon´; Zuckerplatzl. - 3. Dim. von Ploaaz. Lautf.: Plätzl Oberlichtenau. Siehe auch Plätschl!

Plaue f. mOstlausitz `kurzer, heftiger Regenguss´.

Plaue f. Ostritz, Zodel, Schlesien `Leinwandplane´.

Plauwanl n. Ostlausitz, Schlesien `kleiner Planwagen´. Lautf.: Plauwarnl, -weinl °NOL Königshain.

Plauz m. dass. wie Plauzer.

plauzch Adj. Großschönau `plauzig: derb, ungeschliffen, unfein, bäurisch, ungeschminkt, direkt´; dar redd mir zu plauzch.

Plauze f. Dim. Pläuzl 1. `Lunge, Bronchien, Brust´; iech hoa´s uff dr Plauze `ich habe tiefersitzenden Husten´; RA: Runder vu dr Plauze, rei a de Schnauze! `Jmdm. die Meinung freiweg ins Gesicht sagen´; zu Mittche goab´s Plauze `mittags gab es (süßsauer zubereitete) Lunge´. - 2. Süd- u. Ostlausitz `altes, schweres, klumpiges Federbett´, siehe auch Pläuzl!
Plauze f. verstr. sSüdlausitz, sOstlausitz `kurzer, heftiger Regenguss´.
Plauze f. Eibau, Großhennersdorf `Ohrfeige, Hiebe, Dresche´; de andern Kinder krigtn o ihre Plauze.

Plauzer m. 1. `Donner, dumpfer Knall, lauter Schlag, Aufschlag durch Sturz´. - 2. verstr. sSüdlausitz, sOstlausitz `kurzer, heftiger Regenguss´. - 3. `laute Zurechtweisung, Anschiss´; jedn Murgn gibbt´s waajgn senn Zuspätekumm ann Plauzer(ch).

Plauzerch m. dass. wie Plauzer; a dr Beege ba Neume goab´s vurns ann Zusoammplauzerch vu ann Umnibuse und ann Loastauto.

Plauzkupp m. `Person (meist männl. Geschlechts), die jähe, unüberlegt, laut u. ungefragt ihre Meinung sagt´.

Pläuzl n. (Dim. von Plauze) Cunewalde `kleines, (schlechtes, klumpiges) Deckbett, das die Brust bedeckte´; die huttn oack a Pläuzl, ´s langte ne ieber de Fisse; auch Pläuzlbette Schirgiswalde.

plauzn swv. 1. `(mit schwerem Gewicht) fallen, dumpf aufschlagen´; iech bie hiegeplauzt wie a Mahlsaak, dr Fußboall is an Pfustn geplauzt. - 2. `dumpf knallen, schießen´; oallemol zun Usterschissn, doaas is a Geplauze! De Pauke plauzte benn Festzuge. - 3. `laut zuschlagen (Tür)´; de Tiere plauzn lussn; zuplauzn.

Plauzsaak m. `poltrige, raue, direkte (meist männl.) Person´.

Plebbs m. Südlausitz 1. `Angehöriger der niederen Schichten, Übervorteilter´; mir woarrn schunn immer de Plebbse und bleibm o de Plebbse. - 2. `dummer, ungeschickter Mensch´; du bist a Plebbs! Lautf.: Plebbsch Westlausitz.

plebbsch Adj. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Oberlichtenau 1. `zu nicht viel imstande sein (eigentlich plebejisch), ungebildet, dumm´. - 2. `ungeschickt, ungeübt´; a stellt´ch plebbsch derzu.

Pleeder f. dass. wie Pläderch 2b!

Pleederch siehe Pläderch!

pleedern siehe plädern!

Pleederze siehe Pläderze!

Plempe f. `minderwertiges Getränk (dünner Kaffee; schales Bier; Magermilch; wenig schmackhafte, dünne Suppe)´.

Plemperch m. selt. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach `breiartige, minderwertige Masse; schmieriger Unrat; Innereien; nutzloses Zeug´.
Plemperch m. 1. Schirgiswalde `langweilige Pers., die trödelt u. die Zeit verplempert´. - 2. Großröhrsdorf `altersschwache Pers.´.

plemperch Adj. Großröhrsdorf `geistig u. körperlich abgebaut, gebrechlich, klapprig, wackelig, unbeholfen´; dar is aber plemperch gewurn.

Plerre siehe Plärre!

Pletsche siehe Plätsche!

Pließl m. dass. wie Pließlch. Siehe Bließlch!

Pließlch siehe Bließlch!

pliez, plaz Adv. `plötzlich, überraschend schnell, auf einmal, Knall und Fall´; ´s gitt heute oalls su pliez-plaz.

Plins m. Ober- u. Niedercunnersdorf, Lauba, Girbigsdorf 1. dass. wie Plinse; Ee-erplins, Abernplins, Quoarkplins. - 2 `(ungeschickte u. einfältige) männl. Person´, meist `Kind´; Hebamme: "Fix, fix, brengt ann Tiegl, is wird a Plins!" Lautf.: Plinz.

Plinse f. 1a. `dünner, runder, in der Pfanne bzw. im Tiegel gebackener Eierkuchen´, auch Ee-erplinse; de Grußemutter machte uns Kindern ufte Buttermilchplinsn; Plinzn gruß wie Hittedeckl. - b. `Kartoffelpuffer´; auch Abernplinse. - 2. übertr. Jonsdorf `ungeschicktes, einfältiges, vorlautes Kind´. - 3. `Kopf, Gesicht´; mir is su heeß uff dr Plinse, mach amol ´n Sunnschirm uf! Lautf.: Plinze.

Plinsn m. dass. wie Plinse. Lautf.: Plinzn.

Plisch (kurzes i) `Plüsch´. 1. wie litspr. `samtartiges Florgewebe (mit Baumwollgrund u. Wolle-, Seiden-, Baumwoll- od. Leinenflor)´. - 2. übertr. `Frottier´.

Ploaatsch m. 1. abwert. `ungeschickte, schwerfällige Person; Tölpel´; dar aale Ploaatsch is mer uff de Zinn geloaatscht, Ploaatsch vu Reiberschdurf Dittelsdorf `Tollpatsch´, Dreckploaatsch `Person, die durch Schmutz od. Matsch watet; Schmutzfink´. - 2. Obercunnersdorf `großer Fuß´. Lautf.: Plootsch Hinterhermsdorf, Pfaffendorf, Neusorge.

Ploaatsch m. Neusorge `Regenguss, Schauer´. Aber hier nicht Plootsch.

Ploaatsch m. siehe Ploaaz!

ploaatschch Adj. `tollpatschig, schwerfällig, ungeschickt´. Lautf.: plootschch Neusorge.

Ploaatsche f. Schirgiswalde Dim. Plaatschl 1. Obercunnersdorf, Schönau-Berzdorf `Fuß mit Schwimmhäuten der Gans, Ente u. aller Schwimmvögel´; gaale Plaatschl, Gänseploaatschn. - 2. Wittgendorf `etw. Missratenes´ a. `welliges, verbogenes Sensenblatt´. - b. `Gebäck´. - 3. übertr. Jonsdorf `großer Fuß od. große Hand des Menschen´. - 4. Obercunnersdorf, Cunewalde `Frau, die viel herumsteht und laut redet´. Siehe auch Plaatsche! Lautf.: Plaatsche.

ploaatschn swv. Süd- u. Ostlausitz 1a. `Fortbewegen der Gänse u. Enten auf den Pfoten´. - b. übertr. auf den Menschen `durch Matsch waten; schwerfällig, tapsig gehen´. - 2. `mit der flachen Hand od. mit einem flachen Gegenstand schlagen´. Lautf.: plaatschn.

Ploaaz m. `minderwertiges, meist flaches, fladenförmiges Gebäck´. 1. Südlausitz `einfaches Gebäck aus Kuchenteig ohne Butter, nur mit Eiern u. Zucker, oft auf der Herdplatte gebacken; minderwertiger Kuchen; Kuchen ohne Zutat´; ´s goab oack nackchn Ploaaz; a Streefl Ploaaz; de Ploaaze (od. Ploaatsche) missn getunkt warn. - 2. öSüdlausitz, Ostlausitz `Kuchen aus Brotteig auf dem Kuchenblech od. im Backofen gebacken (entweder vor dem Brot zur Erprobung der Backhitze od. nach dem Brot) und häufig aus einem Gemisch von Zucker und Zimt bestreut´, auch Sauerploaaz od. Sauerteegploaaz. - 3. Südlausitz `Kartoffelkuchen oder Kartoffelpuffer aus geriebenen (rohen od.) gekochten Kartoffeln, Mehl u. Salz, in der Pfanne bzw. im Tiegel od. auf der Herdplatte gebacken´; Abernploaaz. - 4. Bertsdorf Platzl `selbstgemachte breite Nudeln´. - 5. Niedercunnersdorf Sammlploaaz `aufgeweichte Milchsemmel´. - 6. `Fladen, etw. Flaches, etw. großes Plattes´; a Ploaaz Putz is vu dr Wand gekumm. Lautf.: Plaaz °ZI Ebersbach, Ploaatsch Spitzkunnersdorf, Seifhennersdorf, Ploatz (kurzes oa).

