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  1. F

Fa

Faach n. `Fach´. 1. `Zwischenraum zwischen den Balken des Fachwerks, der mit Holzstaken, Lehm u. Strohgemisch ausgefüllt wird´. - 2. `durch Hebung bzw. Senkung der Schäfte entstehender Zwischenraum zwischen den Kettfäden, durch den der Schützen die querlaufenden Schussfäden einschießt´. - 3. übertr. in der Wendung zu Fache kumm `mit etw. zurechtkommen, etw. zustandebringen´. Lautf.: Fach Westlausitz.

faajchtn siehe fechtn!

Faajld n. siehe Feld!

Faal n. Pl. Falle, Dim. Faalchl, Faajchl, Faalchn `Fell´; 1. wie litspr. Koatznfaalchl, Nicklfaalchl `Kaninchenfell´; de Oogn gingn wie ba dann Garber, dann oalle Falle furtgeschwumm woarrn.  - 2. `Haut´; RA: a dickes Faal hoann `viel Ärger u. Kritik ertragen können´; RA: enn ´s Faal ieber de Uhrn ziehn `jmdn. stark übervorteilen´; RA: ´s Faal versaufm `nach dem Begräbnis einen Umtrunk halten´, vgl. Trauermohst! Lautf.: Fall Westlausitz.

Faale f. Pl. Faaln, Dim. Faaldl wie litspr. `Falte´; leere Versprechungen, nach denen etwas bald werden soll, weist man zurück mit der Äußerung: Baale is anne lange (gruße, weite) Faale. Volksreim: Und schlätt dr Oarsch o Faaln, mer bleibm doa de Aaln.

faartch Adj. selt. Süd- u. Ostlausitz `vorjährig´; ´s faartche Kind, dr faartche Summer. Lautf.: faartsch Nordböhmen

faartn Adv. Süd- u. Ostlausitz, Nordböhmen, Bihms Koarle 1. `voriges Jahr´; faartn im die Zeit hutt mer schunn ´n irschtn Frust; die Äppl sein noa vu faartn; dr faartche Summer. - 2. jessfaarten, jess faartn a. `vorvoriges Jahr´. - b. `früher, einst´; Grußemutter, derzähl mer oack woaas vu jessfaartn!

Fache in der Wendung zu Fache kumm siehe Faach!

fachiern swv. selt. `vagerieren, mit den Armen od. einem Gegenstand in der Hand heftige Bewegungen machen, wild gestikulieren, herumfuchteln´; iech koann mer´sch goar ne mitte oaasahn, wie is Kleene mit´n Masser su rimfachiert.

-fächtch Adj. veralt. Niedercunnersdorf, Wehrsdorf `-fach´; eefächtch `einfach´, zwäfächtch bzw. zweefächtch `zweifach´, hundertfächtch `hundertfach´, villfächtch; dr Sturch flug ´n Schuster glei dreifächtch a di Fadern.

Facke f. `Ausschlag (des Pferdes mit den Hufen)´.

fackln swv. `fackeln´. 1. `(zu Walpurgis) mit brennenden Besen Hexen austreiben´. - 2. `zögern´;  in der Wendung ne lange fackln `keine Umstände machen, sofort handeln´.

fackn swv. selt. `werfen, schleudern, stoßen´; dr Bauer fackte seine Stiefln a de Helle; ausfackn `ausschlagen (Rinder u. Pferde)´.

Fader f. (meist Pl.) `Feder´. 1. wie litspr. `Vogelfeder´. - 2. übertr. in Wendungen: a de Fadern gihn `ins Bett gehen´. - 3. `Schreibfeder´. - 4. `große Schneeflocke´; vun Himml kumm Fadern runder.

Faderkastl n. `Holzkästchen für Schreibfedern, Schieferkästchen´.

Faderkiele siehe Kiele!

Faderklippl m. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Jonsdorf `Federhalter aus Holz´; ´s kloappertn de Faderklippl an Ranzn hinne. Lautf.: Faderkleppl.

Faderkraatschn m. scherzh. `Federkretscham: Bett´; RA: Se woarrn schunn an Faderkraatschn minander tanzn `sie haben schon miteinander geschlafen´.

Faderlasn n. `Federlesen´; in der Wendung ne vill Faderlasn machn `kurz machen, schnell handeln´.

Fadermiezl n. `kleine Flaumfeder, Daune, Federteilchen´. Auch Fadermuzl od. -muze.

Fadernschleißn n. `Federn (vom Geflügel) vom Federkiel rupfen´. Siehe auch Faderschleißche u. schleißn!

Faderschleißche f. Obercunnersdorf, Reibersdorf `Federschleißung: abendliche Zusammenkunft von Bäuerinnen u. Nachbarn, um der Gastgeberin zu helfen, ihre gesammelten Gänsefedern zu schleißen´. Formen: Fadernschleißche, Fader(n)schleiße.

Faderwiesch m. Jonsdorf dass. wie Fladerwiesch 1.

fahlerhoaftch Adj. `fehlerhaft, mit Fehlern behaftet´.

fahln swv. `fehlen´; ´s kimmt zun Fahln `es fehlt´.

Fahnl siehe Foahne!

Fahnlreiter m. `Uhlane´.

fähnsn siehe fänsn!

fahrtn siehe faartn!

Fal siehe Faal!

Falchl siehe Faal!

Fald n. siehe Feld!

Faldn siehe Feld!

Fakter m. `Faktor´. 1. `Beauftragter eines Kaufherrn im Verlagswesen´. - 2. `Kaufherr und Verleger´. - 3. `Fabrikbesitzer´.

Falbl siehe Foalbl!

Famperch m. Niederoderwitz `Pers., die viel schimpft´; de Foamperche vun Hamperche `die schimpfenden Handwerker´.

fampern swv. Oderwitz, Spitzkunnersdorf, Wittgendorf, Großschönau, Jonsdorf `schimpfen, meckern, dummes Zeug erzählen´.

fäns´ch (gedehntes ä) Adj. Sächs. Schweiz `verheult, weinerlich´; anne fäns´che Stimme. Lautf.: fänz´ch.

Fänse f. `weinendes Kind´. Lautf.: Fänze.

fänsn swv. Süd- u. Westlausitz, Sächs. Schweiz `weinen (von Kindern), anhaltend u. grundlos, auch trotzig heulen´. Lautf.: fänzn.

Fanster n. Dim. Fansterchl `Fenster´; RA: ´s Geld zun Fanster rausschmeißn `Geld nutzlos ausgeben´. Volksreim: Giht´s´n Bauern amol schlaajcht, lässt der´n Mut ne sinkn, do hängt der´n Oarsch zun Fanster raus, zeigt Ee-er, Wurscht und Schinkn.

Fansterbank f. Dim. Fansterbänkl `Fensterbank: Fensterbrett an der Außenseite des Fensters (der Blockstube)´.

Fansterbrat n. Dim. Fansterbratl `Fensterbrett, Fensterbankbohle: Waagerechte bis etwas schräge Abdeckung des Abstandes zwischen der Innenseite des Fensters und der Außenwandinnenseite unterhalb des Fensters´; dar hoat de gruße Gusche und derweile leeft benn derheeme dr Hunger uff´m Fansterbratl rim.

Fanstergucker m. `Pers., die zum Fenster hinein sieht, um eine Feier (Hochzeit) mitzuerleben u. um etw. von den guten Speisen und Getränken zu erhalten´.

Fansterhurchen n. `Fensterhorchen´, dass. wie Nubberhurchn.

Fansterkletzl n. `kleiner Klotz (aus Holz), der zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel geklemmt wird, um das Zuschlagen des Fensters durch Luftzüge zu verhindern´.

Fansterkreuz n. `Fensterkreuz: senkrechte u. waagerechte Holzleisten von Fenstern mit mehreren Scheiben´.

Fansterkupp m. `Fensterkopf: Fensterbekrönung (über dem Fenster auf der Außenseite), Wandanschlussbretter´. Lautf.: Nordböhmen Fansterkoop

Fansterlid n. selt. `Guckfensterchen; Teil eines mit einem Wirbel verriegelten sechsteiligen Fensters´.

Fansterloadn Pl. `Fensterladen´. 1. `innen am Fenster angebrachte, in Leisten rutschende Holzplatte, die man am Abend zum Abschließen vor das Fenster schiebt´, siehe auch Ritschl, Ritscherch u. Schieblch. - 2. übertr. `Augen´; mach de Fansterloadn zu!

fanstern swv. `fenstern´ 1. `(durchs Fenster) schmeißen, werfen´; die warrn diech (raus)fanstern. - 2. in der Wendung enn a poaar od. eene fanstern `jmdn. ohrfeigen´;  iech war dr eene reifanstern `ich werde dich ins Gesicht schlagen´. - 3. Neusorge `(in der Advents- u. Weihnachtszeit) vor dem Fenster singen (u. dafür kleine Geschenke erhalten)´; zun Obmde gih mer fanstern. - 4. Schirgiswalde `von Haus zu Haus gehen u. Dummheiten (Klingelputzen, Rumpeln mit einem Faden) anstellen´.

Fansterpfuste f. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Seifhennersdorf `Fensterpfosten´; iech hoa miech under de Fansterpfuste gesoatzt.

Fansterquirl m. `Vorreiber (altertümlicher Schließmechanismus bei Fenstern)´.

Fansterroahme f. Dim. Fansterrahml `Fensterrahmen´.

Fansterritschl n. siehe Ritschl!

Fansterrutsche f. 1. Ober- u. Niedercunnersdorf `Schiebefensterladen´. - 2. übertr. Niedercunnersdorf `großer Pfefferkuchen´.

Fansterschieblch m. siehe Schieblch 2!

Fansterschleier m. `Fensterschleier: Scheibengardienen´; die huttn sugoar Fansterschleier und ne oack Vurhängl.

Fansterviersetzer m. `Holztafel od. Geflecht aus Stroh od. Schilf, das innen od. außen vor das Fenster gestellt wird´. Der Fenstervorsetzer hält im Winter Kälte u. Zugluft ab und verhindert bei Dunkelheit die Einsicht in das erleuchtete Zimmer. Lautf.: Fanstervier-, Fanstervur-, setzer, -soatzer. Auch Vursoatzfanster od. Winterfanster.

Fansterwirbl m. `Fensterwirbel: drehbarer Mechanismus zum Verschließen der Fensterflügel; Vorreiber´.

fänzch Adj. siehe fäns´ch!

fänzn siehe fänsn!

fappern swv. Zittauer Gebirge `ständig tadeln, schimpfen, widersprechen, schlecht über jmdn. reden´; die muss ieber oalls fappern.

Fapperze f. Zittauer Gebirge `ständig schimpfende, keifende Frau´.

Färbe f. Obercunnersdorf, Kirschau `Färberei´; a de Färbe gihn; ba uns a dr Rutfarbe wird Inlt gefarbt. Lautf.: Farbe.

Farber m. `Färber: Berufsname derjenigen, die die Tätigkeit des Färbens ausüben.´

Farberei f. `Färberei´.

farchtn siehe ferrtn!

farrtn siehe ferrtn!

Farrsche f. Dim. Farrschl `Ferse´; enn lieber benn Farrschn sahn oas benn Zinn `jmdn. lieber gehen als kommen sehen´. Lautf.: Ferrsche, Farsche (gedehntes a), Farschde, Farschl, Fasche (kurzes a).

Farrschngeld n. in der Wendung Farrschngeld kriegn, gan 1. `auf die Fersen treten, (um den Vordermann zum Beeilen aufzufordern)´; loof a bissl fixer, sunst krigst de Farrschngeld! - 2. `ausreißen, flüchten´; do goab´r aber Farrschngeld! Lautf.: Farschngeld (gedehntes a) Oberlichtenau.

fartch (kurzes a) Adj. `fertig´. 1. wie litspr. `bereit´; iech bie fartch, mer kinn gihn! - 2a. `vollendet (in der Herstellung), abgeschlossen (als Tätigkeit, Verhalten)´; woaas wird oack doaas, wenn´s fartch is? RA: ´s is ebch kee Fartchwarn `man wird nicht fertig´. - b. in der Wendung fartch minander senn `nichts mehr zu sagen haben´. - 3. `erschöpft, am Ende der Kräfte´; iech bie fartch, iech gih schluffm! - 4. in der festen Verbindung fix und fartch siehe fix! Lautf.: fertch, fartsch Zittauer Gebirge.

fartn siehe faartn!

Fassl n. siehe Foaaß!

Fasslbutter siehe Foaaßbutter!

Fassldaube f. siehe Foaaßdaube!

Fatzl, Fätzl n. siehe Fetzl!

Fatzlkraut n. Spitzkunnersdorf dass. wie Grußkraut.

Fatzn m. Dim. Fatzl od. Fetzl (besser: Fleckl) `Fetzen´. 1. wie litspr. `unregelmäßig abgerissenes Stück, Teil eines größeren Ganzen (bes. Textilien u. Papier), das zerrissen wurde´; a Fatzn Fleesch. - 2. `(abgetragenes) Kleidungsstück; schlechtes, dünnes Frauenkleid´; de Frooe hoat´n Schrank vuler Fatzn; schamst dch oack a dann Fatzl!

fatzn swv. `fetzen: reißen, zerreißen´; die fatztn´ch anander de Klunkern vun Boalge.

Faudn m. öSüdlausitz, Ostlausitz `abgestochenes Rasenstück, Grasbatzen´.

faul Adj. wie litspr. `faul: arbeitsscheu, träge, bequem, müßig, untätig´. RA: Lauter fleißche Maajdl, wu kumm oack die fauln Weiber har? `Nach der Hochzeit werden die Frauen träge´.

faulch Adj. wie litspr. `faulig, verfault´; faulche Äppl. Stehen Klatschweiber zusammen, heißt es: „Faulche Abern liegn immer uff ann Haufm.“

Faulenzche f. `Krankheit, bei der man nichts zu machen braucht; Faulheit´; dar is ne krank, dar hoat oack de Faulenzche.

faustdicke Adj. in der Wendung faustdicke hindern Uhrn (sitzn) hoann `raffiniert, durchtrieben sein´.

Fausthandschk m. Pl. Fausthandschkn Obercunnersdorf, Girbigsdorf `Fausthandschuh´. Lautf.: Fausthandsch, Fausthandzch Bihms Koarle.

Fauster m. meist im Pl. `Fausthandschuh´.

Fäustl n. `Fäustel: kleiner, schwerer Hammer mit kurzem Stiel; Fausthammer´.
Fäustl n. meist im Pl. `Fausthandschuh´.

Faustmauke f. Südlausitz 1. Südlausitz `dicker, zäher Kartoffelbrei mit eingestampftem Heidemehl (Buchweizenmehl)´. Siehe auch Stoampkließl! - 2. Nordlausitz `zäher Brei aus Buchweizengrieß und Salz, den man in fingerdicke Würfel zerschneidet, die man dann mit brauner Butter oder mit einer Tunke aus zerlassenem Speck und Sirup übergießt´; auch Mahlmauke. Lautf.: Faucksmauke, Fauxmauke; Fauzmauke wOstlausitz, Pfauzmauke.

Fauzbacke f. Niedercunnersdorf `kräftige, dicke Wange (bei molligen Kindern), evtl. auch von einer Fauze `Ohrfeige´ geschwollen´.

Fauze f. `sehr kräftige Ohrfeige´; in der Westlausitz Flauze.

Fauzmauke siehe Faustmauke!

fauzn swv. `sehr kräftige Ohrfeigen verteilen´; iech hätt se kinn fauzn!

Faxe f. Pl. Faxn `Albernheit, Grimasse, dummer Spaß´; de Äberschtn hoann´ch wieder anne neue Faxe ausgeducht. Mach keene Faxn! `Sei ruhig!´; Kinderreim: Eins, zwei, drei, vier, fimf, sechs siebm, a dr Schule wird geschriebm, a dr Schule wird gelacht, wenn dr Lährer Faxn macht; RA: de Faxn dicke hoann `es satt haben´. Stih uf und mach Faxen! `Erhebe dich und unternehme etwas!´.

Feber (gedehnte 1. Silbe) m. °ZI Ebersbach, Neusorge `Februar´. Lautf.: Fewer.

Fechter m. `Fechtbruder, Bettler, Landstreicher, Vagabund´.

fechtn stswv. iech fecht(e), du fechtst, mer fechtn, iech hoa gefecht od. gefoachtn umg. `fechten: von Haus zu Haus betteln gehen (u. einen Vers aufsagen)´; de Kinder kumm zun Grinndurschtche wieder fechtn. Lautf.: faajchtn.

