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  1. E

Eb

e unbetontes Personalpron. nachgestellt, Oberland, siehe a (Personalpron.)! Dohiebm leefte `da läuft er´, endlch kimmte `endlich kommt er´.

eb siehe ihb!

ebb Konjunkt. `ob´ (einen indirekten Fragesatz einleitend); ebbs de `ob du´; ebb se warrn kumm? Iech weeß noa ne, ebb´ch war zun Pulterobde gihn. Lautf.: oab (kurzes oa), ibb.

ebbch Adj. söSüdlausitz, Ostlausitz 1. veralt. Anton `umgekehrt, verkehrt herum (von Kleidungsstücken)´. - 2. Schirgiswalde, Oberlichtenau `ungezogen, frech, vorlaut, aufsässig´; mach dch ne su ebbch! - 3. Niedercunnersdorf, Neusorge `überheblich, hochmütig, eigensinnig, launisch, schnippisch, mürrisch, verschlossen, abstoßend´; tu oack ne goar su ebbch! Lautf.: äbbch, eppch, ibbch; eppsch Nordböhmen, Schlesien.

ebch (gedehntes e) Adj. `ewig´. 1a. `sich ständig wiederholend, fortwährend (u. deshalb lästig)´; dei ebches Gekräckse gitt mer uff´m Wecker. - b. `übermäßig lange dauernd, endlos´; ebches Gemahre. - 2. Adv. `sehr lange u. das übliche Maß überschreitend´; ebch und drei Tage; ebch und meilatche; du hoast´ch ebch ne mih sahn lussn!

Ebchkeet (gespr. Eebchkeet) f. `Ewigkeit: sehr langer Zeitraum´; doaas dauert wieder anne Ebchkeet.

Echsl (gespr. Ecksl) n. siehe Uchse!

Echsner (gespr. Ecksner) siehe Ächsner!

Eckbratl n. `der in der Ofenecke etwas erhöht angebrachte Eckkonsol, (auf dem die Kaffeemühle u. das Petroleumlämpchen standen)´.

eckch Adj. `eckig´. 1. wie litspr. `Ecken aufweisend´. - 2. verstr. Westlausitz `aufgebracht, zornig´, dar is awer heute eckch. - 3. Sächs. Schweiz `ungeduldig, zicklig, zappelig´; di Madl woarn reene eckch gewurn.

Ecke f. Dim. Eckl 1. wie litspr.; RA: im de Ecke brengn `heimlich beiseite schaffen, heimlich umbringen´. - 2. `Teil eines Dorfes´; Äber-, Mittl-, Niederecke; iech wohn a dr Hinderecke; mer kunndn de Niedereckchn ne verknusn `wir konnten die Bewohner des tiefer gelegenen Teiles des Dorfes nicht ausstehen´. - 3. siehe Ecklsamml!

Eckerschbarg m. (veralt.), ohne Genus `Eckartsberg (Ort der Gemeinde Mittelherwigsdorf im °GR)´; de Eckerschbarger `die Einwohner von Eckartsberg´; iech wohn an Eckerschbarge.

Eckerschdurf n. `Eckersdorf´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße, poln. `Bozkowice´.

Ecklsamml f. Westlausitz `Zeilensemmel: aus drei, vier od. sechs Teilen bestehende Semmel´; gibb mer oack a Eckl Samml! `Gib mir den ein Viertel ausmachenden Teil der Semmel!“. Auch Stießl- od. Heetlsamml.

Ecksl n. selt. Obercunnersdorf, Cunewalde `Echse: Eidechse´; siehe auch Eedecksl!

Edlruller m. `Edelroller´. 1. Neckname für die Oberlausitzer, die das cerebrale R sprechen. - 2. `Name einer aus Männern bestehende Oberlausitzer Heimat- und Mundartgruppe aus °ZI Ebersbach´; an Blatl stitt, hinte singn de Edlruller an Kraatschn.

ee `ein´ siehe a `ein´!

Eeback m. `Einback: weiches Hefe-Milch-Gebäck, das zu langen, eingekerbten Streifen geformt wird und nach Zerschneiden in Scheiben und zweitem Backen Zwieback ist´.

Eebäre f. `Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia)´; Eebärcht `Blätter der Pflanze´; in der Volksmedizin als ganze Pflanze zur Stillung von Blutungen auf frische Wunden gelegt. Lautform: Eebeee, Eebihre.

eeboarmcht Adj. Südlausitz `erbärmlich, beklagenswert, erbarmungswürdig, niedergeschlagen, gedrückt; wehleidig, kränkelnd, traurig, hilflos´; unser Koatze gitt´s ne, die guckt ganz eeboarmcht; eeboarmch tun `wehklagen, jammern´. Lautf.: eeboarmch.

Eechboom m. °ZI Ebersbach `Eiche´.

Eeche f. `Eiche´.

Eechgroabm m. (veralt), ohne Genus, Dim. Eechgrabl `Eichgraben (Ortsteil der Großen Kreisstadt Zittau im °GR)´; de Eechgräber `die Einwohner von Eichgraben´; dar hoat anne Liebste an Eechgroabm od. a Eechgrabl.

Eechhaajkl m. selt Ostlausitz `Eichelhäher´. Lautf.: Eechhackl.

Eechhernl n. `Eichhörnchen´. Lautf.: Eechharnl.

Eechkatzl n. Seifhennersdorf dass. wie Eechhernl.

Eechl f. `Eichel´. 1. wie litspr. `Frucht der Eiche´. - 2. wie litspr. `Farbe im Kartenspiel´.

Eechl-Daus n. `Eichel-As´; dar is wie´s Eechl-Daus `den wird man nicht los´; dar is bekannt wie´s Eechl-Daus.

eechlganz Adj. 1. `unversehrt´. - 2. Jonsdorf, Ostlausitz `steif, plump, ungeschliffen, unnatürlich, derb, klobig, ungeschickt´. - 3. Wittgendorf `ausgefallen, ganz betont, übertrieben vornehm´; bann Stoaadtleutn muss oalls eechlganz sein. - 4. öKürzung, Ostlausitz `überrascht, verblüfft´; a bleeb eechlganz ei anner Ecke stihn und ruhrte sich ne mih vun Fleckl. - 5. nOstlausitz `vollständig, ganz und gar, total´; dar is eechlganz verrickt.

Eechlgoabsch m. Westlausitz, Crostau, Gebelzig, Altbernsdorf `Eichelhäher (Garrulus glandarius L.)´. Lautf.: Eechlgoaabsch, Eechlgroabsch Großdubrau.

Eechlgoaksch m. verstr. Ost- u. Westlausitz dass. wie Eechlgoabsch.

eechlgutt Adj. selt wSüdlausitz `unversehrt, einwandfrei, sehr gut´, auch `noch einigermaßen brauchbar´; dar Pilz is ne giftch, dar is eechlgutt; de meestn Tische sein noa eechlgutt. Lautf.: eechlgut Hinterhermsdorf.

Eechlhacksch m. Ober- u. Niedercunnersdorf, um Görlitz `Eichelhäher´.

Eechlnappl n. `Eichelnäpfchen: Fruchthülle der Eichel´.

Eechn Pl. `Eichen (Ortsteil der Gemeinde Oppach im °GR)´; die wohnt an Eechn; iech gih a de Eechn; de Eechner `die Einwohner´.

eechn swv.  `eichen´, in der Wendung uff woaas geeecht senn `auf etwas bes. qualifiziert sein, von einer bestimmten Sache besonders viel verstehen´.

Eechnloob n. `Eichenlaub´; Wortspiel mit sächs. Eechnlob `Eigenlob´; Eechnloob stinkt!

Eechpflook m. `Eichenpflock´. Lautf.: Eech-, Eechn-, -pflook, -flook-, -(p)fluck, -(p)flock.

Eed m. `Eid´, nur im Ausruf der Überraschung od. Verwunderung: meineed od. mein Eed! `meinen Eid darauf, ach herrje´; nu meineed, doaas du o amol kimmst!

Eedeckse f. Dim. Eedecksl, Eedacksl `Eidechse´. Lautf.: Äderetze Bertsdorf, Äderetzl Hörnitz, Ädretze Niederoybin, Eedertzl bzw. Eedatzl Seifhennersdorf, Heedeckse, Heedecksl Nordböhmen, Neulausitz; siehe auch Buschjumpfer, Ecksl, Noatternjumpfer u. Schiemadl.

Eede, Eedn siehe Äge!

Eedn m. selt. veralt. `Eidam: Schwiegersohn´.

Ee-er Pl. von Ä, siehe Ä!

Ee-erbirne
f. 1. selt. `kleine, gelbe, wenig haltbare Birne´. - 2. übertr. scherzh.- spöttisch `länglicher Kopf´. Lautf.: Eierbirne, -barne, -boarne.

ee-erch siehe eierch!

Ee-ergackl n. kindlich `Hühnerei´.

ee-erlee dass. wie ennerlee!

Ee-erloofm n. `Eierlaufen: Laufspiel der Kinder, bei dem ein Ei auf dem Löffel ans Ziel gebracht werden muss´. Lautf.: Eierloofm.

Ee-ermandl f. `16 (15 + 1) Stück Eier´. Lautf.: Eiermandl.

ee-ern siehe eiern!

Ee-eroarsch m. verstr. `Eierarsch: stumpfes Ende des Hühnereis´. Lautf.: Eieroarsch.

Ee-erpflaume f. 1. Dim. Ee-erpfläuml `Eierpflaume: große, ovale gelbe Pflaume (gelbe Marunke)´. - 2. Eierpfläuml `kleine, runde od. ovale Pflaume´. Siehe auch Grieschl! Lautf.: Eierpflaume, Eierflaume.