Ploaazerch m. selt. Niedercunnersdorf `heftiger Regenguss´. Lautf.: Plaazerch, Ploatzerch (kurzes oa) Ostlausitz.

Ploan m. `Plan, ebener (Rasen-)Platz´; Bleechploan `Platz zum Wäschebleichen´; auch Dim. Planl `kleine Wiese´.

ploantschern swv. `planschen: sich im seichten Wasser tummeln und dabei mit Wasser spritzen´. Lautf.: ploanschern.

Ploapper m. dass. wie Ploapperch. Lautf.: Pläpper.

Ploapperch m. 1a. Spitzk., Schirgiswalde `Kotfladen des Rindes; breiiger Klecks´; du bist an Kihploapperch od. Kuhploapperch geloaatscht. - b. `Brei, Paps, Mus, breiige Masse, Masse in der Leberwurst´; a jeds krigte zer Mauke ann Ploapperch Spinoat. - 2. `Schwätzer´.. Lautf.: Pläpperch.

ploapperch Adj. Oderwitz `dünnbreiig, wie Mus beschaffen, zwischen wässrig u. fest befindlich, nicht steif genug´; de Mauke woar´n zu ploapperch. Lautf.: pläpperch.

ploappern swv. `plappern´. 1a. `in kindlicher Weise reden, undeutlich sprechen´; unser eejährcher Enkljunge ploappert schunne. - b. `viel reden, ausplaudern´. - 2a. `blubbern, wallen, brodeln´; dr Poappe ploappert an Ufm; dr Hierschebrei ploappert. - b. `einen Ploapperch machen, dünnen Kot ausscheiden, langsam bewegen (zähe Flüssigkeit) und dabei blubbernde Laute erzeugen´; mir ploappert´s oack su zun Oarsche raus.

Ploapperwoasser n. `das in der Osternacht geschöpfte Osterwasser, das seine heilkräftige Wirkung verloren hat, weil beim Holen geploappert (gesprochen) wurde´; Ploapperwoasser toogt nischt.

Ploaps m. Pl. Ploapse Cunewalde dass. wie Ploapperch.

Ploarre (gespr. Bloarre) f., Ploarrn (gespr. Bloarrn) m. `Schwellung der Haut (nach Insektenstich), Beule, (abheilende) Wunde´. Lautf.: Plärre, Plarre.

Ploattbrat (gedehntes a in -brat) n. Neugersdorf, Cunewalde `Plättbrett, Bügelbrett´. Lautf.: Plattbrat, Plättbrat Girbigsdorf.

Ploatte f. `Platte. Glatze´.
Ploatte f. nöSüdlausitz `Bügeleisen´. Lautf.: Platte, Plätte Ost- u. Neulausitz.
Ploatte f. Großschönau `Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla L.)´, auch Schwoarzploatte, Schwoarztupp, Ploattminch Großschönau u. Crostau. Das Weibchen wird wegen der rotbraunen Kopfplatte als Rutploatte bezeichnet.

Ploatteisn n. msSüdlausitz `Bügeleisen´. Lautf.: Platteisn, Plätteisn.

Ploattfrooe m. `Frau, die (gegen Bezahlung) Wäsche bügelt´. Lautf.: Plattfrooe, Plättfrooe.

Ploattgloacke f. swSüdlausitz, Westlausitz `Bügeleisen´; Lautf.: Plattgloacke, Plättgloacke Burkau.

ploattn swv. Südlausitz, Bihms Koarle `plätten: bügeln´; de geploattn  Hosn hängt ieber dr Schemmllahne. Lautf.: plattn, ploaatn Steina, plättn Ostlausitz.

Ploattnklitscher m. `Kartoffelpuffer, die ohne Fett auf der Platte gebacken werden´; ruhe Ploattnklitscher. Siehe auch Abernklitscher!

Ploattsteen m. veralt. `Plättstein, Plättbolzen: Stahlstück zum Erhitzen des alten Bügeleisens´. Lautf.: Platt-, Plättsteen.

Ploatze f. `das Platzen (vor Lachen oder starker Erregung)´; wenn ees Noochrichtn guckt, kennt ees de Ploatze kriegn. Lautf.: Ploaaze.

Ploatzer m. Neugersdorf `zerplatzter Schlauch´; ´s Pustauto hoat ann Ploatzer gehoat.

Ploatzerch (kurzes oa) siehe Ploaazerch!

Ploaz siehe Ploaaz!

Ploge f. `Plage, Last´; ´s is anne Ploge mit dir.

plogn swv. 1. refl. `plagen: sich abquälen, sich abmühen´; de Neum hoat´ch mit ihrn Moanne genungk plogn missn. - 2. veralt. in der Wendung do plogt´s `da fehlt es, da mangelt es´. Lautf.: ploin Berthelsdorf, Großhennersdorf.

Plootsch siehe Ploaatsch!

Pluderch m. 1. Südlausitz `weites, aufbauschendes Kleidungsstück´. - 2. °ZI Ebersbach `nutzloses Zeug, Plunder´. - 3. Niedercunnersdorf dass. wie Gauderch. - 4. Oberlichtenau `Durchfall´.

Pluderhosn f. `(kurze) Hosen mit weiten Beinen´.

pludern swv. 1. (meist refl.) `plustern, durch Luft an Volumen zunehmen, aufbauschen´; dr Truthoahn pludert´ch uf. - 2. Seifhennersdorf `schwadronieren´. - 3. `viel reden, schwätzen´.

pluderch Adj. Schirgiswalde `aufgebracht, erregt, aufgeplustert, jähzornig´. Lautf.: pludersch.

pluderstepplch, pluderstupplch siehe bloatterstepplch!

Pluhsche (gespr. Bluhsche) f. selt. mswSüdlausitz, Westlausitz 1. `Wasserguss, Pfütze, Schlamm, Nässe (auf dem Weg), verunreinigtes Wasser; bestimmte Menge Flüssigkeit, die gegossen wird´; de Pfoarrfrooe guhß anne Plusche Uddekulunche a de Bluse hubm nei. - 2. `minderwertiger, dünner Kaffee´. Lautf.: Pluhtsch m., Pluhtsche f. West- u. Neulausitz.

pluhschn swv. Pulsnitz 1. `(stark) regnen, gießen´; ´s pluhscht. - 2. `planschen, spritzen, mit Wasser spielen´; in dr Baach rempluhtschn. Lautf.: pluhtschn.

Pluhtsch(e) siehe Pluhsche!

Pluhtscheemer m. Peickwitz `Eimer mit dreckigem Wasser´.

Plumpe f. `Pumpe; Vorrichtung mit der man Wasser an die Oberfläche saugt´; Plumpehäusl od. Plumpmhäusl, Plumperuhr od. Plumpmruhr, Plumpeschwengl od. Plumpmschwengl, Plumpesteen od. Plumpmsteen. RA: rimstihn wie anne versoatzte Plumpe; oaagehost wie anne versoatzte Plumpe `angezogen wie eine im Winter mit Stroh eingekleidete Pumpe´. Lautf.: Plompe Westlausitz.

Plumpesteen m. Ober- u. Niedercunnersdorf, Eibau `quadratischer od. kreisrunder , aus zwei gleichen Teilen bestehender, dicker Stein, der den Brunnen der Wasserpumpe abdeckt´;  de Blumsteckl stihn uff´m Plumpesteene. Lautf.: Plumpsteen, Plumpmsteen.

Plumpeversoatz m. Niedercunnersdorf `vor Frost schützender mit Stroh eingekleideter Wasserpumpenständer´. Lautf.: Plumpmversoatz.

Plumpfuß m. selt. Pl. Plumpfisse `Klumpfuß, verkrüppelter Fuß´.

plumpm swv. `pumpen´. 1. `eine Pumpe, die eine Flüssigkeit befördert, bedienen´. - 2. übertr. `viel trinken´; dar sitzt an Kraatschn und plumpt. - 3. übertr. `die eingewinkelten Arme bewegen´; guck oacke, wie dar benn Tanzn plumpt!

Plumpsaak (gesprochen: Blumbsaak) m. Neugersdorf, Cunewalde, Schlesien 1. `unbeholfene, dümmliche Person; ungeschickter (alter) Mann; dickes, träges Kind´; dr Tagewächter is o a raajchter Plumpsaak gewurn. - 2. `Kind, das beim Plumpsackspiel dran ist und das Taschentuch hinter einem Kinde fallen lässt´. Lautf.: Plumsaak.

plumpsch Adj. Cunewalde, Wehrsdorf, Jonsdorf, Oybin `plump, dick, schwerfällig, schlecht sitzend, unförmig´; du gist mer zu plumpsch a denner Juppe, a plumpsches Wasn.

plumpsn swv. `plumpsen´, umg. `dumpf fallen´; du bist druf reigeplumpst `du bist darauf hereingefallen´. Luss diech ne mit Weibern ei, sunst plumpst de a de Tinte rei! Lautf.: plumsn.

