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  1. A

Aa

a (gedehnt) Personalpron. 3.Pers. Sg. m. `er´. 1a. Nom., in betonter Satzstellung: kimmt ha ne raus, kimmt sie ne raus, do kimmt dr kleene Junge raus. Nom., in unbetonter Satzstellung: a, ar od. dar kimmt schunn; do kimmt´r, kimmt a od. kimmte (im Oberland um Neugersdorf, Obercunnersdorf, Cunewalde, Oppach). - b. Dat. u. Akk. fallen zusammen; se gitt´n aus´n Waajge, iech hoa´n ne eigeloadd. - 2. substantivisch für ein Tier männl. Geschlechts; unser Vogl is a Ha und keene Sie `unserer Vogel ist ein Männchen und kein Weibchen´. Lautf.: ar.

a (kurz gesprochen) Zahlwort, Pron., unbest. Art. `ein´. 1a. Zahladj. in attr. Verwendung, bezeichnet mit Betonung den Zahlwert; doaas is mei Ee und Oalls; iech bie ne oack uff enn od. een (Westlausitz) od. inn (Neukirch) Beene gekumm; ee, zwee Stunn dauert´s; RA: Zu vill und zu winngk is ee Dingk. - b. Zahlwort ees `eins´; ees, zwee-e, dreie. - c. als Zahladj., zur Bezeichnung einer Ganzheit, Geschlossenheit `nichts (anderes), als, nur´; de ganze Stroße woar ee Woasser. - d. als Zahlwort zur Bezeichnung eines unauflösbaren Sachverhaltes `einig, handelseinig´; die zwee beedn warrn´ch wieder amol ne ees. - e. zur Bezeichnung von zwei od. mehreren Ereignissen, die zeitlich in einem zusammenfallen; dr Nubber feiert Silberhuckst und Geburtstag a enn; dar schnieft a enn furt `der schnieft fortwährend´. - 2. unbest. Pron. - a. betont: Iech soi dr oack doaas eene; iech rot dr ees. - b. `jemand´; do kimmt enner bzw. eener, ees od. eens (Westlausitz)! - c. `man´; woaas sull enner od. ees doderzu soin? - d. unbest. Pron. in Verbindung mit ander; ees noa´n andern macht´ch aus´n Stoobe; se leffltn de Suppe ees im´s ander `sie löffelten die Suppe reihum´, a suf ee Bier im´s ander `er soff ein Bier nach dem anderen´. - e. unpers. Pron., das allein steht für ein im Zusammenhang ergänzbares bzw. ersetzbares Subst.; mer saufm enn; eene runderhoon `eine Ohrfeige austeilen´. - 3. unbest. Art. a. unbetont; du bist a Pumphutt! Du hoast aber ann Bauch! Woaas hoat´r´ch oack do fer anne aale Hitsche oaadrähn lussn? Vu anner od. a Reese heemkumm. - b. vor Zahlwörtern u. Mengenangaben die Gültigkeit der Aussage einschränkend, bes. Ostlausitz `ungefähr´; mer assn a Sticker fimfe.

a (kurz gesprochen) best. Art. Akk. unbetont, Ostlausitz ohne dem Westteil `den´; mist mer heute a Ziegnstoal aus?Iech muss heute ei a Kraatschn `ich muss heute in den Kretscham´.

a (kurz gesprochen) Präp. Südlausitz zwischen Wehrsdorf und Lückendorf mit Dreieck Löbau, Weißenberg, Reichenbach `in´; mer foahrn a de Stoaadt, an Buhsch, as Durf; Iech wohn enn Buhsch (Ostlausitz); a enn furt `in einem fort, fortwährend, ununterbrochen´. Lautf.: in od. en (kurzes e) Westlausitz, ei Weifa, Steinigtwolmsdorf, Wilthen (nwSüdlausitz),Ostlausitz.

a (kurz gesprochen) Präp. siehe oa!

Ä (lang gesprochen) n. Oberland, Pl. Ee-er (Oberland, Ostlausitz) od. Eier `Hühnerei´; a ruh Ä a Äle gebrutt `ein rohes Ei in Öl gebraten´; a Ä eischloin `Spiegelei machen´; gebrutte Ee-er `Spiegeleier´; a gesuttn od. gesotn Ä `ein gekochtes Ei´; Usteree-er `Ostereier´, Ee-ergackl, verlurne Ee-er `schwimmende Eier, die man ohne zu quirlen in die kochende Brühe schlägt´. RA: wie uff Ee-ern gihn `sehr vorsichtig laufen´. Lautf.: Ei.

ä (kurz gesprochen) Interj. `nein, i wo´.

a dann; a oalle dann `indem´. 1. Adv. `in dieser Zeit, unterdessen, inzwischen, mittlerweile´; du woarscht a dr Foabricke, a dann woar´r ba mir. - 2. Konjunkt. `während´; a dan iech schlief, hoann se mir de Kirschn gemaust. Lautf.: a (ei, in) dan(n), ei dam öOstlausitz, Schlesien.

a de Kehne siehe Kehne!

a su siehe oa su!

Aajldern siehe Eldern!

Aalder m. f. n. Ostlausitz, Schlesien `Alter: eine Schicht unausgedroschener Garben, die nach der Ernte in den Bansen gestapelt wird´.

aaldern swv. Südlausitz, Ostlausitz, Schlesien `altern: ungedroschene Getreidegarben in den Bansen der Scheune aufschichten, wo sie bis zum Dreschen im Winter aufbewahrt werden´; mer hoann de Goarbm eigeaaldert `eingeschichtet´; ausaaldern `gelagerte ungedroschene Getreidegarben zum Dreschen herausfahren´. Lautf.: altern.

Aale m. Pl. Aaln `Alte´ 1. vorwieg. emotional gebrauchte Bezeichnung `(älterer) Mann, Ehemann, Vater, Vorgesetzter, Chef´; mei Aaler sitzt wieder an Kraatschn. - 2. Spielkarte a. `Eichel-Ober im Doppelkopf od. Schafkopfspiel´, auch ´s aale Viech (Schirgiswalde). - b. `Eichel-Unter im Skatspiel´; dr Aale is schunn raus. - 3. Volkskunde ` Korngeist, der sich bei der Ernte in die letzte Garbe flüchtet´; von demjenigen, der beim Dreschen den letzten Schlag tut, sagte man: dar hoat´n Aaln derschloin. Lautf.: Alte Westlausitz.
Aale f. Pl. Aaln `Alte´ 1. vorwieg. emotional gebrauchte Bezeichnung für eine `(ältere) Frau, Ehefrau, Mutter, Liebste´; wenn´ch su späte heemkumme, zankt meine Aale. - 2. verstr. `Muttertier´.

Aale Moajd siehe Moajd u. Wiesnschnoarre!

Aalekrohe
siehe Krohe!