Ee-erplinse f. Spitzkunnersdorf dass. wie Plinse `Eierkuchen, Palatschinken; Eierspeise aus Ei, Milch und Mehl, die in der Pfanne gebacken wird´. Lautf.: Ee-er-, Eier-, -plinse, -plinze. Meist nur als Plinse, Plins od. Plinsn bezeichnet.

Ee-erschecke f. `Eierschecke: als sächs. Spezialität bekannter Kuchen, bei dem auf einer Quarkschicht ein spezieller Eierguss aufgebracht ist´. Lautf.: Eierschecke.

Ee-erschiebm siehe Eierschiebm!

Ee-ersieder m. scherzh. `runder Halbzylinder´. Lautf.: Eiersieder.

Ee-erstiech m. `Eierstich (Vorspeise, Speise, Suppeneinlage)´.

Ee-erwooge f. `Eierwaage´. Kinder od. Unerfahrene werden ausgeschickt, um die E. zu holen (Aprilscherz, Narrenauftrag). Lautf.: Eierwooge.

eefach Adj. `einfach´. 1. wie litspr. `leicht, unkompliziert´; kumm oack eefach amol verbei!  - 2. wie litspr. `schlicht, bescheiden´. - 3. subst. Eefache n. `Einfachbier, Hell´; a Tippl Eefach; brengn´s oack fer miech a Pilsner und fer de Frooe a Eefach(es)! Lautf.: eefaach.

eefächtch Adj. veralt. Neugersdorf 1. `schlicht, bescheiden´; a eefächtches Häusl und ne vill derzu. - 2. `einfältig´. Auch zwäfächtch `zweifach´ u. hundertfächtch `hundertfach´.

eefällch Adj. `einfältig: naiv, dumm, schwachsinnig, gutgläubig, geistig beschränkt´; a eefällcher Karle; die is goar ne su eefällch, wie se tutt.

Eefällch(e)keet f. `Einfältigkeit: Naivität, geistige Beschränktheit, Gutgläubigkeit´; a serr Eefällchekeet hoat´r underschriebm.

eefoarbch Adj. `einfarbig´.

eegch Adj. auch Seifhennersdorf `äugig´; blooeegch, schieleegch.

Eege siehe Äge!

eegelenkch Adj. selt. Westlausitz, Sächs. Schweiz `unbeholfen, umständlich´.

eegeschooßch Adj. `eingeschossig´; an Waaldurfe stihn´r vill eegeschooßche Häusl.

eegn Adj. Komp. eegnter `eigen´. 1. wie litspr. `jmdm. selbst gehörend´; ´s eegn Faal zu Moarchte troin. - 2a. `sonderlich, eigenwillig´; dr Nubber is aber eegn gewurn. - b. zwischen Neugersdorf u. Oppach neben herrlch, Westlausitz `mäkelig, wählerisch beim Essen, eklig im Essen´; unse Koatze is eegn, die frisst ne oalls. - 3a. `eigenartig, merkwürdig, einmalig, mit nichts vergleichbar´; doaas is a eegn Dingk. - b. `peinlich genau, übertrieben sorgfältig, heikel´; dr Grußevoater misst´n Schnoaps ganz eegn oab. - c. `aufmerk-sam, unverwandt, gründlich, sehr genau, gewissenhaft´; de Grußemutter weeß Bescheed, die list´s Blatl ganz eegn. Lautf.: eegnt Westlausitz, msOstlausitz, Sächs. Schweiz.

Eegner f. `Eigentümer, Besitzer (von Grund und Boden)´; de Eegner wulln nischt verkeefm, die senn eegnsinnch.

Eegnlob n. `Eigenlob´; Sprichwort: Eegnloob stinkt, Nubbersch Lob klingt.

eegnmächtch Adj. `eigenmächtig´.

Eegnmächtchkeet f. `Eigenmächtigkeit´.

eegnoartch Adj. `eigenartig´. 1. `sonderlich, komisch, eigenwillig´. - 2. Burkau `wählerisch beim Essen´.

Eegnsinn m. `Eigensinn: Dickkopf´; iech hoa ann Eegnsinn vu ann Moanne.

Eegnscher Krees m. dass. wie Eegnsinnscher Krees.1.

eegnsinnch Adj. `eigensinnig´. 1. wie litspr. `eigenwillig, starrsinnig, dickköpfig, konservativ, unbedeutend eingebildet, unvariabel, trotzig´; mer Äberlausitzer senn a bissl eegnsinnch. - 2. `sorgfältig, gewissenhaft, peinlich genau bei der Arbeit´. - 3. verstr. s°BZ `mäkelig, wählerisch beim Essen´. Lautf.: eegnsinnsch.

Eegnsinnscher Krees m. `Eigenscher Kreis: Dörfer um Bernstadt, die auf dem Eigen liegen und zum Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau gehörten´; mei Bruder is a Eegnsinnscher wurn `mein Bruder ist auf den Eigen gezogen´, die wohn uff´m Eegnsinnschn.

eegntlch siehe enklch!

eegoal siehe egoal!

eegoalch siehe egoalch!

Eeguck m. Cunewalde, Steina, Burkau dass. wie Eeguckch; do kimmt Eegucks Koarle!

Eeguckch m. `Einäugiger; jmd., der schielt´.

eeguckch Adj. `schielend´; dar guckt eeguckch `der schielt´.

eehändch Adj. `einhändig, mit einer Hand´.

eelaatsch siehe eelädch!

eelädch Adj. `ledig: einzeln, allein´; a eelädcher Boom. Lautf.: eeledch; eeladsch Schirgiswalde, eelädsch Hintere Sächsische Schweiz, eeledsch Nordböhmen. Vgl. freilädch! 

elendn (gespr. eelendn) swv. 1. Neugersdorf `jmdn. plagen, belästigen´; tu miech ne su elendn! - 2. refl. a. `sich ärgern´; tu dch oack ne elendn! - b. `sich mühen, quälen´; sich oalleene rimelendn missn. Lautf.: älendn Hirschfelde.

eelitzch Adj. 1a. `einzeln, eines von einem Paar´; a eelitzcher Schuhch. - b. übertr. auf Menschen `alleinstehend, ledig, ohne Partner´; iech bleib eelitzch. - c. `einzeln, vereinzelt´; deine eelitzchn Pfennge koannst de steckn lussn! - 2. `einzig´; die rädn kee eelitzch Wuhrt minander. - 3. `einfach´ (im Gegensatz zu doppelt od. mehrfach); a eelitzcher Foadn reecht. Lautf.: eelitzsch Zittauer Gebirge. eelitztch mwOstlausitz.

eemännch Adj. selt. scherzhaft `nur für einen Mann zuständig, nur einmal verheiratet, scheu, zurückgezogen´.

eemenschch Adj. `für eine Person bestimmt, einzeln´; a eemenschches Bette. Lautf.: eemensch, eemansch(ch).

Eemer m. Dim. Eemerchl `Eimer´; RA: ´s goajßt wie aus Eemern; ´s is oalls an Eemer `es ist alles kaputt, verloren, vorbei´; RA: Du bist zu dumm, ann Eemer Woasser imzuschittn.

eemern swv. Nieder-Neundorf `eimern: heftig regnen´.

eemol Adv. `einmal´. 1. wie litspr. `ein (einziges) Mal´; war eemol loigt, dan gleebt mer ne. RA: Eemol is keemol. - 2. `sowieso, ohnehin´; dar lässt´ch eemol ne belihrn. - 3. uff eemol, mit ennmol `plötzlich´; uff eemol toat´s dunnern. - 4. eemol ims ander `mehrere Mal, immer wieder´. Lautf.: eemo, siehe auch amol!

eench Adj. `einig´. 1. `einträchtig, einmütig´. - 2. sich eench senn `eines Sinnes sein (in der Frage der Heirat)´.

eene `eine´, siehe a `ein´!

eenefurt Adv. in der Fügung a eenefurt dass. wie a eeneweg. Siehe unter eeneweg!

eeneweg Adv. in der Fügung a eeneweg `fortwährend, ununterbrochen, hintereinander´; musst de a eeneweg asu rimschnoaffern?

eenzch Adj. `einzig; nur einmal vorhanden, alleinig´; kee eenzcher hoat oaagebissn; rick oack a eenzch(es) Bissl nähnder oa miech roaa!
eenzch Adv. Niedercunnersdorf `einig, nicht zerstritten´; die beedn senn´ch eenzch gewurn. Auch eench.

eenzln siehe ennzln!

eeoarmch Adj. `einarmig´; scherzh.: Woasser benn Eeoarmchn huln `Wasser bei der Schwengelpumpe holen´.

Eepfennger m. `Einpfennigstück´.

eeraderch Adj. `einräderig: mit einem Rad´.

ees Zahlwort, Pron., unbest. Art. doaas muss ees gesahn hoann! `Das muss man gesehen haben!´ Siehe a `ein´! Lautf.: eens Westlausitz.

eeseitch Adj.`einseitig, nur auf einer Seite, ungleichmäßig verteilt´; dar hoat eeseitch ufgeloadd `der ist betrunken´.

ees(t)ern, eeß(t)ern swv. siehe eusern!

eesilbch Adj. `einsilbig: wortkarg, maulfaul´.

eesn swv. dass. wie eestern. Siehe eusern!

eesn Adj. selt. Südlausitz, Ostlausitz, Nordböhmen dass. wie eesnde 2 u. 3.; die hoat a eesn Wasn.

eesnde Adj. (eigtl. Part. Präs.) 1. `unheimlich, gruselig, öde, beängstigend, schauerlich, Grausen erregend´; wie´ch naajchtn durch´n Buhsch gingk, wurd mer urndlch eesnde; die zermeetschte Leiche woar goar eesnde oaazusahn. - 2. `unangenehm, abstoßend, widerwärtig, hässlich, ekelhaft´; ´s is eesnde draußn `es ist sehr schlechtes Wetter draußen´; a hoat a eesnd Wasn. - 3. `ängstlich, zimperlich´; die hoat a eesnd(es) Getue. Lautf.: eesnd, eesndch öKürzung, äsnde, äsnd.

eespännch Adj. 1. `mit nur einem Zugtier bespannt ( bei Fahrzeugen)´; a Eespänner. - 2. `allein vor den Wagen gespannt (bei Pferden)´. - 3. `ledig, unverheiratet, ohne Ehepartner´; eespännch durchs Labm foahrn. - 4. `für eine Person bestimmt (Bett)´. Lautf.: eespänncht Neugersdorf.