Plunsch (gespr. Bluhnsch) m. selt. Tautewalde, Beiersdorf, Lawalde, Neusalza-Spremberg dass. wie Plunschke. Lautf.: Plunschk Kolm, Ploaansch.

Plunschke (gespr. Bluhnschke) f. Obercunnersdorf, Cunewalde `der saure, wild gewachsene Apfel; wilder Apfelbaum´; luss die Plunschkn liegn! Lautf.: Plunke Schlesien.

Plurre f. Ostlausitz 1. selt. `dünner Kaffee, wässriges Getränk, minderwertige Suppe´. - 2. verstr. `Durchfall´. Lautf.: Plirre Peickwitz, Plärre.

Plusche, Plutsche siehe Pluhsche!

plutze Adv. öOstlausitz, Schlesien `plötzlich, unvermittelt´; su plutze brauch die Sache ne gihn.

Plutzerch m. Girbigsdorf `Regenguss´.

Plutzn `Plotzen (Ort der Gemeinde Hochkirch im °BZ)´; de Plutzner `die Einwohner von Plotzen´.

Poaar n. `Paar´ 1. `zwei zusammengehörende Einzelstücke´; a Poaar Strimpe; die zwee beedn gan a schie Poaar oab. - 2. `Einzelstück´; iech hoa oack ee Poaar Hosn gekrigt `eine Hose´. Es heißt Poaar, da das Kleidungsstück aus zwei Strümpfen entstanden ist. Lautf.: Puhr Hinterhermsdorf, Poaarl Mückenhain, Puhr Hinterhermsdorf.

poaar unbest. Zahladj. `paar, einige (wenige)´; vill senn ne gekumm, oack a poaar, mei Bruder is poaarnvirrzch `einige Jahre über vierzig´. Lautf.: paardl Ostlausitz, hoast de nie a paardl?

poaatsch-poaatsch (gespr. boaatsch) Interj. öSüdlausitz Lockruf für Enten. Lautf.: poatsch-poatsch. Verbreiteter biele-biele u. huhsche-huhsche.

Poaaz siehe Paaz!

Poaaze siehe Paaze!

poaazln siehe paazln bzw. paazn!

poaazn siehe paazn!

Poafferze (gespr. Boafferze) f. `Pfeife, Zigarre, Zigarette´. Lautf.: Pafferze, Päfferze.

poaffm (gespr. boaffm) swv. auch `paffen: Rauch ausblasen, rauchen ohne Lungenzug, Tabak rauchen (mit geräuschvollem Ausblasen starker Rauchwolken), viel und pausenlos rauchen´. Lautf.: paffm Spitzkunnersdorf, Jonsdorf, päffm Obercunnersdorf, Neugersdorf.

Poaloaberch (1. Silbe kurz, 2.Silbe gedehnt) m. umg. `Palaver: lange, belanglose Unterhaltung´. Lautf.: Poaloawerch.

poaloabern swv. `palavern´. 1. umg. `dummes Zeug reden, ununterbrochen schwatzen´. - 2. Hintere Sächsische Schweiz `plagen´; rimpoalowern. Lautf.: poalawern; poalarn Neukirch, poalowern (gedehntes o) Hinterhermsdorf.

Poalmkatzl n. dass. wie Poalmmiezl.

Poalmmietschl n. dass. wie Poalmmiezl. Siehe auch Mietschl!

Poalmmiezl n. Wittgendorf, Jonsdorf, Girbigsdorf `Weidenkätzchen: graugrüne, walzenförmige Blütenstände der männlichen Salweide (Salix caprea), die meist zum Palmsonntag blühen; Ruten mit diesen Kätzchen´. In den katholischen Orten wurden diese am Palmsonntag geweihten Ruten in die Ecken der Saat- und Flachsfelder gesteckt, um das Gedeihen der Früchte zu fördern. Auch kamen sie in die Wohnstuben, über die Türen, ans Kruzifix, in Ställe u. Scheunen, da sie vor Unwetter u. Blitz schützen sollen. Auch Boommiezl Neugersdorf, Boomiezl Oderwitz, Spitzkunnersdorf, Boallmiezl Dittelsdorf, Großschönau, Ostritz.

poamoadch (1. u. 2. Silbe gedehnt) siehe pumoadch!

poampch Adj. 1. umg. `pampig: frech, grob, patzig´; kumm mer ne su poampch! - 2. bes. Ostlausitz, Schlesien `breiig, zähflüssig, schlammig, schmutzig´.

Poampe f. bes. Ostlausitz `(Schnee)matsch, Schlamm, nasser Sand, breiartige Masse, Mus´; durch de grisste Poampe soappm, Mäuerpoampe, Moantschepoampe °NOL Königshain. Lautf.: Pampe.

Poamperch (gespr. Boamberch) m. 1. `träger, bedächtiger Mensch, der mit der Arbeit nicht vorankommt´. - 2a. Jonsdorf `ein durch Basteln, Backen oder sonstige langsame Tätigkeit hergestelltes Produkt´; mir zwee beedn hoann ne oack gebraascht, a jeds hoat o ann klenn Poamperch fer´sch Chriskindl gemacht. - b. Großschönau `kleines Geschenk, Mitbringsel, Kleinigkeit´.

poamperch Adj. `langsam (in Wort und Werk), trödelnd, unkonzentriert´.

poampern (gespr. boambern) swv. 1. `langsam, ziellos u. unkonzentriert arbeiten; an etw. herumbasteln, herumspielen, herumhantieren; trödeln; bummeln´; verpoampern, rimpoampern; du sullst ne su poampern, du musst a de Schule! - 2. °NOL Königshain, Burkau `mit od. in feuchter Erde spielen (Kinder), mit etw. Nassem hantieren´.

Poampersaak (gespr. Boambersaak) m. Dim. Poampersäckl Obercunnersdorf `Person (bes. Kind), die trödelt od. langsam arbeitet; Bummelletzter´;  kumm oack nu und mahr dch aus, du Poampersäckl, du!  Lautf.: Poampersack.

Poampl siehe Pampl!

poampm (gespr. boambm) swv. 1. `langsam, ziellos u. unkonzentriert arbeiten; an etw. herumbasteln, herumspielen, herumhantieren; trödeln; bummeln´. - 2. `schlemmen, viel u. gierig essen´; verpoampm `durch Schlemmerei verschwenden´. - 3. `mit od. in feuchter Erde spielen (Kinder), mit etw. Nassem hantieren´.

Poamps (gespr. Boambs) m. bes. söSüdlausitz, Ostlausitz `dicker Brei; zusammengemengtes, zu dick geratenes, unappetitliches Essen´; dan Teegpoamps frieß oack salber!

Poampsaak m. Seifhennersdorf dass. wie Poampersaak.

Poannewitz (gespr. Boannewitz) `Pannewitz (Ort der Gemeinde Burkau im °BZ)´.

poanschch Adj. `mit vielen Pfützen versehen´.

Poanschwitz Panschwitz-Kuckau (Ort und Gemeinde im °BZ)´; de Poanschwitzer `die Einwohner´.

Poanser (kurzes oa) m. `zäher, klebriger Schmutz an Kleidern u. Schuhen; Schmutzkruste; großer, dicker Dreckfleck´. Lautf.: Poanster.

Poanserch (kurzes oa) m. Obercunnersdorf dass. wie Poanser; Dreckpoanserch, woaas hoast´n do wieder fer Poanserche uff´m Hosn? Lautf.: Poansterch Cunewalde, Burkau.

Poantsche (kurzes oa) f. Obercunnersdorf, Neugersdorf `wässriger Schlamm, Schneematsch, schmierige Flüssigkeit, Pfütze, schlechtes Wetter mit Regen od. Schnee´; Schniepoantsche, RA: a dr Poantsche liegn `schwieige Lebenslage durchmachen´. Lautf.: Poansche.

poantschn (kurzes oa) swv. 1. `(mit den Händen) im Wasser spielen, dass es spritzt; sich im Wasser tummeln´. - 2. `unachtsam, verschwenderisch mit Wasser hantieren, Flüssigkeiten verschütten´. - 3. `verdünnen, mit minderwertigen Zusätzen versehen´. - 4. Westlausitz `stark regnen (mit Schnee vermischt)´. - 5. `beim Trinken oder Essen ungeschickt mit Getränken oder matschigen Speisen umgehen´; an Heime fungk de Mutter oaa zu poantschn. Lautf.: poanschn.

Poaperch (gedehntes oa) siehe Boaberch!