Aaler n. `Alter´. 1. wie litspr. `Lebensalter, Anzahl der Lebensjahre´; doaas misst´r ennklch wissn, a hoat´s Aaler derzu; kumm oack irscht amol a mei Aaler! - 2. `Bejahrtheit, Zustand des Altseins (Gegensatz Jugend)´; uff´s Aaler wird´r noa amol oalbern. Lautf.: Aalder, Aajlder.

aaler Mond m. `abnehmender Mond´. Beim aaln Monde wird gesät od. gesteckt, was in der Erde geerntet werden wird, z.B. Kartoffeln, Rüben, und bei neun Monde `zunehmendem Mond´ wird gesät, was man über der Erde erntet, z.B. Getreide, Zwiebeln; mer hoann aaln Mond. Lautf.: alter Mond.

aaler Weibersummer
m. Großhennersdorf, um Lauban `Altweibersommer: Schönwetterlage in der 2. Septemberhälfte´; dr aale Weibersummer is nu do, auch: dr aaln Weiber Summer.

Aales n. (nur Sg.) `Altes (bedeutungsneutrale Bezeichnung für einen alten Menschen männl. od. weibl. Geschlechtes)´; iech soahg oack a Aales kumm.

aalt
Adj. älder, aajlder od. äller (öKürzung), oan äldstn od. ällstn (öKürzung) `alt´. 1a. wie litspr. `in vorgerücktem Lebensalter, bejahrt´ (Gegensatz jung); anne aale Jumpfer; RA: War de ne aalt warn will, muss´ch jungk hängn. - b. in der Wendung iech war hinte ne aalt `ich bleibe heut nicht lange munter´. - 2. wie litspr. `schon lange vorhanden´ (Gegensatz neu); a aaler Toop. - 3. wie litspr. `vor längerer Zeit hergestellt´ (Gegensatz frisch); aaler Kase. - 4. nur attr. `abnehmend (vom Mond)´; de Woarzn misst de ba aaln Monde versprechn. - 5. emotional wertend; doaas is anne aale gude Jacke `das ist ein guter Kerl´, du bist a aales Schwein. - 6.1. `fade, geschmacklos (durch langes Stehen)´, de Mauke schmackte aalt. - 6.2. `ranzig, verdorben´; de Butter schmackte aalt.

aaltbackn Adj. `altbacken´. 1. `nicht mehr frisch, trocken, hart (von Backwaren)´, die aaltbackn Sammln frieß oalleene! - 2. übertr. (auf Personen) `alt, verbraucht, nicht mehr knusprig´; die aaltbackn Jumpfern will kenner mih. Lautf.: altbackn Westlausitz.

Aaltbernsdurf  `Altbernsdorf (Ortsteil der Stadt Bernstadt a. d. Eigen im °GR)´; de (Aalt)bernsdurfer `die Einwohner von Altbernsdorf´. Lautf.: Aaltbarnsdurf, Bernsdurff, Barnsdurf.

Aalter siehe Aalder!

aaltern siehe aaldern!

aaltfranksch Adj. `altfränkisch: altmodisch, rückständig, nicht zeitgemäß´. Lautf.: aalt-, alt-, franksch, -fränksch.

Aaltjuhrschobd m. selt. veralt. `Abend des 31.Dezember´. Lautf.: Aaltjohrschobd Ostlausitz.

aaltmelk Adj. `vor dem Kalben keine od. nur wenig Milch gebend´; de Kuhe is aaltmelk. Lautf.: aalt-, alt-, -melk, -malk, -melkn, -malkn (nOstlausitz).

aaltmodsch
Adj. `altmodisch´; dr Kanter hutte oack a aaltmodsches Frackl oaa.

Aaltmond m. verstr. Seifhennersdorf, um Sebnitz dass. wie Aaler Mond.

Aaltscheider m. `Altschneider´. 1. landw. Fachspr. `Zuchteber, der noch im Alter kastriert u. dann als Mastschwein gehalten wird´. - 2 übertr. (auf Personen) a. selt. Südlausitz `Wanderbursche´. - b. Nordböhmen `Junggeselle´. Lautf.: Altschneider.

aaltvoatersch Adj. Süd- u. Westlausitz `altväterisch: altmodisch, unmodern, rustikal´; iech moagg mei aaltvoatersch Stiebl. Lautf.: aalt-, alt-, -voatersch, -vatersch, -vätersch.

aanevuhl siehe oaanevuhl!

Abäre (gedehntes a) f. Oberland `Erdbeere´; Abärbätl `Erdbeerbeet´; murne miss mer de Abärn oabnahm. Lautf.: Arbäre, Ardbäre, Abeere, Arbeere, Ardbeere, Ardbiere öSüdlausitz, Ostlausitz, Nordböhmen.

Abberne siehe Aberne!

äbbch siehe ebbch!

Äber m. `Eber: ausgewachsenes, unverschnittenes männl. Hausschwein´. Lautf.: Äwer.

aber Adj. veralt. `schneefrei (von Feldern u. Wiesen), frostfrei´. Lautf.: awer.

aber Konjunkt. mdal. veralt. `oder´; kimmst de aber kimmst de ne? Lautf.: oaber, awer, oawer.

äber
Adj. `ober´, ohne Komp., Sup. äberscht 1. `weiter oben befindlich, höher liegend, gelegen´; ´s Geldtaschl leit an äbern od. äberschtn Schieblch; zu äberscht und zu niederscht od. underscht `ganz oben und ganz unten´. - 2. `dem Rang nach höher stehend, übergeordnet; bessergestellt´; dr äberschte Richter; de Äberschtn `Obrigkeit, Regierenden´ hackn´ch anander kee Ooge aus. Lautf.: äwer Westlausitz, jäwer öKürzung.

Äber Hoalbmdurf n. `Ober Halbendorf´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße, poln. `Mala Wies Gorna´.

Äber Rusdurf
n. `Ober Rudelsdorf´, bis 1945 zum Kreis Lauban gehörendes Dorf östlich der Neiße, poln. `Wrociszow Gorny´.

Äberbette n. `Oberbett: Deckbett´.

Äberbihne f. Zittauer Gebirge dass. wie Äberbodn.

Äberbodn m. Süd- u. Westlausitz `der unbewohnte Raum unter der Dachschräge des Wohnhauses; oberster Bodenraum unmittelbar unter dem Dachfirst (Spitzboden)´. Lautf.: Äwerbodn Westlausitz.

äberch Adj. (Gegenteil von niederch) `weiter oben befindlich, höher liegend´; äberche Jungn `Jungen aus dem Oberdorf´, de Äberchn `die Einwohner aus dem Oberdorf´; ´s äberche Schissn `das Schützenfest im Oberdorf´; woarum dar´ch anne Äberche nimmt? `Warum der eine aus dem Oberdorf heiratet?´

Äbercunnerschdurf `Obercunnersdorf (denkmalgeschützter Ortsteil der Gemeinde Kottmar im °GR)´; de Äbercunnerschdurfer od. Cunnerschdurfer `die Einwohner von Obercunnersdorf´.

Äberdurf
n. `Oberdorf: hoch gelegener Ortsteil, oberes Ende des Dorfes´; de Äberderfschn, Äberderfler, Äberdurfschn od. Äberchn `Bewohner des Oberdorfes´. Lautf.: Äwerdurf Westlausitz.

Äberecke f. `hoch gelegener Ortsteil, oberes Ende des Dorfes´; de Äbereckchn `Bewohner der oberen Ecke des Dorfes´; Spottvers: De Äbereckchn Zickn Zackn, die an Oarsche Kuchn backn!

abergleebsch Adj. `abergläubisch´.

abergloobsch Adj. dass. wie abergleebsch.

Äbergurch n. `Obergurig (Ort u. Gemeinde im °BZ)´; de Äbergurcher `die Einwohner von Obergurig´.