Eespänner m. `Einspänner´. 1. `mit nur einem Zugtier bespanntes Fahrzeug´. - 2. `einzeln im Geschirr gehendes Zugtier´. - 3. übertr. `unverheirateter od. verwitweter Mann; ungesellig für sich lebender Sonderling´.

eesteckch Adj. `einstöckig´; a eesteckch(es) Häusl.

eestielch Adj. `einstielig´. 1. `geistig schwach, einfältig, schwerfällig, tollpatschig´; doaas is aber anne eestielche Koarline! - 2. `langweilig, uninteressant, öde, reizlos´; iech bie eigeschlofm, de Prädcht woar mer zu eestielch; uff ann eestielchn Durfe wohn. - 3. `unmodern, überholt, unauffällig´; dar ihre eestielche Plätsche hätt´ch schunn lange an Ufm gestackt `der ihren unmodernen zusammengedrückten Hut hätte ich schon lange verfeuert´. Siehe auch langstielch! Lautf.: eenstielch.

Eeteelche f. `Einteilung: Geschick, etw. einzuteilen, sparsam mit etw. umzugehen; Speiseplan´; meine Frooe hoat keene Eeteelche mit´n Pfenngn. Lautf.: Eeteelchte, Eenteelche.

eetierdlch Adj. 1. `eintürig´; a eetierdlcher Schrank. - 2. `einträchtig, friedlich, traut´; die beedn Aaln sitzn ganz eetierdlch uff dr Ufebanke. - 3. Obercunnersdorf, Eibau in der Wendung doaas is anne Eetierdlche `das ist eine alte Jungfer´. Lautf.: eetierlch, eetierdlcht.

eetun(e) Adv. Südlausitz, Nordböhmen `einerlei, alles eins, gleich´, eigentl. Eetun substantiviertes Adv. ohne Genus; mach oack, woaas de willst, mir is eetun(e).

eeturch Adj. `nur eine Tour´

eftersch (kurze 1. Silbe) Adv. `oft, öfter, öfters´. Lautf.: iftersch.

egoal Adj., Adv. `egal´. 1. `gleichartig, gleich beschaffen´. - 2a. `gleichgültig, einerlei´; doaas is mer ganz egoal. - b. `kurzum´ (eine längere Erzählung abschließend u. eine knappe Schlussphrase einleitend); egoal, mer hoann´s o su dermäckert. - 3. `fortwährend, immer, ständig´; a kimmt egoal wieder.

egoalch (gedehntes e) Adj. 1. `gleichartig, gleich beschaffen´; iech koann die beedn Koarnuckn ne ausenanderhaaln, die sahn egoalch aus. - 2. `eintönig (Farbanstrich), nicht abwechselungsreich (Arbeit)´. Lautf.: egoalcht.

egoalfurt (gedehntes u betontes e) Adv. `fortwährend, immer´; unser Klenner schesst´ch egoalfurt ei.

ehb siehe ihb!

ehnder Ostlausitz, Schlesien siehe iher!

ehnern siehe ähnern!

ei Präp. wSüdlausitz (Steinigtwolmsdorf, Weifa), Ostlausitz, Hintere Sächsische Schweiz `in´; ich gih noa ei de Schule; doas härt mer ei´n ganzn Hause (Ostlausitz). Lautf.: Siehe a `in´!

eiaaldern siehe aaldern!

eiackern swv. `einackern: unterpflügen´. Lautf.: einackern Westlausitz.

Eibe f. `Eibau (Ort der Gemeinde Kottmar im °GR)´; Spitzname: Nudleibe; de Eibschn od. Nudleibschn `Einwohner von Eibau´; die wohn a dr Eibe, dr Nudleibe od. dr Eibschn Eibe.

Eibeeger m. selt. wSüdlausitz `Einbieger: Taschenmesser´. Lautf.: Einbeeger Westlausitz, Sächs. Schweiz.

Eibeegmasser n.  dass. wie Eibeeger.

eibildch, eibillsch Adj. `eingebildet, stolz´; eibildch senn; tu oack ne su eibildch! a Eibildcher `ein Eingebildeter´, anne Eibildche `eine Eingebildete´, a eibilldscher Schlumperch. Lautf.: eibildsch Mückenhain, eibilldsch Oderwitz, eibillsch °ZI Ebersbach, einbildch.

Eibildche f. `Einbildung´; doaas is oalls oack Eibildche.

eibimsn swv. `einüben, einstudieren durch fleißiges Lernen od. durch Zwang; eintrichtern´. Lautf.: einbimsn.

Eibindebettl n. selt., veralt. `Steckkissen für den Säugling, in dem er früher eingebunden wurde´. Vgl. Bischebettl! Lautf.: Einbingebettl Ohorn.

Eibindetichl n. `Einbindetüchlein: mit zwei Knoten zusammengebundenes viereckiges Tuch, zum Verstauen von Gegenständen, Esserein und Trinkerein´; ´n ieberchn Kuchn ga´ch euch an Eibindetichl mit heem. Lautf.: Einbingetichl Westlausitz, Eibingetichl Ostlausitz.

eibinn stv. `einbinden´. 1. `etw. in einem Tuch, Stück Stoff od. Kleidungsstück für den Transport verstauen´; de ieberchn Kuchnstreefl bind´ch mer ei. - 2. `dem Patenkind das Taufgeschenk im Patenbrief ins Steckkissen binden´; woaas hoast´n eigebunn? `Wie viel Geld hast du in den Patenbrief gesteckt?´ Benn Auspackn noahm de Boademutter ´s Eigebunne mit´n Poatnbriefln aus´n Steckebette und reechte´s ´n Kindlbrutvoater. - 3. `leicht beschädigte Tontöpfe od. andere Tongefäße mit einem Drahtgeflecht überziehen, um sie zu erhalten´. Lautf.: eibindn; eibingn Ostlausitz, einbingn Westlausitz.

Eibiss´che f. `Einbuße´.

eibissn swv. `einbüßen: Verluste machen, verlieren´; RA: Eigebisst is o gehandlt. Lautf.: einbießn Westlausitz.

eibläun swv. `einbläuen, mit Nachdruck einprägen, einschärfen, eintrichtern, einprügeln´; dr Schulmeester hoat´s uns eigebläut. Lautf.: einbläun Westlausitz.

eiboansn swv. Obercunnersdorf, Eibau `ungedroschene Getreidegarben bis zum Drusch sachgemäß in den Boansn (Bansen) stapeln´; ´s Kurn is eigefoahrn und benn Schneiderbauer eigeboanst. Siehe auch aaldern!

eibrengn unregelm. V. `einbringen´. 1. wie litspr. `Geld, Gewinn bringen´. - 2. `Vermögen in die Ehe mitbringen (von der Frau)´; ´s meeste hoat de Frooe eigebrucht. - 3. `zum Verkauf od. zur Lagerung einfahren´; de Arnte eibrengn. Lautf.: einbrengn.

Eibrenne f. `Einbrenne, Mehlschwitze: mit oder ohne Fett gebräuntes Mehl (auch unter Zugabe von Speck u. gebräunten Zwiebeln) als Zutat an Gemüse, Soßen u. Suppen´.

Eibroackche f. `Eingebrocktes: in Kaffee, Milch od. Suppe eingeweichte Brot- od. Semmelstücke; meistens Mehlsuppe mit Brotstückchen´; de Grußemutter macht´ch oallemol anne Eibroackche. Lautf.: Eibroacksche, Einbroackche.

Eibroacke f. dass. wie Eibroackche. Lautf.: Eibracke Schirgiswalde.

eibroackn swv. `einbrocken´. 1. `Brot od. Semmeln in Kaffee, Milch od. Suppe brocken u. weichen lassen´; tu dch oack ne su veroalbern lussn, broack lieber de Suppe ei!  - 2. übertr. in der Wendung siech, enn woaas eibrockn `sich auf eine unangenehme Sache einlassen, jmdn. in Schwierigkeiten bringen´; RA: Woaas mer´ch salber eigebroackt hoat, doaas muss ees o ausleffln `man muss die Folgen seines Tuns selbst tragen´. Lautf.: eibrackn Schirgiswalde.

Eibug m. selt. 1. `Einbiegung, Stelle zum Einbiegen (in eine Straße)´. - 2. Wehrsdorf `umgebogene u. somit verstärkte Blechkante´. - 3. dass. wie Delle. Lautf.: Einbug.

eidämmern (gespr. eidemmern) swv. `durch Schlagen, Klopfen, Treten od. Wälzen zusammendrücken´. Lautf.: eindämmern Westlausitz.

eidelln swv. `eindellen: eine Delle (Vertiefung) in etw. machen, etw. eindrücken, einbeulen´. Lautf.: eindelln Westlausitz.

eidreckn swv. `eindrecken: etw. unnötig schmutzig machen´. Lautf.: eindreckn.

