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  1. M

Ma

ma siehe mer!

Maajdl n. `Mädchen´ 1. `Person weiblichen Geschlechts vom Kindesalter bis zur Heirat´; kleenes Maajdl `Mädchen bis etwa zum 9. oder 10. Lebensjahr´; junges Maajdl `Teenager, Backfisch´. Volksreim: Maajdl, die de pfeifm (gackern), und Henn, die de krähn, dan sull ees oalln beedn ´n Hoals (Schlunk, Kupp, de Gurgl) imdrähn; aaltbackn Maajdl `sitzen gebliebene, ältere weibliche Person´; RA (über fleißige Mädchen): Lauter fleißche Maajdl, wu kumm oack die fauln Weiber har! - 2. scherzh. festes Maajdl `Braut, Ehefrau´; mei festes Maajdl hoat Kuppangst. - 3. `Tochter´; unser Maajdl krigt dar diche Karle ne! - 4. `Liebste, Braut´; iech bie menn Maajdl gutt. - 5. `Hausgehilfin´; Kindermaajdl, Kichnmaajdl. Lautf.: Maajgl Oberland, Madl Schirgiswalde, Mardl Zittauer Gebirge, Frankenthal, West- u. Ostlausitz, Seitendorf, Maa(j)chn um Podrosche in der nOstlausitz.

Maajdlhacksch m. 1. `Junge, der viel Umgang mit Mädchen hat, ihnen auch nachläuft und dabei häufig jede Form des Anstandes vermissen lässt´. - 2. „Junge, der mit Puppen spielt“.  Lautf.: Siehe Maajdl!

Maajdlhengst m. `Junge, der häufig mit Mädchen spielt; Bursche, der den Mädchen nachsteigt´. Lautf. siehe Maajdl!

maajkln swv. `mäkeln: an jmdm. od. etw. ständig auszusetzen haben, sehr wählerisch sein, einen Makel suchen´; rimmaajkln; oa jedn Moanne hoat se woaas zu maajkln.

Maalder m.n. veralt. `Malter, das auf einmal Gemahlene´, altes Hohlmaß für Getreide und Mehl, 1246ÿl, 12 Scheffel, 48 Viertel, 192 Metzen, 768 Mäßchen.

Maandl siehe Mandl!

Maaz m. 1. Südlausitz `Freiheit, freie Zeit, schönes Leben, freies Handeln, Vergnügen, Spaß´; mer hoann Maaz gehoat; nee, die hoann (ann) Maaz uff Oarbeit! Sprichw.: Wenn de Koatze ne do is, hoann de Mäuse Maaz. - 2. Obercunnersdorf , Schirgiswalde `Glück, Gewinn´; die hoann ann Fimfer an Luttoe, su a Maaz! A hoat benn Unfoalle Maaz gehoat, ´s is nischt poassiert; ann Maaz machn `gewinnen´.

maazn siehe matzn!

Mache f. 1. `Machart, Zuschnitt, Bearbeitung´; woaas is´n doaas fer anne Mache? - 2a. `Arbeit, Bewerkstelligung, Realisierung´; iech sah mer keene Mache. - b. in der Wendung a dr Mache hoann `sich gerade mit etw. beschäftigen, etw. in Arbeit haben (nehmen), etw. bearbeiten, jmdm. zusetzen mit Taten oder Worten; wie´ch zun Dukter koam, hutte dar groade menn Bruder a dr Mache.

machn swv. 1. `herstellen, erzeugen, hervorbringen´ (meist durch Menschen, die ein Produkt herstellen); salber gemachte Nudln, Faxn machn. - 2. `hervorbringen, hervorrufen´ (das Produkt ist nicht gegenständlich); Musicke machn. - 3. `etw. durch Eingriff, Tätigkeit verändern, bewirken´; mach oack doaas Bierseidl vul! - 4. `etw. bearbeiten, zubereiten´; woaas sull´ch oack wieder zu Mittche machn? - 5. `etw. durch Bearbeitung (wieder) in Ordnung bringen, reparieren´; Bettnmachn. - 6a. `tätig sein u. dabei etw. leisten, schaffen´; war vill koann, muss vill machn. - b. `beeilen bei der Tätigkeit´; RA.: Macht oack, macht, is wird glei Nacht! - 7. `etw. ausfressen´; woaas hoat´n dar wieder gemacht? - 8a. `die Zeit (mit etw.) verbringen, sich (mit etw.) beschäftigen´; anne Fuffzn machn. - b. `einen Zustand des Befindens haben´; woaas macht´n dei Voater? - c. `Abschiedsgruß´; macht´s gutt! - d. `leben´; die wird ne mih lange mittemachn. - 9. `jmdn. (sich) durch Aktivität im Sozialstatus verbessern´; a gemachter Moan. - 10. doaas macht nischt `das verändert den Zustand nicht zum Schlechteren´. - 11. `gleichgültig bleiben´; mach dr nischt draus! - 12. `seine Person dadurch verändern, dass man eine Rolle spielt´; ´n Ruperch machn, krank machn. - 13. `gehen, reisen, fahren´; sich aus´n Stoobe machn. - 14. `kosten´; doaas macht zusoamm zahn Moark.

Mächsl (gespr. Mäcksl) n. Ostlausitz 1. `Zutat an Speisen, um diese gehaltvoller u. schmackhafter zu machen, z. B. Butter´; auch Gemächsl. - 2. `etw. Leckeres, Schmackhaftes, auserlesene Speise, Leckerli (bei Tieren)´; iech hoa fer diech a Mächsl eisteckn.

mächsln (gespr. mäcksln) swv. Ostlausitz, Schlesien `würzen, eine Speise anmachen u. abschmecken, mit Fett zubereiten´, auch oabmächsln.

Mächslabbern (gespr. Mäckslabbern) Pl. Daubitz `geschnittene gekochte Kartoffeln mit etw. Zutat (ärmliches Gericht)´.

Madchl n. Nordböhmen `Mädchen´.

Mädewitz `Medewitz (Ort der Gemeinde Demitz-Thumitz im °BZ)´.

maff, mäff in der Fügung ne maff derzu soin `nichts dazu sagen´.

Mafferschdurf `Meffersdorf´ (poln. `Uniecice´), bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße.

(Mafferschdurfer) Staadtl n. `(Meffersdorfer) Städtel, Wigandsthal´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörender Martflecken östlich der Neiße, poln. `Pobiedna´.

Mahder m. `Schnitter bei der Heu- od. Getreideernte´.

mahdern swv. `mähen: Getreide mit der Sense (od. maschinell) schneiden´.

Mahdersträuchl n. dass. wie Mahdersträußl.

Mahdersträußl n. Frankenthal, Zodel `Blumensträußchen, das dem Mäher beim Anhauen des Getreides an den Strohhut gesteckt od. an das Sensengerüst gebunden wurde´.

Mahl n. `Mehl´.

Mahlbäre f. Südlausitz `Weißdornfrucht (Crataegus spec. L.)´. Lautf. Mahlbeere, Mahlbiere Ostlausitz.

mahlch Adj. `mehlig´. 1. `mit Mehl eingestäubt od. bestäubt´. War´sch gleebt wird salch, wär bäckt wird mahlch. - 2. `trocken, locker (von Kartoffelsorten, die beim Kochen leicht aufplatzen u. zerfallen), teigig, nicht saftig u. wohlschmeckend (bei Birnen und Äpfeln)´; anne Aberne muss mahlch senn.

Mahlfassl n. Obercunnersdorf, Schlesien `Weißdornfrucht (Crataegus spec. L.)´.

Mahlkließl n. `Mehlklümpchen in der Suppe´.

Mahlklimpl n. dass. wie Mahlkließl.

Mahlmauke f. dass. wie Faustmauke.

Mahlmeste f. veralt. `Mehlmeste: halbrunder od. kastenförmiger Mehlbehälter aus Holz od. Steingut und mit Deckel an der Wand´.

Mahlpoappe f. `dicker Mehlbrei, Kleister aus Mehl und Wasser´; eigeruhrte Mahlpoappe.

Mahlsaak m. `Mehlsack´. 1. wie litspr.; hieplauzn wie a Mahlsaak. - 2. Westlausitz `Weißdornfrucht´. Lautf.: Mahlsack Westlausitz.

Mahltheuer `Mehltheuer (Ort der Gemeinde Großpostwitz im °BZ)´.

Mahlweisl n. 1a. `kleines, helles, gesüßtes Gebäck; langer Pfennigpfefferkuchen´; iech gewoann uff´m Schissn zwee Mahlweisl; ´s goab zun Griendurnschtche Mahlweisl und immer wieder Mahlweisl und Brazln (um Zittau). - b. `kleine, platte, mit Mehl (Staubzucker) bestreute Pfeffernuss´. - 2. übertr. `Mensch (meist Kind) mit ungesunder, bleicher Gesichtsfarbe´. Lautf.: Mahlweißl.

mahrch (gedehntes a) Adj. `langsam (u. lustlos), schwerfällig, umständlich´; a mahrcher Karle.

Mahrche (gedehntes a) f. Wittgendorf, Jonsdorf `Trödelei, Bummelei; Tätigkeit, die langsam verrichtet wird´; bis de fartch mit denner langn Mahrche.

Mahrde (gedehntes a) f. °ZI Ebersbach, Cunewalde dass. wie Mahrche; mach oack ne su anne gruße od. lange Mahrde.

Mähre f. wie litspr. `Möhre: Mohrrübe, Karotte´.
Mähre f. 1. `elendes, schlechtes Pferd´; die aale Schind(e)mähre. - 2. übertr. `freches Kind´.

Mahrgotl m. Jonsdorf, Schlesien `männliche Person, die trödelt´.

Mahrliese f. Jonsdorf, Girbigsdorf `weibl. Person, die trödelt´.

mahrn swv. `mähren´ 1. `bummeln, trödeln, tändeln, langsam arbeiten´; Spruchweisheit: Willst de woaas warn, doarfst de ne mahrn `willst du etwas werden, darfst du nicht trödeln´. - 2. `(mit den Händen) in etw. rühren, wühlen, kneten´; an Drecke rimmahrn. Lautf.: mahrdn Großschönau.

Mahrsaak m. Südlausitz `Person, die trödelt´. Lautf.: Mahrsack Burkau.

Mahrseff m. dass. wie Mahrsaak.

Mahrte f. West- u. Ostlausitz, Anton `Märte: Kaltschale, Eingebrocktes´. In Bier, Buttermilch, Kaffe, (saurer) Milch, Schnaps, Wasser od. Wein eingebrockte Brot- od. Semmelstücke, meist mit Zugabe von Zucker, mitunter auch von Früchten, Rosinen od. Eiern. Dieses erfrischende Gericht wurde den Erntearbeitern aufs Feld gebracht. Noa´n Assn goab´s ann Taller Biermahrte; Milchmahrte. Lautf.: Mährte, Mahrde, Mährde. Siehe auch Brutfiedl, Fieder, Fiedl, Eibroacke u. Eibroackche!

Mähschepsl n. kinderspr 1. `Lämmchen, junges Schaf´. - 2. Niederlichtenau `Weidenkätzchen´.

Mai siehe Mee! Sähst de miech an Mai, kumm´ch glei.

Maiblume siehe Meeblume!

Maiboom siehe Meeboom!

Maigrieschl siehe Meegrieschl!

Maikäfer siehe Meekafer!

Maikalbl siehe Meekalbl!

Maikatscher m. Ostlausitz `Maikäfer´. Lautf.: Maikatschker.

Maikatzl siehe Meekatzl!

Mainsteckl siehe Meesteckl!

Mairoan m. `Majoran ( Origanum species)´, ein Würzkraut.

Maistange f. Ostlausitz `Maibaum; hoher, abgeschälter Nadelbaumstamm mit erhaltenem grünem Wipfel oder aufgesetzter Birke, kranz- u. bändergeschmückt´; Maistangnschmeißn `Maibaumwerfen´. Lautf.: Meestange.

Maisteckl siehe Meesteckl!

Maizl siehe Meezl!

maladche siehe moaloadche!

malkn siehe melkn!

Mallerch siehe Mellerch!

mallerch siehe mellerch!

mallern siehe mellern!

mamm mamm dass. wie memm memm.

Mandl f. od. n. `Menge von 15 Stück; 15 auf dem Feld zusammengelegte Garben´;  altes Zählmaß; anne Mandl Kinder, anne Mandl Ee-er `16 Stück Eier´. Lautf.: Maandl Niedercunnersdorf, Westlausitz.
Mandl f. 1. `Mangel: Rolle, Gerät zum Glätten von Wäsche durch Pressdruck´; murne miss mer uff de Mandl gihn, Mandltuch, Wäschemandl; RA: enn a de Mandl nahm `jmdn. massiv beeinflussen, um etw. zu erfahren´. - 2. `Nudelholz´. Siehe auch Mandlgultsch u. Mandlkeule! Lautf.: Mannl öKürzung, Maandl Westlausitz.

Mandlbrat n. `Brett, mit dem beim Glätten der Wäsche das Mangelholz unter dem Druck der menschlichen Armkraft auf einer glatten Fläche hin- und hergerollt wurde´. Lautf.: Mannlbrat öKürzung, Manglbrat.

Mandlducke f. Burkau dass. wie Mandlgultsch 1.

Mandlgultsch m. Südlausitz 1. `Holzwalze zum Aufwickeln der Wäsche beim Rollen´; de Kinder vu oarm Leutn hoann mit´n Mandlgultsche gebischlt. - 2. `Nudelholz´; de salbergemachtn Nudln warrn mit´n Gultsche breetgewälkert. Lautf.: Mandlgoltschn, Mandlgoltsch.

Mandlkaule f. dass. wie Mandlgultsch u. Mandlkeule.

Mandlkeule f. söSüdlausitz, West- u. Ostlausitz 1. Bihms Koarle, Wittgendorf `Holzwalze zum Aufwickeln der Wäsche beim Rollen´. - 2. `Nudelholz´. Lautf.: Mandlkule Oberlichtenau.

Mandlkoastn m. `Mangelkasten: beweglicher, (mit Findlingen gefüllter) schwerer Kasten einer Kastenmangel, der auf die Holzwalze mit der aufgewickelten Wäsche bzw. dem Stückgut drückt´.

mandln swv. `mangeln´. 1. `Wäsche mit der Mangel glätten´. - 2. `Kuchen- od. Nudelteig ausrollen´. Lautf.: mannln öKürzung.

Mandlschemml m. veralt. Westlausitz `Bank, auf der die Wäsche unter Verwendung von Mangelbrett u. Mangelholz gerollt wurde´. Lautf.: Siehe Mandl u. Schemml!

Mandltiesch m. `Mangeltisch: Tisch, auf dem die Wäsche beim Mangeln auf die Holzwalze gewickelt wird´. Lautf.: Mannltiesch öKürzung.

Mandltuch n. `Rolltuch; langes festes Leinentuch, das zusammen mit der aufgelegten Wäsche um das Mangelholz gewickelt wird´. Lautf.: Mannltuch, Mangltuch.

mank Adj. `mager, dürr, schmal, unterentwickelt, erschöpft, schlapp, kraftlos, angeschlagen, dürftig´; du sist aber mank aus!

mankern swv. Oderwitz `kränkeln, sich bewegen unter dem Einfluss einer Krankheit´; se mankerte uff´m Schemml oack su rim.

mankn swv. Bihms Koarle `kränkeln´; de Frooe mankt.

Mannerfoaasnacht f. Westlausitz `Fastnachtslustbarkeit für die Verheirateten´. Die Männerfastnacht beendet in vielen Dörfern die Fastnachtszeit. Lautf.: Männerfoasnacht.

Mannerharzl n. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach, Jonsdorf `Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)´. Lautf.: Männerherzl.

Mannerhosn f. selt. `Unterhose des Mannes mit langen Beinen´; wenn de Frooe schienes Water hoann will zun Troign, muss se zerirscht a Poaar Mannerhosn ufhängn und neilachn (alter Brauch).

mannertuttch Adj. `mannstoll´.

Mannl n. Dim. von Moan. 1. Verniedlichung `männl. Person, Ehemann´; hinte kimmt miech mei Mannl oabhuln. - 2. `männl. Tier´; mir hoann fimf Guldfische an Teiche, drei Weibl und zwee Mannl. - 3. `Bild´; RA: Mannl viermachn `im Rausch od. vor Schmerz unechte Bilder sehen; etw. vorgaukeln´. - 4a. Mannl machn `sich in die Höhe richten´. - b. ´s macht Mannl `aufschlagende Regentropfen springen hoch´.