Feederche f. Westlausitz, Sächs. Schweiz `Durchfall´.

feederhoaftch Adj. `schnell´. Lautf.: feederhoaft Steina.

feedern swv. 1. `schnell u. gut vorangehen, leicht von der Hand gehen, flutschen´; de Oarbeit feedert. - 2. `schnell machen, sich beeilen, flott fortbewegen´; lusfeedern, feeder a bissl! Anu muss´ch feedern!

Feederze f. verstr.  `Durchfall´; a hoat de Feederze, a muss Stuppoarsch (Ackerklee) trinkn.

feege Adj. `feig, schüchtern, zaghaft, ängstlich´.

feel Adj. `feil: verkäuflich´; sei Häusl is feel; de Kuhe is euch ne feel. RA: Mir is is Labm feel `ich bin des Lebens überdrüssig´; feel hoann `zum Verkauf anbieten´.

feelhaaln stv. `feilhalten´. 1. `zum Verkauf anbieten´; uff´m Wuchemoarchte hillt´r Äppl feel. - 2. übertr. Mauloaffm od. Gahnoaffm feelhaal `faul herumstehen und einfältig gucken, unerwünscht zusehen´.

Feie f. mSüdlausitz, wOstlausitz 1. `kunstvoll errichteter kegelförmiger od. bienenkorbähnlich aufgeschichteter Stapel von Holzscheiten, aufgeschichteter Haufen von Getreidegarben, Strohballen od. Heu´; Scheitlfeie, Struhfeie, Heifeie. - 2. `Miete auf dem Acker zum Überwintern von Hackfrüchten, die in einer langen, flachen Grube angehäuft u. zum Schutz gegen Frost mit Stroh u. Erde abgedeckt sind´. - 3. Nordböhmen `Getreidesieb´.

Feierche f. Westlausitz `Feier´; Schweinefeierche `Schlachtfest´.

feiern swv. refl. selt. Süd- u. Westlausitz `abwarten, auf etw. warten, lauern´; dr Wunderdukter hoatte sich die ganze Sache mit oabgefeiert `der Wunderdoktor hatte abgewartet´.

Feierobd m. `Feierabend´. 1. wie litspr. `Arbeitsabschluss, Freizeit nach Beendigung der Arbeit´; ´s gitt´n Feierobde zu. Begrüßung eines Faulen: Gunn Murgn Feierobd! - 2. übertr. ´s is Feierobd `es ist Schluss mit etw.´ Lautf.: Feieromd Westlausitz.

Feim m. Wittgendorf, Jonsdorf dass. wie Feime u. Feie; dr Hulzfeim, Abernfeim, Scheitlfeim, Struhfeim.

feim swv. Jonsdorf dass. wie schäbern!

Feime f. Dim. Feiml Süd- u. Westlausitz dass. wie Feie; Abernfeime, Riebmfeime, Struhfeime.

Feimulde f. veralt. `hölzerne Schwinge zum Aufnehmen u. Reinigen des Getreides´.

Feixe f. `Art zu lachen´; die hoat anne dreckche Feixe.

feixn swv. `feixen: lachen´; feix ne su dreckch!

Feixtanz m. `Veitstanz: eine Nervenkrankheit mit Gesichtszuckungen´.

Feld n. Pl. Feldn Südlausitz (Obercunnersdorf, Neugersdorf, Neukirch), Felder öSüdlausitz, Ostlausitz 1. `bearbeitete landw. Nutzfläche´; mer senn heute ´n ganzn Tag uff´m Felde; wenn´ch an Buhsch gih, loof´ch glei ieber de Feldn; a gitt a de Feldn. - 2. `abgegrenzter Teil einer Ackerfläche´. Lautf.: Fald Spitzkunnersdorf, Faajld Zittauer Gebirge, Seifhennersdorf, Schirgiswalde, Pl. Faldn sSüdlausitz, Hinterhermsdorf, Faajlder Bihms Koarle.

Feldheemlch m. Cunewalde, Steinigtwolmsdorf `Grille´.

Feldhihnl n. Großschönau `Rebhuhn (Perdix perdix)´, verbreiteter Rabhihnl.

Feldkimml m. Niedercunnersdorf `wilder Thymian, Quendel (Thymus serpyllum L.)´. Siehe auch Quaanl!

Feldkuttlch m. Wehrsdorf siehe Kuttlch!

Feldmiezl n. meist im Pl. selt. Südlausitz `Katzenpfötchen (Antennaria dioica Gaertn.)´. Lautf.: Feld-, Fald-, Faajld-, -miezl, -mietschl.

Feldn siehe Feld!

Feldreen m. `Feldrain: schmaler Streifen Land als Grenze zwischen der Flur der Bauernhöfe´; de schinnstn Blieml stihn uff´m Feldreene. Siehe Reen!

Feldscheune f. `Scheune, die außerhalb des Gehöftes in der Nähe der Wiese steht u. zur Aufbewahrung des Heues dient´.

Feldsteen m. `Stein, der nach dem Pflügen u. Eggen an der Oberfläche liegt und meist abgelesen wird´.

Feldwaajg m. `Feldweg: vom Bauernhof ausgehender, zwischen den Feldern verlaufender schmaler, unbefestigter Weg, der meist zwei Radspuren aufweist´.

Fenchl m. `Fenchel (Foeniculum vulgara)´, ein Gewürzkraut.

fer (gesprochen ferr od. firr) Präp. 1. die präpositionale Fügung nennt den Adressaten des Geschehens (Mensch od. Tier); iech hoa fer meine Frooe noa kee Chriskindl. - 2a. die präpositiona-le Fügung gibt Zweck u. Bestimmung an; iech schmähr dr a poaar Schnietn fer de Foahrt. - b. `gegen (etw. ist nützlich als Abhilfe schaffendes Mittel)´; iech hoa woaas fer´n Durscht; Oarznei fer de Kuppangst. - c. in kausaler Bedeutung fer woaas `wofür´; fer woaase sull´ch´n noa labm? - 3. in Fügungen mit temporaler Bedeutung; fer´n Montch koann´ch mer nischt viernahm. - 4a. auf den Gegenwert weisend; fer doaas Geld will´ch noa a Auto hoann! - b. die Stellvertretung ausdrückend; dar sefft fer dreie. - 5. mit Refl.pron. eine Absonderung bezeichnend; iech spiel fer miech oalleene. Lautf.: fir; for Westlausitz.

Ferchn (gesprochen: Färchn) Pl. `Ferien: schul-, arbeitsfreie Zeit´. Lautf.: Fierchn Ostlausitz, Hintere Sächsische Schweiz.

Ferchngoast m. `Feriengast´.

Ferchnreese f. `Ferien-, Urlaubsreise´.

Ferrtche f. Obercunnersdorf, Dürrhennersdorf `Furcht, Angst´; de Ferrtche vertreibm.

Ferrte f. Niedercunnersdorf, Weigsdorf-Köblitz dass. wie Ferrtche.

Ferrterch m. Schlegel, Markersdorf `Feigling´.

ferrterch Adj. Niedercunnersdorf, Jonsdorf `furchtsam, ängstlich, scheu´; war wird´n su ferrterch senn!

ferrterhoaftch Adj. Obercunnersdorf 1. `furchtsam, ängstlich, schreckhaft´; a ferrterhoaftches Maajdl. - 2. `furchterregend, schrecklich, zum Fürchten´; doaas Gescheeche sitt ferrterhoaftch aus.

ferrterlich Adj. Obercunnersdorf, Neugersdorf, °ZI Ebersbach, Bihms Koarle dass. wie ferrterhoaftch. Lautf.: ferrtlch Leutersdorf.

Ferrtlch(er) m. °ZI Friedersdorf, Leutersdorf `Feigling´; doaas is a Ferrtlch.

ferrtn unregelm. V. refl. Süd- u. Ostlausitz iech ferrt miech, du ferrtst dch, iech furrt(e) miech, iech hoa miech gefurrt `fürchten: Angst vor etw., jmdm. haben´; ferrt´ch oack ne! A furrt´ch `er fürchtete sich´; dar ferrt´ch ne ver´n Teifl; a jeds furrt´ch oaazupackn `ein jeder fürchtete sich anzupacken´; de Kinder machtn anne aale Frooe zu ferrtn `die Kinder erschreckten eine alte Frau´; zun Ferrtn aussahn; beliebter Ausruf: Oack ne ferrtn (vu Expertn)! Lautf.: farrtn; foarchtn, farchtn od. ferchtn Westlausitz, Hinterhermsdorf, ferchtn nOstlausitz.

Ferschter (kurzes e) m. wie litspr. `Förster´; Gaknferschter.

Ferschtn `Förstgen (Ort der Gemeinde Mücke im °GR)´; de Ferschtner `die Einwohner von Förstgen´. Lautf.: Ferschtchn.

ferzelangk siehe foarzelangk!

Ferzl m. siehe Firzl m.!

Ferzl n. (nur im Pl.) Dim. von Foarz `kleine Gegenstände, kleine Stücke, kleine unbedeutende Dinge´; kleene Ferzl `kleine Kartoffeln´. Siehe auch Nunnefirzl! Lautf.: Firzl, Foarzl, Furzl, Ferzln Oberlichtenau. Vgl. Foarz. Auch angelehnt an Fätzl (Siehe Foatze!)

ferzln siehe firzln!

feste Adj. `fest´. 1. `stabil, haltbar´. - 2. verstärkend `tüchtig, kräftig´.

festeweg Adv. `tüchtig, ohne Unterlass, mit Eifer´; dar gitt festeweg a de Pilze.

Fete (1. Silbe gedehnt) f. umg. `Feier, gesellige Zusammen-kunft´.

Fett n. wie litspr.; Stoßseufzer der armen Handweber: Abern und Fett, wenn´s oack hätt; RA: sei Fett kriegn `heftig gescholten werden´; iech hoa schunn mei Fett weg `ich bin schon gerügt worden´; an Fette schwimm od. an Fette sitzn bis zun Uhrn `viel Geld besitzen´.

fette Adj. `dick (vom Körper), üppig (im Wuchs); salber assn macht fett. Zungenbrecher: Fritsche froaß frettch frih fett Schweinefleesch, fett Schweinefleesch froaß frettch frih Fritsche.

fettch Adj. `fettig: viel Fett enthaltend´; RA: anne fettche Gusche machn `viel und gut essen´.

Fette Henne f. `Fetthenne: durch fleischige Blätter auffallende Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse´.

Fetthoahnstoadt f. siehe Dirrhennerschdurf!

Fettnappl n. `Fettnäpfchen´; RA: ba enn as Fettnappl loaatschn/tratn `jmdn. unbeabsichtigt kränken und es dadurch mit ihm verderben´.

Fettschniete f. `Fettschnitte: mit Schmalz bestrichene Brotscheibe´. Lautf.: Fettschnitte.

Fetttoop m. Dim. Fetttippl `(großer) Steinguttopf (meist mit zwei Henkeln), in dem das ausgelassene Fett aufbewahrt wird´; RA: an Fetttoop greifm `großes Glück haben, durch Zufall eine gute Wahl treffen´. Lautf.: Fetttupp.

Fettwoattch m. selt. 1. Niedercunnersdorf `Fettwulst unterm Kinn´. - 2. Burkau `Fettbauch der Gans´.

Fetzl n. (Dim. von Fotze) 1. `weibl. Scheide´. - 2. abwert. a. Obercunnersdorf `leichtes, liederliches Mädchen´; du wirscht dr doa ne doaas Fetzl nahm! - b. Dürrhennersdorf, Seifhennersdorf `ein unerfahrenes, vorlautes, eitles junges Mädchen´; a dummes Fetzl; doaas is eene vu Fetzlschustern `das ist eine Tochter von einem Herrn Schuster, der mehrere Töchter hat´. - c. abwert. `Freundin, Liebste´; doaas is Richtersch Usterjunge sei Fetzl `das ist die Freundin des Kleinknechtes von einem Bauer mit Namen Richter´. Lautf.: Fätzl, Fatzl.

Feuer n. Dim. Feuerchl (Oberland), Feuerchn 1. wie litspr. `das Verbrennen mit offenen Flammen (vom Menschen entfacht u. unterhalten)´; Abern- , Gehoanns-, Woalperfeuer; RA: Feuer fangn `von etw. begeistert sein´. - 2. `vom Menschen kontrolliertes Verbrennen, um Wärme (im Haus) u. Kochgelegenheit zu schaffen (im Ofen)´; RA: enn Feuer undern Oarsch machn `jmdn. antreiben, mit großem Nachdruck Beeilung od. größeren Fleiß verlangen´.

feuerch Adj. `feurig´; uff´m Bodn hinder dr Feueresse loag a feuercher Koater.

Feuerche f. `Feuerung: Heizmaterial, Holz u. Kohle´; iech hoa keene Feuerche mih.

Feueresse f. Südlausitz `Esse, Schornstein´. In den alten strohgedeckten Häusern war die Esse aus Stückhölzern zusammengesetzt, die mit Lehm verschmierten Strohseilen verflochten waren. Die Essen hatten über einen halben Meter lichte Weite, so dass der Schobendecker oder Kleeber (Kleiber) von innen hinauf kriechen und die Strohseile mit Lehm verschmieren konnte. Der Essenkopf war ein (mit Blech verschlagener) Holzkasten, der wie ein Dachreiter auf dem Fürsten saß und abgenommen werden konnte; du wirscht´n noa de Feueresse runderhuln! `Du wirst den Kindern noch den hölzernen Essenkopf vom Dach holen, wenn sie damit spielen wollen´.

Feueresskährer m. Südlausitz `Schornsteinfeger, Kaminkehrer´. Lautf.: Feuerasskährer Neugersdorf, Feueresskahrer, Feueresskihrer verstr. Ostlausitz, Feuerschkehrer, -kihrer verstr. Ostlausitz, Feueresskärcht.

Feueresskroatzer m. Nordböhmen dass. wie Feueresskährer!

Feuergassl n. Großschönau `enger Durchgang zwischen zwei Häusern od. Gehöften´.

Feuerhokn m. `Feuerhaken´. 1. wie litspr. `kleiner Schürhaken (für Ofen u. Herd)´. - 2. `an langer Stange befestigtes Eisengerät, aus einem Haken u. einem nach vorn spitzen Stoßeisen bestehend, zum Herabreißen brennender Balken, um das Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude zu verhindern´.

Feuerhulz n. `Feuerholz: trockenes, in Scheite gespaltenes Brennholz´; iech gih an Kaller und mach a bissl Feuerhulz. Lautf.: Siehe Hulz!

Feuerlooch n. `Feuerloch: Brennraum im Ofen od. Herd´.

Feuermauer f. `Brandmauer zwischen aneinanderliegenden Häusern´.

Feuermoan m. `Feuermann: Heizer, Maschinist´; de Weibsn vu dr Frihschicht huttn ann Lungk. Dr Feuermoan hutt´s verschlofm und do lief de Transmission ne. Lautf.: Feuermoann.

Feuermol n. `Feuermal: angeborener dunkelroter od. blauroter Fleck auf der Haut´.

feuern swv. 1a. `(im Ofen, im Herd od. auf dem Feld) Feuer anzünden u. unterhalten´. - b. `heizen´; „iech muss mer´n Schwitzer ausziehn, wie du gefeuert hoast!“ - 2. `wehtun, schmerzen, brennen´; de Eireibche feuert aber! - 3. eene feuern `ohrfeigen´.

Feuernutter f. selt. Südlausiutz `Feuernatter: (Weibchen der) Kreuzotter´.

Feuerpoatsche f. `lange Stange mit einem großen Strohwisch od. Scheuerlappen am Ende´, der in Wasser getaucht u. zum Säubern des Backofens vor dem Einschieben des Brotes verwendet wurde´.

Feuerriepl m. früher nicht abwert. `Feuerrüpel´, scherzh. `Essenkehrer, Schornsteinfeger´. Lautf.: Feuerriebl Neukirch, Feuerrippl Steina, Oberlichtenau.

feuerrut Adj. `feuerrot: rot wie Feuer, durch Feuer oder Hitze gerötet´; du hoast zu lange a dr Sunne gelaajn, dein Hoals is feuerrut.

Feuersaajgn m. veralt. `Feuersegen: Zauberspruch, Bannformel, die eine Person, der man besondere Kräfte nachsagte (Zigeunerin), aussprach, um ein Haus od. Gut vor Feuer zu schützen´. Lautf.: Feuersaajn, Feuersägn.