Äberhaus n. öKürzung dass. wie Äberbodn; a gingk uff´s Äberhaus; ´s leit uff´m Äberhause. Lautf.: Jäberhaus, Jäwerhaus.

Äberland
n. `Oberland´ 1. `höher gelegene, gebirgige Gegend´. - 2a. `(das überwiegend von Oberlausitzern dt. Nationalität besiedelte) Oberlausitzer Bergland´. - b. `gesamte Oberlausitz (im Vergleich zur Niederlausitz)´. - c. Stadtteil von °ZI Ebersbach. Lautf.: Äwerland Westlausitz.

Äberländer m. `Oberländer: Bewohner des Oberlandes´; RA: Lauter Äberländer - lauter Geldverschwender. Lautf.: Äwerländer Westlausitz.

Äberlaube f. `Oberlaube: Galerie am Obergeschoss eines zweigeschossigen Wohnhauses´.

Äberlausitz f. `Oberlausitz´. 1. `historische Markgrafschaft zwischen der Pulsnitz im Westen und dem Queis (heute in Polen) im Osten und zwischen dem Zittauer Gebirge im Süden und den Städten Bad Muskau, Weißwasser, Hoyerswerda u. Ruhland im Norden, einschließlich des dazugehörenden Heidelandes´. 4362 Quadratkilometer liegen im Freistaat Sachsen, 265 im Bundesland Brandenburg u.1941 in Polen. - 2. im engeren Sinne `Region, in der Oberlausitzer - bes. Südlausitzer - Mundart, gesprochen wird od. wurde´; unse Äberlausitzer Sproche `unsere Oberlausitzer Mundart´. Lautf.: Äberlausnz Ostlausitz.

Äberlicht n. od. Äberlichte f. `Oberlicht´. 1a. `Deckenbeleuch-tung´. - b. `verglaste Dachöffnung´. - 2. Pl. übertr. `Augen´.

Äberlichtn `Oberlichtenau (Ortsteil der Stadt Pulsnitz im °BZ)´; de Äberlischn `die Einwohner von Oberlichtenau´; doas sein Äberlische `das sind Oberlichtenauer´. Kurzform: Lichtn.

Abernbissl n. (meist im Pl.) dass. wie Abernstickl.

Abernbittch m. selt. `Pers., die einen dicken Bauch durch Verzehr von Kartoffeln hat; Pers., die rund wie eine Kartoffel ist´. Lautf.: Abunnbittch, Arbernbittch.

Abernbrutl n. Wehrsdorf `aus geriebenen gekochten Kartoffeln unter Zusatz von etw. Mehl u. Salz, manchmal auch Zucker, in Fett gebackenes Pfannengericht in Käulchenform u. abgeflacht; Kartoffelpuffer´. Lautf.: Ardboarnbrutl Frankenthal, Westlausitz.

Abernbuberatsche f. siehe Buberatsche!

Aberne f. Pl. Abern `Erdbirne: Kartoffel´; iech hoa anne Aberne uff´m Taller gelussn; ganze Abern und Harch `Hering mit Pellkartoffeln´; sauer Abern `Kartoffelsalat aus geschnittenen gekochten Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln, ausgelassenem Speck, mit Essig´; gewärmte Abern `(ohne oder mit wenig Fett) aufgewärmte bzw. gebratene Pellkartoffeln´; Zicklabern `Kartoffeln für kleine Ziegen´. RA: Abern gehiern an Kaller und ne uff´m Taller. Ein Besserwisser wird in die Schranken gewiesen: „Wenn iech diech ne hätte und de grußn Abern, misst´ch kleene assn!“. Lautf.: Aperne, Abunne `Erdbohne´ Seifhennersdorf, Aburne (Kombination von Aberne `Erdbirne´ u. Abunne `Erdbohne´) Zittauer Gebirge, Aboarne Steinigtwolmsdorf, Ardberne Reichenau b. Zittau, Abberne bzw. Apperne n u. öOstlausitz, Aboarne Burkau, Arboarne Oberlichtenau, Ardboarne Westlausitz.

Abernfeuer
n. Dim. Abernfeuerchl, Abernfeuerchn `Kartoffelfeuer, (bei dem das Kartoffelkraut verbrannt wird und sich die Helfer beim Kartoffellesen kleine Kartoffeln auf Ruten aufspießen und im Feuer rösten od. einfach ins Feuer werfen)´. Lautf.: Siehe Aberne!

Abernfurche f. Dim. Abernfirchl `Kartoffelfurche: dammähnliche, lange Bodenerhebung, die durch das Anhäufeln der Kartoffelpflanzen durch den Hakenpflug entstehen.´. Lautf.: Siehe Aberne u. Furche, z.B. Abernfurchde Ostritz, Abbernfudl Girbigsdorf!

Aberngleckl n. selt. söSüdlausitz dass. wie Abernklippl u. Schnellerkoallchl. Lautf.: Abunngleckl Neugersdorf.

Aberngloobe m. scherzh. Wortspielerei in Anlehnung an Abern `Aberglaube´.

Aberngroaber m. `Kartoffelschleuder´. Lautf.: Ardboarngroaber Burkau, Abberngroaber Ostlausitz.

Abernkafer m. `Kartoffelkäfer´. Lautf.: Siehe Aberne!

Abernkirbl n. `Handkorb zum Kartoffellesen und -transportieren´. Lautf.: Siehe Aberne u. Kurb!

Abernkließl n. Dim. von Abernkluß `Kloß aus gekochten Kartoffeln und Mehl´. Lautf.: Siehe Aberne!

Abernklippl n. Niedercunnersdorf `Kartoffelklöppel: beerenartige Frucht der Kartoffelstaude´, auch Schneller-koallchl. Lautf.: Abern-, Aburn-, -klippl, -kleppl, -klappl öSüdlausitz, Zittauer Gebirge, Nordböhmen.

Abernklitscher
m. `aus geriebenen rohen Kartoffeln u. Zusatz von etw. Mehl u. Salz, evtl. auch von Zwiebeln od. Möhren, ohne Fett, auf der Herdplatte od. im Tiegl gebackenes flaches Pfannengericht, mit Zucker bestreut; Kartoffelpuffer´; auch Ploattnklitscher. Lautf.: Ardboarnklitscher m. Westlausitz.

Abernkluß n. Pl. Abernkließe dass. wie Abernkließl. Laut.: Siehe Aberne u. Kluß!

Abernkoallchl n. `Kartoffelkeulchen´. 1. `beerenartige Frucht der Kartoffelstaude´; auch Schnellerkoallchl u. Abernklippl. - 2a. `(keulchenförmiges) Kloß aus Kartoffeln´; uff´m Sunntche gibbt´s zu Mittche Abernkoallchl und Spaajk. - b. `aus geriebenen gekochten Kartoffeln unter Zusatz von etw. Mehl u. Salz in Fett gebackenes Pfannengericht; Kartoffelpuffer´. Lautf.: Siehe Aberne u. Koallchl!

Abernkober(ch) m. verstr. wSüdlausitz, sWestlausitz `Handkorb zum Kartoffellesen und -transportieren´; auch Abernkoberch. Lautf.: Aboarn- u. Ardboarnkober(ch).

Abernkuchn. m. `Kartoffelkuchen´. Lautf.: Abernkuche, Ardboarnkuchn, Abbernkuchn, Abbernkuche.