Mannlbogn m. `(bunter) Bilderbogen´; mer klabtn de Mannlbogn uff Poappe und schnittn derno de Schofe, Kihe, Ziegn, Hirtn und Suldoatn aus.

Mannlbichl (kurzes i) n. `Bilderbuch´.

mannln swv. Bihms Koarle `männeln: sich aufrichten, auf die Hinterbeine stellen (bei Tieren), (auf)bäumen´; iech brauch oack an Schrank gihn, schunn mannlt´ch unser Hund a de Hiht.

mäppch Adj. 1. selt. `zickig, eingebildet, überheblich, unangenehm´; anne mäppche Ziege. - 2. Oberlichtenau `unbeholfen´. Lautf.: mäppsch.

Mäppe f. selt. `Ziege´; drei Mäppm stihn uff dr Wiese. Im Oberland häufiger Ziegehippl.
Mäppe ohne Genus Großschönau, Dittelsdorf, Schirgiswalde in der Wendung pfoi od. pfui Mäppe! Ausruf des Ekelns, Schämens od. bei etw. als unanständig Empfundenem.

Marde siehe Mahrte!

märderlich siehe merderlich!

Mardl siehe Maajdl!

Margl Bihms Koarle, Jonsdorf `Mergthal´, tsch. `Marenice (Ort in Nordböhmen im Lausitzer Gebirge)´. Lautf.: Mergl, Markl, Merkl.

Markier m. selt. veralt. `Markör: Kellner´.

markln swv. Großröhrsdorf, Ostlausitz `derb mit den Händen kneten u. drücken´. Lautf.: margln, murkln, murgln.

Märrettch m. 1. `Meerrettich (Armoracia rusticana), Kren´; auch Krien. - 2. selt. `Gerede, Geschwätz´; mach kenn sickn Märrettch!

Märscher (gedehntes ä) m. Dim. Märschl od. Mierschl `Mörser, rundes Gefäß zum Zerstoßen fester Stoffe´; früher auch in der Küche verwendet; woaas mit´n Märschl zerstoampm.
Märscher (gedehntes ä) m. Dim. Märschl 1. `Mörser, schweres Geschütz´; die schissn mit Märschln, Märschlschuhß. - 2. Dittelsdorf `Mörserschuss, Böller´; doaas woar a tichtscher Mierschl `das war ein lauter Böller.´ Lautf.: Mierschl Dittelsdorf.

Marte siehe Mahrte!

Marzebecher m. `Märzbecher (Leucojum vernum L.)´. Lautf.: Marznbecher.

Marzegleckl n. `Märzglöckchen´. 1. Ober- u. Niedercunnersdorf `Märzbecher (Leucojum vernum L.)´. - 2. `Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)´. - 3. Obercunnersdorf `Narzisse (Narcissus)´, auch Nillge. Lautf.: Marzngleckl, Marzgleckl Anton.

Märzwibbl f. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Oderwitz, Bihms Koarle `Meerzwiebel: Zweiblättriger Blaustern, Sternhyazinthe (Scilla bifolia)´. Lautf.: Meerzwibbl.

Maßl n. Dim., siehe Moß!

Masse f. `Messe´. 1. `katholischer Gottesdienst mit der Feier der Eucharistie´. - 2. `Jahrmarkt, (der in best. Orten an einen kirchlichen Feiertag gebunden war), Ausstellung; mei Grußvoater is mit dr Roaber bis uff de Leipzcher Masse gefoahrn.

Masser n. `Messer´; doaas Masser schnedd ne mih gutt;  meine Mutter hoat noa uff´m Gurkntuppe is Masser gewetzt `meine Mutter hat noch auf dem Gurkentopf aus gebranntem Ton das Messer geschärft´; Masser und Goabl `Besteck´; RA: enn is Masser a de Kahle setzn `jmdn. erpressen´.

Masserkastl Dim. von Masserkoastn `Kasten, Tischkasten, Schubfachkasten zur Aufbewahrung von Messern und Besteck´; a toat an Tieschkoastn an Masserkastl rimriedern.

Masserstechn n. Neugersdorf dass. wie Landoabstechn.

Massl n. umg. `Glück´.

massn stv. iech mass(e), du misst, mer massn, iech moß, mer moßn, iech hoa gemassn `messen´. 1. wie litspr. `nach einem Maß bestimmen´; de Breete massn. - 2. siehe Moß 3b und vermassn 2!; sich massn lussn.

Mäste siehe Meste!

Matte f. Pl. Mattn Bihms Koarle, Ohorn, Nordböhmen `(durch Gerinnen gebildete) Flocke (der Sauermilch), Haut auf der gekochten Milch´; dr Bauer frisst de Mattn. Lautf.: Moatte, Mutte Wittgendorf.

Mattierche f. siehe Moattierche!

mattlch, mättlch Adj. Niedercunnersdorf, Cunewalde, Wittgendorf, Schirgiswalde, Oberlichtenau `im Zustand des Sauerwerdens befindlich (von Milch)´; wenn´s wittert, wird de Milch mattlch; de Kuhe gibbt mattlche Milch. - 2. `schwabbelig, weich, weichlich (u. wackelnd), gallertartig; aufgequollen, fett´; a mattlches Weibsn. Lautf.: moattlch.

mattln swv. Cunewalde, Südlausitz,  Nordböhmen `zusammenrinnen (der Milch)´; de Milch mattlt. Lautf.: moattln, mättln.

Matze f. `Metze´. 1. `veraltetes Trockenmaß bes. für Getreide, Mehl, Frühkartoffeln u. Obst´; anne hoalbe Matze Hoabermahl, acht Matzn Kuchn, zwee Matzn Äppl, anne Matze Sand. Ausruf aus Niedercunnersdorf: Do schloi doa glei de Tunne as Virrtl und de Matze as Maßl! - 2. urspr. `Naturallohn des Müllers; der Teil eines Produktes, den ein Heimarbeiter rechtmäßig für sich einbehalten durfte´, später `Abfall´ u. auch `unrechtmäßig einbehaltener Rest des gelieferten Rohstoffes bei der Heimarbeit´, besonders bei den Handwebern; Matzehosn, Matzekleedl, Matzeschneller, Matzewulle. - 3. `eine unbestimmte Anzahl, Menge, Schar´; anne Matze Stifte loag rim. Drohung: Iech ward´ch lihrn, woaas de Matze Basn kust! Lautf.: Maaze Jonsdorf.

Matzefleckl n. `vom Lohnweber oder Schneider (oft unrechtmäßig) zurückbehaltener Stoffrest´.

Matzehosn f. Eibau `die aus einem zu unrecht zurückbehaltenen Stoffrest gefertigten Hosen´. RA: de Matzehosn oaahoann `jmdn. übervorteilen, betrügen´.

Matzekletzl n. `Stück von einem gefällten Baum, was (unrechtmäßig) vom Waldarbeiter einbehalten wird´.

Matzeschneller m. veralt. Südlausitz `eingesparter, unrechtmäßig zurückbehaltener Garnrest in der Lohnweberei´.

Matzestriezl n. `aus den unerlaubt zurückbehaltenen Backzutaten gebackener Stollen´.

Matzewulle f. Kottmarsdorf, Dürrhennersdorf `eingesparter, unrechtmäßig einbehaltener Wollrest (auch Baumwollgarn) in der Lohnweberei´.

Matzl siehe Moatz!

matzn swv. `metzen: widerrechtlich sich etw. aneignen, übriggebliebenes Material nicht rückerstatten´. 1. `als Mahllohn einen festgesetzten Anteil vom Mahlgut einbehalten´. Vun Stiebm und Kehrn muss´ch dr Miller dernährn, vun Matzn und Stahln muss´r´ch derhaaln. - 2. ` Backzutaten unerlaubt durch den Bäcker zurückbehalten´. - 3. `etw. von einem Rohstoff, der in Heimarbeit verwertet werden soll, unrechtmäßig zurückbehalten; z.B.: widerrechtliches Abschneiden eines Stückes Stoff von einem fertig gestellten Warenstück in der Handweberei´. - 4. Obercunnersdorf `Stiefel mit Getreidekörnern unerlaubt füllen´. - 5. Dittelsdorf `das Leben genießen, nichts tun, alle Viere gerade sein lassen´; murne gihn de Ferchn lus, do koannst de maazn! Lautf.: maazn Jonsdorf, Dittelsdorf.

Mäuer m. `Maurer´; Mäuerkelle; Spottvers: A Mäuer is kee Dummer, dar oarbeit oack an Summer, und is dr Summer langk, do macht dr Mäuer krank, (und oarbeit´r an Winter, do kumm zer Kirmst de Kinder.) Ausruf des Erstaunens: Nu, siebm Mäuer und ee Tobaksboajttl!

Mauerblieml n. `Mauerblümchen: im übertragenen Sinne eine (vom jeweils anderen Geschlecht) nur wenig beachtete unauffällige, unattraktive Person, meist junges Mädchen´.

Mäuerchl n. Südlausitz `kleine Mauer; steinerner Sockel, auf dem die Ständer des Umgebindes stehen, Sims´; iech soaß uff´m Mäuerchl. Lautf.: Mäuerchn.

Mäuerglasl n. veralt. Burkau, Steina `Freitrunk, den der Bauherr beim Richtfest ausgab´.

Mäuerkrause f. veralt. scherzh. `Bartkrause unter dem Kinn bis zu den Ohren, der früher vorwiegend. von Maurern getragen wurde´.

mäuern swv. `mauern´. 1. `Maurerarbeit verrichten´. - 2. `beim Skat seine Karte nicht ausreizen, sondern lieber einem Mitspieler das Spiel überlassen u. ihn verlieren lassen´.

Mäuerpoappe m. f. `Mörtel´.

Mäuerpoampe m. Dittelsdorf dass. wie Mäuerpoappe.

Mäuerpulier m. `Obergeselle der Maurer, Bauleiter´.

maukch Adj. 1a. sSüdlausitz `kränklich, unwohl, unpässlich´. - b. Jonsdorf `spärlich, kümmerlich, das Korn halb liegend´. - 2. Obercunnersdorf, Wittgendorf, Girbigsdorf, Neusorge `drückend (vor einem Gewitter), schwül, feuchtwarm´; maukche Luft. Lautf.: mauksch Jonsdorf.

Mauke f. Kurzform von Abern-, Aburn-, Abunn-, Ardboarn- od. Abbernmauke `Kartoffelbrei, Stampfkartoffeln´; Pilzmauke, Teichlmauke; de Vogl, de Pilze und iech woarrn eene Mauke `die Vögel, die Pilze und ich hatten ein Verhältnis miteinander, waren nicht voneinander wegzudenken´.
Mauke f. 1. `Ort, wo man Obst (vor allem Äpfel) nachreifen lässt, wo etw. maukt, mürbe od. faulig wird ´; Äpplmauke. - 2. `heimlicher Aufbewahrungsort, verstecktes Behältnis für einen Vorrat ´; z.B. für gespartes Geld.
Mauke f. `Pferdekrankheit: Ausschlag u. Entzündung an der Hinterseite der Fesseln´.

maukern swv. dass. wie maukn.

Maukestoamper m. 1. `Küchengerät zum Stampfen von gekochten Kartoffeln zu Brei´. - 2. Pl. übertr. `(dicke) Beine (von weibl. Personen)´; die hoat a Poaar Maukestoamper droaa.

Maukn Pl. Neulausitz 1. `(alte) Schuhe´. - 2. `schmutzige, schweißige Füße´.

maukn swv.  1. `in der Mauke (Aufbewahrungsort des Obstes) reifen, mürbe und teigig werden´. - 2. Süd- u. Ostlausitz `unpässlich sein, kränkeln, schlecht gedeihen, mürbe od. faulig werden´; ´; meine Oalwee maukt oack su `meine Aloe gedeiht nur spärlich´, ´s Kurn maukt zoamm. - 3. `sich lange um etw. herumdrücken, lange unentschlossen sein´; ´s maukt ebch rim, ehb´s (das Gewitter) lusgitt. - 4a. Wittgendorf `dösen, schlummern, nicken, Halbschlaf verbringen, ruhen, aus dem Zustand des Schlafens allmählich in den des Wachseins übergehen´. - b. Dittelsdorf ´s muss irscht maukn `die Sache od. der Gedanke muss erst ausreifen´.

Mauks m. Obercunnersdorf, Bihms Koarle `Laut, Ton, Mucks´; dar macht kenn Mauks mih.

Maukser m. Obercunnersdorf, °ZI Reichenau dass. wie Mauks.

Maul n. 1. `Mund des Menschen´; ees od. eene uff´s Maul kriegn; die hoat´s Maul zun Frassn mitgebrucht. RA.: Kee Bloat ver´sch Maul nahm; sich is Maul zerreißn `sich lautstark über etw. aufregen´; enn iebersch Maul foahrn `vorlaut sein´; enn Honch im´s Maul schmährn `sich bei jmdm mit Worten einkratzen´; is Woasser an Maule zusoammloofm `Appetit bekommen´; a Schwartl durch´s Maul ziehn; enn is Wuhrt an Maule imdrähn `jmdm. die Aussage entstellen´; mach´s Maul zu, dr Oarsch wird kaalt! Dr Waajg as Maul is groade. ´s Maul hinder´n Uhrn zusoammziehn `zu sauer sein´; de Weiber ba dr Plumpe missn´ch abm wieder amol is Maul drieber zerschloin `lästern´; sich is Maul verbrenn `etw. Unangenehmes sagen und sich damit Feinde schaffen´. - 2. `Mundwerk´; de Nubberschfrooe hoat a bieses Maul. - 3. wie litspr. `Tiermaul´.


maulfaul Adj. `wortkarg, ruhig, verschlossen, unfreundlich´.

maulgeraajcht Adj. Schirgiswalde `mundgerecht, fertig zubereitet, bequem´; oalls muss maulgeraajcht senn; auch maulraajcht.

maulhängersch Adj. `verdrossen, melancholisch, verdrießlich´.

mauln swv. `maulen: das Maul hängen lassen, schmollen, murren, nörgeln, widersprechen´.

Mauloaffe m. `einer, der faul herumsteht u. dumm guckt; unerwünschter Zuschauer´; Mauloaffm feelhaaln. Siehe auch Gahnoaffe!

maulraajcht Adj. dass. wie maulgeraajcht.

Maulschalle f. 1. `Ohrfeige, schallender Schlag (auf den Mund)´. - 2. verstr. Süd-, West- u. Neulausitz `flaches, etwa handtellergroßes Gebäckstück aus Blätter- od. Hefeteig, mit Zuckerguss und oft einem Klecks Marmelade drauf´; ´s goab sihre schiene neubackn Maulschalln zun Griendurschtche.

Maulschleier m. `bis 1800 zur weißen Volltrauertracht gehörendes weißes Leinwandtuch, das das Gesicht verschleierte und nur Augen u. Nase freiließ´. Auch Popltichl.

Maulsparre f. in der Wendung de Maulsparre kriegn `der Mund schließt sich nicht mehr, die Backenknochen sind ausgehakt´; Maulsparrbissn. Lautf.: Maulsperre.

Maulsparrkuchn m. `Kuchen mit sehr dicker Teigschicht (u. wenig Belag), so dass man beim Abbeißen die Maulsperre bekommt´. Lautf.: Maulsperrkuche.

Maulsteckbissn m. `(bes. leckerer) Bissen, den man zuletzt isst´.

Maulvll n. `ein Maul voll, kleine Menge, volles Maul, voller Mund´.

Maus f. Pl. Mäuse, Dim. Mäusl od. Mausl 1. wie litspr. `kleines, graues Nagetier mit spitzer Schnauze´. RA: Do besst de Maus kenn Foadn oab `das steht unabänderlich fest´. RA: Dar wird kee Mäusl mih tut machn `der (ältere Herr) wird keinen Schaden mehr bei den Frauen anrichten´; iech soahg aus wie anne geboadde Maus `ich war triefend nass´; iech wellde garne Mäusl senn `ich möchte gerne unerkannt lauschen´. - 2. bes. im Dim. Kosename für kleine Kinder od. die Liebste `Liebling, Schatz´; na mei (kleenes) Mäusl, hoast de gutt geschlofm? Dar heeßt senn Hausdrachn Mausl. - 3. im Pl. `Muskeln´; dar hoat aber Mäuse od. Mäusl! - 4. Dim. `Vagina, Scheide, Scham. Möse´; a hoat mer as Mäusl gelangt.

maus´ch Adj. `vermaust: Diebstahl begehend, gewohnheitsmäßig stehlend´; nee, su anne maus´che Bande! Auch vermaust.

mauschlch Adj. `missmutig, unpässlich, kränklich, nicht gut aufgelegt´.

mäuse-mäuse Interj. Niedersteina Lockruf für Ziegen oder Schafe. Lautf.: mäus-mäus wKürzung.