Poapl (gedehnt) f. Niedercunnersdorf `Pappel´. 1. Obercunnersdorf, Neugersdorf `Pappel (Populus L.)´. Siehe auch Schwoarzpoapl! - 2. verschiedene Malvenarten a. `Stockrose (Althaea rosea Cav.)´. - b. Kasepoapl `Weg-Malve (Malva neglecta, Malva vulgaris)´, `Wilde Malve (Malva silvestris)´. Lautf.: Poappl.

poapln (gedehntes oa) siehe boabln!

poapm (gedehntes oa) siehe boabm!

poappch Adj. `pappig´. 1. `zu weich, klebrig, schlaff´; de Nudln senn vill zu poappch. - 2. `schwächlich, nicht männlich, wehleidig´; dann nahm´ch mer ne, dar is mer zu poappch. - 3. `schleimig, widerlich Süßholz raspelnd´; doaas is a Poappcher.

Poappe (gesprochen Boabbe) m.(alte Form) f. 1a. wie litspr. `steifes, dickes Papier´; RA: ne vu Poappe senn `nicht bedeutungslos, nicht harmlos sein; etw. taugen´. - b. übertr. scherzh. `Trabant (Autotyp)´. - 2. `Brei, Mus´ unterschiedlichster Zusammensetzung u. Zubereitung; vom `Kartoffelbrei´ über `Getreide- od. Hülsenfruchtbrei´, `Püree aus Früchten´, `in der Pfanne gebackene Mehl- und Eierspeisen´ bis hin zu `in Kaffee od. Milch eingeweichten Brot- od. Semmelstücken´; `zerkochtes od. zerdrücktes u. durcheinander gemengtes Essen´; dann od. die Poappe moagg´ch ne; Abern-, Äppl-, Grieß-, Hiersche-, Heedlbärpoappe; dr Grießpoappe hoat gutt geschmacktAber dicke woar dr Poappe! Volksvers: Lieber Kooch, siehch dernooch, doaß dr Pappe ne leeft as Looch. - 3. `Schlamm, Matsch, nasser Sand´; de klenn Kinder machn Poappe an Sandkoastn.; nu guckt dr oack dann Poappe oaa! Lautf.: Poapp. - 4. Siehe Boabbe! Lautf.: Pappe Bihms Koarle.

Poapperch (gespr. Boabbrch) m. 1. °NOL Königshain `Brei, weiches Zeug, Dung´. - 2. `Pflaster, Klebeband, Reparaturflicken´.

poapperch Adj. Obercunnersdorf dass. wie poappch.

poappern swv. Bihms Koarle siehe boabern!

poappern swv. Olbersdorf, Oberlichtenau dass. wie poappm `kleben, leimen´; war hoat oack die Kiste zusoammgepoappert?

Poappestiel m. in der Wendung ´s is kee Poappestiel `es ist nicht wenig, es kostet viel´. Lautf.: Poappmstiel.

poappeweech Adj. Neugersdorf `zu weich, schlaff, ohne Halt´; do wurd mei Liebscher poappeweech.

poappm ( gespr.: boabbm) swv. 1. `kleben, haften bleiben, klumpen´. - 2. `etw. kleben, leimen´. - 3. übertr. eene (Schalle) (rei)poappm `ohrfeigen´. - 4. Neugersdorf in der RA: dar koann´ch poappm lussn `der (bzw. seine Arbeit) taugt nichts´.

poappm swv. Frankenthal, Niedersteina `(Pfeife) rauchen u. dabei den Rauch hörbar und in Wolken von sich blasen´. Lautf.: pappm. Siehe auch poaffm!

Poappmannl n. `Schwächling´.

Poappschuster m. Westlausitz `Pfuscher´.

Poaps (gespr. Boabbs) m. `dicker Brei´, häufig abwert. für `breiiges, zerkochtes, missratenes Essen´; mir ann Schwoaps, dir ann Schwoaps, heute hoann mer Abernpoaps (Textzeile eines Liedes von H. Andert).

poapsn (kurzes oa) swv. 1. Südlausitz `mit dickem Brei hantieren, mit nassen Sand spielen, kleistern, leimen´; unse Kleene poapst an Sandkoastn rim. - 2.  wSüdlausitz, sWestlausitz `geräuschvoll herunterfallen (Früchte)´.

Poaprutsch m. Guteborn, Peickwitz `Adlerfarn (Pteridium aquilinum)´.

poareet Adj. Obercunnersdorf `parat, griffbereit, fertig´; do stihn etlche neue poareet. Lautf.: bareet, bereet.

poarfurrsch Adj. 1. `parforce: herrisch, gewaltsam, grob, derb, mit roher Gewalt´; ba senn poarfurrschn Wasn wird´r wull eelitzch bleibm `bei seinem groben Charakter wird er wohl ledig bleiben´. - 2. Obercunnersdorf `sofort, augenblicklich´. Lautf.: barfurrsch.

poariern swv. `parieren´. 1. `gehorchen, folgen´. - 2. `abwehren, kontern, zurückschlagen´.

Poariser Pl. Neugersdorf dass. wie Poarisl; a de Filzpoariser foahrn.

Poarisl(n) (gespr. Boariesl) Pl. selt. Neugersdorf `(geflochtene) Haus-, Filzschuhe´; a zug´ch seine Poarisln drieber. Lautf.: Parisl.

Poarislschuhch m. dass. wie Poarisl; a Poaar Poarislschicher.

poa(r)larn swv. veralt. `parlieren: in einer fremden Sprache plaudern´. Lautf.: poalarn.

Poaroabl (gespr. Boaroabl) f. veralt. `Schopf, Genick´; in der Fügung enn ba dr Poaroablche hoann od. nahm. Iech kunnt dann Lausejungn groade noa ba dr Poaroabl foassn. Lautf.: Poaroablche (Steina).

Poarte (kurzes oa) f. Dim. Partl `Partei, Gruppe von Menschen, Gesellschaft, Anhang, Familie´; an Hause wohn drei Poartn `im Hause wohnen drei Familien´, ver´n Kraatschn stund a ganz Partl.

Poarteier m. veralt., selt. `Parteisekretär (SED)´; dr Meester misste waajgn vermurkstn Ploane zun Poarteier.

poartlweise Adj. `parteienweise, gruppenweise, familienweise, in zusammengehörenden Gruppen´; ba uns gihn se noa poartlweise a de Kirche `jede Familie für sich´.

Poascher m. `Schmuggler´.

Poascherei (kurzes oa) f. `Schmuggelei´.

Poascherfriedl m. `Oberlausitzer Volksfigur, der vor 200 Jahren an der Sächsisch-böhmischen Grenze im Raum von Leutersdorf, Neugersdorf u. Seifhennersdorf im großen Stile poaschte (schmuggelte) und Anführer einer Schmugglerbande war´.

poaschln swv. Südlausitz `mit kleinen Schritten gehen; langsam, vorsichtig od. gemütlich laufen; schlittern, rutschen´; a poaschlte a senn Pfecklschuhn; dohiebm kimmt unser Klenner oaagepoaschlt. Lautf.: paschln.

poaschn (kurzes oa) swv. `etw. ohne Zoll über die Grenze bringen, schmuggeln´; Zigoarrn poaschn.

Poaspl n. °ZI Ebersbach, Neugersdorf `Paspel: schmaler Nahtbesatz bei Kleidungsstücken´. Lautf.: Poaaspl °ZI Ebersbach.

poassn swv. (refl.) `passen´. 1. wie litspr. a. `sitzen (von Kleidung)´. - b. `sich eignen, harmonieren, klappen´; is poasst´ch groade (alt) `es passt gerade´; RA: Doaas poasst mer ne an Streefm. - 2. wie litspr. `gefallen, zusagen´; is neue Maajdl vu unsn Jungn poast mer goar ne. - 3. mdal. Niedercunnersdorf, Bihms Koarle `warten´; se hoatt uff miech gepoasst.

Poassperch m. selt. Burkau `ein Produkt, das bei der Herstellung viel Zeit in Anspruch genommen hat; Schriftstück, (langes) amtliches Schreiben´; woaas hoast´n do fer ann Poassperch geschriebm? Lautf.: Poaaßperch °ZI Ebersbach.

poastent siehe pustent!

Poaste siehe Boaste!

Poaster m. `Pastor, Pfarrer´; do kimmt dr Poaster; Wortspiel: Poaster oder poasst´r ne? Selma, gih oack amol fix zun Harrn Poaster!
Poaster siehe Boaster!

Poasterbank f. °NOL Horka `Pastorbank: (klappbare) Bank im Mittelgang der Kirche, die dem Pfarrer als Sitzgelegenheit dient´.

Poasterschleute f. `Pastor und seine Frau´.

Poasterstunde f. veralt. `der vom Pfarrer erteilte Konfirmandenunterricht´.