Abernkroattch n. (ohne Pl.) `Kartoffelkraut´. Lautf.: Siehe Aberne u. Kroattch!

Abernmauke f. `Kartoffelpüree, Kartoffelbrei, Kartoffelmus, Stampfkartoffeln´. Für manche Südlausitzer unterscheidet sich die Abernmauke vom Abernpoapps od. von der Abernpoappe durch bessere Zutaten wie Speck u. Zwiebel od. Fleischbrühe statt Milch. Lautf.: Siehe Aberne! Abbernmauke, Aboarnmauke. Vgl. Mauke!

Abernplins m. Cunewalde `Kartoffelpuffer´. ruhe Abernplinsn Niedercunnersdorf `Kartoffelpuffer aus rohen Kartoffeln´. Lautf.: Abernplinz Kittlitz, Abernplinse f. Spitzkunnersdorf.

Abernploaaz
m. siehe Ploaaz 3!

Abernpoappe m. (alt) f. (neu) nwSüdlausitz, sWestlausitz `Kartoffelbrei´. Lautf.: Abern-, Arbern-, Ardbern-, Arboarn-, Ardboarn-, -poappe, -pappe.

Abernpoaps (kurzes oa) m. Südlausitz `Kartoffelbrei (mit wenig Zutaten)´.

Abernpuffer m. Neukirch `Kartoffelpuffer´. Lautf.: Aburnpuffer Jonsdorf.

Abernschleuder f. `Maschine, die die Kartoffeln aus dem Erdboden schleudert´. Lautf.: Siehe Aberne!

Abernstickl
m. (meist im Pl.) Südlausitz, sWestlausitz `in Fleischbrühe od. mit Rindfleisch gekochte Kartoffelstückchen, die mit Petersilie, Kümmel u. Salz gewürzt werden´; Abernstickl und Mährn `Möhrengemüseeintopf´, Abernstickl und Kraut bzw. Grußkraut `Krauteintopf´. Lautf.: Siehe Aberne!

Abernstoamps m. nwSüdlausitz `(minderwertiger) Kartoffelbrei´. Lautf.: Ardboarnstoamps Westlausitz.

Abernsturzl m. (meist im Pl.) `(vertrocknetes) Kartoffelkraut (zum Abdecken der Miete, als Wiesendünger od. Streu)´; auch Abernkroattch. Lautf.: Siehe Aberne u. Sturzl!

Aberntoalke f. Niedercunnersdorf, Cunewalde `(mit keinem od. wenig Fett gebackener od. missratener) Kartoffelpuffer´. Vgl. Toalke!

Äberrihr n. söSüdlausitz, Ostlausitz, Hauswalde dass. wie Äberrihre; de Lurke aus´n Äberrihr.

Äberrihre f. mnwSüdlausitz `Oberröhre: obere Ofenröhre (zum Warmhalten der Speisen dienend)´, dei Tee stitt a dr Äberrihre. Vgl. Gahnoaffe!

Äberrihrtunke f. Girbigsdorf `in der oberen Ofenröhre stehender Körnchenkaffee, der immer warm gehalten wird´. Auch Äberrihrtierdltunke, Äberrihrbrihe, Äberrihrtierdlbrihe °NOL Königshain.

Aberschbuch (kurzes u) `Ebersbach´. 1. Sadtteil der Stadt Ebersbach-Neugersdorf im °GR; de Aberschbächer hoann gruße Noasnlecher. - 2. Ort der Gemeinde Schöpstal im °GR´; de Aberschbächer `die Einwohner von Ebersbach´.

Aberschdurf `Ebersdorf (Ortsteil der Stadt Löbau im °GR); de Aberschdurfer `die Einwohner von Ebersdorf´; dr Aberschdurfer Sammlfroon woar benn letzn Sammlgange Woare weggekumm.

Äberseierschdurf siehe Seierschdurf!

Äbersteene
siehe Steene! Lautf.: Äwersteene.

Äberstiebl n. Dim. von Äberstube 1. `Stübchen im Obergeschoss bzw. im Dachgeschoss des Erkers´. - 2. übertr. `Kopf´; dar is an Äberstiebl ne ganz reene `der ist nicht ganz zurechnungsfähig´. Lautf.: Äwerstiebl Westlausitz.

Äberstube f. `Stube im Obergeschoss´.

Äberteel n. `Oberteil´.

Äberuderz
f. `Oberoderwitz´, siehe Uderz!

Äberwittch(e) f. `Oberwittig (tsch. Horni Vitkov, Dorf in Nordböhmen)´.

Abeseite
siehe Oaabeseite!

abm (gedehntes a) `eben´. 1. Adv. `vor kurzer Zeit´; abm hoa´ch´n noa gesahn! - 2. Partikel a. einer Äußerung Nachdruck verleihend (Zustimmung u. Ablehnung); nu abm, doaas dächt´ch o! Nee, abm ne! - b. den Inhalt einer Äußerung mit schon Bekanntem, vorher Gesagtem in Verbindung bringend; Schnoapszumpe koam, do senn mer abm gegangn. - c. den Inhalt einer Aussage als unabänderlich darstellen; woaas a oarmes Luder is, bleibt abm ees; ´s is abm su! Lautf.: abmd, ahm(d) nwSüdlausitz u. Westlausitz.

Aboarne siehe Aberne!

Äbre Oaabseite f. Großhennersdorf `Bodenkammer über dem Anbau an der Hinterseite des Hauses (unter dem herabgezogenen Dach), der sog. Hoalle od. Oaabeseite. Lautf.: Äbre, Äber, Oaabeseite, Oaabseite, Oabseite. Auch Hoallekoammer.

Abschke (gedehntes a) f. mwSüdlausitz `Eberesche´. 1. `Vogelbeerbaum (sorbus aucuparia L.)´; Abschknschwuppe `Ebereschenzweig´. - 2. nur im Pl. `Frucht des Vogelbeerbaumes´; de Abschkn senn reif; Abschknpoappe `Ebereschenmarmelade´. Lautf.: Absche (gedehntes a) Oderwitz, Wittgendorf, Girbigsdorf, Nordböhmen, Abschde söSüdlausitz u. Ostlausitz, Abbschke Burkau.

Abseite f. siehe Oaabeseite!

Abunnbeller n. Seifhennersdorf dass. wie Abernklippl u. Schnellerkoallchl.

Abunne f. Pl. Abunn Seifhennersdorf, Neugersdorf `Erdbohne: Kartoffel´. Lautf.: Abuhne, Pl. Abuhn. Siehe auch Aberne!

Abunnfunse f. Seifhennersdorf `Kartoffelpuffer´.

Abunnmauke f. Seifhennersdorf, Neugersdorf `Kartoffelbrei´.

Aburne siehe Aberne!

Achsfutter n. Südlausitz `Holzteil am Vorder- u. Hintergestell des Wagens, in das unten die eiserne Achse eingelassen ist´.

Achshulz n. dass. wie Achsfutter.

Achsl (gespr. Acksl) f. `Achsel: Schulter´; enn ieber de Achsl oaaguckn `jmdn. verächtlich, nichtachtend anschauen´, de Achsln zuckn od. häbm `seine Unwissenheit, Ratlosigkeit od. Gleichgültigkeit ohne Worte ausdrücken´.