Mausebande f. Pl. abgeschwächt `Diebsgesindel, organisierte Gruppe von Dieben´.

Mäusedreck m. Dim. Mäusedreckl, meist Pl. Mäusedrecker Obersächs. Wb. 1. `Mäusekot´. - 2. `etw. Geringwertiges, sehr wenig Geld´.

Mausegräte f. Lawalde dass. wie Mausehokn.

Mausehokn m. `Mausehaken: Dieb´, auch scherzh. mit nachsichtigem Unterton; Nubbersch kleene Mausehokn sitzn ba uns uff´m Kirschboome. Lautf.: Maushokn Weifa.

Mauselooch n. `Mauseloch´; RA: sich as Mauselooch verkrichn `verstecken, die Öffentlichkeit scheuen, Kontakt meiden´.

Mauseluder n. verstr. dass. wie Mausehokn.

Mauseprauske Spitzname `Ober Prauske (Ort der Gemeinde Hohendubrau im °GR)´.

mauserch Adj. Dittelsdorf, Jonsdorf ,Walddorf 1. `sich in der Mauser befindend´. - 2. (vom Vogel auf den Menschen und auf andere Lebewesen übertragen) `anfällig, gesundheitlich labil, unwohl, unpässlich, schwach´; is dr noa mauserch oder giht´s wieder?

Mäuseserbe f. Ringenhain, Burkau, Gröditz, Sächs. Schweiz `Vogelmiere (Stellaria media), siehe auch Voglmeierch u. Hihnerschoarre!

mausetut Adj. `tot´ mit scherzh. Unterton; scherzh. Sup.: tut, mausetut, mausedreckltut.

Mausezahnl. n. 1. `kleiner spitzer Zahn, Milchzahn des Kleinkindes´. - 2. meist Pl. `Häkelmuster mit kleinen Zacken als Umrahmung von Taschentüchern´. Lautf.: Mäusezahnl.

Mäusl siehe Maus!

mäusln swv. refl. `sich erheben wie eine geschlagene Maus´, meist in den unfesten Verbzuss. furtmäusln, rausmäusln, ufmäusln, wettermäusln.
mäusln swv. Wehrsdorf `sich mit etw. still und ausdauernd beschäftigen´; stier´n oack ne, luss´n oack mäusln! Lautf.: mäuzln Steinigwolmsdorf.

mausn swv. `mausen, (nicht sehr Wertvolles) stehlen´ (meist mit verharmlosendem Unterton); Arbärn (Erdbeeren) mausn.

Mausuhre n. Lawalde `Mausohr: Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)´.
Eine Frau im mittleren Alter hatte einen Tee gegen eine starke gynäkologische Blutung auf Anraten einer Nachbarin getrunken. Auch Kleenes Mausuhre Niedercunnersdorf.

mauzn swv. `mauzen: (stark u. anhaltend) miauen´; dr Koater miezt und mauzt.

Maxdurf `Maxdorf´ bis 1945 zur ehem. Amtshauptmannschaft Zittau gehörender Ortsteil von Weigsdorf östlich der Neiße´; de Maxdurfer `die Einwohner von Maxdorf´.

Mäxl siehe Mächsl!

Maz (gedehnt) siehe Maaz!

Mazelei veralt. Ostlausitz `kompliziertes Tauschgeschäft´.

meck-meck! Interj. Lockruf für Ziegen. Auch meckl-meckl! Siehe auch mickl-mickl!

meckern swv. 1. wie litspr. `wie die Ziege schreien´. - 2. `kichern, meckernd lachen (junge Mädchen)´. Siehe muckern! - 3. umg. `fortwährend nörgeln, schimpfen´.

Mecksch m. Guteborn `Wasserschwaden (Glyceria maxima)´.

Medoallche f. `Medaille´.

Mee m. Oberland `Mai´; mer machn heuer an Mee-e Urloob. Lautf.: Mai übrige Oberlausitz.

Mee-e f. `Maie; junger Birkenzweig, geschlagenes Birkenbäumchen´ als Festschmuck im Mai verwendet; Pfingstmee-e. Lautf.: Maie.

Meeblume f. Oberland `Löwenzahn (Taraxacum officinale)´. Lautf.: Maiblume. Siehe auch Meesteckl!

Meeblumschnatl n. Niedercunnersdorf `Pfeifchen aus Löwenzahnstängeln´.

Meeboom m. `Maibaum: hoher, abgeschälter Nadelbaumstamm mit erhaltenem grünem Wipfel oder aufgesetzter Birke, kranz- u. bändergeschmückt; das Maibaumsetzen erfolgt am 31.April und das Maibaumwerfen am Himmelfahrtstage od. einem Wochenende in der 2. Maihälfte´; Meeboomwippl.

meeglch Adj. Adv. Oberland `möglich: denkbar´; mer sellt´s ne fer meeglch haaln. Lautf. mieglch Bihms Koarle, Zittauer Gebirge, Neukirch, nwSüdlausitz, Burkau, Westlausitz, Ostlausitz.

Meeglchkeet f. Oberland `Möglichkeit´; is denn doaas de (Menschn)meeglchkeet! (Ausruf der Verwunderung). Lautf.: Mieglchkeet nwSüd-, West- u. Ostlausitz.

meeglchst Adj. Adv. Oberland `möglichst; so sehr wie nur möglich´; singt oack meeglchst leise, dr Voater will schlofm; immer har mit´n Geschenkn, meeglst vill! Lautf.: mieglchst nwSüdlausitz West- u. Ostlausitz.

Meegleckl n. Wehrsdorf `Maiglöckchen (Convallaria majalis L.)´. Siehe auch Tschauke! Lautf.: Maigleckl.

meegriene Adj. Südlausitz `maigrün: frisches, helles Grün wie die Blätter im Monat Mai´. Lautf.: maigriene.

Meegrieschl n. 1. Ober- u. Niedercunnersdorf `junge, im Mai geschlüpfte Gans´. - 2. übertr. scherzh. `Pers., die im Mai geboren ist´. Lautf.: Maigrieschl.

Meekafer m. `Maikäfer´; den Maikäfer auf der Hand od. dem erhobenen Zeigefinger singen die Kinder: Meekafer fliege, dei Voater is an Kriege, deine Mutter is a Pummerland, Pummerland is oabgebrannt, Meekafer fliege! Lautf.: Maikafer.

Meekalbl n. sSüdlausitz `Marienkäfer´, auch Summerkalbl. Lautf.: Maikalbl, -koalb.

Meekatzl n. 1. Niedercunnersdorf, °NOL Königshain `Kätzchen, das im Monat Mai geboren worden ist´. - 2. übertr. °ZI Ebersbach `Weidenkätzchen, Blütenkätzchen der Weide´, de Meekatzl blihn. Lautf.: Maikatzl.

meen swv. `meinen´ 1. `(jmdn., etw. bei einer Äußerung od. Handlung) im Sinn haben´; miech hoat´r gemeent, diech ne. - 2. `best. Absichten hegen´; iech meen´s doa gutt mit dir. - 3. `sagen, bemerken´; mei Bruder meente: "Nu hier´ch uf."  - 4. `der Ansicht sein, annehmen, glauben´; iech meene, du kennst o mit oaapackn!

Meenche f. `Meinung, persönliche Ansicht, Standpunkt´; enn de Meenche geign.

Meepaajch n. Oderwitz, Nordböhmen `Maipech, das man den Kühen mit einem Strohseile ins Maul band als Mittel gegen Maul- u. Klauenseuche´. Lautf.: Maipaajch.

Meese f. Dim. Meesl `Meise´ 1. `kleiner Singvogel´. - 2. anne Meese hoann `einen Vogel haben´ in der Bedeutung von `verrückt sein´.
Meese f. `weibl. Scham, Scheide´.

Meesl, Meeßl, Meezl n. Südlausitz `Meißel; unordentlich gespulte Garnspule, zu locker aufgespultes Garn´; do warrn oack lauter Meeßl draus. Lautf.: Meeßtl.

Meeslhahnl n. `Meisenmännchen´.

Meesnkastl n. dass. wie Meesnmeste. Lautf.: Meesekastl.

Meesnmeste f. `Nistkasten für Meisen´. Lautf.: Meesemeste.

meest unbest. Zahlwort, Sup. von vill `meist: die größte Anzahl, der größte Teil´; de meeste Zeit.

Meesteckl n. Oberland `Löwenzahn (Taraxacum officinale)´, vorwieg. die noch blütenlose Jungpflanze. Lautf.: Maisteckl Burkau, Ostlausitz, Mainsteckl Westlausitz.

Meester m. 1. `Handwerksmeister´. - 2 `Chef, Vorgesetzter, Leiter´; dr gruße Meester is krank. - 3. `jmd., der eine Sache ganz beherrscht´; an Nischtmachn is´r Meester. - 4. `jmd., dem die Leitung von etw., die Aufsicht über etw. anvertraut ist´; Schul-, Moarcht-, Birgemeester. - 5. `Pers. od. Mannschaft, die im Sport eine Meisterschaft gewonnen hat´.

Meestern f. `Meisterin, Frau des Handwerksmeisters´.

meestns Adv. `meist: meistens, fast immer vielfach´.

Meestersticke n. `Meisterstück´. 1. `Prüfungsarbeit eines Gesellen, um Meister zu werden´. - 2a. Leutersdorf `erstes Kind, wenn es männl. Geschlechtes ist´. - b. scherzh. `neugeborenes Mädchen´; a hoat sei Meestersticke gemacht, aus anner aaln Bichse anne neue und de aale is o noa zu gebrauchn´.

Meetaajter m. Neugersdorf `Maikäfer´. Lautf.: Meetater, Maitater.

meetschch Adj. `matschig: weich, schlammig, faulig, zerquetscht´.

Meetsche f. Obercunnersdorf, Bihms Koarle `Matsch, etw. Zerquetschtes, Zerschelltes, Schlamm; weiche, breiartige Masse´, wenn de Äppl uff dr Stroße ufschloin, wird Meetsche draus. Auch Moantsche, Poampe od. Poappe.

Meetschl siehe Mietschl!

meetschn swv. `matschen´. 1. `zugleich regnen u. schneien´; ´s meetscht. - 2. `im weichen, nassen Brei herumgreifen, im Schlamm spielen, quetschen´; ´n Lehm eimeetschn.

Meezl n. 1. veralt. `zerzupfte Leinwand, schlecht gedrehte Fäden´; siehe auch Meeßl! - 2. Neugersdorf `Weidenkätzchen; graugrüne, walzenförmige Blütenstände der männlichen Salweide (Salix caprea)´; de Binn machn´ch ieber de Meezl har. Lautf.: Maizl Niedercunnersdorf, Cunewalde, Seifhennersdorf, Schirgiswalde, Pl. de Maizln Wehrsdorf.

mehrscht siehe mihrscht!

mehrschtns siehe mihrschtns!

mehrschtnteels siehe mihrschtnteels!

mei Poss.pron. `mein´. 1. mei Moan, meine od. menne Neukirch Frooe, mei Kind; doaas is ne deis, doaas is meis; iech gih zu menn Südlausitz, mann, maajn beide Zittauer Gebirge, Seifhennersdorf, Schirgiswalde Moanne; iech gih zu menner od. merr Südlausitz, manner Schirgiswalde, Hintere Sächsische Schweiz od. marr Zittauer Gebirge, Seifhennersdorf Froon; menner `mein Mann´, meine `meine Frau´. - 2. häufig in Ausrufen des Klagens od. Bedauerns wie z.B.: Du meine Gitte! Oach du meine Zeit! Harr meines! Oach meines (nee)! Jemersch nee! Jemersch hätte! - 3. in Ausrufen der Überraschung od. Verwunderung: menner Seebm! Südlausitz, menner Siebm! Ostlausitz, meiner Seem! Westlausitz `Bei meiner Seele!´ Menner Seebm hätte! menner sichtn Seebm! meineed! Obercunnersdorf; nu meineed, sedd ihr amol gekumm? - 4. veralt. in der Wendung: Do bie´ch dr aber meine! `Da könnte ich mich aber aufregen!´

Meier m. verstr. Süd- u. Westlausitz dass. wie Meierch, auch Voglmeier.

Meierch m. smSüdlausitz, sOstlausitz `Vogelmiere (Stellaria media)´; liederlicher Meierch; Voglmeierch Jonsdorf

meiern swv. `betrügen, übers Ohr hauen, übervorteilen, veralbern, anführen´; vu dan luss´ch miech ne meiern; de Gemeiertn senn.

meilatche Adv. Obercunnersdorf `meine Lebtage, zeitlebens, bis an mein Lebensende, schon immer´; iech hoa meilatche gewirtlt `ich habe zeitlebens schwer gearbeitet´.

Meile f. wie litspr. altes Wegemaß unterschiedlicher Länge; RA: A Gesichte machn wie zahn (siebm) Meiln bieser Waajg.

meilern swv. swSüdlausitz, Westlausitz, Sächs. Schweiz 1. `rauchen, qualmen´. - 2. `stieben´; dr Dreck meilert ei de Hihe. Siehe auch mellern!

meinche Poss.pron. `meinige: meine´; se läte ihre Hand uff die meinche.

meineed siehe Eed!

meines Interj. Oderwitz, Ostritz (Ausruf des Bedauerns od. Erstaunens) oach meines nee! Meines hätte, wu gibbt´s denn su woaas!

Meiroan m. siehe Mairoan!

Meiß´che Seite f. Westlausitz `Meißener Seite (Westseite) der Pulsnitz´; auch Meischseite.

Meizl siehe Meezl!

Melberch m. 1. dass. wie Mellerch. - 2. Oberlichtenau `Pers., die grapscht´.

melbern swv. Jonsdorf 1. Burkau `Staub aufwirbeln, stauben´. - 2a. Wittgendorf `qualmen, starken Rauch erzeugen´; billches Kroattch melbern. - b. Wittgendorf `furzen´. - 3. Pulsnitz, Oberlichtenau `grapschen, anpacken, herumgreifen´; oabgemelbert, oangemelbert, de Mohst risch rungermelbern. Lautf.: mellern, melfern Steinigtwolmsdorf, melwern, melgern, malbern od. malwern Westlausitz, meldern Ostlausitz. Siehe auch mellern!

Melbertn f. 1. `eine alte Frau, (die altmodisch angezogen geht und Kräuter sammelt)´. - 2. `imaginäres schwatzhaftes Weib, das alles kann u. alles weiß´; de aale Melbertn. Lautf.: Melbern, Melmern, Melmertn.

Melde f. für verschiedene Arten der `Melde (Altriplex)´ u. `Gänsefuß (Chenopodium)´; Mistmelde (Spitzkunnersdorf); `lästiges Unkraut´; dr Teifl koacht Meldn `auf dem Feld wächst viel Unkraut; auch: etwas Positives wird vereitelt, etw. läuft schief´.

Melder m. °ZI Reichenau `schwere Luft, Qualm, Rauch´; a Melder leit iebern ganzn Toale.

meldern siehe melbern!

Melee-e `Melaune (Ort der Gemeinde Vierkirchen im °GR)´; ´s woar ann Tag ver dr Kirmst ei Melee-e; de Melee-er `die Einwohner von Melaune´.

melfern siehe melbern!

Melkbänkl n. `kleine Bank als Sitzgelegenheit beim Melken´. Vgl. Melkschemml!

Melkgelte f. veralt. `Gefäß in das gemolken wird´, urspr. ein Holzgefäß, aus Dauben zusammengefügt u. mit Metallbändern zusammengehalten, eine der Dauben zum Griff verlängert und mit einem Loch zum Tragen versehen´.

melkn stswv. iech melk(e), a melkt od. milkt, iech mulk od. melkte, iech hoa gemulkn od. gemelkt Westlausitz, Imp. melk od. milk! `melken´. 1. trans. wie litspr. `dem Euter eines Milch gebenden Tieres Milch entziehen´. - 2. übertr. `ausnutzen, ausplündern´; de Ferchngäste warrn gemulkn. Lautf.: malkn Zittauer Gebirge, Seifhennersdorf, Ostlausitz.