Feuerschlange f. `Blitzschlange´. 1. `aus einem starken Brett herausgesägte, schlangenartig gebildete Latte, die sich an alten Umgebindehäusern von der Spitze des Holzgiebels als senkrechte Schmuckleiste und magisches Zeichen gegen Blitz und Feuersbrunst herabschlängelt´. - 2. `in den steinernen Türstock gehauene schlangenförmige Figur´.

Feuerschwoalbe f. `Rauchschwalbe (Hirundo rustica)´, auch Stoallschwoalbe nOberlausitz. Die Feuerschwalbe ist wohl nach ihrer rotbraunern Kehle benannt. Sie baut das Nest häufig im Viehstall und ist ein gern gesehener Nistgast, weil sie nach dem Volksglauben Glück bringt u. das Haus vor Blitzschlag schützt´.

Feuerspritze f. 1. `fahrbare Spritze der Ortsfeuerwehr´. - 2. `Handspritze, die früher in jedem Haus vorhanden sein musste´.

Feuerzange f. `große Zange, mit der der Schmied das Eisen sowohl im Feuer als auch beim Schmieden festhält´.

Fez m. umg. `Spaß, lustiges Treiben´.

Fichtlhäuser Pl. 1. `Fichtelhäuser (zu Rennersdorf gehörender Ortsteil der Stadt Herrnhut im °GR)´. - 2. `Neufriedersdorf (zu Friedersdorf (Spree) gehörender Ortsteil der Stadt Neusalza-Spremberg im °GR)´, auch Neudurf.

Fichtlscheißer m. veralt. `Grenzbeamter´.

fichtn Adj. `fichten´. 1. `aus Fichtenholz bestehend´. - 2. Süd- u. Ostlausitz `verrückt, übergeschnappt; du bist wull fichtn und hoast ann kiefern Sinn od. Oarsch.

fickerch Adj. umg. `fickerig: aufgeregt, nervös, unkonzentriert´, mdal. fisperch.

Ficketittl n. `Kondom´. Vgl. Titte!

ficklch Adj. 1. dass. wie fickerch. - 2. `übelnehmend, empfindlich´.

fidel (2.Silbe betont) Adj. `vergnügt, unbeschwert fröhlich´; gackfidel, kreizfidel, mupsfidel.

Fiebch siehe Viebch!

Fieber n. 1. wie litspr. - 2. kaales Fieber `Tierkrankheit, die vor allem bei Kühen auftritt; Lungenentzündung, hohes Fieber´; ´s kaale Fieber mit anner Quoarkschniete wegbrengn.

Fieberkraut n. `Tausendgüldenkraut (Erythraea Centaurium Pers.)´.

Fiedchl siehe Fiedl!

Fieder m. wSüdlausitz, Westlausitz dass. wie Fiedl 1 u. 2; `s Fleesch woar su dinne geschnittn, doaaß de durch de Fieder hättst kinn ´s ganze Wucheblatl lasn.

fiedern swv. wSüdlausitz, Westlausitz `(während der Mahlzeit) Brot in mundgerechte Stücke schneiden (u. in Kaffee eintunken´.

Fiedl n. msöSüdlausitz, Ostlausitz 1. `Bissen, kleine Portion, kleines Stück (von etw. Essbarem wie Fleisch); kleines mundgerechtes Brotstück´; iech schneid mer Fiedl, troige Fiedl, a Fiedl Wurscht, Abernfiedl (Lawalde).  - 2. `(in Milch, Kaffee) eingeweichte Brotstücke, Eingebrocktes´; a dr Brutsuppe senn mer zu vill Fiedl. - 3. siehe Butterfiedl! Lautf.: Fiederchl Niedercunnersdorf, Fiedchl Seifhennersdorf.

fiedln swv. 1. `Brot in kleine Stücke schneiden´; durchfiedln, zerfiedln, ´s Brut wird gefiedlt `das Brot wird für Kinder od. alte Leute in kleine Stücke geschnitten´. - 2. `kleine Brotstücke eintauchen in Suppe od. Kaffee und mit Butter bestreichen´; iech fiedl wieder.

Fiepe f. siehe Pfiepe!

Fiepslch m. `kleine, mickrige Pers. (mit pfeifender oder heller Stimme)´. Lautf.: Siehe auch Pfiepflch!

fiepslch Adj. Zittau`eine hohe piepsende Stimme besitzend´. Lautf.: Siehe auch pfiepflch!

fiepsln swv. 1. `(in hohen Tönen) pfeifen´. - 2. Zittau `piepsen, mit heller Stimme reden´; iech koann dann Karln ne ausstihn, dar fiepslt su. Lautf.: pfiepfln.

Fierchl, Fierdl siehe Furche!

fierchln swv. `Furchen (dammähnliche Bodenerhebungen) ziehen´. Siehe Furche!

Fierchlrutscher m. abwert. msSüdlausitz, Zittau `Gärtner, Kleinbauer, Häusler: Pers., die ihre Kartoffeln mit der Hand erntet und daher in der Furche rutschen muss.´

Fierchlscheißer m. abwert. dass. wie Fierchlrutscher. Lautf. Firchlscheißer.

Fiesch m. Dim. Fischl Süd- u. Ostlausitz `Fisch´; munter wie a Fiesch an Teiche.

Fietsche siehe Pfietsche!

Fietsche(p)feifl siehe Pfietschepfeifl!

fihln siehe fuhln!

fihrn unregelm. V. iech fihr(e), du fihrscht, mer fihrn, iech fuhrt(e), a fuhrte, mer fuhrtn, iech hoa gefuhrt `führen´. 1. trans. wie litspr. `jmdn. leiten, lenken´; de Grußemutter muss gefihrt od. gefuhrt warn. - 2. `das brünstige weibl. Tier zum männl. Tier (Kuh, Stute, Ziege, Schaf) bringen´; iech fuhrt se zun Bucke. Lautf.: fuhrn.

Fille f. `Fülle: Füllung´; Laberwurschtfille.

Fillefippch m. `behändes, flinkes, zappliges Kind´, auch Fillefippchn n. od. Fillefippchl n.

Filln n. `Füllen: Fohlen, junges Pferd´.

Fillsl n. 1. `Füllsel: Fleisch od. Wurstfüllung im Geflügel oder in der Wurst´. - 2. `im Tiegel angebratene entpellte Leber- Blut- od. Grützwurst´; siehe Tieglwurscht!

Filzbunzl Pl. siehe Bunzl! Lautf.: Filzbunsl.

Fimfbihmer m. veralt. `Fünfböhmer: Fünfzig-Pfennig-Münze´; Fimfbihmbrut `Fünfzig-Pfennig-Brot´. Vgl. Bihm!

fimfe Zahladj. wie litspr. `fünf´; RA: Lust hoa´ch ne fer fimf Pfennge `Lust habe ich überhaupt keine´.

fimfern swv. nur in der Wendung du koannst miech (amol) fimfern! `Du bist mir gleichgültig, lass mich in Ruhe!´.

Fimfpfennger m. `Fünf-Pfennig-Münze´.

Fimml m. umg. `Verrücktheit, Spleen, leidenschaftliche Besessenheit´.

Finanzer m. Südlausitz 1. `Zollbeamter´. - 2. Bihms Koarle `Grenzwächter´. Auch Fichtlscheißer.

fingerfoadnnack(t)ch Adj. Süd- und sOstlausitz, Bihms Koarle `fadennackt bis auf die Finger: ganz nackt´. Lautf.: fingerfoadnnacktsch.

Finger m. wie litspr.; RA: dar macht´ch de Finger ne dreckch `der geht unangenehmen Dingen od. der Arbeit aus dem Wege´; RA: enn uff de Finger puchn `jmdn. scharf zurechtweisen´; ´n Finger druf hoann `das Richtige vermuten od. sagen´. Wundsegen: Nudl, nudl, nutt, dr Finger blutt, steck´n as Maul, do heelt´r gutt.

Fingerhutt m. 1. `Fingerhut´. - 2. mehrere Glockenblumenarten.

Fingerkniebl m. `Fingerknöchel; der vorstehende Teil des mittleren Fingergelenks´; du musst mit´n Fingerkniebln rumpln. Lautf.: Kniewl.

fingern swv. `mit den Fingern greifen, tastend suchen, (mühsam) hantieren´.

Fingernoajl m. Pl. Fingernaajle `Fingernagel´; ´s is mer under de (Finger)naajle gefoahrn `mir schmerzen durch die Kälte die Fingernägel´; klenn Kindern doarf ees undern Juhre de Fingernaajle ne verschneidn, die muss ees oabbeißn, sonst missraten die Kinder. Lautf.: Siehe Noajl!

Finke f. 1. selt. Südlausitz `Fink: Buchfink (Fringilla coelebs)´; binkbinkbink, binkbinkbink schlätt de Finke uff´m Lindnboome; auch Goaartnfinke. - 2. Hirschfelde `Mädchen (mit schlechtem Ruf)´; anne lustche Finke.

Finke f. `Neucunnersdorf (zu Niedercunnersdorf gehörender Ortsteil der Gemeinde Kottmar im °GR)´, de Finkner `die Einwohner von Neucunnersdorf´; meine Frooe is anne Finknern; dar hoat a Häusl a dr Finke.

Finkl n. (Dim. von Funkn) 1. `kleiner Funken´. - 2. übertr. a Finkl `ein kleines bisschen, wenig, eine Kleinigkeit´; kee Finkl is zu sahn, a Finkl Stoob.

Finklboom m. um Löbau `Weihnachtsbaum, der mit Lametta u. Glaskugeln geschmückt ist´.

finklch Adj. Süd- u. Ostlausitz, auch Schlesien `glänzend, funkelnd, glitzernd´; anne finklche Brille.

finklhalle Adj. `funkelnd hell´. Siehe auch halle 3!

finkln swv. Süd- u. Ostlausitz `funkeln, leuchten, glänzen, glitzern´; de Silberfoadn uff´m Chrisboome finkln aber!

Finknhoahn m. Dim. Finknhahnl `Finkenhahn: Buchfinkenmännchen´; do pfefft a Finknhoahn.

Finknnappl n. `Finkennäpfchen: sehr kleines Trinkgefäß´. Lautf.: Finkenappl.

finn stv. iech find(e), du findst od. fingst bzw. fungst (beide Ost- u. Westlausitz), mer finn, iech fund (Obercunnersdorf) od. foand od. funk, a fund od. foand, mer funn od. foann od. fungn, iech hoa gefunn od. gefungn wie litspr. `finden´; a fund Oarbeit a Draasn (Obercunnersdorf); RA: die hoann´ch gesucht und gefunn. RA: ne aus drei Birkn rausfinn, (o wenn zwee-e oabgehackt warrn) `unbeholfen sein´; RA: War sucht, dar find! Find´ch oack rei! (Wird beim Sprechen oft eingeschoben). Lautf.: Gutturalisierung in der West- u. Ostlausitz, Neukirch: fingn, 1.3. Sg.: a fingt (West- u. Ostlausitz), 1.3. Prät. Sg.: a funkt od. fink (Ostlausitz), a foank, foaank, foaand (Westlausitz), Part. Prät. gefungn (Neukirch, West- u. Ostlausitz).

Finne f. `Pinne: zugespitzte Seite des Hammers´.

finslch Adj. selt. verstr. Cunewalde, °ZI Kemnitz `klein, undeutlich, schwer lesbar´; ´s woar a bissl finslch geschriebm. Lautf.: finzlch, finzlich.

finsln swv. selt. Seifhennersdorf `fein, klein, undeutlich schreiben´. Lautf.: finzln Bertsdorf.

finster Adj. wie litspr.; ´s is finster wie an Sacke, a finster Gesichte machn, paajchfinster, stookfinster.

finsterch Adj. wSüdlausitz, Westlausitz `finster´; ´s is haußn finstercher gewurn.

Finsterchkeet f. ab Neusalza-Spremberg westwärts, Westlausitz `Finsternis, auch: Dämmerung´.

Finsterkeet f. Seifhennersdorf, Schirgiswalde wie Finsterchkeet.

fippern swv. Großschönau `flackern (vom Licht), zittern´; ´s Lichtl fippert.

Fipsl (kurzes i) `kleines Stück´; a Fipsl Stuff; doaas kleene Fipsl Fleesch koannst de o noa assn!

fipslch Adj. 1. `zu klein, winzig´. - 2. `mühsam, knifflig, Fingerfertigkeit und Genauigkeit erfordernd´; tu´s oack du verknätln, mir is doaas zu fipslch. Lautf.: fiepslch.

fir siehe fer!

Firbs siehe Verbs!

firchln swv. bes. Oberland `die Dämme auf dem Kartoffelfeld mit dem Hakenpflug hochziehen, die Kartoffelpflanzen anhäufeln´, auch oaafirchln; dr Abernacker wird gefirchlt. Lautf.: furchln, ferchln. Auch oaafoahrn.

Firchlrutscher siehe Fierchlrutscher!

Firchlscheißer siehe Fierchlscheißer!

firmln swv. `einer mindestens sieben Jahre alter Person die Firmung erteilen durch einen Bischof in der kath. Kirche´; ´s Nubbermaajdl wird murne gefirmlt.

Firschtn m. `First: die oberste waagerechte Kante eines Daches, gebildet durch die aneinanderstoßenden schrägen Dachflächen; beim Ziegeldach die Reiche von Firstziegeln´; Firschtnziegln. Lautf.: Furschtn, Foarschtn, Ferschtn, Farschtn.

firzelangk siehe foarzelangk!

Firzl m. `Pers., die unruhig hin- und herläuft-, hinausgeht und hereinkommt´; macht dch raus oder bleib hinne, du klenner Firzl! Lautf.: Ferzl, Furzl. Vgl. Ferzl n.!

Firzlch m. dass. wie Firzl m. Lautf.: Ferzlch.

firzln swv. 1. Süd- u. Ostlausitz `unruhig hin- u. her-, fortwährend u. unnötig zur Tür hinaus- u. hereinlaufen; dauernd die Tür auf- u. zumachen; mehrere Male hintereinander ungelegen kommen´; musst de egoalfurt raus und reifirzln, iech feuer doa ne fer´n aaln Fritzn! - 2. Oberlichtenau `auffällig laufen, sich mit einem aufregenden Gang bewegen, beim Laufen mit dem Hintern drehen´. Lautf.: furzln, ferzln, farzln, foarzln.

Fischlsamml f. `mit sauren Fischchen belegte Semmel´, beliebte Speise auf Volks- und Schützenfesten und Jahrmärkten und zum Polterabend.

Fisemetentchn (kurzes i) Pl. `Fisimatenten: Schwierigkeiten, Ausflüchte, Umstände; Albernheiten, närrische Possen´; mach mer keene Fisemetentchn vier! Lautf.: Fisemententchn, Fisem(o)a(n)tentn, Fisem(o)a(n)tentchn, Fisemetentn, Fissemoatentchn (Niedercunnersdorf, Spitzkunnersdorf), Fisematenkl, Fisematuckl

fisperch Adj. 1. `unruhig, ungeduldig, zappelig, nervös, aufgeregt, zerstreut, durcheinander´; murne foahr mer an Urloob, iech bie schunn ganz fisperch. - 2. `dünn u. hell von der Stimme her´.

fispern swv. 1. `kleine, schnelle, fahrige Bewegungen machen; aufgeregt hantieren, nervös sein, zittern´; `s ferrterhoaftche Espmloob fispert oan Buhschrande. - 2. `mühselige, knifflige, viel Fingerfertigkeit erforderliche Tätigkeiten verrichten´.

fisplch Ad. 1. dass. wie fisperch. - 2. `mühsam, knifflig, Fingerfertigkeit u. Genauigkeit erfordernd´; die Oarbeit muss de Mutter machn, die is mer zu fisplch. - 3. `mit heller und dünner Stimme´; dar gruße Karle redd su fisplch.

fispln swv. 1. `mit heller und dünner Stimme reden, piepsen, säuseln, hauchen´; dar neue Radiomoan fisplt mir zu sihre. - 2. wie fispern.

Fissl siehe Fuß!

Fitschepfeifl n. siehe Pfitschepfeifl!

Fitschepfeil dass. wie Pfitschlch. Lautf.: Fitschefeil.

fitschenoaaß Adj. mnOstlausitz `völlig durchnässt, bis auf die Haut nass´. Lautf.: pfitschenoaaß.

Fitschl (kurzes i) f. 1. `Zwickmühle beim Mühlebrettspiel: eine Doppelmühle, bei der durch das Öffnen einer Mühle eine zweite geschlossen wird. - 2. `Nutzen bei jeder Gelegenheit´.