Poate m. f. `Pate´. 1. `Taufzeuge´; dr Poate `der männliche Pate´, de Poate `die Patin, Taufzeugin´; mei Poatl is vu Aberschbuch `mein Patenonkel (meine Patentante, mein Patenkind) wohnt in Ebersbach´; RA: dar bild´ch ei, dr gruße Hund is sei Poate `er bildet sich etw. ein´; enn de Poatn steckn `jmdn. bevormunden, jmdm. die Meinung sagen´; Poatnbriefl. - 2. Neugersdorf `das Patenkind´; menner Poatn ihr Bräutchn; de Grußeldern huttn oalle Enklpoatn bestellt.

Poatnbrief m. Dim. Poatnbriefl `Patenbrief, Gevatterbrief: dem Täufling von den Paten geschenkter, mit guten Wünschen versehener Brief, der das Patengeschenk, meist eine Münze, umhüllte´; as Poatnbriefl gehiern a Zahnmoarkbissl fer a poaar Laderhosn und a Zweepfennger, doaaß dr Teeflch lechte Zähne krigt.

Poatngeschenk n. scherzh.`Patengeschenk: Geschlechtsteil (eines kleinen Jungen), Penis´; dei klee Poatngeschenke guckt dr kenner weg.

Poatngruschn n. Dim. Poatngreschl od. Poategreschl Ostlausitz, Schlesien, Nordböhmen 1. `Patengroschen: kleine Geldgeschenke, welche die Paten an die Geschwister des Täuflings und an Personen verteilten, von denen sie angehalten wurden´; de Kinder krigtn a Poatngreschl aus lauter Pfenngn, doaaß is Hoannl lechte rädn larnt. - 2. `Geldgeschenk der Taufpaten´.

Poatnlechl n. meist im Pl. `Patenlöchlein: Grübchen´.

Poatnsamml f. Obercunnersdorf, Leutersdorf `Patensemmel; große geflochtene, 50 bis 75 cm lange (mit Zuckerguss überstrichene) Semmel aus Kuchenteig, die ein Pate seinem Patenkind am Gründonnerstag schenkt´.

Poatsch (kurzes oa) m. Dürrhennersdorf kinderspr. `Hand´; gibb oack dr Pauline ann Poatsch!

Poatsche (kurzes oa) f. Dim. Patschl od. Poatschl 1. kindlich `Hand´; gibbst de mir dei Patschl? - 2. Zodel `Gänse- od. Entenfüße´. - 3. siehe Feuerpoatsche! - 4. dass. wie Poatschliese.
Poatsche (kurzes oa) f. `Patsche´, in der Wendung a dr Poatsche sitzn `in eine unangenehme Lage geraten´, aus dr Poatsche halfm.

poatsch(e)noaaß Adj. `durch und durch nass, völlig durchnässt, triefend nass´. Lautf.: poatsch(e)-, patsch(e)-, pätsche(e) -noaaß, -noass, pätschefoadnnoass Südlausitz. Auch pfätschenoaaß od. gleckenoaaß.

Poatscher m. `Enterich, Erpel´. Lautf.: Pätscher Anton.

Poatscherch m. öSüdlausitz `Enterich, Erpel´. Lautf.: Paatscherch.

Poatscher m. `Enterich, Erpel´. Lautf.: Patscher, Paatscher, Pätscher.

Poatscherch m. `Enterich, Erpel´. Lautf.: Paatscherch, Patscherch.

Poatschhändl n. dass. wie Poatsche!

Poatschkn Pl. Cunewalde `Hausschuhe´. Lautf.: Poaatschn Schirgiswalde.

Poatschlch (kurzes oa) siehe Patschlch!

Poatschliese (kurzes oa) f. Bihms Koarle `Klatschmaul, Klatschbase, Schwätzerin´.

poatschn (kurzes oa) swv. 1. `schmatzen; geräuschvoll essen, kauen mit viel Spucke´; poatsch ne su benn Assn. - 2a. `durch Pfützen und nassen Dreck waten´. - b. `ein klatschendes od. schmatzendes Geräusch hervorrufen´; de noaaßn Klunkern poatschtn; dr Raajn poatscht oa de Fanster. - 3. `ungeschickt (mit der kindlichen Hand, dem Patschl) anfassen´; poatsch oack ne su uff dr Schniete drufferim! Lautf.: paatschn, patschn.

Poatschunklfest (gespr. Boatschunklfest) n. `Portiunculafest´; ´s Poatschunklfest a Rumerch an Bihmschn hiebm; Poatschunklleute `(wendische) Wallfahrer am Portiunculartag (2.August)´. Lautf.: Patschunklfest, Schunklfest.

poatzch (kurzes oa) Adj. Adv. `patzig: kurz angebunden, abweisend, trotzig, grob, anmaßend´; kumm mer ne su poatzch!

Poatzer (gespr. Boatzer) m. öSüdlausitz sOstlausitz `jmd., der schlechte Arbeit liefert; Pfuscher´.

poatzn swv. öSüdlausitz, msOstlausitz `etw. unordentlich nähen, flicken, stopfen´; Strimpe poatzn, iech hoa dr de Hosn gepoatzt `ich habe dir die Hosen notdürftig mit einem Flecken versehen, ausgebessert´.

Podegroo siehe Bodegroo!

Pohle (gespr. Bohle) ohne Genus, veralt. f. `Pohla (Ort der Gemeinde Demitz-Thumitz im °BZ)´; de Pohlschn `die Einwohner von Pohla´.

Poln `Polen´; RA: Do is Poln uf od. uffe! `Da ist etwas los!´ Ausruf des Unwillens: Gutts Schwedn a Poln!

Polznz f. `Pulsnitz (Fluss in der Westlausitz)´. Lautf.: Pulznz, Polsnz, Pulsnz.
Polznz n. `Pulsnitz´ (Stadt im °BZ, Pfefferkuchenstädtchen); de Polzschn, Pulzschn, Pols´schn, Puls´schn `die Einwohner von Pulsnitz´. Lautf.: Polsnz, Pulznz, Pulsnz.

Pomuffl (2.Silbe betont) m. Ostlausitz, Schlesien `Dickkopf; mürrischer, ungehobelter Kerl´.

Poocht n. siehe Bucht!

poolsch Adj. 1. `polnisch, aus Polen stammend´; poolsche Tunke `polnische Soße (Fischtunke)´. Abzählreim aus °NOL Weigersdorf: Ei dr pimpampoolschn Kiche giht´s goar pimpampoolisch zu. Do tanzt dr pimpampoolsche Uchse mit dr pimpampoolschn Kuh. Und de pimpampoolsche Mutter, die koacht pimpampoolschn Brei, und de pimpampoolschn Kinder tunkn mit´n Fingern rei. - 2a. `unordentlich, unsauber´; ´s sitt poolsch aus, poolsche Wirtschoaft; RA: poolsch minander labm `ungeordnet (unehelich) zusammenleben´. - b. Sächs. Schweiz `s woarn poolsche Goarbm ei dr Scheune `es war nichts in der Scheune´. Lautf.: pullsch Wiesa (Gemeinde Kodersdorf).

poolschn swv. Nordböhmen `in wilder Ehe leben´.

Popanz m. (nur im Sg.) 1. `fiktive Gestalt, mit der man unfolgsamen Kindern droht; Kinderschreck; schwarzer Mann; benn grußn Steene gitt a schwoarzer Popanz im; ´n Schulmeester zun Popanz machn. - 2. `Teufel´; mol ´n Popanz ne a de Wand! - 3. Nordböhmen `Scheuche´.

popch (gespr. bohbch) siehe pupch!

Popl m. `etw. Dunkles´. 1a. Neugersdorf `Popanz: fiktive, eingehüllte Gestalt, mit der man unfolgsamen Kindern droht; Kinderschreck; Schreckgespenst, schwarzer Mann, Wassermann´; Krautpopl `Vogelscheuche´. - b. `schemenhafte, nicht erkennbare Gestalt im Dunkeln´;  iech sah oack su ann schwoarzn Popl. - c. °ZI Ebersbach `drohende, schwarze Gewitterwolke´; dar diche Popl kimmt ne iebern Kupper drieberweg. - 2. Süd-, West- u. Ostlausitz `verfestigter Nasenschleim´. - 3a. `Rest des Auges od. Wurmeinstich an der geschälten Kartoffel; Keim´. - b. `verkohlter Docht einer Kerze od. Öllampe, Schnuppe´. - c. `Blütenrest am Kernobst´. Lautf.: Päpl, Piepl.

Poplch m. `Pers., die mit dem Finger (in der Nase, im Kuchen) bohrt´.

poplch Adj. 1. Wehrsdorf `dunkel (durch Gewitterwolken)´. - 2. Särichen `unsauber geschält (bei Kartoffeln), Augen enthaltend´. - 3. umg. `wenig Ansehen besitzend, unbedeutend´; mit denn poplchn Unkl koannst mer´n Buckl runderrutschn.