Melkschemml m. `drei- od. vierbeinige Sitzgelegenheit ohne Lehne zum Melken´. Lautf.: Malkschemml Zittauer Gebirge, Nordböhmen.

Melktoop m. veralt. mwSüdlausitz, Sächsische Schweiz dass. wie Melkgelte.

Meller m. dass. wie Mellerch.

Mellerch m. Obercunnersdorf 1a. `(Mehl)staub´. - b. `weiche mehlige Masse; Schneemehl´; uff dr Stroße is wieder a Mellerch. - 2. `Qualm, Rauch´. Lautf.: Melberch Jonsdorf, Mallerch Neusorge.

mellerch Adj. 1a. `staubig´. - b. `mehlig, weich, pulvrig´; de Autos hoann ´n Schnie mellerch gefoahrn. - 2. `verqualmt, verraucht´. Lautf.: melberch Jonsdorf, mallerch Ostlausitz.

mellern swv. 1. `Staub aufwirbeln (wie der Müller), mit Mehl bestäuben´, musst du su an Drecke mellern! - 2. `bewegen von Schneemehl oder Sand bei Krafteinwirkung, im Sande spielen´; mer gihn a bissl mallern `wir gehen in den Sand spielen´; undern Auto mellert´s aber! - 3a. `qualmen; starken Rauch erzeugen, (der niederschlägt)´. - b. `furzen´. Lautf.: melbern, meldern u. maldern Zittauer Gebirge, mallern Cunewalde, Neusorge, meilern Westlausitz, Sächs. Schweiz. Siehe auch melbern!

memm, memm Oberland, nwSüdlausitz kindl. memm, memm machn `essen´. Lautf.: mamm, mamm umg., Zittauer Gebirge.

Mengenke f. Wortspiel zu Gemenge 1. `Durcheinander, Verwirrung´; mer baun´s glei uff Oarbeit zusoamm, derheeme gäb´s sunst zu vill Mengenke.  - 2. `Aufheben, Umstände, Ausreden, Ausflüchte´; mach oack ne sicke Mengenke waajn menn Geburtstag; Ruperch mach keene Mengenke, rick se raus, de Geschenke! - 3. `Gruppe unterschiedlicher Personen´; anne ganze Mengenke lauert noa ver dr Tiere. Lautf.: Menkenke.

Menglsdurf `Mengelsdorf (Ort der Stadt Reichenbach OL im °GR)´.

mengn swv. `mengen´. 1. `mischen´; du bist mit Mengn droaa! `Du bist mit (Karten-) mischen dran!´ - 2. `beim Reden alles durcheinander bringen, irre reden´; dar aale Moan mengt aber!

Mengsl n. Ostlausitz dass. wie Oaagemenge.

menntshoalbm Adv. `meinethalben, meinetwegen; mit meiner Zustimmung, Duldung; von mir aus´. Lautf.: mennthoalbm, mannthoalbm Zittauer Gebirge, mennderhoalbm Bihms Koarle, G. Kießling, °ZI Ebersbach, meinderhoalm um Bischofswerda, Burkau, meinsderhoalm Frankenthal.

menntswaajn Adv. `meinetwegen; mit meiner Zustimmung, Duldung; von mir aus´. Lautf.: menntwaajn, mennterwaajn, meintwaajgn, meintswägn nOstlausitz.

Mensch n. `weibl. Pers.´; su a bieses Mensch; iech dummes Mensch goab´m anne Zahnmoark. Lautf.: Mentsch.

Menschheet f. `Menschenmenge, viele Menschen´; de Menschheet toat´ch vertun. Lautf.: Mentschheet.

menschln swv. 1. `Geschlechtsverkehr haben´. - 2. `mit Frauen von schlechtem Ruf verkehren´. Lautf.: mentschln. Auch menschern.

Ment m. öSüdlausitz Ostlausitz ann (langn) Ment machn `viel Wesens, Aufhebens machen´; ann Ment hoann `es um etw. sehr wichtig haben´.

Meppe siehe Mäppe!

mer 1. unbetontes Personalpronomen a. siehe iech! - b. siehe mir! - 2. Pron. `man, einer, jemand´; unbestimmt u. verallgemeinernd, sowohl eine Einzelperson als eine Vielzahl von Menschen bezeichnend; RA.: Woaas mer ne an Kuppe hoat, hoat mer ann Benn. Lautf.: ma Seifhennersdorf, moa Ostlausitz.

merderlich Adj. Wort, das zur Steigerung u. Verstärkung genommen wird `mörderlich: mörderisch´. 1. bei Subst. `groß, stark, gewaltig´; a merderlicher Plauzerch. - 2. bei V., Adj., Part. `sehr´; dar hoat merderlich gefoarzt.

Merks m. `Gedächtnis: Erinnerungsvermögen´; kenn Merks mih hoann. Lautf.: Marks.

Merrschdurf `Möhrsdorf (Ort der Gemeinde Haselbachtal im °GR)´. Lautf.: Möhrschdorf, Möhrschdurf, Mirrschdurf.

meschande (gedehntes e) Adj. umg. 1. `niederträchtig, aufsässig, unverschämt, schändlich, garstig´; sichn soischn, meschandn Leutn muss o amo a Radl an Drecke gihn. - 2. `schlecht, liederlich, verwahrlost´; dei Rickl sitt ju meschande aus. Lautf.: meschant.

meschugge Adj. Adv. umg. `verrückt, einfältig´.

Messl m. Oberland `Meißel: Werkzeug (aus Stahl), das an einem Ende keilförmig und mit einer scharfen Schneide versehen ist´; Lautf.: Messtl; Meeßtl, Meeßl übrige Oberlausitz.

messldrähnde Adj. Adv. Obercunnersdorf 1. `drahtig und hart wie ein Meißel´. 2. `(beim Spinnen von Garn) zu stark gedreht, so dass sich Knoten bilden; knotig, überdreht´ bei der Wäscheleine, die nass geworden ist. - 3a. `benommen, verworren, durchgedreht, nervös´. - b. `mannstoll, weibstoll´. - c. Ostlausitz `schlecht gelaunt, missmutig, verdrießlich, griesgrämig´. Lautf.: messl-, meeßl-, massl-, maßl-, missl-, mießl-, nessl-, nissl-, nießl- Ostlausitz, -drähtch, -drähch, -drähtsch, -dräherch, -drähnde, -drähnch, -drihertch; meeßtldrehtsch Nordböhmen, meesldrähtch Sächs. Schweiz.

Meste (kurzes e) f. 1a. `Behälter´ meist für Salz od. Mehl, ein Kasten od. halbrundes Tönnchen mit Deckelklappe, an der Wand, aus Holz, Steinzeug od. Zinn; Mahl-, Saalzmeste. - b. `künstlicher Nistkasten für Singvögel´; Meesn-, Stoar-, Voglmeste. - 2. übertr. veraltet `weibl. Person´; Saalzmeste `Patin als Ehrenmutter, Mutterstellvertreterin, Züchte auf einer Altoberlausitzer Hochzeit, die neben der Braut saß, als die Eltern noch nicht mitfeiern durften´.

meterch Adj. `Meter lang´; zahnmeterch, anne dreißchmeterche Schnure.

Mettlboach `Mittelbach (Ort der Gemeinde Großnaundorf im °GR)´; de Mettlbächer od. Mittlbächer `die Einwohner von Mittelbach´. Lautf.: Mittlboach.

Meuchlch m. Steinigtwolmsdorf, Frankenthal `Tierquäler´.

meuchlch Adj. nwSüdlausitz, sWestlausitz `heimtückisch, niederträchtig, gemein´; a meuchlcher Karle.

meuchln swv. Steinigtwolmsdorf, Frankenthal `(Tiere) schinden, quälen´.

Michl m. Kurzform `Michael´. 1. `Erzengel Michael´. - 2. `Tag des Erzengels Michael´ (29. September); Michl doarf mit backn, aber ne mit assn (wenn die Kirmes am Montag nach dem 29. September beginnt). - 3. männl. RN.

Micheele m. `Tag des Erzengels Michael (29. September)´. Lautf.: Michaeele.

Micke f. `Mücke´. 1. wie litspr. eine Insektart; RA: de Micke machn `sterben´. - 2. Millermickn allg. `Ungeziefer´. - 3. anne Micke `etw. Kleines, Winziges, Kurzzeitiges, ein kleines bisschen, ein klein wenig´; woarrt oack anne Micke! `Warte nur ein ganz klein wenig!“ Um eine Übertreibung bloß zustellen, antwortet man: „Doaas gleebst de ne, woaas su anne Micke fer Fett hoat!“
Micke f. Dim. Mickl u. Muckl Kosename `kleine u. junge Tiere, bes. kleine Ziege, kleines Mädchen´; Mickl, Mickl bis oack stille! (Ostlausitz), Ziegnmickl, Hoasemuckl `kleines Kaninchen´, kumm oack, meine Micke! `Komm nur, mein Töchterlein!´. Lautf.: Miekl sWestlausitz.
Micke ohne Genus, veralt. f. `Mücka (Ort u. Gemeinde im °GR)´; mer loofm noa Micke; de Mickschn `die Einwohner von Mücka´.

mickerch Adj. umg. `mickerig´. 1. `unscheinbar, verkümmert, unterentwickelt, schwach, zurückgeblieben´ Ost- u. Westlausitz, in den Südlausitzer Mdaa. meist hieferch; deine Soaloatpflanzl senn aber mickerch. - 2. `unpässlich, unwohl´.

mickern swv. Westlausitz 1. `kränkeln, verkümmern, schlecht wachsen u. gedeihen´. - 2. `kichern, verhalten lachen´. Siehe auch muckern!

Mickl n. siehe Micke!

mickl-mickl! Interj. Steinigwolmsdorf Lockruf für junge Ziegen.

Micklmilchmauke f. selt. `Kartoffelbrei mit Ziegenmilch´.

Micknhoin `Mückenhain (Ortsteil der Gemeinde Horka im °GR)´; de Micknhoajner od. Micknhoajner `die Einwohner von Mückenhain´. Lautf.: Micknhoajn, Mickehoajn.

miech Personoalpron. `mich´, siehe iech!

Miedcht f. Niedercunnersdorf, Ruppersdorf, Neukirch `Müdigkeit´; ver Miedcht uffs Koanepee gihn. Auch Schlufferchkeet.

Mied(e)brenche siehe Mitbrenche!

Miedewuche f. `Mittwoch´; iech kumm dch zer ( a dr, uff de) Miedewuche besuchn; Krumme Miedwuche `Mittwoch in der Osterwoche´. Lautf.: Mietwuche, Mierdewuche Oberlichtenau, Mietewuche Ostlausitz Queis, Mittch m. Neusorge.

miefch Adj. umg. `miefig: stinkend, stickig´.

mieglch siehe meeglch!

Mieglchkeet f. siehe Meeglchkeet!

mieglchst siehe meeglchst!

miegn unrelm. Verb. `mögen´; iech moagg, du moaggst, a moagg od. mug (Hinterhermsdorf) od. mag (Nordböhmen), mer miegn, ihr miegt, se miegn, iech mucht(e), du muchtst, a mucht, mer muchtn, ihr mucht, se muchtn, iech hoa gemucht, Konj.: iech mecht(e), du mechtst, mer mechtn. 1. `können´; wu dar oack steckn moagg? - 2. `dürfen´; assn und trinkn moaggst de, oack eisteckn doarfst de nischt! - 2. `sollen´; die miegn oack bezoahln! - 3. `müssen´; de Stroße mechte o gekuhrt warn. - 4. `wollen´; war ne moagg, dar hoat schunn; iech mechte ne wissn, woaas doaas gekust hoat; mer miegn ne. - 5. `würden´; wenn mei Moan ne su schnoarchn mechte, kennt´ch besser schlofm. - 6. `jmdn., etw. gern haben´; Maajdl, iech moagg dch `ich liebe dich´, woaas, ihr hoat die gude Mauke ne gemucht? Lautf.: miechn Seifhennersdorf, Hinterhermsdorf, miengn Westlausitz.

Miele f. Südlausitz `Milbe´.

Miene f. Dim Mienl öSüdlausitz, Ostlausitz `Mieze, Katze´.

Mienze f. (Kombination von Miezl u. Mienl) nOstlausitz um Rietschen u. östlich der Neiße `Mieze. Katze´.

Mienzl n. Dim. von Mienze 1. Rietschen `Fussel (am Kleid)´. - 2. nur im Pl. Diehsa `lockeres, krauses Nackenhaar beim Mann´. - 3. Daubitz, Rietschen `Rohrkolben´.

miere Adj. siehe mirbe!

Mierschl siehe Märscher!

miescherch Adj. 1. Ober- u. Niedercunnersdorf `unklar, meliert, genoppt, oberflächlich od. farblich unruhig (Stoff, Papier, Haar), ungleichmäßig gefärbt od. beschaffen, mit Farbschlieren versehen, gesprenkelt´, häufiger gemieschert. - 2. Seifhennersdorf, Kemnitz, Rietschen `kränklich, schwächlich´. Lautf.: mieschrich.

miesepieperch Adj. 1. Frankenthal, Bühlau `kränklich. leidend´. - 2. Dürrhennersdorf, Ohorn `grillig, schlecht gelaunt, verdrießlich´.

mieserch Adj. nwSüdlausitz, sWestlausitz 1. `kränklich, elend, blass´. - 2. `dürftig, kümmerlich, zurückgeblieben´. Lautf.: miescherch Ostlausitz.

Mietschl n. veralt. 1. kinderspr. `Katze´. - 2. Obercunnersdorf, Oberlichtenau `Weidenkätzchen; graugrüne, walzenförmige Blütenstände der männlichen Salweide (Salix caprea)´. - 3. Oberlichtenau `Blütenkätzchen des Haselnussstrauches´. - 4. Oberlichtenau `(weibl.) Kälbchen´. Formen.: Meitschl, Meetschl Steina, Muhtschl, Muttschl.

Mietwuche, Mietewuche siehe Miedewuche!

miez miez Interj. Lockruf für Katzen.

Mieze f. Kosewort `Katze´; Miezeoma `Großmutter, die Katzen hält´; alte Form Mietschl.

Miezekoatze f. 1. Kosewort `Katze´; Weberreim: Unse aale Miezekoatze, woas fer schiene Tage hoat se, brauch ne spinn und brauch ne weefm, brauch o keene Butter keefm, muss o keene Steuer gan, brauch oack immer uff´s Mäusl sahn. - 2. übertr. Kosename für weibl. Person, `Liebling, Schätzchen´; wie wärsch´n mit ann Schmatzl, mei sisses Miezekatzl?

Miezl n. 1a. Dim. von Mieze `Kätzchen´; na kumm oack mei Miezl! Sprichwort: Du musst immer ´s Katzl Miezl heeßn. - b. siehe Muhzl `Kuh´! - 2. übertr. Kosename für eine weibl. Person, `Liebling, Schätzchen´. - 3a. Weidenkätzchen; graugrüne, walzenförmige Blütenstände der männlichen Salweide (Salix caprea)´. - b. `Haselnussblüte´. - c. `Ackerklee (Trifolium arvense L.)´, weich behaarte, wollige Blütenköpfchen. - 4a. `Fussel am Kleidungsstück´. - b. `Staubflocke, wie sie auf dem Fußboden liegt; abgeriebener Kurzfaseranteil´; woaas undern Bette wieder fer Miezl- od. Muhzlzeug leit. - c. Niedercunnersdorf `Pollen der Pappel´. - 5. Pl. Lawalde, Leutersdorf `Haare, Barthaare´. - 6. Anton dass. wie Meesl, Meeßl, Meezl. Lautf.: Pl. Miezln Steina.

miezlch Adj. `behaftet mit abgeriebenen Wollflocken, Flaumfedern od. abgeriebenen Fasern´, Lautf.: muhzlch Obercunnersdorf, Cunewalde.

Miezlklie m. Bautzen `Ackerklee, Hasenklee (Trifolium arvense L.)´. Lautf.: Miezl-, Mietschl-, Meizl-, Meezl-, -klie, -klee.

miezln swv. `kleine Federn u. Staubflocken hervorbringen u. aufwirbeln, kurze Fasern vom Faden abreiben, Fasern absondern (Kleidung)´; iech brauch ann neun Schwitzer, dr aale miezlt su! Lautf.: muhzln msSüdlausitz.