Fitschl (kurzes i) f. `kleine Holzsäge mit kleinen, (stumpfen) Zähnen´; auch Fitschlsaajge Eckartsberg.

Fitschlch siehe Pfitschlch!

fitschln swv. `schnell hin- u. herbewegen, um etwas (mit einem stumpfen Messer) zu zerschneiden od. (mit einer stumpfen Säge) zu zersägen´; mit dann dichn Boomsaajgl hoa´ch aber missn fitschln; durchfitschln, zerfitschln, oabfitschln.

Fitterche f. 1. Fütterung: das zu verfütternde Futter, Futtervorrat für den Winter´. - 2. `das Füttern´; iech muss noa de Fitterche besurgn.

fittern swv. 1a. `Tieren Futter verabreichen´. b. `(dem Vieh) etw. als Futter geben´; mer wulln fittern. - 2. `Kinder u. (kranke) Personen bei der Esseneinnahme unterstützen´; hoast de schunn de Kleene gefittert?

Fitz m. 1. `Fadengewirr´. - 2. `Kettfadenbruch, wobei sich das Fadenende um weitere Kettfäden schlingt´. Aus einem Fitz kann beim Weben ein Naast entstehen. - 3. in der Wendung Fitz hoann `hektisch arbeiten (u. dabei schlecht gelaunt sein)´; iech gih menner Froon aus´n Waajge, die hoat heute ihrn Fitz. Lautf.: Fetz Westlausitz.

fitzch Adj. `fitzig: arbeitswütig u. dabei zerstreut, unruhig, nervös´.

Fitze f. siehe Pfitze!
Fitze f. 1a. Großschönau `ein geordnetes Fadenkreuz beim Weifen, Stranggarn´. - b. Leutersdorf, Seifhennersdorf `Fadenende eines Gebindes Garn od. Wolle´. - c. Leutersdorf, Großröhrsdorf `ein Gebinde der Garnsträhne´. - d. °ZI Ebersbach, Leutersdorf, Steina `Querfaden in der Garnsträhne, der die einzelnen Gebinde bzw. Garnsträhnen abteilt´. - 2. `großes Durcheinander´; a de Fitze kumm `etw. durcheinanderbringen´.

fitzn swv. `fitzen´. 1. `sich verwirren´; de Foadn fitzn. - 2. `nervös, kopflos handeln u. arbeiten, hasten´; ba denn Gefitze koann nischt Geschoits rauskumm, rimfitzn.

fix Adj. 1a. `flink, geschickt, gewandt, anstellig, von rascher Auffassungsgabe´; dar is fix uff de Pfutn `der arbeitet oder rennt schnell´, die is fixer mit´n Maule oas wie iech `die ist redegewandter als ich´. - b. `hurtig, schnell, kurze Zeit´; iech gih fix amol zun Bäckn rim. - 2. in der festen Verbindung fix und fartch - a. `vollkommen fertig, beendet, bereit´. - b. `völlig erschöpft, mit den Kräften am Ende´.

Fixe f. selt. `Durchfall´; de Fixe hoann.

flaach Adj. wie litspr. `flach, seicht, eben´; a flaacher Taller; RA: a leit flaach `er liegt krank, erschöpft im Bett od. auf dem Sofa´.

Flaajchte f. `Flechte´. 1. `viereckiges Korbgeflecht auf dem Handwagen´. - 2. wie litspr. `Hautausschlag, Ekzem´. - 3. `niedere Pflanze an Steinen, Bäumen´. - 4. `geflochtenes Haar, Zopf´. - 5. `geflochtenes Backwerk´; siehe Flaajchtnsamml!

flaajchtn stv. iech flaajcht(e), mer flaajchtn, iech floacht(e), mer floachtn, iech hoa gefloaachtn Seifhennersdorf `flechten: ineinander schlingen´; Zeppe flaajchtn.

Flaajchtnsamml f. Obercunnersdorf `Flechtsemmel: Semmel normaler Größe in Zopfform (aus Semmelteig od. süßem Milchsemmelteig)´. Lautf.: Flaajchtesamml, Flaajchtsamml Leutersdorf, Flochtsamml °NOL Königshain.

Flaajk m. Süd- u. Ostlausitz `Fleck´. 1. `durch Unachtsamkeit verschmutze Stelle´; du hoast ann Flaajk uff´m Hemde! - 2. `andersfarbige, in der Beschaffenheit veränderte Stelle´; iech hoa ann bloon Flaajk uff´m Oarsche; dr Schuster hoat ann Fleck uff´m Stiefl gemacht. Lautf.: Fleck Westlausitz. Siehe auch Fleckl!

flaajkn siehe fleckn!

Flaatsch, Flaatschn m. `großes, (mit dem Messer abgeschnittenes) Stück, breiter Klumpen, Fetzen, breitgezogenes Gebäck; abgetrenntes Stück Haut od. Stoff, Riss´; a jeds krigt ann Flaatschn Fleesch. Lautf.: Floaatsche f., Floaatschn m., Flatsch, Flatschn, Floaatsch, Floatsch, Floatschn.

Fladerch (gedehntes a) m. 1. `(vom Wind verursachter) Feuerstoß´. - 2a. `Stück Papier od. ein Blatt, das vom Winde gewirbelt wird´; a Fladerch Daachpoappe leit uff dr Stroße. - b. `ein zerflattertes, zerrissenes Stück Papier, Heft od. Buch´. - c. `Lumpen, altes Kleidungsstück´; ann aaln Fladerch imbinn. - 3a. `(alter) Pilz, wo die Fächer besonders hervortreten´; die aaln Fladerche luss mer stihn. - b. `Salat-, Weiß- od. Rotkrautpflanze, die keinen geschlossenen Kopf ausgebildet hat´. - 4. `Nasenschleim, fadenähnliches Gerinnsel, Milchhaut´. - 5. `Luftikus, leichtlebige Pers.´ Lautf.: Fladderch, Floatterch.

fladerch (gedehntes a) Adj. 1. `flatterig, locker (von sich nicht schließenden Salat- u. Krautköpfen)´; fladerche Heete. - 2. `ängstlich, mulmig´; mir is ganz fladerch `mein Herz flattert (vor Aufregung)´. - 3. `flatterhaft, liederlich´.

Fladermaus f. `Fledermaus: Gruppe von nachtaktiven flugähnlichen Tieren, die sich in Europa vorwiegend von Insekten ernähren´.

fladern (gedehntes a) swv. `fledern´. 1. `vom Winde bewegt werden, flattern´; ´s fladert de Blatl vun Beem. - 2. `jmdn. od. etw. schleudern, achtlos hinwerfen, jmdn. od. etw. hinauswerfen, schmeißen´; flader deine Klunkern ne su rim und lä se urndlch iebern Schemml! Dr Chef hoat miech aus dr Foabricke gefladert. - 3. `in einem Buch wild herumblättern u. es dabei zerreißen, zerfleddern´. - 4. enn a poaar fladern `jmdm. ohrfeigen´. - 5. `eine Arbeit schnell, aber flüchtig u. liederlich verrichten´; de Schuloarbeitn oack su hiefladern. - 6. `unruhig, aufgeregt (auch unkonzentriert) hin- u. herrennen´. - 7. `ungeschickte, flatterige, unsichere Bewegungen machen´.

Fladerwiesch m. `Flederwisch´. 1. `abgeschnittenes, letztes Glied des Flügels der geschlachteten Gans mit den großen Schwungfedern (zum Abstäuben, Ofen- od. Ofenrohrreinigen)´; de Mutter kehrt de Spinnwäbm mit´n Fladerwische weg. - 2a. `Strohwisch an einer Stange als Zeichen eines Verbotes´. - b. `kleines Strohbündel zum Wischen od. Scheuern´. - 3. `Salat-, Weiß- od. Rotkrautpflanze, die keinen geschlossenen Kopf ausgebildet hat´. - 4a. `oberflächliche, leichtfertige, flatterhafte, liederliche (weibl.) Person´. - b. `Luftikus; Pers., die es mit der Treue nicht so genau nimmt´; iech duchte schunn, du Fladerwiesch tät´s mit anner andern haaln. Lautf.: Fladerwusch, Fladerwisch.

Flägl m. `Flegel´. 1. Kurzform für `Dreschflegel´. - 2. umg. `Grobian, schlecht erzogener Bursche, Lümmel´; Neckreim: A Burkerschdurf und Schlägl, do sein de grisstn Flägl, a Dittlsdurf und Rusnhoajn, do sulln se noa vill grisser sein. Lautf.: Fliägl.

flägldreschn stv. `mit dem Dreschflegel dreschen´, Gegensatz zum Maschinendrusch.

Fläglstruh n. `Flegelstroh: manuell ausgedroschenes, weiches Stroh mit langen, ungebrochenen Halmen für Strohbänder zum Garbenbinden´.

flähtscherch Adj. siehe breetflähtscherch!

flähtschn swv. Niedercunnersdorf, Großhennersdorf `breit machen, fläzen, (hinlümmeln)´; die hoat ihrn dickn Oarsch uff´n Koanepee geflähtscht. Lautf.: flaatschn, flatschn, floaatschn, floatschn.

Flamänder m. veralt. `Luftikus, Vagabund, liederlicher u. leichtfertiger Mensch´. Die Bewohner Flanderns, die Vlämen oder Flamänder zogen früher als Händler umher. Lautf.: Floamänder.

Flamml n. Dim. zu Floamme `Flämmchen´. 1. wie litspr. - 2. `Schneeflocke´. - 3. Neugersdorf, Großschönau `Gemeines Zittergras (Briza media L.)´. Siehe auch Taschlkroattch u. Voglbrut! Lautf.: Flämml.

flammlgaale Adj. Nordböhmen `gelb wie eine Flamme´; flammlgaaler Ziegeboart.

flammln swv. 1. `mit kleiner Flamme brennen´, de Kohln flammln. - 2. `leise, wenig, in einzelnen Flocken schneien´. Lautf.: flämmln.

flamsch (gedehntes a) Adj. 1. Südlausitz `boshaft, hämisch, hinterhältig, schadenfroh, tückisch´; a feixte ganz flamsch; dar guckte miech ganz flamsch oaa. - 2. selt. Ostlausitz `groß, ungeschlacht´. - 3. selt. Ostlausitz `mürrisch, unfreundlich´. Lautf.: flammsch.

flamschn (gedehntes a) swv. Südlausitz `böse gucken, tückisch blicken, erzürnt sein, unfreundlich sein´; flamsch miech ne su oaa! `Schau mich nicht so böse an!´

Flappe, Fläppe siehe Floappe!

Flaschlkastl n. verstr. `Hausapotheke, Arzneischränkchen´.

Flaschlschränkl n. dass. wie Flaschlkastl.

flätschn, flatschn siehe flähtschn!

Flarrn m. siehe Floarrn!

flarrn swv. siehe floarrn!

Flatsch, Flatschn siehe Flaatschn!

Flaumfader f. `Flaumfeder, Daune, Feder mit kurzem Kiel und sehr weichen, strahlenförmig angeordneten Federästen ohne Häkchen´.

Flause f., meist Pl. 1. `närrischer Einfall, Albernheit, Hirngespinst, falsche Vorstellung; dar hoat wetter nischt wie Flausn an Kuppe. - 2. `Ausrede, Ausflucht. Lüge´; mach mer keene Flausn vier!

Flauze f. Westlausitz `kräftige Ohrfeige´; do hoann mer aber Flauzn gekrigt! In der Südlausitz Fauze.

Flaz (gedehntes a) m. Seifhennersdorf `Fladen, unförmiges Stück Gebackenes od. weiche Masse´; die Plinsn, doaas woarrn a poaar Flaze! Siehe auch Flaatschn u. Ploaaz!

Fläz (gedehntes a) m. Oberland `Fläz: Grobian; unverschämter, rücksichtsloser Mensch; ungeschliffener, flegelhafter Junge´; wie a Fläz od. Flaz benahm. Lautf.: Flaz (BihmKoarle, Jonsdorf, Steinigtwolmsdorf, °ZI Reichenau, Hinterhermsdorf), Floaz.

fläzch Adj. `fläzig: ungehobelt, flegelhaft, ungezogen, ungebührlich´; se koam mit dann fläzchn Riepln ne zeraajchte. Lautf.: flazch.

fläzn (gedehntes a) swv. meist refl. `fläzen: (sich herum-, hin-)lümmeln, ungebührlich aufführen´. Lautf.: flazn.

fleckch Adj. `fleckig´; (klee)fleckche Äppl.

Flebbe f. umg. `Ausweispapier, Fahrzeugerlaubnis´; hoast de de Flebbm wieder?

Flecke Pl. siehe Kuttlflecke!

Fleckkuchn m. dass. wie Flecklkuchn. Lautf.: Fleckkuche.

Fleckl n. Dim. von Fleck `Fleckchen´. 1a. `Stelle, Punkt, Platz´; iech hoa fer oalls mei Fleckl. - b. `Ort, Gegend´; dar macht jeds Juhr uff´m namlchn Fleckl Urloob. - c. Stelle, die man kennt und immer wieder aufsucht´; dar brengt immer Pilze mit heem, dar weeß de Fleckl. - d. Kiesdorf `ein kleines Stück Ackerland, das der Gutsherr seinem Gesinde verpachtete´; Viebchfleckl. - 2. `kurzer Zeitabschnitt´; ´s schiene Fleckl vun Tage is schunn wieder rim. - 3a. `Flicken, Stück Stoff´; de Mutter hoat mer a neu Fleckl uff´m Arml genäht; kee gutt Fleckl a mir droaa lussn `mich schlecht machen´; Woaschfleckl, Westefleckl `Stoff zu einer Weste´, Haubmfleckl `Stoff für eine Haube´. - b. `Pflaster´; Butterfleckl. - 4. doaas weeche Fleckl `Fontanelle am Schädel des Neugeborenen´. Lautf.: Flackl Neukirch.

Flecklfrooe f. veralt. `Händlerin, die regelmäßig ins Dorf kam und Stoffreste und billige Stoffteile zum Verkauf anbot´; de Laubsche Flecklfrooe.

Flecklhoader m. Bertsdorf, Jonsdorf `einfacher, strapazierfähiger Läufer aus zusammengenähten Stoffresten´.

Flecklkoastn m. `(unterster Kommoden)kasten zur Aufbewahrung von Stoffresten´.

Flecklkuchn m. msSüdlausitz `Blechkuchen aus Hefeteig mit verschiedenem Belag (Quark, Mohn, Marmelade) mit Streusel´, auch Fleck-, Klecks- od. Kleckslkuchn. Lautf.: Flecklkuche.

Flecklnudln Pl. `kurze, breite Nudeln´; auch Schneiderfleckl.

Flecklschuhe Pl. Obercunnersdorf, °ZI Ebersbach, Cunewalde, Girbigsdorf, Burkau `(warme) Hausschuhe aus Stoffresten; Hausschuhe, die aus zu Zöpfen geflochtenen Stoffstreifen bestehen, die um den Schuhleisten herumgelegt werden´; an Hause koannst de an Flecklschuhn gihn; auch Flecklschicher.

Fleckltoasche f. `aus mehreren (andersfarbigen) Lederstücken bestehende (Einkaufs)tasche´.

fleckn swv. `flecken´. 1.`vorwärtsgehen, schnell von der Hand gehen, flutschen´; ´s fleckt `es geht voran, es geht vom Fleck´. - 2. Cunewalde `rennen, ausreißen´; do kunnde dar Lausejunge aber fleckn od. flaajkn. Lautf.: flaajkn.

Fleckse f. `Sehne´; durchs Faal senn de ganzn Flecksn zu sahn.

Fleesch n. `Fleisch´. 1. `die Weichteile des menschlichen u. tierischen Körpers´, RA: Dar is ganz schiene vun Fleesche gekumm `der hat sehr abgenommen´. Verschiedene Heilkräuter, wie Oalwee `Aloe´, Kihzoajl `Fuchssches Kreuzkraut´, Beinwell (Schwarzwurz), heeln´s Fleesch an Tuppe zusoamm. - 2. `die essbaren Teile eines tierischen Körpers´; Schweinefleesch, Wellfleesch; RA: Besser anne Fliege a dr Suppe oas goar kee Fleesch an Tuppe.

Fleeschblume f. meist Dim. Fleeschblieml verstr. Westlausitz `Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi L.), auch Fleescherblume.