Poplmoan m. Obercunnersdorf, Bihms Koarle, Girbigsdorf, Schmacht, Schlesien dass. wie Popanz und Popl 1a.; an Tumpe kauert dr Poplmoan `an der tiefen Wasserstelle im Bach kauert der Wassermann, der die Kinder ins Wasser zieht´.

popln swv. 1. veraltet `einhüllen, vermummen, schwarz werden´; dr Himml poplt´ch ei. - 2. `mit den Fingern (in der Nase, im Kuchenteig usw.) bohren´; du sullst ne egoal popln! mit´n Fingern de Sträsl rauspopln.

Popltichl n. bis 1800 `Popeltuch: Maulschleier: zur weißen Volltrauertracht gehörende weiße Leinwand, die das Gesicht verschleierte und nur Augen u. Nase freiließ´.

Poplwuche f. Nieder-Neundorf, Rietschen dass. wie Stepslwuche.

posementiern siehe ausenanderposementiern!

Posemuckl n. `Posemuckel´. 1a. Obercunnersdorf, Neugersdorf, Wittgendorf, Jonsdorf `kleine Eisenbahn als Kinderbelustigung (auf Volksfesten)´; Posemuckl-Eisnboahne. - b. Großschönau `fahrbarer Untersatz, Fahrgeschäft Wilde Jagd mit Pferden´; do bau mer´ch a Posemuckl dervoone. - 2. Schirgiswalde, Schlesien `kleines, abseits gelegenes Dorf´. Lautf.: Pusemuckl, Pusenuckl Eibau.

Posntur (gespr. Bosndur) f. `Positur: herausfordernde Haltung, Gestalt´; sich a Posntur schmeißn.

Poss m. selt. Niedercunnersdorf, Zodel `Kotfleck (im Hemd)´; dar hoat ann Poss an Hemde.

Prä (gedehntes ä) n., ohne Pl. in der Fügung is Prä hoann `den Vorrang, Vorzug haben´; a ieberließ senner Jette ´s Prä `er überließ seiner Jette die Verfügungsgewalt´.  Lautf.: Pree.

praajgln siehe braajgln!

Praajglsaalz siehe Braajglsaalz!

Praasch siehe Braasch!

praaschn siehe braaschn!

praatschn siehe braatschn!

Prädcht f. `Predigt´ 1. `Ansprache des Geistlichen im Gottesdienst über einen Bibeltext´; de Prädcht woar ne vu schlaajchtn Eldern. - 2. `abwert. `wortreiche Ermahnung, Vorhaltungen´.

prädchn swv. `predigen´. 1. `im Gotteshaus die Predigt halten´. - 2. abwert. `wortreich ermahnen, belehren´.

Prägl m. 1. selt. dass. wie Priegl `Knüppel´. - 2. `großer, starker Mann´.

Pralenee n. `Pralinee, Praline´; iech hoa noa zwee Pralenees a dr Schachtl. Lautf.: Prallernee Neugersdorf.

Prämche f. `Prämie´.

präsiern swv. Neugersdorf, Oderwitz `beeilen´.

Prasskupp m. `in den Magen des Schweins gefüllte gallertartige Kochwurst aus Schwarten u. Kochfleisch vom Schwein od. Kalb´ (wurde früher mit Steinen gepresst). Lautf.: Presskupp, Prasskopp.

prassn swv. `pressen´.

Prasswurscht f. dass. wie Prasskupp.

Prauske `Ober Prauske (Ort der Gemeinde Hohendubrau im °GR)´. Spitzname: Mauseprauske. Laut Überlieferung konnte früher kein Fahrzeug durch Ober Prauske fahren, ohne dass ein Rad abmontiert und gemaust `geklaut´ wurde..

Praz (gedehntes a) siehe Braz!

prazn (gedehntes a) siehe brazn!

Pree siehe Prä! ´s Pree hoann.

preißch Adj. `preußisch´; RA: preißch minander (uffnander) senn `nicht miteinander reden, zerstritten sein´.

Preißcher m. `Bewohner des Preußischen Staates´.

Prellerch m. Süd- u. Westlausitz `unerwarteter Schlag, Stoß, Demütigung, durch Prellung entstandener (blauer) Fleck´; dar Prellerch is vu ann Hulzscheitl.

prelln swv. `prellen: betrügen, übervorteilen, vorenthalten´; meine Schwaster hoat miech im ann Gruschn geprellt.
prelln swv. Grätn prelln od. Fresche prelln (Tierquälerei) `Kröte (od. Frosch) wurde mit einem Strohhalm aufgeblasen, auf das eine Ende einer improvisierten Wippe (Brett über Stein), der sog. Grätnprelle, gesetzt und mit einem kräftigen Schlag auf das freie Ende der Wippe in das Wasser befördert, so dass sie (er) durch den Aufprall platzte´; wie hiegeprellt loag´ch unne an Drecke; a geprellter Froosch `ein durch Prellen getöteter Frosch´.
prelln swv. refl. `sich stoßen und anschwellen, eine Prellung bekommen´; iech hoa mer´sch Knie geprellt.

Prells m. `unerwarteter Schlag, Stoß, Demütigung´, auch Prellerch.

Prellsteen m. `Prellstein, Abweisstein: gerundeter Stein zum Schutz von Gebäudeecken oder Toreinfahrten vor Beschädigung durch Räder´; de Koatze leit uff´m Stroßnprellsteene.

Preschche f. verstr. w.Südlausitz, Westlausitz, Sächs. Schweiz dass. wie Prescherei; uff de Preschche gihn, de Koater hoann de Preschche.

Presche f. Südlausitz, Girbigsdorf dass. wie Prescherei; de Hunde gihn uff de Presche; die hoat de Presche `auffälliges Verhalten von jungen Mädchen, um einen Freier zu betören´.

Prescherei f. verstr.` Brunst (von Hunden, Katzen u. Kaninchen)´.

preschn (kurzes e) swv. 1. `eilen, rennen, hetzen, sprengen, verfolgen´; waajn dir hoa´ch miech woaas oabgeprescht. - 2. (refl.) `brünstig sein (weibl. Katze, Hündin u. Häsin), Verhalten der Säuger in der Brunstzeit´; de Koatzn hoann´ch de ganze Nacht geprescht; de Koarnickl preschn´ch.

Prescht f. verstr. Wittgendorf, Steina dass. wie Prescherei od. Presche; uff de Prescht gihn übertr. `dem anderen Geschlecht nachlaufen´.

Preschzeit f. `Brunstzeit (bes. bei Hunden u. Katzen)´.

Preuslbärcht n. Obercunnersdorf `Preiselbeerpflanze, Preiselbeerkraut´. Lautf.: Preusl-, Preisl-, -bärcht-, -beercht.

Preuslbäre f. Obercunnersdorf, Jonsdorf, Steinigtwolmsdorf, Steina, Girbigsdorf `Preiselbeere´. Lautf.: Preusl-, Proassl-, -bäre, -beere, -biere.

Priebs 1. `Priebus´, seit 1945 poln. `Przewoz´. - 2. `Klein Priebus (Ort der Gemeinde Krauschwitz im °GR)´, auch Klee Priebs; de Priebs´chn `die Einwohner von Priebus od. Klein Priebus´.

Priegl m. `Knüppel, dicker Stock`; Schisspriegl `Schießgewehr´.

Priem m. `Priemen: Kautabak´; a Priem wird gezutscht.

Priezl siehe Briezl!

Priller m. Cunewalde 1. Obercunnersdorf, Spitzkunnersdorf `April´; an od. zun Priller schickn `in den April schicken´. Wenn dr Priller ne brillt, brillt´s Vieh an Stoalle. - 2. `kurzer kräftiger Regenguss od. Schneeschauer im April´.

Prillerwater n. Obercunnersdorf `wechselhaftes Wetter wie im April´.

Prise (gedehntes i) f. 1. wie litspr. `eine kleine Menge einer Substanz, die zwischen zwei Finger passt´; anne Prise (Schnupptobak). - 2. `eingebildete, hochnäsige weibl. Person´; anne apoarte Prise.

Pritsche f. Dim. Pritschl od. Prietschl 1. verstr. `aus gefalteter Pappe od. schmalen, dünnen Holzstreifen bestehendes Gerät, mit dem der Fastnachtsnarr od. der buntgekleidete Spaßmacher (Bajazzo) bei Volksfesten (Kirmesumzug, Hexenbrennen) Schläge austeilt´. - 2. Pritschl n. Burkau, West- u. Ostlausitz, Schlesien `schmale Scheibe, kleines Stück von etw. Bestimmtem´; jeds kricht a Pritschl uffm Taller; mer hoann uns de Hosntoaschn met Pritschln (`Backobstscheiben´)vullgestuppt; a Pritschl Worscht; Äpplpritschl. Lautf.: Pretsche.

pritschn swv. Pulsnitz `schnell fahren´; dr Schlittch pritschte noa hingerhar.