Achslbissl n. veralt. Neugersdorf, Bertsdorf `kleines Stück Stockholz, das der Stöckeroder am Feierabend auf der Achsel mit nach Hause trägt´.

Achsloappl (gespr. Achsl-Oappl) m. selt. Südlausitz `Achselapfel: Gelenkkopf des Schultergelenkes´. Lautf.: Achsläppl.

Achslschlusshemde n. `weibliches Unterhemd ohne Ärmel´.

Ächsner (gespr. Ecksner) m. Süd- u. Ostlausitz `Ochsenknecht´.

Achsschenkl m. `das überstehende Ende der Achse, um das sich das Rad dreht´.

Achssticke n. °ZI Friedersdorf, °NOL Königshain dass. wie Achslbissl. Auch Achslsticke.

Acht f. in der Fügung siech anacht (einacht) nahm `sich in Acht nehmen, sich vorsehen´.

Achttageseeger m. `Kettenuhr mit Gewichten, die wöchentlich nur einmal aufgezogen zu werden braucht´.

Achtche f. Süd- u. Westlausitz `Achtung: Augenmerk, Aufmerksamkeit, Obacht´; Achtche gan (wie a Schisshund od. wie a Haftlmächer) `aufpassen´. Lautf.: Achtsche.

achte Zahladj. `acht´; acht Tage `eine Woche´, `s schlätt Achte, mer hoann heute ´n Achtn `wir haben heute den 8. Tag des Monats´, anne Achte an Roade.

achtkantch Adj. `achtkantig´; RA: enn achtkantch rausschmeißn `mit Wucht hinauswerfen´.

ächtsch Adj. Seifhennersdorf `groß, stark, stabil´.

ack siehe oack!

Ackerkleppl m. °ZI Herwigsdorf b. Löbau `Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)´.

ackern swv. 1. `den Acker pflügen´. - 2. mit enn (ieber woaas) ackern `mühsam u. lange mit jmdm. verhandeln, mühsam jmdn etw. lehren, im Gespräch Schwierigkeiten zu bereinigen suchen´; anne Stunde hoat dr Schulmeester mit uns geackert, ehb mer´sch gelefflt hoann.

Ackerradl n. wSüdlausitz, Westlausitz, Sächs. Schweiz `Ackerrädchen: Vorderpflug, das Fahrgestell des Pfluges´, dass. wie Gezinge.

Ackerreenl
n. `Feldrain: ungepflügter schmaler Streifen Land als Grenze zwischen zwei Äckern (unterschiedlicher Besitzer)´; auch Ackerreen m.

Ackerschmäle
f. siehe Schmäle!

Ackerwinde f. das Ackerunkraut `Convolvulus arvensis L.´.

Äd

Ädernitz f. (veralt.) `Ödernitz (Ort der Stadt Niesky im °NOL)´; de Ädernitzer `die Einwohner von Ödernitz´. .

Af

Äfftlch m. verstr., selt. 1a. Niedercunnersdorf, Sächs. Schweiz `Pers., die gern dumme Späße macht und ihre Mitmenschen foppt´ - b. Niedercunnersdorf `Angeber, der sich zum Affen macht´. - c. Niedercunnersdorf `junger Mann, der sich auffällig kleidet´. - 2. Neugersdorf u. wSüdlausitz `Vogelscheuche´; mer hoann ann Äfftlch uff´m Boom gesoatzt; auch Krautäfftlch.

äfftn swv. Südlausitz `äffen´. 1. `jmdn. zum Narren halten, necken, foppen, erschrecken´; a äffte ´n Hund mit ann hoartn Knuchn; dar aale Lackl koann oack aale Weiber äfftn, noochäfftn od. anoochäfftn `jmdm. bewusst jede Mimik, Gestik nachmachen; jmdn. nachahmen, jmdm. alles bewusst nachplappern´. - 2. unpers. `s äfft `es spukt´; ba dan Steene, wu dar Bartsdurfer Karle sei Maajgl tut machte, do tuttt´s äfftn. RA: Wu´s ne äfft, do scheecht´s `es passiert überall etwas´. Lautf.: äffm.

After m. (alt) n. söSüdlausitz u. msOstlausitz zwischen Rothenburg OL, Görlitz, Zittau `die beim Dreschen abfallende Spreu´, auch Afterch m. Siehe auch Spräh!

äftersch (kurzes ä) siehe eftersch!

Äge f. Pl. Ägn nmSüdlausitz, Ädn od. Eedn Zittauer Gebirge `Egge: mit mehreren Reihen von Zinken versehenes landw. Gerät zum Lockern der Bodenoberfläche und Zerkrümeln der Ackerschollen´; a dr Äge hoat´s Boalkn und Zinkn. Lautf.: Eede Jonsdorf, Oberland zwischen °ZI Ebersbach, Cunewalde, °BZ Sohland u. nw.Südlausitz um Großdrebnitz; Eege; Iäge söSüdlausitz, Ostlausitz.

Ägeabern f. (nur im Pl.) `Kartoffeln, die nach dem Eggen des abgeernteten Feldes aufgesammelt werden´. Lautf.: Siehe Äge u. Aberne!

agegn Adv. Ostlausitz `entgegen´; siehe auch Kehne!

ägn swv. wie litspr. `eggen: (den Boden) mit der Egge bearbeiten´. Lautf.: iägn Ostlausitz.

ahinder Adv. u. Adverbialpartikel `hinter, nach hinten´; kumm oack mit ahinder! Lautf.: ahinner, ahinger.

Ählsch (gedehntes ä) ohne Genus `Oehlisch (Ort der Stadt Reichenbach im °NOL)´; de Ählscher `die Einwohner von Oehlisch´.

ähnern swv. °BZ Sohland, Steinigtwolmsdorf, Neukirch `jmdn. necken, foppen, reizen, belästigen, nachstellen´; a ähnert miech. Lautf.: ehnern Schirgiswalde, Wilthen.

ahoabch (gedehntes oa) Adj. Lawalde, Cunewalde `erhaben: über allen Zweifel´; ´s moanchs ahoabch a dan Aalder.

Ähre f. Pl. Ährn wie litspr. `Blüten- u. Fruchtstand des Getreides´, insbes. `Fruchtstand des Roggens´. Lautf.: Ihre.

Ährnmohst f. `Ährenmahlzeit: Mahlzeit zum Erntefest´.

ahschern °ZI Ebersbach siehe äschern!

Ahurn m. Oberland `Ahorn´; RA: Ahurn, Mohhurn, Tittehurn! Lautf.: Ahur f. u. m., Oaahurn m., Oahre f., Uhre f., Oarle f. Nordböhmen, Urle f., Uhr m., Adl n., Oardl n. Häufig Kreuzungen mit Oarle `Erle´. Siehe auch Noasnboom!

akeegn Adv. Ostlausitz siehe Kehne!

akkeroate Adj. `akkurat: genau, sorgfältig, gewissenhaft, ordentlich, tadellos´; meine Frooe macht de Bettn ganz akkeroate.

äkstern refl. selt. veralt. smOstlausitz `sich plagen, sich anstrengen, schinden, quälen, ochsen´.

Aktuar m. veralt. Schirgiswalde `Pers., die aktiv ist, die tätig ist´; Schlenkerch is Aktuar oas Koach.