Fleeschbrutl n. `Bulette, Beefsteak, Frikadelle´. Siehe auch Gewiegtebrutl!

Fleescher m. `Fleischer: Handwerker, der gewerblich Vieh schlachtet, weiterverarbeitet u. seine Erzeugnisse verkauft´; RA: dar hoat´s schiene wie Fleeschersch Hund `der leidet keinen Mangel´; dr Fleescher kimmt durch `die Zehe wird durch ein Loch im Strumpf sichtbar´.

Fleescherblume f. Dim. Fleescherblieml 1. `Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi L.)´. - 2. `Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis L.)´.

Fleeschergangk m. `Fleischergang: vergeblicher, erfolgloser Gang´; ´s woar wull a Fleeschergangk?

Fleescherhund m. `großer, scharfer Hund´.

fleeschern Adj. `aus Fleisch bereitet´; woaas Fleeschernes viergesoatzt kriegn.

Fleescherpoalme f. scherzh.-iron. `Blattpflanze, die den Fleischern als Schaufensterdekoration dienen, insbes. Aucuba japonica´.

Fleeschhenne f. `Fleischhenne: schwere, fleischige Henne (im Gegensatz zur Legehenne)´.

Fleeschkließl n. `Fleischklößchen´. 1. `gekochtes Hackfleisch in Kloß- od. Keulchenform (Königsberger Klopse)´. - 2. `rund geformte Bulette, Beefsteak´.

Fleeschkoallchl n. `Fleischkeulchen: Kloß aus Hackfleisch´, dass. wie Fleeschkließl 1 u. 2. Lautf.: Fleeschkoilchl, -koichl, -koalchn.

fleetn swv. `flöten´; de Oamstl fleet.

Fleiß m. mdal. in der Wendung mit od. zu (Bihms Koarle) Fleiße `vorsätzlich, absichtlich, durch eigene Schuld´; du bist mer uff de Zinn geloaatscht, doaas hoast de zu Fleiße gemacht.

fleißch Adj. `fleißig´; RA (iron., wenn eine Frau übertrieben geschäftig ist): fleißch wie de Maus an Sechswuchn.

Fleißches Liesl n. 1. verschiedene reichblühende Topfpflanze, insbes. `Begonia semperflorens L.´. - 2a. `Strickgerät für Kinder (puppenförmig), Stricklieschen´. - b. `Pers., meist Kind, die mit dem Strickgerät arbeitet´; du bist aber a fleißches Liesl!

flenn swv. `flennen: haltlos weinen´ (eigtl. mit verzogenem Munde weinen).

flennerch Adj. `weinerlich´, a redde flennerch.

Flennhucke f. Wehrsdorf `weinerliches Kind, das auf dem Rücken getragen wird´.

Flenntippl (gespr. Flenndibbl) n. 1a. Niedercunnersdorf `kleiner Topf mit Tränen´; Mutter zum weinenden Kind: "Wenn´s Flenntippl vul is, do koannst de´s brengn, do krigst de, woaas de willst!" - b. Neugersdorf `Topf, in dem die Kartoffeln gekocht werden´; Flenntipplabern, -abunn. - 2. msSüdlausitz `weinerliches Kind, Heuljunge´. - 3. übertr. `etw. Nasses´; doaas senn wieder Flenntippl gewurn `das sind wieder wässrige Kartoffeln geworden´. - 4. `Rübengeist; ausgehöhlte, mit einem verzogenen Gesicht versehene Runkelrübe (Futterrübe)´. Südlausitzer Volksbrauch: Mit einem Messer wird eine Futterrübe ausgehöhlt und Nase, Mund, Augen werden eingeschnitzt und evtl. Ohren angesetzt. In die Rübe wird eine brennende Kerze gestellt. Diese Flenntippl werden im Oktober od. November und bes. in der Scheechnacht von Allerheiligen zu Allerseelen in der Dunkelheit im Vorgarten oder vor den Fenstern eines Nachbarn od. Bekannten von Kindern aufgestellt, die danach klingeln und sich verstecken. Die Hausleute belohnen die Kinder dafür mit Süßigkeiten od. Münzen, die neben die Flenntippl gelegt werden. Die Kinder holen die Gaben und ihre Flenntippl wieder ab und stellen sie vor dem nächsten Hause auf.

flenntipplch Adj. 1. `verheult, nasse Augen besitzend´. - 2. Neugersdorf `nass, wässrig´, flenntipplche Abern.

flerrn siehe floarrn!

fleschln swv. siehe fluschln!

Flessl n. `Flössel: Bächlein´.

Fletsche f. 1. Süd- u. Ostlausitz `Person, die sich hinlümmelt und breit macht´. - 2. Ober- u. Niedercunnersdorf `breiter, flacher Topf mit u. ohne Deckel´. Lautf.: Flätsche (gedehntes ä) Neusorge.

fletscherch (kurzes e) Adj. Niedercunnersdorf `unflätig, lümmelnd, sich wie ein Fläz benehmend´, breetfletscherch.

fletschn swv. 1. Süd- u. Ostlausitz `breit machen und lümmeln, breit ziehen´; fletsch dch ne su hie! - 2. Nieder-Neudorf `mit breitgezogenem Mund heulen´. Lautf.: flätschn (gedehntes ä) Neusorge.

Fletze f. dass. wie Fletzn.

Fletzer m. selt. verstr. Süd- u. sOstlausitz `Platzregen, Regenguss´.

Fletzerch m. um Zittau dass. wie Fletzer.

Fletzerei f. Neugersdorf `Pfützen auf dem Fußboden´; woaas hoat´r denn do fer anne Fletzerei gemacht?

fletzern swv. bes. Nordböhmen dass. wie fletzn; is fletzert `es regnet sehr´.

Fletzn m. 1. `große Steinplatte, Fliese im Hausflur´. - 2. `große steinerne Trittplatte vor der Haus- od. Hintertür´; Hindertierfletzn; iech bie mit´n Kuppe uff´m Fletzn gefloin.

fletzn swv. 1. Neugersdorf, Oderwitz, Seifhennersdorf, sOstlausitz `Wasser verschütten, mit Wasser gießen´; a hoat uff de Fletzn gefletzt `er hat auf die Steinplatten Wasser gegossen´. - 2. verstr. Süd- u. Ostlausitz `sehr stark regnen´; ´s fletzt haußn.

Flicke ohne Art. Hirschfelde, Ostritz `Schläge, Prügel´; Flicke kriegn.

Flickkirbl n. `Nähkörbchen (zur Aufbewahrung von Nadel, Zwirn und Fingerhut)´.

flickn swv. `flicken´, neben der litspr. Bedeutung `reparieren durch Aufsetzen eines Flickens´ auch 1. `nähen´; Spitze oas Hosnbeen flickn. - 2. söSüdlausitz, Ostlausitz, Schlesien `prügeln, schlagen´; du krigst eene geflickt!

Fliederbärsuppe f. Ostlausitz `Holunderbeersuppe´.

Flieder m. `Schwarzer Holunder (Sambucus nigra L.), Holunderstrauch´; Fliederboom, Fliedertee `Tee aus den Blüten des Holunders´. Siehe auch Katlbäre!

flieglch Adj. `flügelig´ 1. `verbogen (vom Sensenblatt)´. - 2. `schief, spreizend, instabil, labil´. - 3. °BZ Sohland `vertrocknet und verzogen (bei Wurst- od. Brotscheiben)´; de Wurschtradl sein flieglch.

fliegn stv. iech flieg(e), du floigst, floist (Westlausitz), a floigt, floit (Westlausitz), mer fliegn, iech flug, iech bie gefloin, iech bie gefloon (Schirgiswalde), ich bin geflun (Westlausitz) 1. wie litspr. `sich in der Luft mit Flügeln fortbewegen´. - 2. `fallen, stürzen, stolpern´; runder-, rei-, hiefliegn; floig mer ne vun Boome! - 3. `gegen seinen Willen aus einer Anstellung. Funktion entlassen werden´; RA: War loigt, dar floigt! Lautf.: flien Westlausitz, nOstlausitz, Neulausitz.

Fliegndreck m. Dim. Fliegndreckl `Fliegenkot´. Lautf.: Fliegndraajk.

Fliegngloas n. `Fliegenglas: glockenförmiges Glas für den Fliegenfang´ bis 1930.

Fliegnplaatsche f. `Fliegenklatsche´. Lautf.: Fliegnploaatsche Neugersdorf, Spitzkunnersdorf, Fliegnplatsche (kurzes a) Westlausitz,.

Fliegnschnoapper m. `Fliegenschnäpper (Muscicapinae)´.

Fliegnschränkl n. `mit einer od. zwei Gazetüren versehener Oberteils des Brotschrankes´. Siehe Bruthäusl!

Fliegntaajter m. Neugersdorf `Fliegenkot´. Lautf.: Fliegntater.

Fliegntätsche f. Cunewalde, Schirgiswalde u. Steinigtwolmsdorf `Fliegenklatsche´.

Fliegnwedlch m. `Stab mit einem Fächer aus Federn´.

Fliemariechn n. Arnsdorf bei Ruhland, Guteborn, Hosena, Peickwitz `Fliegmariechen: Marienkäfer´.

flien siehe fliegn!

Fließee-er Pl. Dürrhennersdorf `Eier mit fehlender fester Schale´. Lautf.: Fließeier.

Flihe siehe Fluhg!

Flimmerkiste f. umg. `altes Kino, Fernsehrgerät´.

Flissl n. `kleiner Fluss´; doaas is keene Baach mih, doaas is schunn a Flissl.

flissn stv. selt. `fließen´; is Woasser flisst. (Mdal. besser: Is Woasser leeft.)

flissnde Adj. Seifhennersdorf `fließend´.

flitschn swv. Seifhennersdorf, Jonsdorf `flache Steine auf dem Wasser hüpfen lassen´.

Flittch m. `Fittich´. 1. `Flügel (der Gans)´; RA: de Flittche hängn lussen `mutlos, niedergeschlagen sein´. - 2. `Zipfel am Kleidungsstück, Frackschoß´; a hoat se benn Flittche derwuscht. - 3. meist abwert. `Kleidungsstück´; benn Flittche nahm `unsanft anfassen´; dan dichn Flittch zoigst mer ne mih oaa! - 4. `Fetzen, Teil eines Ganzen (Kleidungsstücks), Flicken, Lappen, Wolkenfetzen´; Friederch hillt´ch senn zerrissn Hoseflittch. - 5. übertr. `junger Springinsfeld´.

Flitter m. meist im Pl. Dim. Flitterchl 1. `kleine metallene Blättchen, die am Draht der Brautkronen u. -kränze befestigt sind´. - 2. Seifhennersdorf `Zittergras´, auch Kläpperchl. Lautf.: Flittachl Seifhennersdorf.

Flitterbraut f. `Braut, die sich ehrlich gehalten hat und eine Brautkrone od. einen Brautkranz mit Flitter tragen darf´.

Flitterchl siehe Flitter!

Flitterkränzl n. `mit Flitter besetzter Brautkranz od. -krone´. Lautf.: Flitterkranzl.

Floaatsch, Floaatschn siehe Flaatschn!

floaatschn siehe flaatschn!

Floacke f. `Flocke´; Schniefloacke, Hoaberfloacke.

Floappe f. abwert. `unterer Teil des Gesichtes, Mund´, bes. `weinerlicher, missmutig od. trotzig verzogener Mund´, auch `mürrisches, weinerliches od. verdrießliches Gesicht; beleidigte Mundpartie´; anne Floappe ziehn wie siebm Tage Raajnwater. Lautf.: Fläppe, Flappe, Fluppe.

Floaps (kurzes oa) m. Ostlausitz 1a. `dummer, ungeschickter Mensch, Tollpatsch´. - b. `grober, unfreundlicher, unhöflicher Mensch; Flegel´. - 2. abwert. `Essen, dicker Brei´. - 3. °NOL Wiesa dass. wie Floappe.

Floarre f. dass. wie Floarrn. Lautf.: Flarre, Flerre.

Floarrerei f. Oderwitz `Heulerei, Weinerei´.

Floarrhucke f. Neugersdorf, Seifhennersdorf `weinerliches Kind, das auf dem Rücken getragen wird´.

Floarrn m. Süd- u. Ostlausitz 1a. `tiefe offene Wunde, große eitrige Stelle, Hautabschürfung, großer Grind, Schorf auf einer Wunde´. - b. `(dicker) Schmutzfleck´ auf der Haut od. an der Kleidung; a wischt´ch senn Heedlbärfloarrn vun Oarme. - 2. `breiige Masse, Mundauswurf´; ann Floarrn as Gesichte spuckn. Lautf.: Flarrn, Flerrn.

floarrn swv. Niedercunnersdorf, Neugersdorf, Oderwitz, Seifhennersdorf `den Mund zum Weinen verziehen´; iech hätte floarrn kinn, anne Freedntrane floarrn `Lautf.: flarrn, flerrn.

Floaschnschränkl n. `Arzneischränkchen zum Aufbewahren von kleinen Flaschen mit Medizin, das an der Wand hängt´; auch Flaschlkastl.

Floatsch (kurzes oa) m. siehe Flaatschn.

Floatschch (kurzes oa) m. selt. Westlausitz dass. wie Flaatschn.

Floatschn m. siehe Flaatschn!

floatschn siehe flaatschn!

Floatterch m. abw. `leichtblütige, liederliche, sich herumtreibende (männl.) Person; Casanova´, auch Fladerch.

floatterhoaftch Adj. `leichtblütig, liederlich´.

Floaz (gedehntes oa) siehe Flaz!

Floaz (gedehntes oa) Jonsdorf siehe Flaz! Dass. wie Flaatschn!

Floge (gedehntes o) f. wKürzung, swWestlausitz `kurzer, heftiger Regenguss od. Schneeschauer´. Lautf.: Flogge Burkau, Floche (gedehntes o) Bühlau.

fluchn (kurzes u) swv. wie litspr. `fluchen´; RA: A flucht´s Blooe vun Himml runder.

Flug m. Südlausitz `Flog: ein fliegender Schwarm Vögel od. Insekten´; a Flug Taubm od. Krohn.

Flug, Fluk m. siehe Fluhg!

Flugmoaschine f. veralt. `Flugzeug´.

flugs Adv. bes. Ostlausitz `schnell; sogleich, schon´.

Fluhg m. Pl. Flihe `Floh´; vun Kroatzn oalleene gihn de Flihe ne weg, RA: de Flihe hustn od. niesn hiern `alles erfahren´; RA über die Kinderbetreuung: Do will´ch lieber a Schook Flihe hittn. RA: „Luss oack dann Fluhg beißn! Woaas dar frisst, doaas bezoahl´ch!“

Fluhgkiste f. scherzh. `altes Kino, Bett´.

Fluhgmoarcht m. `Flohmarkt: Trödelmarkt´; die hoa´ch uff´m Fluhgmoarchte derstoann.

Fluhtsche f. 1. Obercunnersdorf, Wittgendorf dass. wie Fluntsche. - 2. Burkau `dünner Kaffee´.

Fluntsch (kurzes u) m. dass. wie Fluntsche. Lautf.: Flunsch.

Fluntsche (kurzes u) f. `Schmollmund; verzogener Mund, der Unzufriedenheit, Missmut, Trotz od. Beleidigtsein ausdrückt´; is Maajdl zug anne Fluntsche, wie se doaas hirrte. Lautf.: Flunsche.

fluntschn swv. `schmollen, das Gesicht verziehen; über etw. beleidigt, ärgerlich od. unzufrieden sein´; ´s Kleene fluntschte an Winkl. Lautf.: flunschn.

Fluppe f. siehe Floappe!

fluschln swv. selt. öOstlausitz`(schelmisch) lächeln´; ar hutt a winngk gefluschlt und wetter nischt gesoit; dar hoat miech oaagefluschlt. Lautf.: fleschln.

Foaaß n. Dim. Fassl, Pl. Fasser wie litspr. `Fass´; Bierfoaaß od. -fassl, Ufwoaschfassl, Woaschfoaaß, Jauchefoaaß, Schoarbfassl, Mahlfassl. RA: a Foaaß ufmachn `viel Aufhebens wegen einer Kleinigkeit machen´, RA: Doaas schlätt´n Foaaß ´n Bodn aus! `Das ist unerhört!´ Lautf.: Foass Westlausitz.

Foaaßbutter, Fasslbutter f.  `von Händlern in Holzfässern gelieferte Butter´ wurde von den Verkäufern abgewogen an den Kunden verkauft; zun Backn verricht´s Fasslbutter. Lautf.: Foassbotter Westlausitz.