Miezltee m. Ohorn, Zodel `von den Blütenköpfen des Ackerklees (Trifolium arvense L.) bereiteter Tee gegen Durchfall u. Blasenleiden´, auch Mietschl- od. Maizltee. Vgl. Speimaizl!

Miffl n. `kleiner Muff´. 1. `gefütterte Pelzrolle, in die von links u, rechts die Hände gesteckt werden´. - 2. `wollener, gestrickter Pulswärmer´; mdal. auch Stitzl.

miffln swv. selt. verstr. `mit vollen Backen kauen, ausgiebig u. mit Genuss essen´; miffln oack ne su rei! Lautf.: muffln.

mih Adv. `mehr´; in verneinenden Sätzen: `ferner, weiter, länger, wieder´; iech weeß nischt mih; kumm ja ne mih zu mir! Iech war ne mih! `Ich bin sprachlos´. Häufig Verwendung in der Bedeutung wie miher. Lautf.: meh Hinterhermsdorf.

miher unbest. Zahladj., Adv. Süd-, West- u. Ostlausitz `mehr´. 1. unbest. Zahladj., Komp viel; gestern senn schunn vill Leute uff´m Schissn gewast, aber heute senn´s noa miher; iech hoa genungk gesuffm, miher vertroi´ch ne. - 2. Adv. `in stärkerem Maße, häufiger, öfter`; de Weibsn gihn miher a de Kirche oas de Moannsn. - 3. als komparativisches Gradadj. iech bie miher fer´sch Trinkn oas wie fer´sch Assn. - 4. `darüber hinaus´. Lautf.: meher umg., mih nwSüdlausitz, mihre söSüdlausitz, Spitzkunnersdorf, mihrer sSüdlausitz.

miherlä unbest. Zahladj. `mehrerlei, mehrere(s) von verschiedener Art´. Lautf.: miherlee; de Mutter bäckt zer Kirmst miherlä Kuchn.

Mihle f. `Mühle´. 1. `durch Wasser, Wind od. Motorkraft betriebene Anlage zum Zermahlen´; Älemihle, Schrutmihle, Mihlradl. - 2. übertr. abwert. `Fahrrad, Fahrzeug, Maschine´; Tratmihle, Weibermihle `Riesenrad´.

Mihlrose ohne Genus `Mühlrose (Ort der Gemeinde Trebendorf im °NOL)´.

Mihlschner m. Süd- u. Ostlausitz `Müllergeselle, oberster Mühlknappe´; Lautf.: Mihlscher.

mihlteebsch Adj. Hirschfelde `vom Mehltau befallen´; de Kirschn sein mihlteebsch.

Mihltoo m. Niedercunnersdorf, Großhennersdorf, Seifhennersdorf `Mehltau: mehlartiger, weißlicher Überzug auf Pflanzen, der aus dem Geflecht parasitischer Pilze entsteht (Pflanzenkrankheit)´.

mihre, mihrer siehe miher!

mihrscht unbest. Zahladj. bes. Ostlausitz, Hintere Sächsische Schweiz `meist´; de mihrschte Zeit bie´ch underwaajgs; de mihrschtn Leute soitn ne ja und ne nee. Lautf.: mehrscht.

mihrschtns Adv. Großschönau,  Ostlausitz `meistens´. Lautf.: mehrschtns Obercunnersdorf, Neukirch, Sächs. Schweiz.

mihrschtnteels Adv. Zittauer Gebirge, Ostlausitz, Nordböhmen `meistens´. Lautf. mehrschtnteels.

Milchbroanz m. Dim. Milchbränzl Westlausitz `Milchhaut´. Vgl. Bränzl!

Milchbruder m. veralt. `eine zur Bezugsperson in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis stehende männl. Pers., die von derselben Frau (Amme) gestillt wurde´.

Milchbrutl n. `rundes Brötchen, dessen Teig aus Weizenmehl, Milch, Zucker u. etw. Fett od. süßem Hefeteig besteht´.

Milchbutte f. `Milchkanne´.

Milchdistl f. verstr. 1. Süd- u. Westlausitz `Gänse- od. Saudistel (Sonchus oleraceus L.)´, benannt nach milchigem Saft. - 2. übertr. Lauba, Lomske `Löwenzahn´.

Milcheigebroackte n. °BZ Sohland, Gröditz, Frankenthal, Polenz `Milcheingebrockte: Mittagessen aus kalter Milch u. eingebrockten Semmelstückchen´. Lautf.: Milcheingebroackte, Melcheingebroackte Westlausitz. Auch Sammlmilch.

milchern Adj. `Milch, Fischsamen enthaltend´; a milcherner Harch `ein männl. Hering´.

Milchkoanne f. `Milchkanne: großes Gefäß aus Metall zum Aufbewahren u. Transport von Milch´.

Milchkriegl n. Dim. von Milchkrug `Gefäß zum Milchholen´.

Milchloappe f. Prachenau, Kolm, Särichen, Daubitz `Milchhaut´.

milchn swv. siehe milkn!

Milchleute f. `Kunden, die beim Bauern regelmäßig Milch und Butter holen´.

Milchplätsche (kurzes ä) f. `große, flache Tonschüssel, in der die gemolkene Milch zur Rahmgewinnung aufgestellt wurde´. Auch Milchreinl od. Milchrendl.

Milchreinl n. Beiersdorf, °NOL Horka, Spree `große, flache Tonschüssel, in der die gemolkene Milch zur Rahmgewinnung aufgestellt wurde´. Lautf.: Milchrendl Obercunnersdorf, Lawalde.

Milchrendl n. siehe Milchreinl!

Milchsamml f. `Semmel, deren Teig mit Milch angerührt wird´.

Milchschwaster m. veralt. `eine zur Bezugsperson in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis stehende weibl. Pers., die von derselben Frau (Amme) gestillt wurde´.

Milchseechtch n. siehe Seechtch!

Milchseeger m. Hörnitz `Tuch od. Sieb, durch das man die frisch gemolkene Milch goss, um sie zu reinigen´. Siehe auch Seechtch!

milkn stv. trans. u. intrans. Steina, Nordböhmen `melken´; de Bauerschfrooe milkt de Kuh, de Kuhe milkt `die Kuh gibt Milch´. Lautf.: milchn.

Miller m. `Müller´. 1. wie litspr. - 2. übertr. verstr. `Maikäfer, der mit weißen Härchen bedeckt ist´.

Millerchl n. °BZ Sohland `Müllerchen: Zaungrasmücke (Sylvia curruca)´, auch Kleene Groashitsche Großschönau, Kleene Groasmicke Crostau, Hausgroasmicke Schirgiswalde. Lautf.: Millerchn Kreba.

Millermicke f. meist Pl. Millermickn, nur in Kinderreimen belegt `Ungeziefer´.

millern swv. Bertsdorf, Ohorn, Rietschen, Gröditz 1. `rieseln, rinnen (körnige od. pulvrige Substanzen)´. - 2. Niedercunnersdorf, Frankenthal, Gröditz `etw. durch eine Maschine drehen, Kaffee mahlen´; durchmillern. - 3. Niedercunnersdorf `Größentrennung durch Sieben´.

minander Adv. `miteinander´. 1. `einer mit dem anderen, untereinander´; die senn preißsch (böse) minander. - 2. `zusammen, gemeinsam´; gunn Tag minander. Lautf.: miednander, minanner öKürzung.

Minch (kurzes i) m. `Mönch´; a bihmscher Battlminch `bettelnder Mönch aus Böhmen´, Minchskanzl.

Minchswaale `Mönchswalde (Ort der Gemeinde Obergurig im °BZ)´; de Minchswaaler `die Einwohner von Mönchswalde´, dr Minchsturm is uff´m Minchswaaler Barg. Lautf.: Menchswaale.

Mine f. weibl RN, Kurzform zu `Wilhelmine´ od. `Hermine´, Dim. Minl; RA: Hirrscht de Mine, find´ch oack rei!

Minna f. 1. weibl. RN. - 2. in der Wendung zer Minna machn `abkanzeln, erniedrigen, abwertend beschimpfen´. - 3. umg. griene Minna `Wagen der Polizei, um Häftlinge zu transportieren´.

mir Personalpron. 1. Pers. Pl. `wir´; betont: Ihr woarrd noa ne uff`m Rutsteen? Aber mir! Mir nischt, dir nischt `ohne triftigen Grund´; unbetont: Wenn mer (gespr.: wemmer) itze gihn, kumm mer noa zeraajchte; mer loofm heute a Stickl; gih mer oder gih mer ne? Lautf.: betont bir nOstlausitz, unbetont ber nOstlausitz, Schlesien. Dat. u. Akk. betont uns; kummt oack zu uns! Lautf.: ons Westlausitz, ins nOstlausitz Schlesien, a kimmt zu inse Neusorge. Dat. u. Akk. unbetont: ´ch Südlausitz; mir zwee beedn miegn´ch `wir beiden mögen uns´, doaas keef mer´ch `das kaufen wir uns´.

Mirakl siehe Murakl!

mirbe Adj. `mürbe: weich, zart, locker (etw. Essbares), morsch´. Lautf.: miere veralt., murbe, mirwe, murwe; merwe, marwe, moarwe Westlausitz.

mirrsch Adj. `mürrisch´. Lautf.: murrsch Seifhennersdorf ; in der Südlausitz häufiger odersch.

missfällch Adj. `missfällig: nicht gefallend, unangenehm´; dar diche Diskur is mer missfällch.

missginnsch Adj. `ichbezogen, anderen nichts Gutes gönnend, neidisch´.

missn unregelm. V., Modalverb `müssen´; Präs.: iech muss, du musst, mer missn, ihr misst; Prät.: iech misst(e), du misst, mer misstn `wir mussten´; Perf.: iech hoa gemusst. 1. die Notwendigkeit eines Tuns od. Geschehens ausdrückend; is Nubbermaajdl misste heiroatn. - 2. eine Aufforderung ausdrückend; iech muss uff de Pulezei. - 3. `dürfen´ (verneint); doaas hättst de missn ne derzähln! Misst´ch diech ne kenn! - 4. die hohe Wahrscheinlichkeit eines Sachverhaltes ausdrückend; die muss doa gesturbm senn! - 5. ausdrückend, dass etw. wünschenswert ist; mer misstn an Luttoe gewinn!

Mist m. 1a. `Stalldünger´; RA: Doaas is ne uff dann senn Miste gewachsn `das hat jmd. anders gesagt, erfunden od. bewerkstelligt´; Sprichwort: Kleevieh macht o Mist. - b. `etw. von Wert´; RA: jeds Stäubl od. Steebl zu Miste machn `aus allem Geld machen´. - c. `Misthaufen´; die faulchn Abern kumm uff´m Mist. - 2. umg. abwert. `etw. Schlechtes, Dummes´; mach kenn Mist! Misthund. Lautf.: Mest Westlausitz.

Mistbeckl n. `Mistböckchen´; RA: Wenn eine männl. Person zwischen zwei weibl. sitzt od. geht, sagt man: A Mistbeckl zwischn zwee Rusnsteckl.

mistch Adj. `mistig: voller Mist, sehr schmutzig, sehr schlecht´; mistches Water.

Mistgoabl f. `Mistgabel: drei- od. vierzinkige Gabel, um Mist auf- u. abzuladen´.

Misthokn m. `Misthaken: eisernes Gerät mit mehreren rechtwinklig vom Stiel abstehenden Zinken zum Zusammenkratzen des Stallmistes und zum Herunterziehen des Mistes vom Wagen auf dem Feld.´

Misthupper m. harmloses Schimpfwort `Misthüpfer: schmutziger, frecher Junge´.

Mistkricke f. `Mistkrücke´. 1. `hölzerne Stange mit rechtwinkelig daran befestigtem Querbrett, um den Mist im Stall zusammenzukratzen´. - 2. Schimpfwort.

Mistlooch n. dass. wie Mistluhsche `der Sammelplatz für den Mist auf dem Bauernhof, flache Vertiefung für Mist´; du tunkst wull jedes Mistlooch aus.

Mistpfitznkrabs m. harmloses Schimpfwort `Mistpfützenkrebs´. Lautf.: Mistfitznkrabs mnOstlausitz.

Mistroaber f. °ZI, um Görlitz `einrädriger Karren zum Befördern von Mist´.

Misttrater meist im Pl. `Misttreter: Arbeitsschuhe für den Stall´.

mit 1. als Adv. `neben anderem; neben, zusammen mit anderen´; iech hoa´s Obmassn glei mit´n Mittchassn gekoacht. - 2. als Adverbialpartikel in unfesten Verbzusammensetzungen, eine Gemeinsamkeit, ein Mit- od. Nebeneinander ausdrückend; mitkumm, mittekumm od. miedekumm; mitnahm, mitkinn; iech gih as Äberdurf, kimmst de mitte? - 3. als Präp. mit Dat.; de Kirschn mit´n Drecke assn, de Kirschn mi´n Drecke assn, de Kirschn mied´n od. meed´n Neugersdorf, Neukirch, Weifa od. mee´n Pulsnitz Drecke assn. Lautf.: mitte, miede, meede; miet Neukirch, met Westlausitz.

mit woaase `womit´; mit woaase (od. woaas´n) wull mer´n foahrn?

Mitbrengche f. 1. `Mitbringsel, kleines bei Besuchen od. von der Reise mitgebrachtes Geschenk (im Einbindetuch)´. - 2. `Aussteuer´. Lautf.: Mied(e)brengche, Mittebrengche.

Mitbrengsl n. Burkau dass. wie Mitbrengche. Lautf.: Mittebrengsl, Mied(e)brengsl.

Mitgevoatter m. Niedercunnersdorf, Bertsdorf `Pers., die mit anderen Personen zusammen Pate steht´.

mitnahm stv. Konjug. siehe nahm! 1a. wie litspr. `etw., jmdn. mit sich nehmen´; trink mer noa ees, mer koann´ch eemol nischt mitnahm (ins Grab)! Wenn de zer Grußemutter gist, nimm is Klintsche (`das kleine Geschwisterkind´) mitte! - b. allg. `(beim Skatspielen) einen Stich machen´; Pfutn weg, dann nahm iech mer mit! - c. umg. `(im Vorbeigehen) etw. einkaufen´. - d. umg. `stehlen´. - 2. `eine sich bietende Gelegenheit nutzen´; zun Voatertage wird jede Kneipe mitgenumm. - 3. `in der Fügung woaas nimmt enn mit `etw. setzt jmdm. körperlich od. seelisch zu´; dar Karle od. doaas Spielzeug sitt mitgenumm aus.

mitsachtn siehe sachte!

mitsoamtcht Präp. `mitsamt, zusammen mit´, verstärktes `mit´; de Harzchn is mitsoamtcht´n Gelde vu derheeme oabgeruckt. Lautf.: mitsoamcht, soamcht, mitsoamtch, soamtch °ZI Ebersbach, mitzoamtcht, zoamtcht, mitzoamcht, zoamcht, mitzoamtch, zoamtch Spitzkunnersdorf, mitsoamst West- u. Ostlausitz.

Mittch m. `Mittag´. 1a. `Zeit um die Mitte des Tages, (etwa) 12 Uhr´; RA: A oarbeit oack vu zwelfm bis zu Mittche. - b. `Mittagspause´; mer machn Mittch. - c. `Mittagessen´; RA: Nischt zu (od. ze) Mittche - Hunger an Bittche. - 2. `Süden´; de Sunne stitt an Mittche. Lautf.: Mittsch, Mettch Westlausitz.

Mittch m. Neusorge `Mittwoch´. Siehe auch Miedewuche!

Mittchassn n. `Mittagessen´.

Mittchlautn n. veralt. `Mittagsläuten: Geläut der Kirchenglocken zur Mittagszeit als Zeichen für die Mittagspause´.

Mittchmohst f. `Mittagsmahlzeit, Mittagessen´. Lautf.: Mittchmohlst.

Mittchschlof m. `Mittagsschlaf´.

Mitte f. veralt. Obercunnersdorf, Seifhennersdorf `Miete´; die wohn oack zer Mitte. Ausspruch nach dem Pupsen: Oalls woaas keene Miete zoahlt, muss raus! Lautf.: Miete.

Mittebrengche f. siehe Mitbrengche!

Mittebrengsl n. dass. wie Mitbrengche.