Proanz siehe Broanz!

proanzn siehe broanzn!

Proass m. 1. `Menge wertloser Dinge, Plunder, Gerümpel, Rückstände´; dar aale Proass wird verbrannt. - 2. umg. `Zorn, Wut, Missstimmung´; iech bie uff Proass.

Proassl m. Jonsdorf dass. wie Proass 1.

proassldirre Adj. `sehr trocken´.

Proatze f. Cunewalde, Jonsdorf, Burkau, Nordböhmen `Pranke; Tatze; große, derbe Hand; großer Fuß´; dar hoat a poaar breete Proatzn! Lautf.: Proaaze.

proatzn (kurzes oa) siehe brazn!

Prochn (kurzes o) `Prachenau (Ort der Gemeinde Vierkirchen im °GR)´.

Prog(e) (gedehntes o) ohne Genus, veralt. f. `Prag´, tsch. `Praha (Hauptstadt der Tschechischen Republik)´; bis uff Proge foahrn. Lautf.: Proage.

proipern swv. veralt. Obercunnersdorf dass. wie proipln.

proipln swv. veralt. Neugersdorf `mit dem Stuhl schaukeln, kippeln, wiegen´.

Proitschnbarg m. `Protschenberg (kulturhistorischer Hügel auf der linken Spreeseite am Rande Bautzens)´; Eierschiebm oan Proitschnbarge.

pruboat Adj. `probat: bewährt, erprobt, wirksam´; a pruboater Dukter. Lautf.: proboatz.

Prudl m. selt. veralt. Süd- u. Ostlausitz `Brodem; dichter, heißer Wasserdampf´.

prudln swv. Dürrhennersdorf, Ostlausitz `Speisen zubereiten, kochen, braten´.

prupper Adj. umg. `proper: sauber, ordentlich, adrett´.

pscht! Interj. `Pst! Bitte nicht sprechen!´

Psoalm m. 1. siehe Rauche Psoalm! - 2. siehe Gloatter Psoalm!

Puche (kurzes u) f. `Poche, Schläge, Prügel´; Puche kriegn.

Puchebiestl n. veralt.`Holz zum Klopfen der Leinwand´. Lautf.: Puchbiestl, Biestl.

Puchn n. `Pochen: ab dem letzten Drittel des 19.Jahrhunderts beliebtes Kartenspiel unter Zuhilfenahme eines Pochbrettes mit Haselnüssen od. Pfennigen als Einsatz´.

puchn (kurzes u) swv. `pochen´. 1. `klopfen, schlagen´. - 2. refl. `jmdn. verprügeln, keilen´; verpuchn; misst ihr euch schunn wieder puchn? - 3. in der Wendung wie vern Dunner gepucht `wie vom Donner geschlagen, wie gelähmt, starr (vor Schreck)´.

puckern swv. 1. Ostritz, Ludwigsdorf `pulsieren, hacken, klopfen in einer Wunde´; ´n eigejoitn Schiefer hoa´ch raus, ´s tutt aber noa puckern. - 2. veralt. `ein dem Knobeln oder Knöcheln mit Würfeln ähnliches Spiel der Kinder mit Knöpfen´.

Pudl (gespr. Budl) m. 1. `Hunderasse mit wolliger gekräuselter Behaarung´. - 2. `Pudelmütze: gestrickte Mütze mit Bommel´; die huttn ne amol Zeit, ´n Pudl runderzunahm. - 3. Westlausitz `Fehler, Versehen´, ann Pudl schissn.

Puff m. Pl. Piffe umg. `Stoß mit der Faust od. mit dem Ellenbogen´; mei Moan muss ann Puff vertroin `etw. abhalten´; se loagn´ch oaller Piffe langk an Huhrn.

Pufferch m. `Verpuffung´. Siehe auch Pfuz!

Puffljacke f. Ober- u. Niedercunnersdorf `dicke Jacke aus grobem, zottigem Material (für Säuglinge mit zugenähten Ärmeln, damit sich diese in der kalten Schlafstube nicht die Finger erfrieren)´. Lautf.: Piffljacke.

Puhsch siehe Buhsch!

Pulezeier m. `Polizist´.

Pulke f. `Polka (Volkstanz)´; de Musekantn spieln anne bihmsche Pulke.

Pulkerschadl m. `Polkakopf: Kopf mit lockigem, fülligem, toupiertem Haar´; doaas Klintsche hoat aber ann Pulkerschadl! `Das kleine Kind hat aber einen lockigen Kopf!´ Auch Pulkerkupp od. Wuschlkupp.

Pullacke m. Dim. Pullackl 1. abwert. `Pole, Polak´; is senn oack Pullackn an Loadn. - 2. `Nachname´; Neckvers für jmdn., der Pollack heißt: Pullackl, Bihmackl dreivirrtl Oarschbackl. Lautf.: Poallacke

Pullackei f. abwert. `Polen´. Lautf.: Poallackei.

Pullchn siehe Bullchl!

Pulle siehe Bulle!

pullsch siehe poolsch!

Pulsnz siehe Polznz!

Pulstn m. Niedercunnersdorf `Puls: Abschnitt beim Läuten der Kirchenglocken, meist drei Intervalle im Abstand von 15 Minuten´, auch Pulst f. od. m.; die läutn a de Träut ´n zweetn Pulstn. Lautf.: Pulsn.

Pulterch m. `Polterich´. 1. `lauter, dumpfer Knall, Donnerschlag´. - 2. `Pers., die Lärm macht od. laut schimpft´.

pulterch Adj. `poltrig: laut, grob, ungeschliffen, derb´; unse Äberlausitzer Sproche is hulperch und pulterch.

pultern swv. `poltern: lärmend wirtschaften, beim Laufen kräftig auftreten, laut schimpfen u. dabei grobe Ausdrücke gebrauchen, am Polterabend Scherben zerschlagen´.

Pulterobd m. `Polterabend: Abend vor der Hochzeit, an dem, nach altem Volksglauben, die bösen Geister, die dem Brautpaar schaden könnten, durch Lärm vertrieben werden und den die Poltergäste mit dem Brautpaar gemeinsam feiern´. Lautf.: Pulteromd.

pumalch (1. u. 2. Silbe gedehnt) Adj. `phlegmatisch, langsam, träge (bei der Arbeit)´, auch pumoadch! Lautf.: poamalch, pomalch.

Pumeranze siehe Bummeranze!

Pummer siehe Bummer!

pummersch Adj. `aus Pommern stammend (meist etw. Negatives, Hinterwälderisches ausdrückend)´; du mit denn pummerschn Hoahnpfutn! `Du mit deinen verkrüppelten Füßen´; die hoat anne Weste wie anne pummersche Hundehitte `die hat eine große Brust´.

Pummerz (gespr. Bummrz) `Pommritz´, Ort der Gemeinde Hochkirch.

pumoadch (1. u. 2. Silbe gedehnt) Adj. `von Natur aus phlegmatisch, langsam, träge, schwerfällig, behäbig´; do woar a zu pumoadch derzu `dazu war er zu schwerfällig´. Lautf.: pemoadch, poamoadch, pomoadsch.

Pump m. `Borg´; uff Pump `ausgeborgt´; dar hoat´s Auto uff Pump `der hat sich das Geld für das Auto geborgt´; ann Pump ufnahm `borgen´; dar is oack uff Pump aus.

Pumpe (gespr. Bumbe) f. 1. ` abwert. Weibsbild, (rundliche, träge, unbeholfene, meist ältere) weibl. Person´; Huttpumpm `Frauen mit Hut´, die aale Pumpe koann mer´n Buckl runderrutschn. - 2. umg., abwert. `weibl. Geschlechtsteil´; RA: Piezn, Bauch und Pumpe, oalls oack ee Gelumpe (Beschreibung einer unförmigen Frau).

pumpe (Adv., Interj.) `aus, Schluss, fertig, zu Ende, beendet, vorbei´. Jmd., der seine Arbeit als beendet betrachtet, sagt: pumpe!

Pumper nur im Pl. Spitzkunnersdorf, um Zittau `Frauenhose jeglicher Art, Oberhose wie auch Schlüpfer, besonders ausgedehnte Schlüpfer´; as Theoater gih´ch ne a menn Pumpern, do zieh´ch woaas Bessersch oaa. Lautf.: Pumpern.

pumpern siehe bumbern!

Pumpernissl siehe Pimpernuhß!

Pumphosn f. (Hosn kann Sg. u. Pl. sein) `Kniebundhose mit weiten Beinen, Knickerbocker´; do liegn deine Pumphosn!

Pumphutt m. `Pumphut´. 1. in der Sage eine Gestalt eines mit überirdischen Kräften ausgestatteten Müllerburschen, der die hartherzigen strafte und die warmherzigen und armen Menschen beschenkte und den man an seinem weiten Hut erkannte. - 2. leicht abwert. `einfältiger, ungeschickter Bursche; Tölpel; Narr´; du bist mer su a Pumphutt.

pumplch Adj. `körperlich u. geistig schwerfällig, altersschwach (bei Personen), einfältig´; aalt und pumplch.