Foaaßdaube f. Dim. Fassldaube Pl. Foaaßdaubm wie litspr. `Fassdaube: gebogenes Seitenbrett eines Fasses´; Bratl huttn se oan Benn gehoat, baale wie Foaaßdaubm. Lautf.: Foassdaube.

Foaasnacht f. `Fastnacht: Dienstag vor Aschermittwoch, Vorabend der Fastenzeit; die Fastnachtswoche beginnt mit dem Donnerstag vor dem Sonntag Estomihi u. endet mit dem folgenden Fastnachtsdienstag´. Fastnacht hat eine vorchristliche Wurzel in einer alten Frühlingsfeier, in der die Freude über die wieder erstarkende Sonne u. das neu erwachende Leben zum Ausdruck gebracht wurde. Bis heute finden noch Bittgänge verkleideter Kinder statt, die in kleinen Trupps von Haus zu Haus gehen und Verse schreiend Gaben erhalten; zer Foaasnacht gihn; a de Foaasnacht schickn `jmdn. zu Fastnacht zum Narren halten´. War a dr Foaasnacht Hiersche isst, krigt´s ganze Juhr keene Flihe. Lautf.: Foasnacht.

Foaasnachtsnoarr m. `Fastnachtsnarr´. 1. `zu Fastnacht verkleidete, bunt angeputzte Person´. Die verkleideten Kinder brüllen im Sprechgesang Verse, z.B.: "Foaasnachtsnoarrn wulln o woaas hoann, wulln a Streefl Kuchn hoann und a Stickl Wurscht und Speck, murne is de Foaasnacht weg!" - 2. veraltet `jmd., der zu Fastnacht zum Narren gehalten wird´; "du hoast a Looch an Strumpe! - Foaasnachtsnoarr, Foaasnachtsnoarr!" Lautf.: Foasnachtsnoarr.

Foaaßvll n. `ein Fass voll´; a Foaaßvll Gurkn. Lautf.: Foassvll.

Foabrekante m. `Fabrikant: Faktor, Verleger´, ab dem 19. Jahrhundert auch `Fabrikbesitzer´.

Foabricke f. wie litspr. `Fabrik´; a de Foabricke gihn `in einer Fabrik arbeiten´.

Foabricker m. `Fabrikarbeiter´.

Foabrickmaajdl n. `Fabrikmädchen: junges Mädchen, das nach Abschluss der Schule eine Lehre in einer Fabrik beginnt und dort arbeitet´. Lautf.: Siehe Maajdl!

Foadn m. Dim. Fadl od. Fadchl, Pl. Foadn wie litspr. `Faden´. RA: kenn gudn Foadn minander spinn `nicht miteinander auskommen´; oa enn kenn gudn Foadn lussn `jmdn. schlecht machen´; do besst de Maus kenn Foadn oab `das ist unabänderlich´; enn dr Geduldsfoadn reißn `jmd. die Geduld verlieren´; ´n Foadn verliern `beim Denken, Sprechen od. Schreiben nicht weiter wissen´. Lautf.: Foan Westlausitz.

Foadndurchgänger m. Großpostwitz, Ebendörfel `Breitwegerich (Plantago major L.)´, auch Breetwaajgerch.

foadngroade Adj. 1. `gerade wie der Fadenverlauf im Gewebe´. - 2. Görlitz `geradezu, ehrlich, direkt´.

Foaffmdurf siehe Pfoaffmdurf!

Foahne f. Dim. Fahnl `Fahne´. 1. wie litspr.; de Foann od. Foahn floattern. - 2. Kiesdorf `(dünnes) Kleidungsstück od. Taschentuch´, Roozfahnl; kee neues Fahnl leistn kinn. - 3. übertr. `starker Mundgeruch nach Alkoholgenuss´; Bierfoahne. - 4. `Armee, Heer´; miech hoann se zer Foahne eigezoin.

Foahrmaus f. Pulsnitz `Wühlmaus´; wie anne Foahrmaus rimsausn. Vgl. Ardfoahrt, Ardfuhre u. Foahrt.

foahrn stv. iech foahr(e), du fährscht, a fährt od. fihrt (Hinterhermsdorf), mer foahrn, iech fuhr, iech bie gefoahrn `fahren´. 1a. intrans. wie litspr. `sich mit einem Fahrzeug fortbewegen´. RA: Besser schlaajcht gefoahrn oas gutt geloofm. - b. trans. wie litspr. `etw. (mit einem Fahrzeug) transportieren´; Jauche foahrn. - 2a. wie litspr. `plötzlich, rasche Bewegungen machen´; a de Hiht foahrn; a diech is wull dr Teifl gefoahrn. - b. übertr.; enn ieber´sch Maul foahrn.

Foahrt f. Pl. Foahrtn `Fahrt´. 1. wie litspr.; anne Foahrt mit dr Umnibusse machn. - 2a. `Gang mit zwei Eimern od. Kannen, in denen Wasser, Holz, Kohlen usw. sind´; doaas is de letzte Foahrt; uff stihnder Foahrt `sofort´. - b. `die Menge Wasser, die man in zwei Eimern bzw. Kannen auf einem Gang von der Wasserpumpe bzw. dem Brunnen holte´¸ dr Burn (frisches Wasser) langt noa ne, hul oack noa anne Foahrt!
Foahrt f. `Gang (der Wühlmaus od. des Maulwurfes) mit Aufwürfen´, vgl. Ardfoahrt u. Mootwurfsfoahrt.

Foahrtnhund m. Burkau `Witzbold, Spaßmanner, Pers., die alles weiß´. Lautf.: Foahrtnhond.

Foahrtnluder n. Frankenthal, Ohorn, Polenz `Witzbold, Spaßmacher´.

Foalbl f. `Falbel: Rüsche; plissierter, gereihter (gefältelter) od. gekrauster Stoffstreifen als Besatz an Kleidungsstücken´; Foalbljäckl. Lautf.: Falbl.

Foalbtag m. veralt. `schwarzer Tag, Unglückstag´.

Foalle f. `Falle´. 1. wie litspr. - 2. umg. `Bett´.

foalln stv. iech foall, iech fiel, fill (öKürzung) od. fuhl (Schirgiswalde, Ostlausitz, Westlausitz, Nordböhmen), mer fieln, mer filln od. fuhln, iech bie gefoalln `fallen´. 1a. `stürzen, hinfallen´ (wird in der Mda. wenig gebraucht, dafür hiefliegn, hieschloin, hieschmeißn, imschittn). - b. zufoalln `zufallen´; mer filln de Ogn zu. - 2. wie litspr. `auf einen bestimmten Tag fallen´; wenn´ch dr a poaar schiebe, denkst de, Ustern und Pfingstn foalln uff enn Tag.

foalsch Adj. verstr. `falsch: ärgerlich, zornig´; do is de Frooe foalsch gewurn.

Foamilche f. wie litspr. `Familie´. Lautf.: Foamulche.

foarbch Adj. `farbig´; uff´s Groab vu dr Muttern hoann mer zweefoarbch gepflanzt und uff Voater seis eefoarbch.

Foarbe f. `Farbe´. 1. wie litspr. - 2a. `Farbstoff´. - b. `Farbflotte mit Farbstoff(en) und Textilhilfsmitteln´; hoast de de Foarbe schunn oaageruhrt?

Foarbe f. `Farbe (zu Steinbach gehörender Ortsteil der Stadt Rothenburg OL im °GR)´.

Foarbkastl, Foarbtippl n. `zu sehr geschminkte Frau´.

Foarke f. NOL° Königshain, Burkau `Hacke (für die Garten-arbeit)´.

Foarn m. `Farn: Farnkraut (Apsidium Sw.)´.

Foarnkroattch n. dass. wie Foarn.

Foarz m. Dim. Firzl, Furzl, Ferzl, Farzl, Foarzl;  Pl. Foarze, Furze, Ferze `Furz´. 1. `Darmwind´; RA über einen Geizigen: Iher krigst de vu ann Tutn ann Foarz `eher erhältst du von einem Toten einen Furz´; bei Leibschmerzen heißt es: ´s hoat´ch a Foarz versackt; a Foarz gitt od. sitzt derquare `etw. funktioniert nicht´; du brauchst ne glei is Zeug hieschmeißn, wenn dr a Foarz derquare gitt; dar macht aus ann Foarz a Dunnerwater `der übertreibt maßlos´; jeder Foarz resst ´n Dukter ann Toaler aus´n Hoalse! (Dittelsdorf); du hoast ann Foarz (an Schadl) `du hast einen dummen Gedanken´; Abzählreim aus Niedercunnersdorf beim Hascher oder Verstecker: "Eene, Tine, turz, dr Teifl ließ ann Furz, groade ieber´n Koaffeetrinkn, toat dr ganze Koaffee stinkn; Lammerfirzl, Nunnfirzl. - 2. `kleiner Junge; kleines (im Wachstum zurückgebliebenes) Kind´. - 3. Siehe auch Bookferze! - 4. siehe Ferzl! Lautf.: Furz.

foarzelangk in der Wendung oaller foarzelangk `forzlang: immer wieder und lästig, in sehr kurzer Zeit, ständig,´; a kimmt oaller foarzelangk geschissn. Lautf.: firzelangk, ferzelangk, furzelangk, foarzlangk.

Foarzfänger m. `Obergewand für Herren, das hinten weit über das Gesäß reicht, z.B.: Gehrock mit Schößen´; zun Obmmohle zoigt dr Grußvoater ´n Foarzfänger oaa. Lautf.: Furzfänger.

Foarzkiste f. scherzh. `Bett´. Lautf.: Furzkiste.

foarzln siehe firzln!

foarzloo Adj. `furzlau: bumslau, sehr mild, angenehme Lufttemperatur´; a foarzlooes Gurknnächtl.

foarzn swv. `furzen: pupsen, einen Darmwind (laut) entweichen lassen´; Volksreim: Koannst de foarzn wie a Hund, is dr Doarm gesund. Lautf.: furzn.

foarztroige Adj. `furztrocken: sehr trocken´; Pilze gibbt´s keene, an Busche is is foarztroige. ´s kimmt furztroige vun´n `die Antwort kommt von ihm trocken´. Lautf.: furztroige.

Foarzwulle f. Zittau scherzh. `Sauerkraut´. Lautf.: Furzwulle.

Foaste f. St. Marienthal `das Fasten, die Fastenzeit´. Lautf.: Foaaste.

Foatze f. Dim. Fätzl `Fotze´. 1. vulgär `weibl. Scheide´. - 2. derb für `Frau´; Dreckfoatze `Herumtreiberin´. - 3. im Dim. `leichtes, liederliches´ oder `noch unerfahrenes, aber vorlautes u. anmaßendes junges Mädchen´; woaas´ch doaas Fätzl oack rausnimmt! Vgl. auch Foarz u. Ferzl!

fodern swv. Niedercunnersdorf, Bihms Koarle, Nordböhmen `fordern: etw. verlangen´; a toat ne mih fodern. Skatspieler: Oack fodern!

Fraajtch siehe Frettch!

Frackl n. Dim. von Frack `modischer Gehrock des 19. Jahrhunderts´; a langes Sunntchfrackl mit grußn Kneppm, a is aus´n Kumfermandnfrackl rausgewachsn. Dass. wie Rickl. Lautf.: Fräckl.

Fraduze, Fratuze f. Dim. Fraduzl Neugersdorf, Schirgiswalde abwert. `Gesicht´; ´n Rooch a de Fraduze kriegn. Auch Fraduzche.

frähn swv. refl. Süd- u. Westlausitz `freuen´; RA: Fräht dch oack nackch, doaaß dr ne´s Hemde zerresst! A fräht´ch wie a Schniekiench. Lautf.: friähn; frein Ostlausitz, Schirgiswalde, Kirschau, Hinterhermsdorf, freen Großschönau.

Frankln `Frankenthal (Gemeinde im °BZ)´; dar hoat eene aus Frankln, de Franklnschn `die Einwohner von Frankenthal´.

Franzose m. Niedercunnersdorf, Cunewalde `Weichkäfer´ wegen des roten Leibes, der sich unter einer schwarzen Flügeldecke beiderseitig hervorschiebt. Das französische Heer war früher rot eingekleidet.

Franzosnkraut n. `Franzosenkraut: Kleinblütiges Knopfkraut (Galinsoga parviflora Cavan.)´, auch `Behaartes Knopfkraut (Galinsoga ciliata)´.

Frasl (gedehntes a) n. m. 1. Ober- u. Niedercunnersdorf, Cunewalde, Jonsdorf `krampfartige Zustände bei Säuglingen u. Kleinkindern´; ´s Kleene hoat´s Frasl `Zuckungen im Gesicht, Zittern der Augenlider u. Lippen im Schlaf´. - 2. Dittelsdorf `Gewese´; mach ne su ann Frasl!

Fräsl (gedehntes ä) n.(meist Pl.) verstr. Südlausitz `blasenförmiger, entzündlicher Hautausschlag, Pustel, Masern´; Hitzefräsl. Lautf.: Friesl Schirgiswalde.

frasln (gedehntes a) swv. Südlausitz `krampfartige Zustände bekommen, im Schlaf lachen, Gesicht verziehen (der Säuglinge u. Kleinkinder)´; ´s Kind fraslt.

Frassblose f. mwnSüdlausitz, Westlausitz `Fressblase: Blasenbildung, Ausschlag am Mund´, angeblich durch Schreck od. Ekel verursacht.

Frassboajttl m. `Fressbeutel´. 1. `Stoffbeutel mit Kopfriemen für die Pferdefütterung´. - 2. `Beutel, in dem sich Proviant befindet´; de Brutbichse guckt aus´n Frassboajttl. Lautf. siehe Boajttl!

Frassboatzn m. dass. wie Frasssaak; dar aale Frassboatzn wird schunn sahn, wu´r hiekimmt. Lautf.: Frassboaazn.

Frass´che f. selt. `(zubereitetes) Essen, (Mittags-)Mahlzeit; Esswaren, Futter, Fressalien´; vergieß deine Frass´che ne!

Frasse f. derb `Fresse´. 1. `Mund´; de gruße Frasse und nischt derhinder. Dar koann de Frasse o ne haaln! Dar loigt, wenn´r de Frasse uftutt. - 2. `Gesicht´; du krigst ees a de Frasse. - 3. `verzogener Mund, verzogenes Gesicht´; anne Frasse ziehn.

Frasser m. `Fresser´, derb `Esser´; iech hoa fimf Frasser derheeme.

Frasserch m. dass. wie Frasser.

Frasserei f. `Fresserei´. 1. `Esswaren, Lebensmittel; etw. Gutes zu essen, Süßigkeiten´. - 2. `Mundvorrat, Verpflegung, Proviant´.

Frassgeist m. in der Fügung kenn Frassgeist hoann `keinen Appetit haben´.

Frassgevoatter m. `Kindtaufgast, Teilnehmer an dem Taufschmaus (Kindlbrut), der nicht Pate ist´, meist Ehepartner eines Paten.

Frasshucke m. Dim. Frasshickl Süd- u. Westlausitz `in ein Tuch zur Hucke zusammengebundener Mundvorrat, Proviant´; iech hoa a poaar Schnietn an Frasshickl, do wird´s ne su teuer.

Frasskrankt f. Neukirch `Fresskrankheit, Fresssucht´. Lautf.: Frasskrankheet.

Frassleeste f. umg. `Fressleiste: Zahnreihe, Gebiss, Mund, Gesicht´; de Frassleeste muss a Urnung senn, sunst koann ees ne mih käun; iech hoa´n ees uff de Frassleeste gegan.

Frassn n. `Fressen´. 1a. `Tierfutter´. - b. `schlecht zubereitete menschliche Nahrung´. - 2. in der Wendung doaas woar mer a Frassn `das gefiel mir´. - 3. auf Personen bezogenes Schimpfwort; doaas is a imfamchtes Frassn `das ist ein infamer (miserabler) Mensch´; a aales Frassn `ein konfuser Mensch´. Siehe auch gefrassn!

frassn stv. iech frass(e), du frisst, mer frassn, iech froaß, iech hoa gefrassn `(feste) Nahrung zu sich nehmen (Tier), `(gierig, unmäßig) essen (derb beim Menschen)´; frassn wie a Scheundrescher;  frassn wie de Klusterkoater; RA: Frieß Vogl oder stirb! RA: War ne frisst, dar schesst o ne. RA: War irscht oalls froaß, derno su dosoaß. RA: Doaas frisst und sefft ne `das kostet keinen Unterhalt´; dei Kleed sitt gefrassn aus `dein Kleid sieht unmöglich aus´; hämische Bemerkung über einen Tölpel: Dar brauch de Gusche oack zun Frassn; ´s frisst a enn `man ärgert sich´; gefrassn hoann `verstanden haben´. RA: Salber frassn macht fett. RA: enn gefrassn hoann `jmdn. nicht mehr ertragen wollen´. Auf die Frage nach seinem Befinden von einer nicht besonders angenehmen Person, antwortet man: "Frassn, scheißn, dumm tun!"