Mitter m. selt. `Mieter; Person, die für die Nutzung eines Hauses, einer Wohnung od. anderer Räumlichkeiten einen Geldbetrag bezahlt´. Lautf.: Mieter.

Mitterchl n. (Dim. von Mutter) `Mütterchen´, siehe Mutter!

Mittfrooe f.. veralt. `Mietfrau: Gesindevermittlerin, die gewerbsmäßig Personal (aus der Stadt bis ca. 1918 für die Landwirtschaft) beschaffte´. Lautf.: Mitt-, Miet-, -frooe, -froo, -froaa, -frau.

Mittlboach siehe Mettlboach!

Mittldurf n. `mittlerer Teil des Dorfes´.

Mittlecke f. `mittlerer Teil des Dorfes´.

Mittlknaajcht m. `Mittelknecht: Knecht, der in Alter u. Zahl der Dienstjahre zwischen Groß- u. Kleinknecht steht´.

Mittlkuchn m. Hirschfelde, Ohorn `Mittelkuchen: billiger Kuchen aus einem Mehl mittleren Ausmahlungsgrades´. Lautf.: Mittlkuche.

Mittlmahl n. `Mehl mittleren Ausmahlungsgrades´.

Mittlmoajd f. `Magd, die in Alter u. Zahl der Dienstjahre zwischen Groß- u. Kleinmagd steht´. Lautf.: Mittlmoid, Mittlmoad Sächs. Schweiz.

Mittlrändl n. dass. wie Destlreen.

Mittlst f. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach, Neugersdorf, Jonsdorf `Mitte´; a dr Mittlst durchschneidn.

mittlst Adj. 1. `inmitten, mitten darin od. darauf befindlich´: mittlst a dr Prädcht ging´s Geschnoarche lus; a dr mittlstn Wuche gihn die aus. - 2. `in der Mitte zwischen zweien, mehreren befindlich´; iech will ne ´n linkn und o ne ´n raajchtn Eemer, iech will ´n mittlstn. Lautf.: mittl, mittler.

Mittlt f. Niedercunnersdorf, Lawalde, Cunewalde, Schirgiswalde, West- u. Ostlausitz `Mitte´; iech gih besser a dr Mittlt.

Mittlteel m. n. `Mittelteil´; unse Kirche hoat a gruß Mittlteel und zwä kleene Seitnteele `unsere Kirche hat ein großes Mittelschiff und zwei kleine Seitenschiffe´.

Mittltiere f. `Zwischentür im Oberlausitzer Haus, die das Haus (Hausflur) mit der Hoalle (Hinterhaus) oder mit der Oaabeseite (Abseite) bzw. dem Oaaschieblch verbindet´.

mittn swv. `mieten´. 1. `gegen Bezahlung Nutzungsrechte erwerben´; iech hoa mer a Auto gemitt; iech war wull anne Koammer mittn. - 2. `gegen Bezahlung vorübergehend Personal in einem landw. Betrieb beschäftigen´; a Ustermaajdl mittn; dr Raajnvogl schrie: "Bauer, mitt miech!"

Mittnd f. Ostlausitz, Nordböhmen dass. wie Mittlst.

Mittzins m. Schlesien `Wohnungsmiete´.

Mittsleute Pl. Ostlausitz `Mieter´. Lautf.: Mietsleute.

Mitttoaler m. veralt. Ost- u. Westlausitz `Miettaler: ein Silbertaler (3 Reichsmark), der sofort nach Absprache eines Gesindedienstverhältnisses vom Dienstherrn dem Knecht, der Magd od. dem Dienstboten unabhängig vom Lohn ausgezahlt wurde u. zum vereinbarten Dienstantritt verpflichtete´. Lautf.: Miettoaler.

Mitze f `Mütze´; Saakmitze, Dächlmitze; do is mer´sch eene Mitze, do wog´ch amol woaas droaa `da ist es mir egal, da gebe ich für eine Anschaffung etw. aus´.

mitze Adv. Spitzkunnersdorf `egal, gleichgültig, schnuppe´, in der Wendung mitze sein; oalls ander woar´n mitze. Vgl. mitzn!

mitzn swv. Süd- u. Westlausitz enn woaas mitzn `nicht auf den Wunsch eines anderen eingehen´, uff woaas mitzn `auf etw. pfeifen, verzichten´; iech mitz dr druf.

Mitzndächl n. Hirschfelde `Mützendach: Mützendeckel, schützender Schirm einer Mütze´.

Mitznzippl m. 1. `Mützenzipfel´. - 2. übertr. scherzh. `von 1815 bis 1945 der südlich und östlich von Zittau gelegene Teil der sächsischen Oberlausitz´, heute größtenteils zu Polen gehörend; de Mitznzippler `die Bewohner von Reichenau und Umgebung und die des Zittauer Gebirges´.

mo (gedehntes o) siehe mol!

Moaatschn m. `Matschenberg (zur Gemeinde Cunewalde gehörender Ortsteil von Weigsdorf-Köblitz im °BZ)´; die wohnt an Moaatschn.

moadch Adj, `madig´. 1. `von Maden befallen´. - 2. enn moadch machn `jmdn. schlecht machen, herunterputzen´.

Moade f. wie litspr. `Made´; Schelte für einen faulen Menschen: Du wirscht noa Moadn heckn!

Moajd f. Pl. Maajde, Made od. Marde `Magd´. 1. `dienende weibl. Person in einer Bauernwirtschaft, meist für schwere Arbeiten im Stall u. auf dem Feld´; Gruß- od. gruße Moajd, Mittelmoajd, Klee- od. kleene Moajd;  dann reichn Bauernjungn heiroat´ch ne, uff dann senn Gutte wär´ch oack anne billche Moajd. - 2a. Aale Moajd Nordböhmen `Nachtfalter´. - b. Aale Moajd Großschönau, Nordböhmen dass. wie Wiesnschnoarre, weil der Vogel immer Knaajcht Knaajcht schreit. - c. Faule Moajd Schlesien `Wachtelkönig´; `Käuzchen´ Gebelzig. Lautf.: Moid; Moad u. Moard Zittauer Gebirge, Westlausitz.

Moalestche siehe Mulestche!

Moaleste dass. wie Mulestche!

moalkern swv. `etw. (kräftig) mit den Händen bearbeiten, drücken, kneten, wälzen, langsam u. lange kauen´; de Renkhofm (eine Frau Hofmann, die Gelenke einrenkt) hoat miech ganz schiene durchgemoalkert; lang oack a de Titte und moalker dir woaas Sisses raus! rimmoalkern. Lautf.: moalgern.

Moallderch siehe Mootwurf!

moaloadche (erste Silbe kurz, zweite Silbe gedehnt) Adj. `malade: vorübergehend unwohl, unpässlich, matt´. Lautf.: maladche Jonsdorf, maladsch °ZI Reichenau.

moaloade dass. wie moaloadche.

Moallier n. `Malheur: Pech, Panne, Missgeschick, Unglück´.

moaltretiern swv. veralt. Niedercunnersdorf `jmdn. quälen, misshandeln, schinden´. Lautf. moaltriern, maltriern, mältriern.

Moamang (kurzes oa) m. `Moment, Augenblick´; fer´n irschtn Moamange bie´ch Tuds derschroackn. Lautf.: Moamangk.

moampm (kurzes oa) swv. söSüdlausitz, Ostlausitz `gierig essen u. dabei mit vollen Backen kauen´. Lautf.: moampfm.

Moan (gedehntes oa) m. `Mann´, Pl. Manner od. Moannzn, Dim. Mannl. 1. `erwachsene männl. Pers.´ - 2. `Ehemann´; mei Moan hoat oack ´n Fußboall an Kuppe; mit menn Moanne (kurzes oa) is nischt lus; Neckvers: Wenn ich oack ann Moan hätt, wenn´r o kenn Zoahn hätt, wenn´ch´n misste´s Assn käun, wenn´ch´n misste schluffm troin, ging´r uff zwee Benn o loahm, ´s wär aber doa a Moan. - 3. Gestalt des Volksglaubens; schwoarzer Moan, Poplmoan, Woassermoan; dir macht´s wull Mannl vier. - 4. als Dim. Bezeichnung für kleinere männl. Tiere; iech hoa zwee Fischl geschankt krigt, a Mannl und a Weibl. - 5. figurative Nachbildungen von Menschen, meist Dim.; Zucker-, Pfafferkuchn-, Reechermannl. Lautf.: Moann Westlausitz.

moanch Pron., attr. u. subst. gebraucht für eine unbest. Anzahl aus einer größeren Menge; moanch enner is an Kriege gebliebm, moanchs Maajdl, mer hoann moanchs minander gemacht, moancherlee. Lautf.: moich West- u. Ostlausitz.

moanchmol Adv. `manchmal, zuweilen, hin u. wieder´; ´s kimmt moanchmol anderscher. Lautf. moanchmo; moinchmol öKürzung, moichmo(l) West- u. Ostlausitz.

Moandoat n. `Mandat: Erlass, Auftrag, Vollmacht´; Strofmoandoat `Strafzettel´.

moaniern siehe moariern!

Moannsleute f. Pl. `Männer´.

Moannsn siehe Moannzn!

moannsndrähnde Adj. Frankenthal, Großröhrsdorf (Obersächs. Wb.) `mannstoll´.

Moannsvulk n. Pl. Moannsvelker  1. `die (anwesenden) Männer, das männl. Geschlecht´, abwertend. - 2. `ein Mann´. Lautf.: Moannzvulk.

Moannzerch m. Bretnig `Mensch, der sich ohne festes Ziel beschäftigt´. Lautf.: Moannserch Burkau. 

moannzern swv. nwSüdlausitz, sWestlausitz `herumhantieren (Kleinkind); sich ohne festes Ziel u. ohne Sinn beschäftigen; langsam arbeiten, trödeln´; luss´n oack moannzern, do is´r winngstns ruhch! Lautf.: moannsern Burkau.

Moannzn n., meist im Pl., leicht abwertend `Mann´; doaas Moannzn treibt´ch rim; de Moannzn senn oalleene gegangn. Lautf.: Moannsn.

moannzn swv. Wehrsdorf dass. wie moannzern.

moanschch (kurzes oa) Adj. `matschig: zerdrückt, schmierig´; de Himmbärn senn moanschch wurn.

Moansche (kurzes oa) f. `Matsch´. 1. `schmieriger Straßenschmutz, weicher Dreck, Morast, tauender Schnee´, durch de Moansche wotn. - 2. `lang anhaltender Regen´. - 3a. verstr. `nicht durchgebackener Kuchenteig´. - b. `breiige Speise, gequetschtes Obst´. Lautf.: Moantsche.

moanscherch Adj. Oderwitz dass. wie moanschch; moanscherche Tumoatn. Lautf.: moantscherch.

moanschn (kurzes oa) swv. 1. `mit etw. unordentlich od. verschwenderisch umgehen´; moansch oack ne su an Assn rim! - 2a. `mit Wasser spielen od. mit einem dickflüssigen Medium wie Erdbrei spielend kneten´. - b. `zugleich regnen und schneien´; guck oacke, wie doaas draußn moanscht! Lautf.: moantschn.

Moanschriet m. `Schritt eines Mannes´ übertr. auf die Zeitspanne der Tageslichtzunahme bei Jahresbeginn: Irscht a Hoahntriet (Zeit vom 25.12. bis 06.01), derno a Moanschriet (Zeit vom 06.01 bis 02.02). Lautf.: Moannschritt.

Moanschwater n. `Matschwetter: Wetter mit nassem Schnee od. Regen´. Lautf.: Moantschwater.

Moarcht m. `Markt´. 1. `zu feststehenden Zeiten an best. Orten, meist auf Marktplätzen stattfindender Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs, die in Buden u. an Ständen ausgelegt sind´; Wuchemoarcht, Weihnachtsmoarcht; zu Moarchte gihn `auf den Markt gehen, um einzukaufen; Waren auf den Markt bringen, um sie zu verkaufen´. - 2. übertr., abwert. `Kram, Gerümpel´; dan aaln Moarcht schmeiß mer a de Tunne; iech hoa menn Moarcht zusoammgepackt `ich habe meine sieben Sachen zusammengepackt´. - 3. übertr. `überall ausgebreitete Sachen, an Stellen gelegte Dinge, wo sie nicht hingehören´; räum denn Moarcht vun Tische, mer wulln assn! - 4. übertr. `viel Gerede um nichtige Dinge´; hoa ne su ann Moarcht waajn dan aaln Rickl. - 5. `Marktplatz´; ieber´n Moarcht loofm. Lautf.: Moart öKürzung, Ohorn, Königsbrück, Steina, Schwepnitz.

Moarchthennerschdurf siehe Grußhennerschdurf!

Moarchtmeester m. `Angestellter od. Verantwortlicher, der auf Wochen- u. Jahrmärkten die Aufsicht führt, den Händlern ihren Standort zuweist u. das Standgeld kassiert´.

moarchtn swv. 1. `auf dem Markt durch Verkauf Geld einnehmen´; heute hoa´ch ne vill gemoarcht. - 2. `handeln, feilschen, verhandeln, lange reden´.

Moargritte f. `Margerite´, auch Gehoanns-, Bauer(n)- u. Kaseblume. Lautf.: Moargriete.

moariern swv. Obercunnersdorf, Frankenthal `marinieren, einlegen in eine Flüssigkeit aus Essig, Kräutern und Gewürzen´; mer wulln heute Harche (ei)moariern. Lautf.: moaniern Ostlausitz.

Moark siehe Moarks!

Moarke f. `Marke´. 1. wie litspr. `Kennmarke´. - 2. `Warensorte´. - 3. `spaßige, originelle Pers.´.

Moarkerschdurf `Markersdorf´. 1. Ort u. Gemeinde im °GR. - 2. bis 1945 zur ehem. Amtshautmannschaft Zittau gehörendes Dorf östlich der Neiße; poln. `Markocice´;de Moarkerschdurfer `die Einwohner von Markersdorf´.

Moarklisse veralt. f., ohgne Genus `Marklissa´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörende Stadt östlich der Neiße, poln. `Lesna´. Lautf.: Lisse, Liss; mei Haus stiht ei dr Liss; a sullte seine Srtrofe ei dr Liss oabsitzn.

Moarks n. m. 1. `Knochenmark´; breng a poaar Moarksknuchn vun Fleescher mitte! - 2. in der RA kenn Moarks mih an Knuchn hoann `keine Kraft haben´. Auch Moark.

moarode Adj. `marode, abgespannt, müde, erschöpft´; RA.: Miede, moatt, moarode, faul und o kummode! Lautf.: marode.

Moaronl n. `Maronenröhrling ( Xerocomus badius)´, Speisepilz.

Moart siehe Moarcht!

Moa(r)terwuche f. Obercunnersdorf, Cunewalde, Jonsdorf, Burkau, Oberlichtenau u. Neusorge `Marterwoche: Woche vor Ostern, Karwoche´; a dr Moarterwuche doarf keene gruße Wäsche gewoaschn warn. Wochentage: Scheißmontch od. Blooer Montch, Quoarkdinnstch, Krumme Miedwuche, Grinner Durschtch, Koarfrettch od. stiller Frettch od. langer Frettch, Ufwoaschsimmd, Ustersunntch.

Moarunke f. Südlausitz `Marunke; große, ovale gelbe od. orangefarbene Pflaume; Eierpflaume´; gaale Moarunkn. Lautf.: Schmoarunke u. Schmarunke nwSüdlausitz. wie Putzkau, Westlausitz.

moaschiern swv. Bihms Koarle `marschieren´.

Moaschine f. Pl. Moaschinn Oberland od. Moaschien `Maschine´. Lautf.: Moarschine.

Moasslz `Meuselwitz (Ort der Stadt Reichenbach OL im °GR)´; de Moasslzchn `die Einwohner von Meuselwitz´. Lautf.: Mosslz.

Moastche (kurzes oa) f. `Massenei: etwa 1500 Hektar großes Waldgebiet in der Westlausitz, das an die Flure von Klein- und Großröhrsdorf, Bretnig, Frankenthal, Großharthau, Schmiedefeld, Seeligstadt und Arnsdorf grenzt´. Lautf.: Mastche.

Moatte siehe Matte!

Moattierche f. Niedercunnersdorf, Seifhennersdorf, Nordböhmen `Eiter´; aus´n biesn Finger (od. aus´n Ooge) kimmt Moattierche; wenn´s schwiert, kimmt Moattierche. Lautf.: Moatierche (gedehntes oa), Mattierche.

moattlch siehe mattlch!

moattln siehe mattln!