Pumplruse f. `Pfingstrose, Päonie´; mer hoann Pumplrusn an Goaartn; die wird rut wie anne Pumplruse. Dim. Pfingstriesl; de Maajdl sahn wie de Pfingstriesl aus.

pumpm swv. `pumpen´, in der Wendung enn woaas pumpm `jmdm. etw. borgen´.

pupch (gespr. buhbch) Adj. 1. Obercunnersdorf `trostlos, übel; schlechtes Wetter oder ein Gewitter aufziehend´; dr Himml sitt pupch aus. - 2. `deutlich unter den Erwartungen liegend´; do soag´s aber schunn pupch aus! Lautf.: popch (gedehntes o) Wittgendorf, °ZI Seitendorf.

Puppe f. 1. litspr. Bedeutung. - 2. Kottmarsdorf `Kegel (beim Kegelspiel)´.- 3. `zum Trocknen u. Nachreifen aufrecht stehende Gruppe von Getreidegarben auf dem Feld´; an Harbste stihn´r uff´m Feldn Kurn- und Weesepuppm; Summerpuppm. - 4. RA: bis a de Puppm `bis spät in die Nacht, in den Morgen´.

puppern (gespr. bubbern) siehe bubbern!

puppln swv. siehe pippln!

puppm swv. `puppen: Getreidepuppen aufstellen´; murne wird gepuppt! Vgl. Puppe 3.

pur siehe bur!

Purkirche f. `Empore in der Kirche´; a dr Christnacht sitz mer immer uff dr Purkirche. Lautf.: Poarkarche Sächs. Schweiz.

Purpertichl n. veralt. `Purpurtuch: rotfarbenes Schultertuch als Teil der Oberlausitzer Tracht junger Mädchen´.

Purree m. `Porree, Lauch´.

Purtsch ohne Gen `Großporitsch´ bis 1945 zur ehem. Amtshauptmannschaft Zittau gehörendes Dorf östlich der Neiße; poln. `Porajow´, de Purtscher `die Einwohner von Poritsch´.

Purzl (gespr. Burzl) m. `Purzel: untersetztes, strammes Kind; kleiner Kerl´.
Purzl (gespr. Burzl) m. `bestimmte Federmenge in einem Töpfchen, die zum Schleißen bestimmt ist oder geschlissen wurde´.

Purzlboom m. `Purzelbaum, Rolle´. Umdichtung des Liedes „Oh Tannenbaum“ durch Kinder (Obercunnersdorf): Oh Tanneboom schiss Purzlboom, de Treppe ruff und runder.


Purzlch m. Neugersdorf dass. wie Purzl `strammes Kind´. Lautf.: Porzlch Westlausitz.

Purzlfassl n. Niedercunnersdorf, Jonsdorf `drehbares Fass zum Buttern´; auch Butterschwenke.

Purzltippl n. veralt. Niedercunnersdorf, Steinigtwolmsdorf `kleiner Topf, in den beim Federnschleißen die (geschlissenen) Flaumfedern hineingedrückt wurden´, stülpt man das mit Flaumfedern gefüllte Töpfchen um, dann purzelt es bei einer größeren mit Federn gefüllten Menge wieder um; auch Putzetippl °NOL Wiesa.

puschpern siehe pischpern!

Pussn m. `Possen: derber, lustiger Streich´; ann Pussn reißn; RA: enn woaas zun tickschn od. neckschn Pussn machn `jmdm. einen Streich spielen, etw. gegen seinen Willen oder seine Überzeugung machen, um ihn absichtlich zu ärgern´; enn ann Pussn verkeefm `jmdm. etw. auswischen´.

pussnhoaftch Adj. dass. wie pussntuncht.

pussntuncht Adj. Sülausitz `zum Possen machend, quertreibend, tückisch, boshaft´; dar pussntunchte Nubber blesst mer de Hihner a mei Gaartl. Lautf.: pussntunch, pussntuch Westlausitz.

Pussntunch(t)keet f. Cunewalde, Großhennersdorf `Possenhaftigkeit, Boshaftigkeit´.

Pusemuckl siehe Posemuckl!

Pust f. `Post´. 1. `Postamt´; a is uff dr Pust. - 2. `Postkutsche, Postauto´. - 3. `Postbeamter od. -angestellter´; Spottreim: De Boahne und de Pust, die sefft durt, wu´s nischt kust, und de Pulezei is immer mit derbei.

Pusthuler m. `Postabholer: Pers., die die Post (von der Post oder einer Sammelstelle) abholt und den in der Anschrift angegebenen Personen, Gruppen oder Einrichtungen aushändigt´; a is uff´m Gerichte, aber oack Pusthuler.

Pustkupp (gespr. Bustkupp) m. `Boskoop (Apfelsorte)´; se sitt verhuzlt wie a Pustkupp aus.

Pustmoan m. `Postbote, Postbeamter, Briefträger´.

pustent (kurzes u, 2.Silbe betont) Adj. selt. °ZI Reichenau, Obercunnersdorf `possierlich, niedlich, geliebt´; doaas sitt pustent aus; doaas hirrt´ch pustent oaa.

Pustn m. `Posten´; RA: uff´m Pustn senn `munter, gesund, aufgeweckt sein´.

Pustwitz ohne Genus, veralt. f. `Großpostwitz OL (Ort u. Gemeinde im °BZ)´; de Pustwitzer `die Einwohner von Großpostwitz´. Lautf.: veralt. Pustz od. Grußpustz.

Puterch m. öSüdlausitz `Truthahn´, auch Puter, Put(er)hoahn. Siehe auch Gauderch! Lautf.: Putrich °NOL Kunnersdorf .

putt, putt (gespr.: bujtt) Interj. Lockruf für Hühner: Puttl, putt, putt, putt!

putt, putt! Interj. `bezahlen!´

Puttjepeff (gespr. Buttjebeff) m. Neugersdorf, Seifhennersdorf `Tollpatsch, dümmlicher Kerl; Pers., die das Pulver nicht erfunden hat´. Lautf.: Puttjepaff, Uttjepeff Obercunnersdorf.

Puttjepraaz (gespr. Buddjebraaz) m. Oderwitz dass. wie Puttjepeff (harmloses Schimpfwort). Lautf.: Puttepraaz, Pottepraaz.

Puttl (gespr. Buttl) n. 1. kosend u. kinderspr. für alle Arten von Federvieh, meist aber für `Huhn´; Hihnerputtl; "Frasst oack frasst, ihr Puttl, murne kimmt dr Bischof, do hult euch oalle dr Teifl!" Schirgiswalde. - 2. Steinigtwolmsdorf, nwSüdlausitz, Westlausitz `Kobold, oft in Gestalt eines kleinen schwarzen Hühnchens, der Geld und Gut bringt, dafür aber die Ruhe im Tode nimmt`; die missn doa is Puttl hoann! - 3a. `Person (meist weibl. Geschlechtes), die dreckige, wenig geschätzte Arbeiten verrichtet´; denkst de, iech bie dei Dreckputtl? Siehe auch Buddl! - b. `Lehrling, Stift, Auszubildender, Kleinknecht, Osterjunge, Freund der Jungmagd´; Puttl, foahr mer ne a de Moajd! `Kleinknecht, mach der Magd kein Kind!´ - 4. `männl. Glied´ (vorwieg. bei Kindern); kleene Puttl und gruße Rootznoasn. - 5. Südlausitz Pl. `Läuse, Wanzen, Ungeziefer´; wu hoast de oack die Puttl ufgelasn? Wenn sich jmd. den Kopf kratzt wegen Juckreiz, sagt man: Putt, putt. Lautf.: Pujttl, Bujttl.

Puttlboall m. scherzh. Dittelsdorf `Ball der Geflügelzüchter´.

Puttldukter (gespr. Buttldukter) m. scherzh. `Urologe´. Lautf.: Pujttldukter, Puttlduchter.

Puttlpoappe m. f. `Sperma, Samen´, auch Puttlpoapps. Siehe auch Buddlpoappe!

Puttlverein m. `Geflügelzüchterverein´.

Puttputt n Zittauer Gebirge siehe Puttl 5.

putzch `putzig´. 1. `drollig, lustig, possierlich´; a kleenes, putzches Miezekatzl. - 2. `wunderlich, merkwürdig, sonderbar, komisch´; de Grußemutter wird immer putzcher.

Putzche ohne Genus, veralt. f. `Putzkau (Ort der Gemeinde Schmölln-Putzkau im °BZ)´; Hundeputzche `Spitzname für Putzkau´; de Putzker `die Einwohner von Putzkau´. Lautf.: Putsche, Putzke.

Putzmächern f. `Putzmacherin, Modistin´.

Puzlch (gedehntes u) siehe Buzlch!