Frasssaak m. `Fresssack: Person, die gern und viel isst´.

Frasstoop m. `Fresstopf´; in der Wendung enn ´n Frasstoop anooch troin `jmdm. das Essen bringen´. Lautf.: Frasstupp, Frasstopp Westlausitz.

Frasszeug n. `Fresszeug: Zähne´.

Frattch siehe Frettch!

Fraundorf `Frauendorf (Gemeinde im Landkreis Oberspreewald - Lausitz in der Ruhlander Oberlausitz im Land Brandenburg)´. Lautf.: Fraundurf.

frecksn (frexn) swv. 1. sSüdlausitz `(ständig) schimpfen, sich über jede Kleinigkeit aufregen u. seinen Ärger laut zum Ausdruck bringen´; rimfreckn, freckst oack ne schunn wieder! - 2. Niedercunnersdorf `lustig sein, ohne tieferen Sinn scherzen, jmdn. zu einer Äußerung locken´; die freckstn oack su rim. - 3. Hagenwerder `heulen, weinen´.

freedch Adj. `freudig´.

Freede f. Dim. Freedl wie litspr. `Freude´; Freedn hoann `sich freuen, auch: sich ärgern, entrüsten´; du hoast dch aber dreckch gemacht, do wird deine Mutter Freedn hoann! Du koannst enn o jede Freede nahm!

freen siehe frähn!

frei siehe freilch!

freibank Adj. veralt. in der Fügung woaas freibank verkeefm `Fleisch und Wurst eines notgeschlachtetes gesunden Tieres verkaufen´; Freibankfleesch.

freich siehe freilch!

Freidenker m. `Person, die nicht an Gott glaubt oder sich nicht an kirchliche Gepflogenheiten hält´; iech hoa zwä schiene Nubbern, dar eene is a Freidenker, dar ander is a Ruter. Früher glaubte man, dass solche Leute nach dem Tode sehr viel zu leiden hätten, wenn sie Gott wegen ihres Lebens straft.

Freier m. `Liebhaber´; Frettchfreier (Kirmst-, Schissfreier) hult dr Geier.

freiern swv. Westlausitz `freien, heiraten´.

Freierschfissn Pl. nur in der Wendung uff Freierschfissn gihn `eine Ehefrau suchen, eine baldige Heirat anstreben´.

Freifrooe f. `Freifrau: Frau, die einen heiratswilligen Mann sucht´; se gitt ufgedunnert wie anne Freifrooe.

freihändch Adj. `freihändig: die Hände frei und nicht aufgelegt´; mit´n Roade freihändch foahrn, freihändch schissn.

freilädch Adj. verstr. `ledig, unverheiratet´; doaas Kind hoat se freilädch gehoat. Lautf.: freiledch, freiliädch, freiledsch.

freilch Adv. `freilich´. 1. wie litspr. einschränkend, einräumend `allerdings, jedoch, hingegen´; gemuckscht hoat se freilch noa lange. - 2. `bekräftigend, verstärkend, auch spöttisch, ironisch `natürlich, selbstverständlich, gewiss doch´; is Loaatschnkino woar domols aschrecklch ungoamber und freilch oack schwoarz-weiß; wesst de doaas o schunn? - Nu freilch! Lautf.: frei sSüdlausitz, freich öKürzung, Nordböhmen.

frein siehe frähn!

Freind m. siehe Frennd!

freindlch siehe frenndlch!

Freindschoaft siehe Frenndschoaft!

freisinnch Adj. `freisinnig: keiner Kirche, Glaubensrichtung od. Partei angehörig´; dr Schwiegersuhn is a Freisinncher.

Freit f. Südlausitz uff de Freit `auf Freierfüßen, Brautschau, Besuch bei der Liebsten´; a gitt uff de Freit. Lautf.: Freie Burkau, Freite nSüdlausitz, Ostlausitz. Siehe auch Heiroat!

Freitch siehe Frettch!

Freiwalle n. f. `Freiwaldau´, seit 1945 poln. `Gozdnica´; de Freiwälder `die Einwohner von Freiwaldau´. Lautf.: Freiwaale.

fremdderfsch Adj. Niedercunnersdorf, °ZI Markersdorf `aus einem anderen Dorf´; fer Fremdderfsche gibbt´s nischt; brengn mer ju keene Fremdderfsche mit heem!

Fremde f. `Ort fern der Heimat´; a hoat Oarbeit a dr Fremde gesucht. RA: Klenner Moaaz an Hemde, woaas willst´n a dr Fremde.

fremde Adj. `fremd´ 1. `einem anderen Land, einer anderen Gegend, einem anderen Ort od. einem anderen Volk angehörend; nicht einheimisch´; ba dr Kirche hoann se ann Bus mit lauter Fremdn ausgeschutt, a redd fremde. - 2. `nicht vertraut, unbekannt´; iech bie a Usterz fremde `ich kenne mich in Ostritz nicht aus´.

Frennd m. Oberland wie litspr. `Freund: männl. Person, mit der ein anderer Mensch durch Zuneigung u. Vertrauen eng verbunden ist´. Volkweisheit: Frennde a dr Nut und Frennde hindern Rickn, doaas senn zwee stoarke Krickn. Lautf.: Freind übrige Oberlausitz.

frenndlch Adj. Oberland `freundlich´; vu dar hoa´ch noa kee frenndlch Wertl gehirrt. Lautf.: freindlch od. freindlich übrige Südlausitz, West- u. Ostlausitz.

Frenndschoaft f. Oberland `Freundschaft: Gesamtheit der Verwandten, Verwandtschaft´; nohnde, bucklche Frenndschoaft; mer hoann zer Huckst de ganze Frenndschoaft eigeloadd. Lautf.: Freindschoaft übrige Oberlausitz, Freundscht Sebnitz.

Frestlch (kurzes e) m. `Fröstlich: (übermäßig) kälteempfindlicher Mensch´.

Frettch m. Oberland wie litspr. `Freitag´; Wetterregel: Wie dr Frettch, su dr Sunntch; Freitag als Unglückstag: Frettchfreier hult dr Geier; oa ann Frettche doarf ees keene Kuhe und o kee Pfard keefm; Stiller Frettch `Karfreitag´; Frettchzobm Bihms Koarle `Freitagabend´. Lautf.: Frattch Seifhennersdorf, Frattsch, Fraajtch od. Fraajtsch sSüdlausitz, Seifhennersdorf; Freitch übrige Oberlausitz..

fretzn (kurzes e) selt. Süd- u.Ostlausitz 1. `jmdn. zu essen od. zu fressen geben, füttern´. - 2. übertr. `verwöhnen, bevorzugen´; die hoat ihre Kinder zu sihre gefretzt, tutt oack doaas Maajdl ne su fretzn!

frexn siehe frecksn!

Friederch m. Friedrich männl. RN; RA: Doaas schmeckt wie Oarsch und Friederch `das schmeckt ungewürzt, fade, nach nichts´.

Friederschdurf n. `Friedersdorf´. 1. im °GR a. Ortsteil der Stadt Neusalza-Spremberg. - b. Ort der Gemeinde Markersdorf . - 2. im °BZ a. Ortsteil der Stadt Pulsnitz. - b. Ortsteil der Gemeinde Lohsa. - 3. bis 1945 zur ehem. Amtshauptmannschaft Zittau gehörendes Dorf östlich der Neiße; poln. `Biedrzychowice Gorne´. - 4. bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf am Queis; poln. Biedrzychowice. De Friederschdurfer `die Einwohner von Friedersdorf´. Lautf.: Friederschdorf.

Frichtl n. `Früchtchen: freches Kind, junger Taugenichts´.

Friednsthoal n. `Friedensthal: Häusergruppe zwischen Strahwalde und Obercunnersdorf´´; du musst ieber´sch Friednsthoal foahrn.

friern stv. iech frier(e), du frierscht, mer friern, iech hoa gefrurn `frieren, frosten´. 1. wie litspr. `Kälte empfinden´, iech hoa de ganze Nacht an Bette gefrurn od. refl. miech hoat de ganze Nacht an Bette gefroin; häufig in der unpersönlichen Fügung jmdn. friert (es); miech froist a de Finger; ´s froist enn; Worte eines Mädchen an den ihr nicht passenden Begleiter: Gih oack heem, diech froist! Froist euch ne moanchmol? - 2a. `unter den Gefrierpunkt sinken´. - b. `durch Kälte erstarren´; de Wäsche is gefrurn. - c. `mit einer Eisschicht bedeckt sein (bei Fensterscheiben)´.

Friesl siehe Fräsl!

frih Adj wie litspr. `früh´. 1. `am Beginn eines Zeitabschnittes (befindlich), zeitig´; iech kumm frihstns murne. - 2. `morgens, am Morgen´.

Frihe siehe Friht!

friher Adv. wie litspr. `früher´.

friherch Adj. `früher, ehemalig, vergangen, alt, verflossen´; de friherche Liebste.

Frihfrichtl n. Wehrsdorf `Frühfrucht: Wald-Schlüsselblume, Wald-Primel (Primula elatior)´; auch Frihfrucht nördlich von Sebnitz.

Frihjuhr n. `Frühjahr: Frühling´. Lautf.: Siehe Juhr!

Frihmilch f. `Frühmilch: die am Morgen gemolkene Milch´.

Frihraajn m. `Frühregen´, nur in Wetterregeln ähnelnden RA: Frihraajn und Brauttran dauern ne lange.

Frihschoappm m. `Frühschoppen: eine vormittags in einem Lokal oder im Rahmen eines Zeltfestes abgehaltene Veranstaltung mit (volkstümlicher) Musik´.

Frihstick n. `2. Frühstück: Zwischenmahlzeit zwischen 9 u.10 Uhr vormittags´; zun Frihsticke goab´s meestns anne Quoarkschniete und a Tippl Buttermilch.

Frihsticks Niedercunnersdorf, Lawalde dass. wie Frihstick; ze Frihsticks woarrn´r fimfe ba uns; nimm dr oack woaas zu Frihsticks mitte!

Friht f. Obercunnersdorf, Neugersdorf `Frühe´, nur in der Wendung a dr Friht `bei Tagesanbruch´. Lautf.: Frihe Seifhennersdorf, Frihde.

frihzeitch Adj. `frühzeitig: zu einem frühen Zeitpunkt´.

frihzeitlch Adj. Bihms Koarle `zu zeitig am Morgen, noch zu früh´; do muss´ch miech amol frihzeitlch aus´n Fadern wickln.

frisch Adj. neben den litspr. Bedeutungen 1. Anton `gesund, munter, ausgeruht´. - 2. `kühl´; ´s is aber frisch haußn. - 3. Ostlausitz `neu´; ´s gingk vu Frischn lus.

Fritz m. eine männl. RN; RA: fer´n aaln Fritzn `umsonst, vergeblich´.

froatzln (kurzes oa) swv. umg. verstr. `foppen, necken, veralbern, aufziehen´.

Froge f. `Frage´.

froin swv. iech froi(e), du froist, mer froin, iech froite od. frug (stv. selt.), iech hoa gefroit `fragen´. RA: enn Lecher an Bauch froin `jmdm. Löcher in den Bauch fragen; a hoat im se gefroit `er hat bei den Eltern um die Hand ihrer Tochter gebeten´. Mutter zum Kinde: "Poass a bissl uf, ´s kennde wieder gefroit warn!" Lautf.: froan Nordböhmen, Westlausitz, froon Schirgiswalde, Westlausitz, froarn Ohorn.

froin siehe friern!

Frooe f. Pl. Weiber od. Weibsn `Frau´. 1. `erwachsene weibliche Person´. - 2. `verheiratete Frau, Ehefrau´; iech muss heem zu menner Froon; vu menner Froon Schwaster (Oberland) bzw. vo meiner Fraun Schwaster (Schirgiswalde). RA: Hamberch-zeug und de Frooe sull ees ne aus´n Hause verburgn. Sprichwort: De irschte Frooe scheuert´s Bänkl, de zweete setzt´ch druf. Lautf.: Frau öKürzungsmundart, Neukirch, Schirgiswalde, Burkau, Froo, Fru u. Frou Ostlausitz, Froaa Steina, Westlausitz, Fraa Großröhrsdorf, Froo Hinterhermsdorf.

Froontch m. veralt. `Frauentag: Lichtmesstag´.

Froosch m. Dim. Freschl, Pl. Fresche wie litspr. `Frosch´; aber: mit´n Frusche. RA: ann Froosch an Hoalse hoann `heiser sein´. RA: Dar hängt uff´m Foahrroad wie dr Froosch uff dr Gisskoanne `der bietet auf dem Fahrrad einen komischen, unsicheren, ratlosen Anblick´; bie kee Froosch! `Sei kein Angsthase!´ Lautf.: Froasch (kurzes oa) Westlausitz.

Frooschblatl n. selt. msSüdlausitz `Nattern-Wiesenknöterich (Polygonum bistorta L.)´, `Schlangen-Köterich (Bistorta officinalis)´.

Frooschdraajk m. sOstlausitz `Froschlaich´. Lautf.: Frooschdreck.

Frooschgaajke f. 1. °ZI Berthelsdorf, Bertsdorf, Schlegel, Wittgendorf `Froschlaich´. - 2. Dittelsdorf `Funkien (auch Herzblattlilien, ein Agavengewächs). Lautf.: Frooschgake.

Frooschgehecke n. Obercunnersdorf, Cunewalde, °BZ Sohland, Burkau `Froschlaich´. Lautf.: Froschgehecke.

Frooschgerecke n. sSüdlausitz, Obercunnersdorf, Eibau, Schirgiswalde, Nordböhmen 1. `Froschrogen, Froschlaich´. - 2. übertr. `unappetitliches Zeug´. Auch Freschngerecke.

Frooschgieke f. siehe Gieke!

Frooschgoalerte f. um Löbau `Froschgallert: Froschlaich´. Lautf.: auch Frooschgoalert m.

Fru siehe Frooe!

fruh Adj. wie litspr. `froh: freudig gestimmt, zufrieden, erleichtert´; Scherzreim: Immer lustch und immer fruh wie dr Mups an Poaletu (Paletot: Mantel).

frumm Adj. `fromm: gottesfürchtig, zahm, sanft, gutartig´.

Fru(n)leichn m. `Fronleichnam (kath. Fest am 1. Sonntag nach Pfingsten´. Auch Fruleichnsfest.

Fruppl n. siehe Pfruppm!

Fruppm m. siehe Pfruppm!

Frust m. Pl. Friste `Frost´. 1. `Temperatur unter dem Gefrierpunkt, Frostwetter´. - 2. `Gefrierzustand´; a dr Arde is noa dr Frust drinne.

frustch Adj. verstr. `Kälte empfindend, kälteempfindlich´; mach mer oack ann Glihwein, mir is su frustch! Auch b(o)arfrustch! Lautf.: frostch Westlausitz.

frusterch Adj. dass. wie frustch.

Frusthucke f. spöttisch-scherzh. `Frostbeule, (übermäßig) kälteempfindlicher Mensch´. Auch Frestlch.

fuchiern swv. Steinigtwolmsdorf, Neukirch `fuchteln: (Hände, Arme od. einen Gegenstand) hastig u. unachtsam in der Luft hin und her bewegen, lebhaft gestikulieren´; miet´n Oarm fuchiern.

Fuchs m. Pl. Fichse, Dim. Fichsl 1. wie litspr. `Canis vulpes´. - 2. übertr. Lebewesen, die Eigenschaften des Fuchses haben a. `jmd., der schlau, listig, durchtrieben ist´. - b. `jmd, der rote Haare hat´. - c. `Pferd mit rötlich-braunem Fell´. - 3. Ortsteil von Oppach im °ZI; die wohn an Fuchse. - 4. ´s is wie uff´m dirrn Fuchse `es ist armselig, ungünstig gelegen´.

fuchs´ch Adj. verstr. `fuchsig: wütend, zornig´.

fuchsfeuerrut Adj. `fuchsfeuerrot: über u. über rot, grellrot (im Gesicht)´; ann fuchsfeuerrutn Kupp kriegn.

fuchsmunter Adj. `hellwach, gesund, wohlauf´.

fuchsn swv. refl. `sich ärgern, verdrießen´; doaas hoat´n aber gefuchst `das hat ihn aber verdrossen´.