Eierbarg m. 1. Ohorn `Eierberg (Berg in der Westlausitz)´. - 2. `ein Hügel mit steilem Straßenanstieg bei Mittelherwigsdorf´; uff´m Eierbarge bie´ch hängn gebliebm. Lautf.: Ee-erbarg.

eierch Adj. Oderwitz `eiförmig, unrund´; a eiercher Kupp. Lautf.: ee-erch.

eiern swv. 1. `ungleichmäßig rotieren´; ´s Radl hoat anne Achte, is eiert od. ee-ert. - 2a. `unsicher u. äußerst vorsichtig gehen´; a koam ieber´sch Eis geeiert. - b. `(auf Grund von Unwissenheit) keine eindeutige Aussage machen, um den heißen Brei reden´; iech hoa an Exom oack geeiert. Lautf.: ee-ern Neugersdorf. Siehe rimeiern!

Eierschecke siehe Ee-erschecke!

Eierschiebm n. `(hartgekochte) Eier auf einer abschüssigen Bahn in eine Bodenvertiefung rollen´, auch: `werfen mit hartgekochten Eiern´ (Kinderspiel in der Osterzeit, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ausgeübter Volksbrauch in Bautzen). 2001 durch Fremdenverkehrsverein neu belebt. Lautf.: Ee-erschiebm!

eifadln swv. `einfädeln´. 1. `einen Faden durch ein Nadelöhr ziehen, mit der Näharbeit beginnen´; noa´n Obdassn fingn dr Grußvoater hinder senner Kuglloampe noa amol eizufadln. - 2. übertr. `etw. geschickt in die Wege leiten´; die hoann die Luderei gutt eigefadlt. Lautf.: einfadln Westlausitz.

eifangn stv. `einfangen´. 1. wie litspr. - 2. `erhalten, bekommen´; iech hoa mer anne Fimfe eigefangn.

eifern swv. selt. `mit kleinen, schnellen Handbewegungen emsig arbeiten, (z.B. stricken)´; se eifert mit ihrn kurzn Oarm.

eifihrn swv. `einführen´. Bedeutungen wie Litspr.; neue Modn eifihrn; de Ee- und Zweekindermode woar noa ne eigefuhrt (um Zittau). Lautf.: eifuhrn.

eifoahrn stv. `einfahren´. 1a. wie litspr. `ein Fuder Getreide od. Heu vom Feld in die Scheune fahren´. - b. `(große Mengen) essen od. trinken´; dar fährt aber wieder ei! - 2. unpersönlich: mir is is eigefoahrn, iech koann miech ne mih rihrn `ich habe Hexenschuss (Ischias) bekommen´. Lautf.: eifoahrn Westlausitz.

eifoalln stv. `einfallen´. 1. wie litspr. `zusammenfallen, einstürzen´; RA: Ba dr Zimmer-Gustn is dr Ufm eigefoalln `die Auguste Zimmermann hat ein Kind geboren´. - 2. `(unangemeldet) zu Besuch kommen´; benn Nubber senn wieder a Hardl Kirmstgäste eigefoalln. Lautf.: einfoalln.

eifuchsn swv. `einüben, einstudieren´; a Varrschl eifuchsn `ein Verslein einstudieren´; a eigefuchster Karle `ein geübter, erfahrener, (gerissener) Kerl´.

eigan stv. `eingeben: einreden, beibringen´; oack war der´sch immer eigibbt? Doaas hoat dr wull dr Teifl eigegan?

eigapsn sww. `etw. (meist Geld) in die Kleidertasche stecken, sich nehmen, einheimsen´. Lautf.: eigoapsn.

eigebildch Adj. Obercunnersdorf dass. wie eibildch.

Eigebinde n. `Eingebinde: Taufgeschenk, das dem Patenkind im Patenbrief ins Steckkissen eingebunden wurde´. Lautf.: Eigebinge Ostlausitz, Eingebinge Westlausitz, Eigebunne Neugersdorf.

eigefleescht Adj. `eingefleischt: mit Leib und Seele, sich bekennend, überzeugt, alteingesessen´; a eigefleeschter Cunnerschdurfer.

Eigemachte n. od. Eigemachtes `Eingewecktes: durch Kochen konserviertes Obst, Gemüse od. Fleisch´; RA: as Eigemachte gihn `an die Substanz gehen´.

eigemummlcht Adj. Obercunnersdorf `eingemummelt: dick angezogen, mit Kleidung verhüllt´.

eigesassn Adj. `eingesessen: einheimisch´; ´s gibbt an Derfl oack noa drei aalt Eigesassne.

eigihn unregelm. V. `eingehen´. 1. `sich zusammenziehen, einlaufen, schrumpfen´; ´s Hemde is benn Woaschn eigegangn. - 2. `sterben, verenden, absterben´; mir is is Gloacknsteckl eigegangn. - 3. `hoch verlieren (beim Spiel)´. Lautf.: eingihn Westlausitz.

eigleesn swv. refl. `eingleisen: richten, einrenken, zum Guten wenden´; ´s hoat´ch wieder eigegleest mit dann beedn. Lautf.: eingleesn.

eigockern swv. `durch zu langes Kochen an Flüssigkeit verlieren´; nimm oack de Bunn vun Ufm, die gockern oack ei! Lautf.: eikockern öOstlausitz, Schlesien.

eihaaln stv. Konjug. siehe haaln! `einhalten´. - 1. `anhalten, verdrücken´; su lange hoa´ch mer´sch eigehaaln (das Koten), anu koann´ch ni mih. - 2. Eckartsberg `bremsen, durch Krafteinwirkung dagegen halten´; dr Voater bläkte, iech sellde eihaaln.

eihaun siehe eihoon!

eiheemsn swv. Obercunnersdorf `einheimsen: an sich nehmen, sich einverleiben´.

eiheffln swv. um Görlitz, °NOL Wiesa, Rietschen `einhäufeln: Heu aus Reihen zu Haufen zusammenrechen´.

eiheiroatn swv. `einheiraten: einen Ehepartner heiraten, der ein Bauerngut, eine Fabrik oder Vermögen besitzt´; as Durf eiheiroatn; dr Linkebauer ist gesturbm, nu krigt die Eigeheiroate doaas schiene Gutt.

eihemm swv. Obercunnersdorf, Oppach, Wittgendorf `einhemmen: die Bremsen am Wagen feststellen, bremsen´; hemm ei! `bremse!´

eihenkln swv. refl. `einhenkeln, sich bei einem anderen einhängen, Arm in Arm´.

eihobm stv. (siehe hobm!) dass. wie eihoon 1 u. 2; a heebt ´n irschtn Saajnsnhieb salber ei. Lautf.: haubm öKürzung.

eihokn swv. `einhaken´. 1a. `den Haken in eine Schlinge oder Öse einführen´. - b. `einhenkeln, Arm in Arm´. - 2. übertr. `jmdn. in seinem Redefluss unterbrechen (und selber das Wort ergreifen)´; wie´ch doaas hirrte, misst´ch eihokn. Lautf.: einhokn.

eihoon unregelmäßiges V. Steinigtwolmsdorf `einhauen´. 1. Obercunnersdorf `zu Beginn der Ernte mit der Getreidesense einen Randstreifen um das Getreidefeld mähen, damit die Mähmaschine eingesetzt werden kann´, verbreiteter ist oaahoon. - 2. `viel essen´; dar hoote od. hieb aber as Assn ei! Lautf.: einhaun Westlausitz; eihaun Girbigsdorf, eihobm söSüdlausitz, Ostlausitz.

eihuln swv. `einholen´. 1. wie litspr. `aus dem Rückstand heraus aufschließen, gleichziehen´. - 2. `einkaufen, besorgen´; mer gihn jedn Dursch eihuln. - 3. `ernten´. Lautf.: ei-, ein-, - huln, -hulln.

eihuschln (kurzes u) swv. trans. u. refl. `sich warm u. behaglich in Betten, Decken, Kleidungsstücke einhüllen; sich einkuscheln´; is Häusl hoat´ch undern Schnie-e eigehuschlt.

eijoin swv. refl. `einjagen´; sich einen Holzsplitter in die Haut einziehen´; iech hoa mer ann Schiefer eigejoit. Lautf.: ei(n)joan, ei(n)joarn.

eikachln swv. `stark heizen (im Kachelofen)´; du hoast aber wieder eigekachlt!

eikallern swv. `einkellern: zur Lagerung (über den Winter) in den Keller befördern´; de Abern eikallern. Lautf.: einkallern Westlausitz.

eikastln swv. `einkästeln: einsperren (in einen Kasten od. ins Gefängnis), gefangen setzen´.

eikeefm unregelm. V. wie litspr. `einkaufen´; woas keefst´n do wieder ei? Iech hoa gestern schunn eigekooft.

Eikehr f. `Einkehr´; etlche Mole Eikehr haaln `mehrmals einkehren´. Lautf.: Eikähr, Eikihr Ostlausitz, Eikiähr.

Eikehrche f. `Einkehrung´ 1. `Einkehr; Gasthaus, in das man einkehrt´; de irschte Eikehrche is de Huhwaalbaude. - 2. Ohorn in der Wendung de Ei(n)kehrche nahm, hu(l)ln od. kriegn `einen Wagen umwenden´. Lautf.: Eikährche, Eikihrche, Einkehrche, Eikahrche, Einkoahrche.

Eikehrer m. `Einkehrer, Wirtshausgänger´. Lautf.: Eikährer, Einkehrer.