Moatz m. Dim. Matzl 1. Kurzform der RN `Matthäus u. Matthias´. - 2. `Matthiastag, 24. Februar´; wenn dr Moatz kimmt, koannst de sän! - 3. `Kosewort für kleines Kind, kleines Tier´; Hose- od. Hosnmoatz, Stoarmoatz, Piepmoatz, de Piepmatzl fittern. Neckvers: Klenner Moatz an Hemde, woaas machst ´n a dr Fremde. Lautf.: Matz, Moaaz. Vgl. Maaz!

Mode f. 1a. `das, was zu einer best. Zeit von der großen Mehrheit der Menschen als geschmacksgerecht empfunden wird´; über Modenarren wird gespottet: Scheckch, dreckch und bleckch, bloo und rut und gaajkch derzu: Heuer is de Mode su. - b. `Angewohnheit´; do hoast dr aber anne Saumode oaagewähnt; anne dumme Mode hoann. - 2a. `gebraucht werden´; kumm de Kohln, bie´ch jedsmol Mode. - b. `dran sein´; wenn uns de Pulezei derwischt, senn mer Mode.

moderch Adj. `vom Moder befallen´.

Modl (1. Silbe betont) m. f. n. `Muster, Schablone; hölzerne Form, in die man Butter od. Käse drückte´.

Modwurf siehe Mootwurf `Maulwurf´!

Moh m. Süd- u. Ostlausitz `Mohn´. 1. `der auf Feldern u. in Gärten angebaute Schlafmohn´. - 2. `der als Ölfrucht od. beim Backen verwendete Samen des Schlafmohns´; Mohkuchn; RA: Moh macht dumm. - 3. wilder Moh `Mohnblume´.

mohbabch (gedehntes a) Adj. Ostlausitz `schwerfällig, langweilig´.

Mohbabe f. 1. Süd- u. Ostlausitz `in runder u. hoher Form gebackener Hefekuchen mit Mohnfüllung´. Vgl. mit Mohbuchte u. mit Mohstriezl! - 2. Ostlausitz `schwerfällige, langweilige (weibl.) Person´.

Mohblatl n. 1. `zartes rotes Blütenblättchen des Mohns´. - 2. übertr. `tellergroßes, oblatenartig-hauchdünnes, süßes gefärbtes Gebäck´, früher meist auf Jahrmärkten verkauft;
die Wurschtradl senn dinne wie Mohblatl.

Mohblatlschuh m. meist Pl. `Schuh mit ganz dünner Sohle und wenig Oberleder´.

Mohbrutl n. 1. `zusammengelegtes, mit Zucker behaftetes Mohngebäck aus Hefeteig´. - 2. `mit Mohn bestreutes, aus Semmelteig gebackenes rundes Brötchen´, auch Kaiserbrutl od. Mohsamml.

Mohbuchte f. Leutersdorf, Jonsdorf `in einer Kastenform gebackener Kuchen mit eingerollter Mohnschicht, mit Mohn gefüllte Hefeteigrolle, Mohnlänge´. Vgl. mit Mohbabe u. mit Mohstriezl!

Mohducke f. Ostlausitz dass. wie Mohtitte.

Mohgotl m. smOstlausitz `einfältige, unentschlossene männl. Pers.´.

Mohheetl n. Südlausitz `Samenkapsel des Schlafmohns´.

Mohhernl n. `Mohnhörnchen: mit Mohn bestreute Semmel in Hörnchenform´.

Mohkließl n. meist im Pl. Ostlausitz, Schlesien `Mohnklöße; breiartiges Gericht am Heiligabend und zu Silvester aus geschnittenen Semmeln, Mohn, Salz, Zucker und Milch´.

Mohkoalb n. Ostlausitz in der Wendung dumm wie a Mohkoalb.

Mohkuchn m. `Kuchen mit Mohn als Belag´.

Mohlänge f. Ostlausitz, um Löbau dass. wie Mohbuchte.

mohln sw(st)v. iech mohl(e), du mohlst, a mohlt, mählt Ohorn od. miählt Rietschen, a mohlte, iech hoa gemohlt `mahlen´; Sprichwörter: War zerirscht kimmt, mohlt zerirscht! Zwee hoarte Steene mohln ne gutt!

Mohlst f. siehe Mohst!

mohpoappch Adj. Neusorge dass. wie mohbabch.

Mohrn `Ohorn (Ort u. Gemeinde im °BZ)´; mer rädn Mohrsch, de Mohrschn od. Mohschn `die Einwohner von Ohorn´. Lautf.: Muhrn.

Mohschnecke f. Kittlitz `mit Mohn bestreutes Brötchen in Schneckenform´. Vgl. Mohbrutl!

Mohst f. Ober- u. Niedercunnersdorf, Walddorf, Cunewalde, öKürzung `Mahlzeit´; RA.: Langt oack zu, is wird fer anne Mohst gerecht! Asst oack, asst, iech rech´s fer eene Mohst! Dreschermohst, Häbemohst, Henkermohst, Mittchmohst, Schlächtermohst, Trauermohst, Huckstmohst. Lautf.: Mohlst °ZI Ebersbach, Neugersdorf, Schirgiswalde, Oberlichtenau.

Mohstriezl m. `Mohnstriezel: weihnachtliches Hefegebäck in Kuchen- oder ovaler Stollenform mit (eingewickelter) Mohnmasse und mit Streuseln und Zuckerguss verfeinert´.

Mohtitte (gespr. Mohdidde) f. Dim. Mohtittl 1. Obercunnersdorf, Cunewalde, Jonsdorf `Samenkapsel des Schlafmohns´, auch Mohtute, Mohheetl u. Mohducke. - 2. `langweilige, dumme (weibl.) Pers.; Schlafmütze´. Lautf.: Mohtiete.

Mohtute (gespr. Mohdude) f. dass. wie Mohtitte.

Mohulz `Moholz (Ort der Großen Kreisstadt Niesky im °GR)´; de Mohulzer `die Einwohner von Moholz´. Volksreim der Fuhrleute aus der Kittlitzer Gegend: Vu Moholz giht´s noa Pietschhoin, vu Pieterschhoin noa See. Woas warn oack durt de Leute soin, o jemersch nee, nee, nee!

moich siehe moanch!

moichmo(l) siehe moanchmol!

Moid siehe Moajd!

Mol n. `Mal; angeborener, durch Farbe u. Größe auffallender Fleck auf der Haut´; Muttermol, Feuermol.

Mol n. `Zeitpunkt eines (sich wiederholenden od. als wiederholbar geltenden) Geschehens; mit enn Mole, a zwätes Mol. Lautf.: Mo.

mol Adv. `mal´ 1. in Zahladverbien u. adv. Zusammenrückungen; dreimol, moanchmol, jedsmol, noamol `noch einmal´. - 2. als rechnerische Formel für `multipliziert mit´; drei mol drei is neune. Lautf.: mo (gedehntes o); zun irschtn Mo-e Cunewalde.

Molekastl n. `Kästchen mit Zeichenfarbe´.

Moler m. `Maler: Handwerker, der etw. mit Farbe streicht´; murne kimmt dr Moler.

molern swv. Spitzkunnersdorf dass. wie moln.

Molerwulke f. meist Pl. `Malerwolke: Cumuluswolke: scharf voneinander abgegrenzte Haufenwolke (mit zerfetzten Rändern) mit himmelblauem Hintergrund´; dr Himml is vuler Molerwulkn.

moln swv. `malen, zeichnen´; du wirscht ann Moan gemolt kriegn.

Mond m. `Mond, Erdsatellit´, neuer Mond `zunehmender Mond´, aaler Mond `abnehmender Mond´; dr Mond sitt wie zerlussne Butter a Mahlsuppe aus `der Mond sieht trübe aus´. RA: hindern Monde labm, an Mond guckn. RA: Wenn dar su langk wär wie dumm, do kennt´r´n Mond oan Oarsche leckn.

Mondwulf siehe Mootwurf!

Mondwurf siehe Mootwurf!

Montch m. `Montag´; uff´m Montche `am Montag´, zun Montche `am Montag´, montchdsobm(d) `Montagabend´; RA.: Wenn dr Montch verdirbt, gerutt (gerät) de Wuche. Siehe auch Scheißmontch! Lautf.: Monch Bühlau.

Mooruchse m. Neusorge, Lohsa `Gruße Rohrdommel (Botaurus stellaris)´, (eine Vogelart), auch Woasseruchse od. Teichuchse Neschwitz. Lautf.: Muhruchse.

Moosheetl n. 1. `Pilz mit graugrüner Oberfläche, Risse in der Kappe, gelbliche Röhren, rötlicher Stiel´. - 2. `Maronenröhrling´.

Mootwurf m. Oberland, Spitzkunnersdorf, wSüdlausitz, Girbigsdorf, Neusorge `Maulwurf´; de Mootwirfe hoann ufgestußn. Lautf. u. Formen: Muttwurf; Oltwurf(t) (gedehntes o) Seifhennersdorf; Muttwulf Zittauer Gebirge, öSüdlausitz swOstlausitz, Seifhennersdorf; Moallderch od. Mullderch Hirschfelde, Dittellsdorf; Multwurf auf dem Eigen, Orte um Görlitz; Mondwurf smWestlausitz; Mundwurf nWestlausitz.; Mondwulf Schlesien, Mootwulf Schlesien.

Mootwurfsfoahrt f. Südlausitz `Maulwurfsgang: der unter der Erdoberfläche verlaufende Gang des Maulwurfs mit Aufwürfen´. Lautf. siehe Mootwurf!

Mootwurfsfuhre f. Südlausitz dass. wie Mootwurfsfoahrt.

Mootwurfshoaffl n. Südlausitz `Maulwurfshäuflein´. Lautf.: Mootwurfhaufm Neusorge. Lautf. siehe auch Mootwurf und Haufm!

Mores siehe Mures!

Moß (gedehntes o) n. Dim. Maßl `Maß´. 1. allg. Bezeichnung für `genormten Gegenstand zum Messen von Größe od. Menge´; mei Maßl hoat dr Nubber gekrickt. - 2a. `Hohlmaß (6 Seidel, 3 Liter) °ZI Ebersbach ´; a Maßl Hiersche od. Hoaber. - b. `Längenmaß´. - 3a. `durch Messen ermittelte Größe´, iech brauche de Moße vun Fanstern. - b. ´s Moß verliern `schief, ungleichmäßig werden´; Aberglaube: Bei Rückenschmerzen wurde der Patient gemessen, weil er "´s Moß verlurn" hatte. Mit einem Maß aus Flachs wurde bei ihm von Schulter zu Ellbogen, von Ellbogen bis Handwurzelknochen, von Schulter bis Schulter u. von Kopf bis Fuß von einem Heilenden "gemassn". Das Maß wurde in der Regel am Ende verbrannt. Siehe auch vermassn! - c. in der Fügung (ba enn) Moß nahm `die Körpergröße (von jmdm.) ermitteln. - 4. `die (gewählte) Norm, der (als angemessen empfundene) Umgang´; doaas is mei Moß und gutt nu!

Moßband n. Bihms Koarle `Maßband´.

Moßbändl n. veralt. `Maßbändchen: 0,5m od. 1m langer Bindfaden zum Abmessen des gewebten Stückes´. Es hat am Ende eine umgebogene Stecknadel zum Anfassen, hängt am Webstuhl.

moschern swv. umg. dass. wie moschln.

moschln swv. umg. `undurchsichtiges betrügen, durch einen Trick etwas bewerkstelligen, mogeln, bes. beim Kartenspiel´; su eefach gitt doaas ne, do muss´ch a bissl moschln.

moschn swv. umg. dass. wie moschln.

Mosern (gedehntes o) Pl. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Jonsdorf `Masern´. Lautf.: Moasern Bihms Koarle.

Mosslz siehe Moasslz!

Mostrichn `Ostrichen´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße, poln. `Ostrozno´.

Motwurf siehe Mootwurf!

muck, muck Interj. Lockruf für Kaninchen.

Mucke f. `unangenehme Eigenschaft, Eigenheit, Laune, Schrulle, Grille, Störrigkeit´; a jeds hoat seine Muckn.

Mucke f. Dim. Muckl od. Mickl 1a. Obercunnersdorf, Jonsdorf, Girbigsdorf `(kleines) Kaninchen´; kinderspr. Hoasemuckl. - b. Ruppersdorf, Jonsdorf, Girbigsdorf `(kleines) Schaf´. - c. selt. Kosebezeichnung `(kleine) Ziege, Zickel´, siehe auch Micke u. Hippermickl! - 2. übertr. Anrede für `Mädchen, Liebste´.

Muckefuck m. umg. `Ersatzkaffee, Malzkaffee, dünner Kaffee´.

Mucker m. 1. Ostlausitz `wortkarger, verschlossener, schwer durchschaubarer Mensch; Pers., die schmollt´. - 2. veralt. abwert. um Niesky, Rietschen `Angehöriger der altlutherischen od. der reformierten Kirche´.

Muckerch m. dass. wie Mucker 1.

muckerch Adj. 1. Schönau-Bertdorf, Schlegel Zodel `dunstig, drückend, schwül´; ´s is muckerch haußn. - 2. Niedercunnersdorf `zurückhaltend, träge, unklar im Ausdruck, scheu, nicht durchschaubar´. Lautf.: muckrich Ostlausitz.

muckern swv. 1. `wie die Ziege schreien´. - 2. Lawalde, Weifa `bestimmte tierische u. menschliche Laute unterdrückt wiedergeben, kichern´; se toat as Heetbettl reimuckern `in sich hineinlachen´. - 3a. `leise ziehend od. auch pochend schmerzen´; mei Zoahn muckert schunn a poaar Tage. - b. auch Bihms Koarle `jucken, schmerzen´; ´s muckert an Beene. - 4. `langsam kochen oder brennen´. - 5. `kränkeln, nicht recht gedeihen, morsch werden´; vermuckern, ´s Feuer muckert. - 6. `sich mit etw. langsam u. bedächtig beschäftigen, leichte Arbeit verrichten, sich unentschlossen und mit Unterbrechungen entwickeln´; dr Grußvoater muckert noa a bissl; ´s Water muckert schunn drei Tage. - 7. Ostlausitz `murren, schmollen´. - 8. `unangenehm riechen´; du selltst amol de Suckn wechsln, die muckern schunn!

muckiern swv. siehe mukiern!

Muckl n. um Görlitz, Obercunnersdorf Kosename für `Kaninchen´; Hoase-, Hoasnmuckl.

muckn swv. `mucksen: murren, aufbegehren, widersprechen´; ufmuckn, dr Zoahn muckt `der Zahn schmerzt´, doaas de ne wieder muckst!

Mucks m.`(kurzer, hal bunterdrückter) Laut´; dar macht kenn Mucks mih, dar is mausetut.

mucksch Adj. `launisch, verstimmt, nicht zum Reden aufgelegt, übelnehmerisch, beleidigt, trotzig, mürrisch, verstockt´, du hoast aber anne mucksche Frooe! Bie oack ne su mucksch!

Muckschkrankt f. `schlechte Laune; das Beleidigtsein, das zur Angewohnheit, Krankheit werden kann´; meine Schwaster hoat wieder amol de Muckschkrankt. Lautf.: Muckschkrankheet.

muckschn
swv. `schmollen, grollen; beleidigt, eingeschnappt sein und deshalb nicht reden´; de Monl muckscht schunn drei Tage.

Muckser
m. `Mucks: leiser, halb unterdrückter Laut´; ´s koam kee Muckser vu drinne.

mucksmäuslstille Adv. `sehr still´.

mucksn
swv. `mucksen´ 1. `einen Laut von sich geben, sich bemerkbar machen´. - 2. `widersprechen, aufbegehren´; gemuckst wird ne!

Muddlch m. `Mensch, der sehr langsam u. umständlich arbeitet´.

muddln swv. `langsam, nicht zielstrebig, nicht ordentlich arbeiten; trödeln´; rimmuddln; tu oack ne su lange muddln! Lautf.: mujddln, mujgln.

muffch
Adj. `dumpf, moderig, faulig´; an Hause roajcht´s muffch.