Äle (gedehntes ä) f. `Öl´ 1. `Speiseöl´; Boomäle `Pflanzenöl´, Leinäle, Älemihle `Ölmühle´; RA: Doaas leeft mer wie Äle runder `das (Gesagte) tut mir gut´; RA über ein vornehmes, teures, (auch protziges) Gemälde: A molt a Ess´ch und Äle; RA: A hoat Äle geseecht `er hat sich so angestrengt, er hat Federn gelassen´; (scherzhafte) Drohung: Iech schloi dch, bis de Äle seechst! - 2. `Petroleum´; Älekannl, Äleloampe; RA: Oack kee Äle as Feuer schittn! `Nur nicht durch eine unangebrachte Handlung das Unglück verschlimmern´. Lautf.: Iäle Ostlausitz, Irle Girbigsdorf.

Äle (gedehntes ä) f. Pl. Äln Südlausitz `Elle´. 1. nicht mehr gebräuchliches Längenmaß von Unterarmlänge (genau vom Ellbogen bis zur Mittelfingerspitze), die sächs. Elle maß 56,6 cm; zwä Äln Koartun; woaas kust´n anne Äle Futterstuff? RA. Do wird o de Äle länger oas dr Krom! `Die Unkosten übersteigen den Geschäftsgewinn´. - 2. `Stockmaß von der Länge einer Elle´. Lautf.: Iäle söSüdlausitz, sOstlausitz.

Älebogn m. `Ellbogen´. Siehe auch Knichl! Lautf.: Ellebogn, Ellboin söSüdlausitz, Nordböhmen; leck dr oack ne schonn de Finger bis zon Ellboin! (öKürzung)

Älefunzl f. `Petroleumlampe, die schlecht brennt, rußt, wenig Licht gibt´. Lautf.: Älefunsl.

Älend siehe Elend!

älende siehe elende!

älendn siehe elendn!

Allerschdurf
  `Ellersdorf (Ort der Gemeinde Sohland a. d. Spree im °BZ)´; de Allerschdurfer `die Einwohner von Ellersdorf´.

Almer m. veralt. Seifhennersdorf `Brotschrank´; siehe Bruthäusl! Lautf.: Oalmer Ostlausitz.

Älritzl
n. Bihms Koarle `Elritze: kleiner Karpfenfisch, Phoxinus phoxinus L.´. Lautf.: Arlätzl °ZI Ebersbach, Eldertzl Eibau, Allerlätzl Hirschfelde.
Älritzl n. `zum Ölen angedachter Ritz´.

Älsoardine f. Pl. Älsoardinn `Ölsardine´; Älsoardinnbichsn.

Alster siehe Oaloaster!
Alster  `Elstra (Stadt zwischen dem Westlausitzer Mundartgebiet im Westen und dem sorbischen Sprachgebiet im Osten im °BZ)´; de Alsterschn `die Einwohner von Elstra´; dr Alstersche Voater bleibt derheeme. Lautf.: Elster. Spitzname: Schummlau.

alteriern swv. refl. `alterieren: sich sehr ärgern, aufregen, geschockt sein´.

Alte Zieglscheune f. `Alte Ziegelscheune (Ort der Gemeinde Panschwitz-Kuckau °BZ´. Lautf.: Aale Zieglscheune.

Ambissl n. `kleiner Amboss: Teil des Gestells, auf dem die Sense mit dem Hammer geschärft (geklopft) wurde; ein Stück Eisen, das im Dengelstock durch eine Spitze fest verankert war´. Lautf.: Oambissl, Ambistl Süd- u. Ostlausitz, Ambestl, Amboastl, Ambiesl; Oambiesl Mückenhain, Ambussl, Amboassl, Ambiestl; Ambeestl Neusorge (Ostlausitz); Oaanebiesl Hinterhermsdorf. Siehe auch Denglstook!

amende Adv. `am Ende, vielleicht, möglicherweise, wohl gar´; heut noamittch foahr mer amende a de Stoaadt.

amol Adv. `einmal´. 1. `eines Tages, irgendwann´; kumm oacke amol ba mir verbei! - 2. partikelhaft, ohne eigtl. Bedeutung a. verstärkend `aber, doch, endlich´; hurch oack amol har! - b. nach anderen Adverbien; mer gihn heute amol uff´m Omsebarg. Lautf.: amo, amoa(l). Siehe auch eemol!

an Präp. siehe oan!

an Südlausitz `in den, in dem´, siehe a Präp.!

anacht
in der Wendung anacht nahm `in Acht nehmen, aufpassen´.

anander
reziprokes Pron. wie litspr. `einander: gegenseitig, einer den anderen´; die hoann´ch anander gesucht und gefunn. Lautf.: ananner söSüdlausitz.

ander
unbest. Zahladj., auch Ord. 1. eine (durch Zuordnung) bestimmte Größe bezeichnend a. `der eine von zweien, der (zugehörige) zweite´; RA: Ees is dreißch, ´s ander a hoalb Schook. - b. `der nächste´; ´s ander Juhr `nächstes Jahr´, se kimmt immer iebern andern Tag `sie kommt immer jeden zweiten Tag´. - c. in der Funktion des Dem.pron. `jener´; dar diche is dicke, dar ander dirre. - 2. eine beliebige Größe bezeichnend a. `ein weiterer, noch einer; ein beliebiger anderer´; ees im´s ander lefflte aus dr Schissl `einer nach dem anderen´; oan Wänn hängt ee Geweih oan andern `an den Wänden hängen viele Geweihe nebeneinander´; enner is´n andern sei Teifl `die Menschen machen sich gegenseitig das Leben schwer´. - b. `nicht derselbe, fremd´; a hoat´ch mit enner andern eigelussn. - c. `sich in der Art, Qualität unterscheidend, anders geartet´; de neue Woaschmoaschine is a ganz ander Dingk. Lautf.: anner, anger.

Anderch
siehe Enderch!

Andergeschwisterkinder Pl. 1. `Personen, deren Großmütter od. Großväter Geschwister sind bzw. waren, Cousins u. Cousinen zweiten Grades, Großcousine u. Großcousin´; mir zwee beedn senn Andergeschwisterkinder. - 2. irrtümlich auch `die Kinder der Geschwister der Eltern; Basen, Vettern´. Lautf.: Annergeschwisterkinner söSüdlausitz, Angergeschwisterkinger selt. West- u. Ostlausitz..

andermol Adv. `andermal: zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt´; Vertröstung auf später: "Itze ne, a andermol!"  RA: A andermol is wieder andersch. Lautf.: andermo, annermo(l), angermo(l).

andersch Adv. `anders´; friher woar oalls andersch od. anderscher, dar is andersch rim. RA: Wenn´s amol andersch(er) kimmt. A (Sie) is a bissl andersch. `Er (Sie) ist homosexuell´. Lautf.: annersch od. annerscher, angersch od. angerscher.

anderscher Adv. bes. Ostteil der Oberlausitz siehe andersch

änern (gedehntes ä) siehe ähnern!

Angln Pl. Hintere Sächsische Schweiz `Angeln: (lange) Beine´; nimm deine Angln rieber!