Eikehrhaus n. `Einkehrhaus: Baude, Schänke, Gasthaus´. Lautf.: Einkehrhaus.

eikehrn unregelm. `einkehren´; sedd´r an Kraatschn eigekuhrt (Obercunnersdorf), eigekoahrt (Jonsdorf), eigekihrt. Lautf.: einkehrn.

eikippln swv. Neusorge, Rauscha (Ort östlich der Neiße) `Heureihen zu Haufen zusammenrechen´. Lautf.: eikoappln Nieder-Neundorf. Vgl. kippln!

eikleedn sww. Niedercunnersdorf, Kirschau `einkleiden: Anziehen der kompletten Kleidung bzw. Uniform´; de Schitzn senn oalle ganz schiene eigekledd. Lautf.: einkleedn Westlausitz.

eikneppm swv. Lauba `einknöpfen: vereinnahmen, aneignen, für sich beanspruchen, betrinken´; gibb Achtche, doaaß dr ne wieder enn eikneppst!

eikockern siehe eigockern!

eikroatzn swv. `einkratzen: sich bei jmdm. anschmieren, einschmeicheln´. Lautf.: eikroaazn Oberland, einkroatzn Westlausitz.

eikuffm swv. Bihms Koarle `einstoßen´.

eikumm stv. `einkommen´. 1. `in den Sinn kommen´; a dr Nacht is mer a bieser Troom eigekumm. - 2. `einfallen, sich erinnern´; mir koam dar Name eefach ne ei. - 3. `gebären´; die wird o baale wieder eikumm `die wird bald ein Kind zur Welt bringen´; is die schunn wieder eigekumm? Die heckn ja heutzutage wie de Koatzn!

eiladern swv. Bertsdorf, Ostritz `einledern: etw. völlig abtragen, abreißen (Kleidungsstücke, Schuhe)´; iech misste immer de Kleedche vun Grußn eiladern.

eilän swv. `einlegen´. 1. trans. a. `Lebensmittel zum Konservieren in eine Salzlauge legen´; eigeläte Harche; iech muss noa Gurkn eilän. - b. `Obst für den Winter einkochen und konservieren´; meine Frooe lät´n ganzn Tag schunn Kirschn ei. - c. `eine neue Webkette in den Webstuhl einbringen´; zun Montche miss mer anne neue Warfte an Wirkestuhl eilän. - d. `Bereitlegen der Garbe zum Dreschen an der Dreschmaschine´. - e. `für jmdn. eine Bürgschaft übernehmen´; iech hoa fer´n a gutt Wuhrt eigelät. - 2. intrans. refl. übertr. a. Westlausitz `kurz vor der Entbindung sein´; die woard sich wu heute no einlän. - b. Burkau, Pulsnitz `niederlegen (von alten Leuten kurz vor dem Sterben)´; die hoat´ch eingelät. - c. Oberland `zur Beerdigung fertig machen, in den Sarg legen´; dr Voater wird murne virrmittch eigelät; a Ägyptn hoann se a enner Pyramide ann eigelätn Kiench gefunn. Lautf.: einlän Westlausitz, ei(n)leen Pulsnitz.

eilautn swstv. `einläuten: den Beginn des Gottesdienstes od. der Trauung mit vollem Glockengeläut ankündigen; mit Glockengeläut den Todesfall od. die Beerdigung vorankünden; durch Glockengeläut zu einer bestimmten Zeit auf den Sonntag od. einen kirchlichen Feiertag einstimmen; zu Silvester um Mitternacht den Beginn des neuen Jahres verkünden´; ´s aale Juhr wird ausgelautn od. ausgeloajt und´s neue eigelautn (Neugersdorf, Schirgiswalde, Girbigsdorf, Hinterhermsdorf) od. eigeloajt (Oderwitz, Wittgendorf). Lautf.: loajtn swv. Jonsdorf.

eiliedern swv. selt. `etw. unachtsam in Gebrauch nehmen, liederlich mit etw. umgehen, etw. herunterreißen´; tu oack ne de Futterschäber eiliedern.

eilindern swv. `befestigen des Anfanges der Webkette bzw. des Gewebes auf dem Warenbaum (Gewebebaum) mittels einer Rinne im Baum und einem Stab (Lindersteckl), damit das Gewebe während des Webens aufgewickelt wird´; de ufgebeemte Warfte wird geschlicht, mit ann Wedlch getroigt, mit Seefminslt oder ann Fette oabgeschlicht, eigelindert, oaagedräht und mit´n Zuge und´n Trietgeschlinke verbunn.

eiloaatschn swv. `einlatschen´. 1. `eintreten; mit den Füssen einstoßen´; de Pulezei hoat missn de Tiere eiloaatschn. - 2. in der Wendung (siech) ba enn eiloaatschn `es mit jmdm. verderben´; dodermit wirscht de wull ba denner Hiesche eiloaatschn. Lautf.: eiloattschn, einloaatschn.

Eiloadche f. Kirschau `Einladung´. Lautf.: Eiloadcht °ZI Reichenau.

eiloadn stswv. wie litspr. `einladen: jmdn. zu Besuch bzw. als Gast zu einer Feier bitten´; Gaartnersch hoann uns zer Kirmst eigeloadd.

eilulln swv. `jmdn. mit viel Worten gefügig od. schläfrig machen, übertölpeln´. Lautf.: einlulln.

eilussn stv. `einlassen´; siech mit enn eilussn `sich mit jmdm. abgeben, mit jmdm. verkehren´; luss dch ne mit Buttch-Hanse ei, dar hoat schunn moancher ´n Kupp verdräht!

Eilz ohne Genus veralt. `Eulowitz (Ort der Gemeinde Großpostwitz/OL im °BZ)´.

eimachn swv. `einmachen´. 1. wie litspr. `Obst, Gemüse, Fleisch durch Kochen konservieren´. - 2. `marinieren (Hering)´; eigemachter Harch. - 3. refl. `die Windeln od. Unterwäsche beschmutzen´. Lautf.: einmachn.

Eimittch ohne Genus, Cunewalde, Nieder-Neundorf, Ludwigsdorf `Stunde zwischen 12.00 u. 13.00 Uhr´, ´s woar oa ann Sunntch Eimittch, wenn se gegassn huttn; in der Fügung Eimittch machn `ein Mittagsschläfchen halten´. Lautf.: Eimittsch, Eimitts Königshainer Berge, Eimeetch.

eimittn swv. `verdingen; als Gesinde (Knecht, Magd), Gehilfe, Kindermädchen usw. tätig werden; in Stellung gehen´; dar hoatt´ch durte uff Heinerchs Wirtschoaft eigemitt (od. eigemutt). Lautf.: einmittn Rammenau.

eimoalkern swv. msSüdlausitz `(Heringe) marinieren´; hoast de de Harche schunn eigemoalkert? Lautf.: eimoalgern, eimulkern.

eimoanschn swv. `(unnötig) in Gebrauch nehmen und beschmutzen´; musst de irscht de ganzn Taller eimoanschn? Lautf.: eimoantschn, einmoan(t)schn.

eimoariern swv. Obercunnersdorf, Spitzkunnersdorf `marinieren´; eimoarierter Harch. Lautf.: eimoarniern Oderwitz.

eimoarniern swv. dass. wie eimoariern.

eimummln swv. `einmummeln: warm anziehen´.

einahm stv. `einnehmen´. 1. `etw. (Arznei) zu sich nehmen´; Pfutn weg, doaas is nischt zun Einahm! - 2. `an sich ziehen, an sich binden, sich aneignen´; die hoat a einahmchtes Wasn. Lautf.: einnahm Westlausitz.

Einahmche f. `durch den Mund einzunehmende Medizin u. Heilmittel´.

Einahmzeug n. dass. wie Einahmche.

einickn swv. `einnicken: (auf einem dafür nicht vorgesehenen Platz, meist im Sitzen) einschlafen´.

eioarvlln swv. selt. `einen Armvoll zusammenraffen (Heu, Stroh´. Lautf.: eioarmvlln, einoar(m)vlln, einärvlln.

eipackn swv. `einpacken´. 1. `wie litspr. `etw. in etw. hineinpacken´. - 2. `umg. `aufhören, aufgeben´; du koannst dch eipackn lussn!

eipfoarrn swv. `einpfarren: in ein Kirchspiel eingemeinden´; mer senn noa Uppach eigepfoarrt. Lautf.: einpfoarrn u. einfoarrn Westlausitz, eifoarrn Ostlausitz.

eipoappm swv. `einpappen, etw. einkleben (in ein Buch)´; hoast de schunn de Kunsummoarkn eigepoappt?

eipopln swv. refl. `sich verdunkeln (beim Aufzug eines Gewitters)´; dr Himml poplt´ch ei. Lautf.: einpopln Westlausitz.

Eiquoartierche f. `Einquartierung, (provisorischer) Wohnraum´; meine Eiquoartierche is sihre armlch. Lautf.: Einquoartierche.

eirann swv. refl. `einrennen´. 1. `aufdringlich Besuch abstatten, in großer Zahl einfallen´; die hoann mer waajn menn aaln Briefmoarkn baale de Bude eigerannt. - 2. `sich heftig stoßen´; iech hoa mer an Dunkln ´n Nischl eigerannt. Lautf.: ei(n)renn.

Eireibche f. `Mittel zum Einreiben, Durchführung der Einreibung´; wu hoast´n deine Eireibche hiegeton?

Eirenker m. `Arzt, Person od. Kurpfuscher, der ausgerenkte Gliedmaßen wieder einrenkt´.

eirenkern swv. dass. wie eirenkn!

eirenkn swv. `einrenken´. 1. `(ausgerenkte Gliedmaßen wieder) einrenken´. - 2. übertr. `sich normalisieren, entschärfen, etw. in Ordnung bringen´; doaas muss dr Voater wieder eirenkn.

Eirichtche f. `Einrichtung´.

Eirichter m. dass. wie Eirenker; gih oack zer Eirichtern! Lautf.: Einrichter Westlausitz.

eirichtn swv. `einrichten´. 1. `vorrichten des Webstuhles zum Weben´; nu miss mer´n Stuhl eirichtn. - 2. (refl.) `(etw.) vorbereiten, planen´; mer warrn´s (uns) eirichtn; se woarrn uff su anne Hucke Leute ne eigericht. - 3. dass. wie eirenkern; ´s Fissl wieder eirichtn. Lautf.: einrichtn Westlausitz.