Muffl m. `maulfauler, mürrischer, verdrossener Mensch´.

mufflch
Adj. `muffelig´. 1. umg. `maulfaul, mürrisch, verdrossen´. - 2. dass wie muffch.

muffln swv. `dumpfig, modrig, faulig, stinkig, unangenehm riechen´; du mufflst aber! Deine Loaatschn muffln.

muffln
siehe miffln!

Muhme f. veralt. `ältere Tante od. Verwandte, verheiratete ältere Frau´. Abzählvers bei Hascher oder Verstecker: Iech will dr woaas derzähln vu dr Muhme Mähln, vu dr Muhme Stinkewitzn, hoat ann Fluhg an Hemde sitzn.

Muhr m. Dim. Muhrdl, Muhrchl, Muhrl 1. `Mohr, Neger, dunkelhäutiger Afrikaner´. - 2. `schmutzige Pers., dreckiges Lebewesen, Schmutzfink´; Dreckmuhrdl. - 3. Dim. `schwarze Katze´.

Muhr n. `Moor: Gelände mit dauernd feuchtem, schwammigem Boden´.

Muhrn siehe Mohrn!

Muhruchse m. Neusorge `Moorochse: Rohrdommel (eine Vogelart)´, auch Teich- u. Woasseruchse. Lautf.: Mooruchse Lohsa.

muhschln:
swv. `muhscheln: liederlich schreiben, schmieren, kritzeln, unsinniges Zeug malen (bes. erste Schreib- und Malversuche kleiner Kinder)´; do hoast de a Blatl zun Muhschln!

Muhtsche
f. Pl. Muhtschn, Dim. Muhtschl Neugersdorf, Dürrhennersdorf, Cunewalde, Steinigtwolmsdorf, Schirgiswalde, Oberlichtenau, Nordböhmen `Kuh, weibl. Rind´; auch Muhtschekuh u. Kuhmuhtschl; de Muhtschn und de Schofe gihn ze Rande.

Muhtschl
n. 1. siehe Muhtsche! - 2. Westlausitz `Weidenkätzchen´. - 3. sWestlausitz, sNeulausitz `Blütenkätzchen des Haselnussstrauches´. Lautf.: Mietschl Obercunnersdorf, Oberlichtenau, Mettschl sWestlausitz.

Muhze f. Dim. Muhzl, Pl. Muhzn Ober-, Niedercunnersdorf, Jonsdorf kindlicher Kosename `Kuh´ (meist Dim.); de Muhzn uff dr Wiese keeln; auch Muhzekuh, Muhzlkuhe, Kuhmuhzl. Lautf.: Miezl verstr. Ostlausitz.

Muhzl n.(meist Pl.) Obercunnersdorf, Cunewalde, Steina `Faserflug, Fussel am Kleidungsstück, Staubflocke, abgeriebener Kurzfaseranteil von Fäden, Wollmaus´; sull´ch dr de Muhzl vu dr Kleedche oablasn? Lautf.: Miezl.

muhzlch
Adj. `behaftet mit abgeriebenen Wollflocken od. abgeriebenen Fasern, voll feiner Flaumfedern´. Lautf.: miezlch.

muhzln swv. Obercunnersdorf, Burkau, Oberlichtenau `kleine Federn u. Staubflocken hervorbringen u. aufwirbeln, Fasern absondern, fusseln´; de Poapl muhzlt `die Pappel trägt fusslige Kätzchen´. Lautf de. miezln.

Muhzlzeug n. dass. wie Muhzl. Lautf.: Muhznzeug.

muhzn swv. Ober- u. Niedercunnersdorf, Tautewalde `muhen (Kuh)´; de Kuhe muhzt.

mukiern swv. (refl.) `mokieren´. 1. `aufbegehren, aufmucken, sich streiten, widersprechen, sich widersetzen, ´; du musst (dch) immer mukiern. - 2. um Görlitz `belästigen, ärgern´; doas hoat miech aber mukiert. - 3. `refl. `sich (über jmdn., etw.) abfällig, spöttisch äußern´; dar mukiert´ch wieder iebersch Assn. Lautf.: moakiern (kurzes oa), munkiern öKürzung.

Mulest m. veralt. Ostlausitz dass. wie Mulestche 2. Lautf.: Moalest.

Mulestche (2.Silbe betont) f. 1. `Schererei, Schwierigkeit, Unannehmlichkeit, Mühe, Plage, Beschwerde, Last´; mer gihn glei wieder, mer wulln euch doa keene Mulestche machn. - 2. Schirgiswalde `Krankheit, Unwohlsein, schlechtes Empfinden, Schwäche, Unruhe´. Lautf.: Moalestche, Molestche, Malestche Schirgiswalde, Muleste °ZI Ebersbach.

Muleste
(alle Vokale kurz) f. Obercunnersdorf, Cunewalde dass. wie Mulestche! Lautf.: Moaleste Neugersdorf, Maleste.

mulkch Adj. `molkig: trüb (bei Flüssigkeiten)´; ´s Bier sitt schunn ganz mulkch aus.

Mulke f. `Molke: die wässerige Flüssigkeit, die sich bei ungekocht sauer gewordener Milch vom Quark absondert´; uff dr Ufebank stitt a Tuppvll Mulkn. Lautf.: Mulkn m. f. Pl.

Mulker
m. `Molker: Hersteller von Magermilch und Quark, Angestellter in der Molkerei´.

Mulkerch m. `Arbeiter in der Molkerei´.

Mulkn siehe Mulke!

Mulkndieb m. 1. `Nachtfalter´. Die Benennung beruht auf der mythischen Vorstellung, dass Hexen u. Elfen in Schmetterlingsgestalt Milch stehlen. - 2. Neugersdorf `Kohlweißling´. Lautf.: Mulkedieb auch Schlesien.

Mullderch
siehe Mootwurf!

Mulle f. selt. Dittelsdorf, Oderwitz `Mulde´ 1. `längliches, flach gewölbtes Holz- od. Metallgefäß unterschiedlicher Größe; Trog, Backtrog, Bett´; Brutmulle, Wurschtmulle, Seechmulle `Bett´. - 2. Westlausitz `flache Holzschale, mit der man Getreide u. Samen hochwirft, um sie durch Luftzug zu reinigen´. Lautf.: Mulde Obercunnersdorf.

Multwurf
siehe Mootwurf!

mulmch
Adj. dass. wie mulmerch.

mulmerch Adj. `mulmig´. 1. umg. `bedenklich, gefährlich, brenzlig ängstlich´; mer wurd ganz mulmerch. - 2. `unpässlich, unwohl, übel, krank´; mer is mulmerch.

mulmern swv. °ZI Ebersbach, Seifhennersdorf `rauchstark brennen´; ´s mulmertn oalländchn Feuer.

Mumml m. selt. `vermummte Person, Schreckgespenst´; auch Popl.

mummln
swv. Jonsdorf, Steinigtwolmsdorf, Schirgiswalde, Peickwitz, Ostlausitz, Schlesien `langsam, (unordentlich) kauen´.

mumpln
swv. Steinigtwolmsdorf, Pulsnitz, Peickwitz, Ostlausitz `(mit best. Bewegungen der Kiefer u. des Mundes) langsam kauen´.

Munsch (kurzes u) m. Seifhennersdorf dass. wie Munsche. Lautf.: Muntsch.

Munsche (kurzes u) f. °ZI Ebersbach, Großschönau, Nordböhmen `verzogener Mund´. Lautf.: Muntsche.

Muppl
m. 1. dass. wie Mups; du sist aus wie Muppl ims Looch `du hast kurze Haare´. - 2. `dickes Kind´. Lautf.: Moppl.

mupplch Adj. `mopslich: klein u. dick´. Lautf.: mopplch, mupplich, mopplich.

Mups
m. `Mops´. 1. `Mopshund: kleiner Hund mit stumpfer, breiter Schnauze´. - 2. `kleine, kurze, dicke Person´.

mupsfidel (letzte Silbe betont) Adj. `mopsfidel: vergnügt, unbeschwert fröhlich´.

Murakl
(1.Silbe unbetont, zweite Silbe betont u. gedehnt) Pl. selt. `Mirakel: unglaubhaftes, leeres Gerede; Ausflüchte; alte Begebenheiten, Absonderlichkeiten, überlebte Dinge´; mach oack ne sicke Murakl(n). Lautf.: Mirakl, Moarakl, Moarakln.

murakln swv. `Absonderliches, Unglaubhaftes erzählen´. Lautf.: moarakln, mirakln.

murdsakriern (kurzes a) swv. `massakrieren, (nieder)metzeln´. Lautf.: murdsakeriern.

Murdsgräte f. dass. wie Murdsmähre.

Murdsmähre f. Bihms Koarle `freches, dreistes Kind´; die Murdsmährn sitzn wieder uff´m Kirschboome.

murdsmäßch Adj. `mordsmäßig, mörderisch´ 1. bei Subst. `groß, stark, gewaltig´; iech hoa ann murdsmäßchn Durscht. - 2. bei V., Adj., Part. `sehr´; murdsmäßch verdreschn.

Mures Pl. `Sitte´, nur in jmdm. Mures lihrn, larn od. beibrengn `Zucht beibringen´; do warrn se dir a bissl Mures beibrengn! Lautf.: Mores, Mursch.

Murgl n. Obercunnersdorf, Seifhennersdorf , Ostritz `kleiner, dicker, strammer Kerl (im Alter von ca. 1,5 Jahren)´. Lautf.: Murkl.

Murglch m. dass. wie Murgl. Lautf.: Murklch.

Murgn m. `Morgen´ 1. `Tagesbeginn´; zun Murgn `früh´; mer senn irscht zun Murgn heem gekumm. Volksweisheit: Aus ann schinn Murgn wird a goarschtcher Tag, aus ann schinn Maajdl a aaler Schlumpersaak. - 2. `Osten´; de Sunne gitt an Murgn uf; uff dr Murgnseite vun Stoalle; Murgnwind `Ostwind´; ´s biese Water kimmt aus´n Murgn. - 3. ein Feld-, Ackermaß von 25 a.

Murgnassn n. Neugersdorf dass. wie Murgnsuppe.

Murgnschieß m. `erste Notdurft am Tage´; dr Murgnschieß, dar kimmt gewieß, und wenn´s o irscht zun Obde is. Lautf.: Murgnschiss.

Murgnseite f. `Ostseite´; siehe Murgn 2!

Murgnsuppe f. Obercunnersdorf `Morgensuppe: 1. Mahl am zeitigen Morgen´, meistens wurde Suppe gegessen, gefrühstückt wurde erst gegen 10.00 Uhr.

Murgnwind m. `Ostwind, da die Sonne am Morgen im Osten aufgeht´.

Murgst m. veralt. Ostlausitz `Morgen´.

Murkl siehe Murgl!

Murks m. `schlecht ausgeführte Arbeit, Pfusch; Ausschussware´.

Murkser m. `Pfuscher; Person, die schluderig arbeitet und schlechte Arbeit liefert´.

murksn swv. `murksen´ 1. `grob u. ungeschickt in etw. schneiden´. - 2. `schlecht, schludrig arbeiten´; rimmurksn. - 3. `langsam, ohne merkliche Fortschritte arbeiten´.

Murmlsteen m. veralt. `Marmelstein: Marmor´.

murne Adv. `morgen´; woaas heut ne wird, wird murne! RA über einen Langsamen: Heute ann Schriet, murne ann Schriet. Lautf.: morne Westlausitz

murnzobm Adj. veralt. `morgen (zum) Abend´.

Murr m. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach `Mumm, Kraft´; a hoat kenn Murr an Knuchn.

Murrbook m. Niedercunnersdorf, Eibau, Waltersdorf `mürrischer, wortkarger, unleidlicher Mensch (meist männl. Geschlechtes)´; du guckst wie a Murrbook.

Murre f. Ostlausitz, Schlesien `Mumm, Kraft´; du hoast keene Murre ei de Knuchn.

Mursch (gedehntes o) nur Pl. `Mores: gute Sitten´; iech war dr Mursch lihrn!

Mus´che siehe Muske!

Muschebubu (gedehntes u) umg. `gemütliche Atmosphäre bei schummrigen Licht, in der man entspannen und schwofen kann´; mer machn Muschebubu und trinkn a Gloas Rutwein.

Muschgoat m. od. Muschgoate f. `Muskat: als Gewürz verwendete geriebene Muskatnuss´, Muschgoatnnuhß. Lautf.: Muschkoate.

Muschlbliete (kurzes u) f. Niedercunnersdorf `Muskatblüte; Samenmantel, der den Samen des Muskatnussbaumes, die Muskatnuss, umgibt u. getrocknet als Gewürz verwendet wird´. Lautf.: Muschkebliete.

muschln (gedehntes u) swv. siehe muhschln!

Musekant(e) m. `einer, der zum Tanz aufspielt; Mitglied einer Tanz-, Volksmusik- od. Blaskapelle´; Battlmusekante. Lautf.: Muskant(e).

Musekantnhäusl n. veralt. Wehrsdorf, Ohorn `Podium im Tanzsaal für die Musiker´.

Musik (1. Silbe betont u. gedehnt) f. 1. `Musikstück´; stille Musicke blosn `schweigen, schmollen´. - 2. `Tanzmusik, Tanzvergnügen, Tanz´; Huckstmusicke; zer Musik gihn. Lautf.: Musicke (2.Silbe betont).

Muske (kurzes u) ohne Genus, veralt. f. `Bad Muskau (Stadt im °GR)´. Lautf.: Mus´che.

Mutt m. `Mut´, mdal. besser Furrsche, Vermug, Kurasche.

Mutte f. `Motte´. 1. wie litspr. ein Insekt. - 2. umg. übertr. Kosename `kleines Kind´.

Mutter f. Dim. Muttl, Pl. de Muttersch 1. wie litspr., als Anrede heute meist Mutti, vor dem 1. Weltkrieg Muttl; menner Mutter ihre Mutter `Großmutter´; de Muttersch huttn ´n mehrschtn Droaasch. Trostvers: Is wird schunn wieder warn mit dr Mutter Barn, mit dr Mutter Burn is ju o gewurn; de Rotschläge vu Muttern und vu Gruß(e)muttern od. vu dr Mutter und vu dr Gruß(e)mutter. - 2. Muttl f. n. `ältere Frau´; meine aale Muttl od. mei aales Muttl od. Mitterchl koann´ch ne mih behoann. - 3. `Schraubenmutter´. Lautf.: Motter Schirgiswalde, Westlausitz.

Mutterassn n. veralt. `Festessen für das jungvermählte Paar u. die nächsten Verwandten, das die Eltern der Braut am Sonntag nach der Hochzeit ausrichteten´.

mutterganzoalleene Adj. (nur präd.) Lauba `mutterseelenallein´; ´s Maajdl gitt mutterganzoalleene an Buhsch.

Mutterhatschlch (gedehntes a) m. `Mutterhätschling´. 1. `ein von der Mutter verwöhntes, verhätscheltes Kind´. - 2. `Junggeselle, der von der Mutter versorgt wird´. Auch Mutterhatschl.

mutterhundoalleene Adj. (nur präd.) `mutterseelenallein´. Lautf.: mutterhundeoalleene, mutterhundsoalleene.

Muttermol n. `Muttermal´.

Mutterschof n. `weibl. Zuchtschaf´.

Mutterschwaster f. veralt. söSüdlausitz `Schwester der Mutter, Tante´; iech hoa ba menner Mutterschwaster gassn.

Muttersihnl n. ` Muttersöhnchen; verwöhnter, verhätschelter Junge´.

muttngefrass´ch Adj. Niedercunnersdorf `von Motten zerfressen´; unse aale Decke is sihre muttngefrass´ch.

Muttnkraut n. Niedercunnersdorf, Jonsdorf, Neusorge `Mottenkraut: Maikränze, Sumpfporst (Ledum palustre)´; blüht weiß, riecht nach Bohnerwachs u. Kampfer u. schützt vor Mottenbefall.

Muttnscheißer m. Niedercunnersdorf, Zodel, um Hoyerswerda `Motte´, auch `Nachtfalter´.

Muttwurf, Muttwulf, Multwurf, Mundwurf siehe Mootwurf!

mutzn (kurzes u) swv. 1. Niederoybin, °BZ Sohland, Schirgiswalde `(sich ohne Sinn) beschäftigen, spielen, hantieren´; rimmutzn; woaas kees mutzt uf `woran niemand rührt´. - 2. Wittgendorf dass. wie muckn! Do brauchst de ne irscht mutzn `da brauchst du nicht erst aufzubegehren!´

Muzl siehe Muhzl!