Angst f. Südlausitz, sWestlausitz `Schmerzen´; Kuppangst, Zähn- od. Zoahnangst, iech hoa Angst an Knuchn `ich habe starke (rheumatische) Schmerzen in den Gliedmaßen´; dir zoigst ju schunn ver Angst ´n Buckl ganz krumm. (Neukirch)

Angstknotn m. Pl. selt. Großröhrsdorf, Schlesien `(zu hart gekochte) Klöße´. Siehe Kneetl, Kneetlsuppe u. Roaffkoallchl!

ängstlch
Adj. mdal. `eilig´; hoa´s oack ne goar su ängstlch! `Habe es nur nicht so eilig!´. Lautf.: ängstlich.

Angstrihr n. söSüdlausitz, Ostlausitz dass. wie Angstrihre; a koam mit´n aaln Angstrihre vu senn salchn Voater; doaas Angstrihr glich ehnder anner Ziehharmonika.

Angstrihre
f. Südlausitz `Angströhre´: scherzh. `(hoher) Zylinderhut´.

Anika f. `Arnika, Bergwohlverleih ( Arnica montana)´, Heilpflanze, die ätherische Öle und Bitterstoffe enthält.

anooch Adverbialpartikel Südlausitz `nach´ 1. das räumliche Nacheinander bezeichnend `hinterher´; anoochbläkn, a leeft mer wie a Hindl anooch od. anoo. - 2. das zeitliche Nacheinander bezeichnend `fortsetzend u. zu Ende führend, noch einmal, wiederholend´; a äfft mer oalls anooch; doaas luss´ch mer ne anoochsoin. Lautf.: anoo.

anoochern Adj. Ostlausitz dass. wie dernoochern.

anoochräum swv. `nachräumen: nachträglich etw. ordnen, was liederlich war´; oalln Dreck muss dr anoochräum.

anstande Adj.Oberland `imstande: fähig, in der Lage, sachverständig´; zun Furtrickn bie´ch ne anstande. Lautf.: eimstande Ostlausitz.


anu Adv. `(aber) nun, (aber) jetzt´; ´s is schiene gewast, anu gitt´s as Naast! Wie willst´s´n anu hoann? Anu aber! `Lass das endlich sein!´ Formen: nu, nanu.

anzu siehe azu!

Aperne siehe Aberne!

apoarte siehe oapoarte!

Apperne siehe Aberne!

Äppl m. Sg. u. Pl. `Apfel´; gibb mer oack ann Äppl! Dr Äppl fällt ne weit vun Stoamme od. scherzh. Birnboom. Lautf.: Oappl.

Äpplbissl n. (meist Pl.) `Apfelstückchen (zum Trocknen od. zum Reiben)´.

Äpplgriebsch m. siehe Griebsch!

Äpplhurde (kurzes u) f. Dim. Äpplhurdl od. Äpplhirdl (kurzes i) `Äpfelhorde: größeres Holzgestell zum Aufbewahren von Äpfeln u. Birnen im Keller od. Gewölbe´. Siehe auch Hurde!

äppln
swv. besonders Westlausitz `Pferdekot (während des Laufens) fallen lassen´; ´s Pfard äpplt.

Äpplpflucker m. `Apfelpflücker´. 1. `Pers., die Äpfel pflückt´; Pers., die nicht auf den Weg achtet, wird wie folgt gehänselt: Mondgucker - Äpplpflucker! - 2. `Obstpflücker mit Beutel und Stiel´; de Äppl uff´m Wippl krieg´ch oack mit´n Äpplpflucker.

Äpplplätschl n. (meist Pl.) Süd- u. Ostlausitz 1. `geschnittene u. getrocknete Apfelstückchen´. - 2. `dünne Apfelscheibe (auch in Form eines Ringes) zum Aufhängen u. Abtrocknen´.

Äpplprietschl
n. wSüdlausitz u. sWestlausitz dass. wie Äpplplätschl. Lautf.: Äpplpritschl.

Äpplreis
m. `Apfelreis (ein Wochentagessen)´.

Äpplringl
n. Ostlausitz `dünne ringförmige Apfelscheibe zum Trocknen´.

Äpploarsch m. selt. Südlausitz `hintere Teil des Apfels; Stelle, an der der Stiel sitzt´. Lautf.: Oapploarsch.

Äpplpoampe f. Spitzkunnersdorf `Apfelmus´.

Äpplpoappe
m. (alt) f. (neu) `Apfelmus´.

Äpplspaale f. Pl. Äpplspaaln Lauba, Kemnitz, Lauban `geschnittene (u. getrocknete) Äpfelstückchen´. Auch Äpplbissl, Äpplplätschl, Äpplprietschl.

ar siehe a Personalpron. `er´!

Arbäre siehe Abäre!

Arbe n. `Erbe´.

arber siehe erber!

Arbgericht n. wSüdlausitz, sWestlausitz `Erbgericht (Name von Dorfschänken auf Höfen, die früher Erbrichter innehatten)´, auch nur Gericht!

Arbland n. Neukirch `Erbland: das an die Oberlausitz angrenzende Meißnische, in dem der sächsische Kurfürst durch Erbrecht regierte´; dr Magn reecht bis as Arbland.

arbm swv. `erben´. 1. `Erbe antreten, etw. aus anderem Besitz erhalten´. - 2. `von seinen Vorfahren etw. als Veranlagung mitbekommen´; de Kuppangst hoa´ch vu menner Mutter gearbt; Volsweisheit: War nischt derheiroat, nischt gewinnt und nischt dererbt, dar bleibt a oarmes Luder, bis´r sterbt. Lautf.: erbm, erm, arm Westlausitz.

Arboarne siehe Aberne!

Arbse f. `Erbse´. 1. (meist im Pl.) wie litspr. `Futter- u. Gemüsepflanze (Pisum sativum L.)´; Arbsnschutn. - 2. `als Nahrungsmittel verwendete Samenkugel der Erbsenpflanze´; Arbsnpoapps mit Spaajk und Sauerkraut.

Arbt, Ärbt f. siehe Oarbeit!

Ardäle f. `Erdöl: Petroleum´.

Ardbäre f. siehe Abäre!

Ardberne siehe Aberne!

Ardboarne
siehe Aberne!

Ardboarnklitscher
siehe Abernklitscher!

Arde f. `Erde: Erdreich, Erdboden´; dar brengt miech noa under de Arde; dar koit schunn lange Arde `er ist vor langer Zeit begraben´.

Ardfoahrer m. Südlausitz `Erdfahrer: Wühlmaus (Arvicola terrestris)´.

Ardfoahrt f. Südlausitz `Gang der Wühlmaus mit Erdaufwürfen´.

Ardfuhre
f. Südlausitz 1. `Gang der Wühlmaus´. - 2. `Wühlmaus´; mer hoann anne Ardfuhre hinne.

Ardwiestlch m. siehe Wiestlch!

argern swv. refl. °ZI Friedersdorf `ärgern´, neben den litspr. Bedeutungen auch `sich ängstigen, sich Sorgen machen; sich vor Gram verzehren; trauern´; dar argert´ch `der trauert um jmdn.´

Argerschdurf siehe Irgerschdurf!

Arippl
m. Schirgiswalde `Erdapfel: Kartoffel´. Lautf.: Aräppl od. Ardäppl Nordböhmen.

Arlcht n. selt. `Erlicht´. 1. `Ort mit Erlenbestand, Erlengehölz, Erlengebüsch´. - 2. Ortsteil des zur Stadt Rothenburg gehörenden Noes im °GR; mer gihn eis Arlcht. Lautf.: Oarlcht, Erlcht.