Eiricker m. `Einrücker´. 1. `eiserner Hebelarm am Pflug, mit dem das Scharteil beim Wenden gelöst u. danach wieder arretiert werden kann´. - 2. `Schalthebel zum Einschalten des mechanischen Webstuhles´.

eirickn swv. 1. `(Mähmaschine od. mechanischer Webstuhl) einschalten´. - 2. `(zum Wehrdienst od. in das Gefängnis) eingezogen werden´; murne muss´ch eirickn. Lautf.: eiruckn, einrickn Westlausitz.

eirihrn swv. `einrühren´. 1. wie litspr. `einen Stoff in einen anderen durch Rührbewegung einbringen´. - 2. enn woaas eirihrn `jmdn. in etw. verwickeln; jmdm. eine unangenehme Sache antun; jmdn. in Schwierigkeiten bringen´; doaas diche Dingk hoat mer dr Nubber eigeruhrt. Lautf.: eiruhrn, einrihrn Westlausitz.

eiroamschn swv. `einramschen: (Ramschware) einraffen, sich aneignen, billig einkaufen´; dar hoat meine Pustkoartn glei mit eigeroamscht.

eiroapsn (kurzes oa) swv. `einraffen: hastig, begierig nach etw. greifen´.

eiruhrn siehe eirihrn!

eirumpln swv. verhüllend in der Wendung se wird baale eirumpln `sie wird bald gebären´.

eisäckln swv. Obercunnersdorf, Spitzkunnersdorf `unterdrücken, demütigen, besiegen, unterbuttern´; de Niederderfschn Fußboaller hoann mer eigesäcklt.

eisackn swv. `einsacken´. 1a. `etw. in einen Sack, Darm (od. anderen Behälter) füllen´. - b. `etw. einstecken u. mitnehmen´. - 2. `jmdn. übertölpeln, übervorteilen´; luss dch ne eisackn vu dann Karln! - 3. refl. `sich stark bewölken, regnerisch werden´; dr Himml hoat´ch eigesackt. - 4. `einsinken´; an Schnie-e eisackn. Lautf.: einsackn.

Eisahn n. `Einsehen: Verständnis, Belehrbarkeit´; a Eisahn hoann `einsehen, Verständnis zeigen´.

eisaun swv. `einsauen: etw. unnötigerweise in Gebrauch nehmen und beschmutzen (Wäsche, Kleidung, Geschirr)´; woaas du schunn wieder fer Taller eigesaut hoast?

Eisblume f. Dim. Eisblieml Ostlausitz, Schlesien `Begonie´.

eischäbern swv. °NOL Wiesa `fast trockenes Heu aus Reihen zu Haufen (Schober) zusammenrechen´.

eischeechern swv. Wittgendorf, Ostlausitz siehe eischeechn! Lautf.: einscheechern Westlausitz.

eischeechn swv. Ostlausitz `einschüchtern, Angst machen´; luss dch ju ne eischeechn! Lautf.: einscheechn Westlausitz.

eischeißn stv. `einscheißen. einkacken (in die Hosen od. Windeln)´; die hoat´ch ver Schreck eigeschissn. Volksreim: Schesst dr ei, do schesst´r ei, a hundert Juhrn is oalls verbei!

eischiebm stv. `einschieben: einwerfen, einschmeißen, einreißen´; de aale Scheune woar oack noa fer de Jungn zun Rimklattern und Eischiebm do. Lautf.: einschiebm.

eischissn stv. `einschießen´. 1. `mit Hilfe des Schützen Schussfäden (Querfäden) durch die Kettfäden (Längsfäden) ziehen; weben´; heute hoa´ch ´n ganzn Tag rute Foadn eigeschussn. - 2. `Brot mit der Schisse (Schieber) in den Backofen schieben´. - 3. Niedercunnersdorf in der Wendung mir is eigeschussn `ich habe eine Erkältung od. Grippe bekommen´. Lautf.: einschissn Westlausitz.

eischittn swv. `Pferde (mit Körnerfutter) füttern´. Lautf.: eischuttn, einschittn.

eischlofm stv. `einschlafen´. 1. wie litspr. - 2. vornehm `sterben´. - 3. `gefühllos werden (von Gliedmaßen)´; mir is mei linker Fuß eigeschlofm. Lautf.: Siehe schlofm1

eischloin stv. Konjug. siehe schloin! `einschlagen´. 1. wie litspr. vom Blitz; do sull doa glei is Dunnerwater eischloin! - 2. wie litspr. `sich gut (od. schlecht) entwickeln, gedeihen´; dr neue Fußboaller hoat aber eigeschloin! Dr neue Birgermeester hoat wie Luder eigeschloin. - 3. `sich bemerkbar machen, Aufsehen erregen´; mit´n Oabwoasserkustn hoat´s ba uns sihre eischloin. - 4. wie litspr. `(mit dem Werkzeug) schlagend etw. in etw. hineintreiben´. - 5. `wie litspr. `in eine Hülle wickeln´; Bicher eischloin. - 6. Ee-er eischloin `Eierschalen zerbrechen und das Innere der Eier in einen Tiegel, in eine Suppe oder in Mehl tun´. Lautf.: eischloa(r)n Zittauer Gebirge, eischloon Schirgiswalde, einschloa(r)n Westlausitz.

eischmährn swv. `einschmieren: mit Schmiere einreiben, einkremen´.

eischmeißn stv. `einschmeißen, (unerkannt) einwerfen (von Nüssen u. Äpfeln in der Vorweihnachtszeit in die Stube)´; dr Rupersch hoat Nisse eigeschmissn.

eiseechn swv. `Einnässen (bei Säuglingen und Kindern), einpinkeln´; mer hoann´ch ver Lachn eigeseecht. Lautf.: einseechn Westlausitz.

eiseefm swv. `einseifen´. 1a. wie litspr. `(etw., jmdn., sich) mit Seife einreiben´. - b. `jmdn. mit Schnee einreiben´; de Jungn hoann uff´m Heemwaajge de Maajdl eigeseeft. - 2. `jmdn. absichtlich betrunken machen´; dr Wirt hoat dch eigeseeft. Lautf.: einseefm.

eiseem siehe seem!

eisekaalt Adj. `eiskalt: sehr kalt´; dr Wind woar su eisekaalt, doaaß mer baale de Frasse eigefrur. 


eisern Adj. 1. wie litspr. `aus Eisen bestehend od. hergestellt´. - 2a. wie litspr. `zäh, widerstandsfähig´. - b. wie litspr. `unnachgiebig, unerbittlich, prinzipienfest´; iech ass kee Fleesch mih, do bleib´ch eisern. - c. umg. bekräftigend `natürlich, selbstverständlich´. "Roochst du?" - "Nu, aber eisern!"

eisess´ch Adj. `eingesessen, dauerhaft sesshaft, den Ort am längsten bewohnend, sich der öffentlichen Meinung im Dorfe anschließend, einheimisch, bodenständig´; die wird a Bayern ne eisess´ch; ne oalle Eisess´chn machtn die neun Faxn mitte.

eisieln swv. `etw. zerwühlen, zerdrücken, zertreten, nieder-drücken´; die Goatche hoat´s Groas eigesielt.

Eismanner Pl. `Eisheilige: die Heiligen, Mamertus, Pankratius u. Servatius, die Tage vom 11. - 13. Mai´; woarrt oack mit´n Tumatn, bis de Eismanner verbei senn. Lautf.: Eismänner.

Eisn n. in der Fügung aales Eisn 1. `Schrott´; de Fuhre gitt as aale Eisen; die wulln miech zun aaln Eisn schmeißn. - 2. übertr. `alter Mensch, der nicht mehr gebraucht wird´; unse Gruße-mutter is noa lange kee aales Eisn.

eisn swv. West- u. Ostlausitz, Schlesien `sich beeilen, schnell laufen, rennen´; rimeisn, luseisn, oaa- bzw. oaneisn; eis oack ne su! Lautf.: asn (gedehntes a).

eisoalbm swv. 1a. wie litspr. `mit Salbe einschmieren´. - b. `jmdn. mit Schnee einreiben´. - 2. `jmdn. betrunken machen´. - 3. `jmdn. anschmieren, täuschen, betrügen´; luss dch oack ne wieder eisoalbm! Lautf.: einsoalbm, einsoalm Westlausitz.

eispinn stv. selt. Süd- u. Westlausitz `jmdn. ins Gefängnis werfen, einsperren, hinter Gitter stecken´; menn Bruder hoann se eigespunn. Lautf.: einspinn Westlausitz.

eisteckn unregelm. V. `einstecken´. 1. wie litspr. `etw. an sich nehmen, in die Tasche tun´; RA: Steck oack ei, woaas dr Battler wegschmesst! Scherzh., wenn man ein Kind zum Naseputzen auffordert. - 2. `etw. hinnehmen, ertragen´; dar koann oack austeeln, aber nischt eisteckn. - 3. `jmdn. ins Gefängnis stecken, einsperren´; Kunze-Koarln hoann se wieder eigestackt. Lautf.: einsteckn.

eistoalln swv. `einstallen: Vieh oder Haustiere in einem Stall unterbringen´; Lautf.: einstoalln Westlausitz.

Eisträhe f. `das zum Einstreuen für das Vieh im Stall verwendete Material (Roggenstroh, Fichtennadeln, fein gehacktes Fichtenreisig, Schilf)´. Lautf.: Einsträhe Westlausitz.

eisträhn swv. `einstreuen: dem Vieh im Stall Stroh od. anderes Material als Lager unterbreiten´.

eisträngn swv. selt. dass. wie oaasträngn; de Pfaare eisträngn.

eistrickn swv. `einstricken: überziehen tönerner Töpfe, Kannen, Krüge, Napfkuchenformen u. Schüsseln mit einem Drahtgeflecht als Schutz vor dem Zerspringen´. Vgl. Toopeistricker!