Fuchsschwanz m. 1. wie litspr. `bügellose Handsäge mit Holzgriff´. - 2. `Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis L.)´.

fuchsteiflsirrch Adj. `fuchsteufelswild: sehr wild, sehr aufgebracht´.

fuchtch Adj. `wild, aufgebracht, zornig, wütend´.

Fuchtl f. 1. `langer, schwacher Gegenstand, mit dem man in der Luft hin- u. herschlägt; Stock, Rute, Peitsche´. - 2. `(strenge) Führung, Obhut, Kommando, (tyrannische) Herrschaft´; under senner Fuchtl stihn.

Fuchtlmeester m. `Fuchtelmeister´: scherzh. für `Dirigent´.

fuchtln swv. `(Hände, Arme od. einen Gegenstand) hastig u. unachtsam in der Luft hin und her bewegen, lebhaft gestikulieren´.

fuchtsch Zahladj. verstr. `fünfzig´; siehe fuffzch!

fuchzn siehe fuffzn!

Fucke siehe Pfucke!

Fuder m. n. 1. `eine Wagenladung voll Getreide, Heu, (Mist, Holz, Kartoffeln)´; a hoat a Fuder Struh geloadd; Brautfuder. - 2. übertr. `eine große Menge´.

Fudl f. siehe Furche!

fuffzch `fünfzig´; a is schunn an Fuffzchern, dar feiert schunn ´n Fuffzchjährchn. Lautf.: fufftsch, fuchtsch.

Fuffzcher m. `Fünfziger´. 1. `Fünfzig-Pfennig-Münze´. - 2. foalscher Fuffzcher `unaufrichtiger Mensch´.

Fuffzn f. in der Wendung anne (kleene) Fuffzn machn `Arbeitspause, Ruhepause (von urspr. fünfzehn Minuten).

fuffzn `fünfzehn´; auch fuchzn.

Fuge f. `Fugau (abgerissenes Dorf in Nordböhmen unweit von Oppach)´; a de Fuge foahrn, de Fiegner od. de Fiegschn `die Einwohner von Fugau´.

Fuhlche f. `Gefühl, Empfindung, Wahrnehmung durch die Sinne´; iech hoa keene Fulche mih a dr grußn Zihne. Lautf.: Fihlche Westlausitz, Sächs. Schweiz.

fuhln swv. iech fuhl(e) od. fihl(e), du fuhlst od. fihlst, iech fuhlte, iech hoa gefuhlt wie litspr. `fühlen´; doaas muss ees fuhln. RA: enn uff´m Zoahn fuhln `jmdn. auf seine Charaktereigenschaften überprüfen´. Lautf.: fihln Westlausitz.

Fuhre f. 1a. wie litspr. `(voll) beladener Wagen, Fahrzeug mit Last´. - b. `eine Wagenladung voll Mist, Holz, Kartoffel u.a.´; anne Fuhre Kohln. - 2. `Fahrt, Transport mit dem Wagen´; Ausruf schlimmer Erwartung bei einer zweifelhaften Unternehmung: Na, gude Fuhre! - 3. Burkau `ein Bullchen Kornschnaps u. ein Bier für die Kutscher´. Lautf.: Dim. Fihrl sSüdlausitz.

Fuhrknaajcht m. `Fuhrknecht: Pferdekutscher, Kutscher, Fuhrmann´.

fuhrn siehe fihrn!

fuhrwarkn `fuhrwerken´. 1. `mit einem Fuhrwerk fahren´. - 2. übertr. rimfuhrwarkn `ziellos arbeiten, herumwirtschaften, mit Händen u. Armen gestikulieren, sich aufgeregt hin- u. herbewegen´. Lautf.: fuhrwerkn.

Fulge f. meist Pl. Fulgn `Folge (Flurname): ein Komplex von kleinen Parzellen in Grenzlage außerhalb der Hufen, der einzelnen Bauern zur Ergänzung ihres Besitzes zugeteilt wurde´; dar wohnt uff´m Fulgn.

fulgn swv. `folgen: gehorchen, folgsam sein´. Lautf.: foalgn Westlausitz.

Fumm(e)lei f. `mühselige Kleinarbeit, zeitaufwendige Arbeit (mit zweifelhaftem Erfolg)´. Lautf.: Fommlei Westlausitz.

fummln swv. 1. `reibend (mit Hand, Tuch, Bürste) hin- u. herfahren, (blank)-putzen, reinemachen´. - 2. `ungeschickt arbeiten, an einem Gegenstand herumhantieren, sich (mit den Händen) an etw. zu schaffen machen´.

Funkn m. wie litspr. `Funken´; dr Ufm spuckt Funkn, do kimmt noa Besuch.

Funse f. Seifhennersdorf siehe Abunnfunse!

Funze f. Ostlausitz dass. wie Funzl! Lautf.: Funse.

Funzl f. `Lämpchen, das schlecht brennt, rußt, wenig Licht gibt´; Älefunzl `Erdöllämpchen´. Lautf.: Funsl.

Funzläle f. verstr. Süd- u. Westlausitz `Lampenöl, das für das (schlecht brennende) Lämpchen verwendete Petroleum´. Lautf.: Funzl-, Funsl-, -äle, -äl n.

funzlch Adj. `wie ein ärmlich brennendes Lämpchen´; de Älelampl brenn funzlch.

fuppm swv. `foppen, hänseln, sticheln, verspotten, veralbern´; wull mer de Berlinschn fuppm, tu mer fix de Spraa verstuppm.

Furalle f. `Forelle (Fisch aus der Familie der Lachse)´. Lautf.: Feralle, Foaralle; Foarle Ohorn, Frale Neukirch, Putzkau, Cunewalde; Firle °ZI Ebersbach; Furle.

Furche f. 1. `mit dem Pflug od. mit einem anderen Arbeitsgerät gezogene linienförmige Vertiefung im Boden´. - 2. `dammähn-liche, lange Bodenerhebung, die von beiden Seiten mit dem Furchenhaken gezogen wird´; Abernfurchn; a poaar Fierchl Riebm stackn. Lautf.: Furchde söSüdlausitz, sOstlausitz, Furch wKürzungsmundart, Forche Westlausitz; Dim. Fierchl u. Furchl Südlausitz; Fierchtl Reichenau bei Zittau; Fudl f. Ostlausitz, Fierdl, Furdl, Furchdl alle Ostlausitz.

Furchl f. siehe Rechfurchl!

furchln siehe firchln!

Furchlrutscher siehe Fierchlrutscher!

Furcht f. `Angst´; hoa oack keene Furcht! Lautf.: Forcht Westlausitz, Hinterhermsdorf

furchtsn Adj. auch Obercunnersdorf, Dürrhennersdorf, Weifa `furchtsam: ängstlich´, meine Frooe, doaas is euch anne Furchtsnde od. Furchtsne! Lautf.: forchtsn Pulsnitz.

furnzn swv. wSüdlausitz, Sächs. Schweiz `zanken, schimpfen´.

furrsch Adj. furrscher, oan furrschtn `forsch´. 1. `kräftig, robust´. - 2. `entschlossen, resolut, energisch, mutig; derb, rücksichtslos, unfreundlich; schnell u. kraftvoll´; dar gitt aber furrsch roaa!

Furrsche f. 1. `(Körper-)kraft, Kraft in den Armen´. - 2. `Energie, Unternehmungsgeist, Mut, Schneid, Resolutheit, Eifer´; die kleene Griefe, die hoat anne Furrsche! Lautf.: Foarrsche Westlausitz.

Furrschheet f. Ostlausitz dass. wie Furrsche.

Furscht m. `Forst´.

furt (kurzes u) Adv. `fort´. 1. `weg von einer best. Stelle´; iech wellde amol a poaar Tage furt. - 2. `beseitigt, nicht mehr existierend, weg´; doaas aale Häusl is furt. RA: Hauptsache, is gitt furt. `Hauptsache, die Magenverstimmung verschwindet rasch durch viel trinken und austreten´. - 3. a enn furt `in einem fort, fortwährend, ununterbrochen´; se loabert a enn furt. Siehe auch egoalfurt!  - 4. furt- als Adverbialpartikel in zahlreichen unfesten Verbzuss.; furtfliegn, furtziehn, furtloofm `weglaufen´, furtbittln `ausgehen´.

furtboatoallchn swv. `fortbataillen: wegjagen, vertreiben´.

furtfinn stv. `fortfinden´. 1. in der Fügung sich ne wieder furtfinn `als Besucher zu lange bei einem Gastgeber bleiben; zu lange in der Kneipe sitzen´. - 2. sich furtfinn `in der Schule u. im Leben vorankommen´.

furtfoahrn stv. 1. wie litspr. `wegfahren, mit einem Fahrzeug (Kutsche, Wagen, Auto, Bahn) Aufenthaltsort verlassen, verreisen´. - 2. mdal. Westlausitz `fortfahren: sich (weiterhin) gut entwickeln´; unser Kleenes is gutt furtgefoahrn. Lautf.: fortfoahrn Westlausitz.

furtgihn unregelm. V. `fortgehen´. 1a. `sich entfernen, weggehen´. - b. `ausgehen, um sich zu vergnügen´. - 2. `sich fortsetzen, weitergehen´; und su gingk doaas furt.

furthalfm stv. `forthelfen´; in der Wendung (Drohung): Woarrt oack, euch war´ch furthalfm! `Wartet nur, euch werde ich es zeigen!´.

furtkinn unregelm. V. `fortkönnen´. 1a. in der Fügung noa gutt furtkinn `noch körperlich u. geistig beweglich, noch rüstig sein´. - b. in der Fügung ne mih gutt furtkinn `nicht mehr gut laufen können´. - c. in der Fügung gutt mit woaase furtkinn `etw. gut handhaben können´; su gutt wie du mit dr Gusche furtkoannst, kenntst de fer miech uff´s Oamt gihn. - 2. in der Fügung ne mit furtkinn (mit enn) `nicht Schritt halten können (mit jmdm.), nicht heranreichen (an jmds. Leistungen)´.

furtkumm stv. `fortkommen´. 1. `von einem Ort wegkommen´; sah, doaaß de furtkimmst! - 2. `Schritt halten, mitkommen´; dr Grußvoater kimmt ne mih gutt furt. - 3. `gedeihen´; de Meekatzl kumm gutt furt.

furtmachn swv. `fortmachen´. 1. `sich an einen anderen Ort begeben, weggehen, -fahren, wegziehen, verreisen´. - 2. in der Fügung siech gutt furtmachn `sich gut entwickeln, gedeihen´. - 3. `etw. (wieder) im Bewegung setzen´; ´n Seeger furtmachn; iech will schaukln, machst de miech furt? - 4. `verjagen, vertreiben´; de Bauerschfrooe, dar aale Drachn, machte uns furt, wie mer´sch Bargl mit´n Schlittn runderfoahrn wulldn.

furtoaa Adv. `fortan: ab einem bestimmten Zeitpunkt, künftig´; furtoaa nahm´ch de Toaschnloampe mitte.

furtpelzn swv. verstr. `fortjagen, vertreiben; hinauswerfen, zum Fortgehen nötigen´.

furtstenzn siehe stenzn!

Furz m. siehe Foarz!

furzn siehe foarzn!

Fuß (gedehntes u) m. Pl. Fisse, Dim. Fissl 1. wie litspr. `unterster Teil des Beines´; RA: uff grußn Fusse labm `über seine finanziellen Verhältnisse leben´; dar gitt uff´m letztn Fissn `der Mann ist sterbenskrank, läuft aber noch´. - 2. `Teil des Strumpfes, der den Fuß bedeckt´. - 3. Bezeichnung für Standvorrichtung an Gegenständen. - 4. `Haftfüßchen des wilden Weins oder Efeus´; mer krign de Fissl ne vu dr Wand oab.

Fußbänkl n. msSüdlausitz `Fußbank´; siehe auch Hitschl!

Fußsaak m. `Fußsack: Fellsack, in den der Kutscher oder das Kleinkind im Kinderwagen im Winter die Füße und die Beine steckt´; sitznde zug´r´ch´n Fußsaak ieber de Poarisl.

Fussl f. `Fussel: kleine wollige Flocke, Fluse, Faser, (die an anderen Textilien hängen bleibt)´, auch Miezl, Mietschl u. Muhzl. Lautf.: Fusl.

fusseln swv.; woaas fusslt `von etw. lösen sich Fäserchen od. Flöckchen ab´.

Futegroaf m. `Fotograf´.

futsch Adv. umg. `weg, vernichtet, verloren´.

Futter n. 1. wie litspr. `Nahrung für Tiere´; gutt an Futter haaln. - 2a. `Grünfutter (Gras, Klee)´. - b. `Heu´; Futter wenn `Heu wenden´; troiges Futter. Lautf.: Fotter Westlausitz.
Futter n. 1. `weiche Masse im Inneren des Kürbis´. - 2. `Lamellen od. Röhren unter dem Pilzhut´.
Futter n. `innere Stoffschicht der Oberbekleidung´; Futterstuff, ´s Futter is ausgerissn.

Futterbank f. veralt. `älteres Modell des Häckselschneiders, bestehend aus einer Holzkrippe mit Fußtritt, einem Spanner, einer sensenartigen Stahlklinge mit Griff´. Damit wurden Stroh und Grünfutter geschnitten. Auch Siedeschneider.

Futtergangk m. `Futtergang: erhöhter massiver Gang im Stall, der an den Futtertrögen vorbeiführt u. das Beschicken des Viehs erleichtert´.

Futterhäusl n. `im Freien angebrachtes Häuschen zum Füttern der Vögel (im Winter)´; auch Voglhäusl.

Futterhoaffl n. `Heuhaufen´; Futterhoafflhuppm `Springen über Heuhaufen´; an Futterhoaffln versteckn, doaas gehirrt´ch ne! Lautf.: Futterheffl, Futterhäufl. Siehe auch Schäber!

Futterhoon n. `Grasmähen mit der Sense´. Lautf.: Futterhaun, Futterhobm.

Futterhucke f. `Proviantpaket (früher in ein Tuch eingebunden)´. Auch Knipp- od. Bruttichl.

Futterkiche f. °NOL Königshain `Futterküche: Raum, in dem Viehfutter gekocht bzw. zubereitet wird´.

Futterkurn n. `Roggen, der noch vor dem Ährenansatz als Grünfutter gehauen wird´.

Futterleine f. `Seil, mit dem ein Heufuder od. der Heubaum befestigt wird´.

Futterlooch n. `Futterloch: Mund von kleinen Kindern, die gefüttert werden´.

Futtermeester m. `männl. Pers., die für die Beschaffung, die Lagerung, die Konservierung und die Zubereitung von Futtermitteln verantwortlich ist´; bei weibl. Pers. Futtermeestern f.

futtern swv., intrans. neben den litspr. Bedeutungen `schelten, schimpfen, maulen, zänkisch reden´; de Mutter is heut grätch, waajn jedn Drecke futtert se.

futterneidsch Adj. `futterneidisch: Tier (Mensch), das (der) einem anderen nicht das Futter gönnt´.

Futterrasche (gedehntes a) f. `Fourage: Futtermittel (für Tiere)´; de Futterrasche stund a dr Gesindestube.

Futterrechn m. `großer weitzinkiger Rechen´.

Futterroaber f. Jonsdorf `einrädriger Schiebekarren mit leiterartig gefügter Ladefläche zum Futtertransport´.

Futtersaak m. `Futtersack: Sack bzw. Beutel, der einem Pferd, mit Hafer u. Häcksel gefüllt, zum Fressen vor das Maul gehängt wird, wenn keine Stallfütterung möglich ist´. Lautf.: Futtersack Westlausitz.

Futterschäber siehe Schäber 1!

Futterschwinge f. Dim. Futterschwingl `ovaler, flach gewölbter Korb ohne Bügel, meist aus Weiden, aber auch aus Holzspänen geflochten, manchmal mit Grifflöchern versehen, zum Futterschütten verwendet´. Lautf.: Futterschwinde, Futterschwindl.

Futterstoamper m. `S-förmiges Stoßeisen mit langem Holzstiel zum Zerkleinern von Rüben u. Kartoffeln´.

Futterwender m. `Heuwender´. Lautf.: Futterwenger Westlausitz.