Eiszoappe f. Dim. Eiszappl (Neueibau) `Eiszapfen´. 1. wie litspr. - 2. `kalte Nase´.

Eiszoappm m. dass. wie Eiszoappe.

eiteegn swv. Ostlausitz `einteigen´. 1. `Teig anrühren´. - 2. Girbigsdorf refl. `sich bei jmdn. einkratzen, anschmieren, einschmeicheln ´; a tutt´ch benn Meester eiteegn. - 3. intrans. Hirschfelde (öKürzung) `nass werden´; gestern bie´ch unnerwaajgs tichtch eigteegt.

Eiteelche f. `Einteilung: Geschick, etw. einzuteilen, sparsam mit etw. umzugehen´; die hoat keene Eiteelche mit´n Assn.

eiteelch Adj. `einteilend, sparsam´.

eitittln swv. `in einer Tüte, in Tüten verpacken´. Lautf.: eitietln.

eitittn swv. dass. wie eitittln. Lautf.: eitietn.

eiträmpln swv. dass. wie eitratn. Siehe auch trämpln! Lautf.: ei-, ein-, -trämpln, -troampln.

eitratn stv. `eintreten´. 1. `durch Treten mit den Füßen etw. demolieren od. im Volumen verkleinern, zusammenstampfen´; anne Tiere od. a Fassl Sauerkraut eitraten; die hoann mer baale de Bude eigetratn.

eitroin stv. `eintragen´ 1. `ein Kind zur Welt bringen, gebären´; wesst´s schunn, ba Richtersch hoann se die Nacht eigetroin! - 2. ´n Schuhß eitroin `den Querfaden in das von den Kettfäden gebildete Fach einschießen´. Siehe auch eischissn! Lautf.: ei(n)troan, ei(n)troarn.

eitreibm stv. `eintreiben´. 1. `das Vieh von der Weide in den Stall treiben´. - 2. wie litspr. `ausstehende Zahlungen nachdrücklich einfordern od. einziehen´. Lautf.: eintreim Westlausitz, eitreim nOstlausitz.

eitrichtern swv. umg. `jmdm. etw. mühsam beibringen, nachdrücklich einschärfen´. Lautf.: eintrichtern.

eitun stv. Steina `eintun: sich ein Haustier anschaffen, ein Tier in den Stall nehmen´; iech hoa mer a Katzl eigeton. Lautf.: eintun.

eitunlch Adj. `auf den Erwerb von Besitz ausgerichtet, egoistisch´; die hoat a eitunlches Gemitte!

eitunkn swv. `eintunken´. 1. `etw. in eine Flüssigkeit eintauchen´; de Samml an Koaffee eitunkn. - 2. ´n Schießl od. ´n Oarsch eitunkn `sich betrinken´; dr aale Schnoapsgulberch hoat wieder ´n Schießl eigetunkt. Lautf.: eintunkn.

eiweechn swv. `einweichen´. 1. wie litspr. etw. durch Einlegen in eine Flüssigkeit weich machen, Wäsche vor dem Waschen in eine schmutzlösende Lauge legen´. - 2. `(im Regen) nass werden und durchweichen´; miech hoat´s eigeweecht. - 3. Obercunnersdorf `einbüßen´; do hoat´r eigeweecht. - 4. enn eiweechn `jmdn. betrunken machen´.

Eiwendche f. `Einwendung, Einwand´; in der Fügung Eiwendche machn ` einwenden, kontern entgegenhalten´.

Eiwicklche f. Oderwitz `Einwicklung: Material (meist Papier) zum Einwickeln´.

eiwickln swv. `einwickeln´. 1. `rollenförmig einpacken, umhüllen´. - 2. `überreden, übertölpeln, milde stimmen´; mit schinn Oogn koannst´n eiwickln.

eiwischn swv. veralt. `durch Markieren mit einem Strohwisch das Betreten eines Feldes, einer Wiese, einer Schonung untersagen´; doaas Fleckl, wu de meestn Pilze stihn, hoann die Drecksteckn eigewischt. Lautf.: eiwuschn.

eiwoampm swv. `übermäßig viel essen, sich den Bauch voll schlagen´. Lautf.: einwoampm.

eiwoaschn stv. `einwaschen: (Kartoffeln, Gemüse) reinigen, säubern vor dem Dämpfen´; du musst hinte noa de Schweineabern eiwoaschn. Lautf.: einwoaschn.

Eiwendche f. `Einwendung, Einwand´;

eiwuchn (kurzes u) swv. Wittgendorf `einwochen´. 1. `sich zur Entbindung legen (Wöchnerin)´. - 2. `eine weibl. Pers. schwängern, damit sie in die Wochen kommt´.

eizeem swv. `einzäunen: eine Fläche mit einem Zaun umgeben´; mer wulln unsn Vurgoartn neu eizeem.

eiziehn stv. Konjug. siehe ziehn! `einziehen´. 1. wie litspr. trans. a. `etw. in etw. einfügen´; anne Wand eiziehn. - b. `etw. zurückziehen´; ´n Schwanz, ´n Kupp, ´n Oarsch eiziehn. - 2. `wie litspr. intrans `eine neue Wohnung beziehen´; a zoigt ebch ne as neue Häusl ei. - 3. wie litspr. `einberufen, zum Militärdienst verpflichten´. - 4. wie litspr. `beschlagnahmen´. - 5. in der Wendung enn eigezoin hoann `eingeschlafen sein, betrunken sein´.

eja Interj., Ablehnung, Widerspruch ausdrückend; Ausruf des Erstaunens `keinesfalls!´

eklch Adj. Westlausitz `ekelig: mäkelig, wählerisch beim Essen´.

Elbkoahn m. meist Pl. `große (Holz-)Schuhe´; deine Elbkähne stihn oack an Waajge rim.

Elektrische m. umg. `Elektriker´; ich koann ne aus´n Hause, dr Elektrische will heute noa kumm.

Elemente Pl. `Alimente´.

Elend n. `Elend´. 1. wie litspr. `Armut, Not´. - 2. Unglück, Jammer´; a Hoaffl Elend `erbärmlich, bedauerlich (krank, zerstört)´; ´s gruße Elend kriegn `verzweifelt sein´. Lautf.: Älend, Jälend söSüdlausitz, msOstlausitz.

elendchn swv. Hinterhermsdorf dass wie elendn.

elende Adj. `elend´. 1a. `krank, schwach, unwohl´; do wurd mer´sch elende an Bittche `da wurde es mir unwohl im Bauch´; hundeelend. - b. verkrüppelt, gelähmt, missgebildet´; dar hoat de elende Krankt `der hat Epilepsie´. - 2. abwert. umg. `erbärmlich, gering, schlecht, niederträchtig, gehässig, missgünstig´; a elend Naast, doaas is a elender Knuchn, ghgelende rädn. - 3. umg. verstärkend `besonders groß, stark, tüchtig, sehr´; elende Dresche; dar kecht elende `der keucht sehr´. Lautf.: älend(e); jälend(e) öKürzung.

elendn (gespr. eelendn) swv. 1. `jmdn. plagen, belästigen´; tu miech ne su elendn! - 2. refl. `sich ärgern´; tu dch oack ne elendn! Lautf.: (j)älendn Hirschfelde.

Eldern Pl. `Eltern: Vater u. Mutter´; ne vu schlaajchtn Eldern senn `gut sein´. Lautf.: Äldern, Aldern (kurzes a) Niederoybin, Aldan Seifhennersdorf, Aajldern Bihms Koarle, Ellern öKürzung.

Ellboin, Ellebogn siehe Älebogn!

Else f. (veralt,), ohne Genus 1. `Oelsa (Stadtteil der Großen Kreisstadt Löbau im °GR)´; mer loofm ieber de Else. Lautf.: Ilse. - 2. `Ölsa (Ober- u. Niederölsa, Förstgen-Ost, Ortsteil der Gemeinde Mücka)´. - 3. `Oelsa (kleiner Ort der Gemeinde Boxberg OL im °GR). Lautf.: Elsa.

Elter m. selt. veralt. `Iltis´. Lautf.: Elster, Ilster, Eltnis n.

emand (gedehntes e) Indefinitpron. Wehrsdorf, Neukirch `jemand, irgendeiner´ Lautf.: emaand Westlausitz.

empern (kurzes e) swv. Neukirch, Bretnig, Frankenthal 1. `gut schmecken´; dan empert´s aber heute! - 2. Bühlau `etw. verlauten lassen, mitteilen; ertönen (von einem unbest. Geräusch)´. - 3. Bühlau `werkeln, hantieren und dabei Geräusche machen´.

Enddoarm m. `Mastdarm´.

Ende n. 1. räumlich; oan Ende vu dar Boomreige stitt a Granzsteen; bis uff Hennerschdurf is is noa a schie Ende `längere Wegstrecke´; ´s fahlt oa oalln Eckn und Enn. - 2. zeitlich `letzter Zeitpunkt, letztes Stadium eines Vorganges´; is Nubbermaajdl is Ende zwanzch. - 3. Siehe auch zengs!

endlch siehe enklch!

endn siehe enn!

Enderch m. Dim. Enderchl, Enderchn Südlausitz `Engerling: Larve des Maikäfers´. Lautf.: Anderch u. Anderchn Niederoybin, Engerch Seifhennersdorf, Anderlink, Enderlink alle Südlausitz; Angerlink u. Engerlink Ost- u. Westlausitz.

Engcht f. Wehrsdorf, Kirschau, Burkau, Niederottendorf, Polenz `enger Durchgang, Gasse, Enge´; woaas fer anne Engcht dohie-e!  Lautf.: Encht.

Engl m. litspr. `Engel´. RA: de Engl singn hiern iron. `das Gegenteil einer Engelmusik empfinden´; iech hoa ann Knittl uff´m Däz gekrigt, do hirrt´ch de Engl singn mitsoamtchtn Teifl pfeifm. RA: Anne besuffm Frooe is a Engl an Bette. Einen guten Wein lobt der Kenner: Mir is, oas hätt mer a Engl uff de Zunge od. an Hoals geseecht.

enklch (kurzes e) Adv. Obercunnersdorf, Neugersdorf `eigentlich´; doaas gitt diech enklch goar nischt oaa! Lautf.: eenklch, eegntlch, enklich, endlch (veralt. Niedercunnersdorf), eendlich.

Enkljunge m. `Sohn des Sohnes od. der Tochter´.

Enklkind n. `Enkelkind: Sohn od. Tochter des Sohnes od. der Tochter´.

Enklmaajdl n. `Enkelmädchen: Enkelin, Tochter des Sohnes od. der Tochter´. Lautf.: Siehe Maajdl.

enn swv. veralt. Südlausitz in der Wendung a koann´s ver Schmerzn ne enn `aushalten´. Lautf.: endn

enn siehe a!

enner
`einer´; a enner, err (°ZI Ebersbach, Oberland), arr (Waltersdorf, Mückenhain), eener Tur `ununterbrochen´; se wohnt schunne a ganz Reigl Juhre an Westn a err Stoaadt (Oderwitz) `sie wohnt schon mehrere Jahre im Westen in einer Stadt´. Lautf.: err, arr; inner Neukirch; eener Westlausitz. Siehe a `ein´!

ennerlee Adj. `einerlei´. 1. wie litspr. `gleichartig, einheitlich, nur eins´; ´s goab oack ee-erlee (od. ennerlee) zu assn `es gab nur ein Gericht´.  - 2. enn is woaas ennerlee `gleichgültig´. Lautf.: eenerlee, auch ee-erlee (Niedercunnersdorf, Cunewalde).

ennzch Adj. `einzig: nur einmal vorhanden, alleinig´; ´s is dr ennzche Suhn gewast. Lautf.: eenzch.

ennzln Adj. Oberland `einzeln´. 1. `für sich allein, gesondert, alleinstehend´; RA: a ennzln Maul kimmt lechter durch. - 2. `aus kleinen Münzen bestehend, passend zum Bezahlen´; iech hoa oack grußes Geld, iech hoa´s ne ennzln. Lautf.: ennzlnd Niedercunnersdorf, eenzln übrige Oberlausitz.

Ente f. `Ente´; RA: anne loahme Ente `eine träge Person´.

Enterch m. `Enterich: männl. Ente´. Lautf.: Anterch Nordböhmen.

Entngritze f. `Entengrütze: Wasserlinsen (Lemna minor L.)´.

eppch, eppsch Adj. siehe ebbch!

epperneppsch Adj. Seifhennersdorf, Dittelsdorf `beleidigt, ablehnend, hochmütig, unnahbar´; tu oack ne su epperneppsch!

erber Adj. `ehrbar´. 1a. `adrett, apart, hübsch, wohlanständig, gefällig, höflich (bei Frauen u. Mädchen)´; a erber Gesichte hoann; tu schiene erber `sei höflich´. - b. °ZI Reichenau `niedlich, zierlich´; nee, su a erber Kindl! - c. Neugersdorf `vorsichtig´. - 2. Südlausitz, auch Obercunnersdorf `gespreizt, altjüngferlich geziert´; macht dch oack ne su erber `ziere dich nicht so!´ Lautf.: irber, arber, oarwern Steina, oarbern Oberlichtenau.

Erbgericht siehe Arbgericht!

Erbland siehe Arbland!

Ermerch `Ehrenberg´, tsch. `Krecany´ (Gemeinde in Nordböhmen unweit von Rumburg).

erne Adv. `irgend´. 1a. `gar, irgendwie´; du willst doa erne wieder gesund warn? Bist de erne hiegeschloin? Ernewu hoat´s getitt `irgendwo hat es Feuer gepfiffen´. - b. ne erne `auf keinen Fall´; vergieß ne erne de Schuloarbeitn! - c. ne erne (nachgestellte Fragepartikel ohne Bedeutung, aber herausfordernd und die Frage oder Aussage bekräftigend) `stimmt es? So ist es!´ Hoast de mit dann Maajdl woaas gehoat, ne erne? Dar frisst drei Sammln hindernander, ne erne! - 2. `etwa, ungefähr, annähernd, zirka´; ´s kenntn erne fimf Zentner uff´m Boome hängn. Gleebst du doaas erne? Lautf.: ern Dittelsdorf, öKürzung; arnt Neukirch, arne wSüdlausitz, Westlausitz; oarne Seeligstadt bei Großharthau, arnt od. ernt Ostlausitz.

Erntefest siehe Arntefest!

Erntekranz siehe Arntekranz!

Erntekrune siehe Arntekrune!

Erntemohst siehe Arntemohst! Lautf.: Erntemohlst.

err siehe enner u. a!

erschrecklch siehe derschrecklch!

Ertl siehe Ärtl!

es Personalpron. 3. Pers. Sg siehe is!

escherfiern swv. refl. `echauffieren´. 1. `sich ereifern, aufregen, erregen´; tu dch oack ne waajn jedn Drecke escherfiern. - 2. `außer Atem sein, sich abhetzen´. Lautf.: eschoaffiern, eeschoaffiern. Auch dereschern.

escherfiert Adj. (eigtl. Part. Prät.) `aufgeregt, erhitzt, abgehetzt´.

Essch m. `Essig´. 1. wie litspr.; Essch macht´s Blutt dinne. - 2. übertr. in der Wendung ´s is mit woaase Essch `es ist aus u. vorbei mit etwas; aus etw. wird nichts´; Essch woarsch mit´n Urloobe.

Esschtoop m. `Essigtopf´, in dem Vergleich a Gesichte wie a Esschtoop machn `ein verdrießliches, mürrisches Gesicht machen´; wenn mei Enklmaajdl lacht, koann dr grisste Esschtoop ne mih sauer sahn.

Esse f. 1. `Schornstein eines Hauses od. einer Fabrik´. RA: Doaas koannst de a de Esse schreiben! `Das kannst du abschreiben, da drauf musst du verzichten!´. Auch Feueresse. - 2. übertr. `(hoher) Zylinderhut´; Franz hutte de Esse uffe. Lautf.: selt. Asse.

Essnkährer m. 1. `Essenkehrer: Schornsteinfeger´. - 2. Spitzkunnersdorf `Rohrkolben´. Siehe auch Teichkulbm u. Koarnonputzer!

Essnlooch n. `Essenloch: obere Öffnung des Schornsteins od. seitliche zum Einschieben des Ofenrohres´; aus´n Essnlooch roocht´s wieder. Lautf.: Esselooch.

Esterch m. `Estrich´. 1. litspr. `fugenloser Fußboden´. - 2. `Fußboden aus festgestampftem Lehm´. - 3. `Gemisch aus Lehm u. Strohteilen, das zur abschließenden Füllung der Fachwerkfelder verwendet wird´.

etepetäte (gepr. eedebedäde) Adv. `etepetete´ 1. `eingebildet, geziert´. - 2. `langsam, gemächlich´; loof a bissl fixer und ne su etepedäte! Lautf.: etepitäte.

etlche unbest. Zahladj. 1. `einige´; doaas is o schunn etlche Juhre har. - 2. `knapp über´; a is etlche achtzch `er ist mehr als 80 Jahre alt´. Lautf.: etzlche.

etze siehe itze!

etzlche selt. dass. wie etlche.

etzn siehe atzn!

euch siehe ihr!

euer Poss.pron wie litspr.; euer Hund, euer od. eure Toachter, euer od. eure Kinder, veraltete Anrede für eine Einzelperson: wullt´r Euer Schuldn bezoahln? `Wollen Sie Ihre Schulden bezahlen?´.

euju Interj. siehe oju!

Eulndingk n. Großschönau `Spaß mit Verspottung´; do machtn se immer Eulndinger `da machten sie sich lustig über andere Personen´.

Eule f. 1. wie litspr.; RA. enn zer Eule machn `jmdn. verspotten, lächerlich machen, als dumm hinstellen´. - 2. `Besen zum Reinigen von Ofen und Ofenrohr (starker gedrehter Draht mit runder Bürste)´; zun Ufmkährn brauch mer de Eule od. Ufmeule. Siehe auch Kehreule! Wenn jemand schlecht hört, sagt man: Woarrt oack, iech war glei amol de Eule huln.

eusern swv. refl. Neugersdorf, Hirschfelde, Kemnitz, (Anton) `sich ekeln (vor Ausschlag), sich fürchten, schaudern, sich vor Abscheu abwenden´; a poaar Maajdl eusertn´ch. Lautf.: eesern, eustern Ohorn, eistern, eestern.

Eust veralt. `Uhyst´. 1. `Uhyst a. T. (Ort der Gemeinde Burkau im °BZ)´. - 2. `Uhyst Spree (Ort der Gemeinde Boxberg OL im °GR)´.

Exempl n. `Exempel: Rechenaufgabe´; mer hoann drei Exempl od. Rechnexempl ufgekrigt.

Exoam m., n. `Examen: Prüfung (der Konfirmanden eine Woche vor der Konfirmation)´; RA: dostihn od. dositzn od. geckern wie Grillch an od. vern Exoam(e) `dastehen und nichts sagen können´. Lautf.: Exom.

Expedende m. `Versandleiter´; dr Expedende aus dr Sitte `der Versandleiter aus Zittau´.

expediern swv. Niedercunnersdorf, Seifhennersdorf, Großschönau `hinauswerfen, ausliefern´; du wirscht expediert.

extern siehe äkstern!