Arle f. `Erle (Alnus glutinosa)´; Schmähvers auf Rothaarige: Arlnhulz und rute Lodn wachsn uff kenn gudn Bodn. Lautf.: Erle, Oarle.

Ärmchl n. Oberland `kleiner, schwacher Arm´. Lautf.: Armchl.

ärmlch
Adj. `ärmlich´. 1. `von Armut zeugend, armselig, dürftig´. - 2a. `unterentwickelt, schwächlich´; dr Weese stitt heuer aber ärmlch. - b. `unwohl, übel, schwach, ein bisschen krank´; mir gitt´s armlch, iech hoa Hudelei mit´n Nischl; iech bie schunn drei Juhre armlch und woarte immer noa, doaaß andersch wird. Lautf.: armlch.

arne siehe erne!

arnsthoaftch Adj. `ernsthaft: ernst, seriös, emotional, schwerwiegend´.

Arnschtn (kurzes a) m. `Burg Arnstein in der Hinteren Sächsischen Schweiz, auch Ottendorfer Raubschloss genannt´; no´n (uff´m) Arnschtn gihn. Lautf.: Oarnschtn.

arnt siehe erne!

Arnte f. wie litspr. `Ernte´. Lautf.: Ernte.

Arntefest
n. `Erntefest: Fest nach Abschluss der Getreideernte für alle an der Ernte Beteiligten´; iech war´n zerschwumpsn, doaaß´r denkt, Kirmst und Arntefest foalln uff enn Tag.

Arntekranz m. `Erntekranz: großer Kranz aus Ähren von jeder Getreideart u. mit verschiedenem Beiwerk geschmückt, der zum Abschluss der Getreideernte von den Mägden gewunden wurde´.

Arntekrune f. `Erntekrone: Erntekranz als kronenartiges Gebilde geformt´, bestehend aus Ähren aller Getreidearten und Beiwerk, wie Kornblumen, Klatschmohn, Flachs.

Arnteletter f. °ZI Friedersdorf `Ernteleiter: Seitenteil des Erntewagens´. Lautf. siehe Letter!

Arntemohst f. `Erntemahlzeit: (bei Gutsherrschaften) reiche Mahlzeit für die Ernteleute (mit Umzug und Tanzmusik in der Schänke)´. Lautf.: Arnte-, Ernte-, -mohlst, -mohlst.

arr Südlausitz siehe enner u. a!

ärschlch Adj. 1. `seitenverkehrt´. a. `die innere Seite nach außen´; du hoast de Strumpjacke uff dr ärschlchn Seite oaa. - b. `links u. rechts vertauscht´; du bist wull mit´n ärschlche Beene zerirscht ufgestoann? - c. `oben u. unten, vorne u. hinten vertauscht´; du brauchst ne a jedn dei ärschlches Gesichte weisen `du brauchst nicht jedem dein Hinterteil zeigen´. 2. übertr. `verkehrt, falsch´; doaas is ärschlch geloofm; dr Frettch fungk glei ärschlch oaa; mit menn Geschenke bie´ch ärschlch oaagekumm. - 3. ärschlch rim `homosexuell´; iech dächte, dar is ärschlch rim. - 4. übertr. bes. Westlausitz, vom Charakter u. vom Befinden des Menschen `unaufrichtig, falsch, heimtückisch, übel, verrückt´; doaas is a ganz ärschlcher Karle; ärschlch an Kuppe warn `verrückt im Kopf werden´. Lautf.: arschlch, oarschlch.
ärschlch Adv. 1. `mit dem Arsch´; ärschlch oa dr Wand stihn. - 2. `mit dem Arsch zuerst, rückwärts´; a koam ärschlch zer Tiere rei. - 3. `mit dem Arsch nach oben, verkehrt herum´; se hoat´s Wucheblatl ärschlch a dr Hand. - 4. `seitenverkehrt, die innere Seite nach außen´; du hoast de Strumpjacke ärschlch oaa. - 5. übertr. `verkehrt, falsch´; a verstitt immer oalls ärschlch. - 6. Westlausitz `unwohl, schlecht´; dr Arnstine wurde fir Schreck ganz ärschlch. Lautf.: arschlch, oarschlch, ärschlich; irschlch u. irschlich um Görlitz.

ärschln swv. Süd- u. Ostlausitz 1. `schnell (u. mit kleinen Schritten) laufen (u. dabei mit dem Hintern wackeln)´; s is hoalb neune, de Nubbern ärschlt a de Kirche. - 2. `(leichtes, meist ungewolltes) Zusammenstoßen oder Berühren zweier Gesäße´; die beedn Verkeefer hindern Loadntische hoann´ch geärschlt.

arschrecklch
siehe derschrecklch! Lautf.: aschrecklch.

Ärtl (kurzes ä) n. Dim. `Örtchen´. 1. `kleines Dorf´. - 2. `Klosett´. - 3. `Plätzchen´, meist aber Fleckl; a ruhches Ärtl. - 4. `sehr dünne, nadelartige Ahle´. Lautf.: Järtl öKürzungsmundart, Ostlausitz.

Arvll, Ärvll siehe Oarmvll u. Arvllch!

Arvllch, Ärvllch m. Burkau `einen Arm voll´; gibb amol dr Ziege ann Ärvllch Hei! Lautf.: Oarvllch, Oarmvllch.

as Südlausitz `in das´, siehe a Präp.!

Asch (kurzes a) siehe Oasch (kurzes oa)!

äschern (kurzes od. länges ä) swv. 1. sSüdlausitz `jucken´; a menn biesn Beene tutt´s aber äschern. - 2. Waltersdorf `sich an etw. (Stallwand) reiben, scheuern´. Lautf.: veralt. ahschern °ZI Ebersbach.

aschrecklch siehe derschrecklch! Lautf.: arschrecklch.

Äsl m. 1. `Esel´; RA: Wenn´s´n Äsl zu gutt gitt, gitt´r uff´s Eis tanzn. - 2. übertr. `Dummkopf´; klatscht man jmdm. aufs Gesäß, bekommt man folgende Reaktion zu hören: "Do hoat schunn moancher Äsl drufgepucht". Lautf.: Jäsl söSüdlausitz.

Äslsuhr(e) n. `Eselsohr: umgeknickte Ecke einer Buch- od. Heftseite´.

äsnde siehe eesnde!

Assemasser n. `Essmesser´; wu hoast´n de Assemasser, iech find oack spiezche?

Asserei f. `Esserei´. 1. Essen; die als Mahlzeit zubereiteten Speisen´. - 2. `ungehörige od. unangenehme Art des Essen; fortwährendes Essen´.

Assn n. `Essen´. 1. `die (gemeinsame) Einnahme der Mahlzeit´; Mittchassn, Volksweisheit: Ver´n Assn hängt mer´sch Maul, noa´n Assn is mer faul. - 2. `die als Mahlzeit zubereiteten Speisen´; sei Assn toogt ne vill.

assn stv. iech ass, du ießt od. isst, mer assn, iech oaß od. (alte Form), iech hoa gegassn od. gassn, Imp. Sg. ieß! Imp. Pl. asst! `essen´; mer hoann schunn gassn; RA: Ieß und trink, do wächst doaas Dingk! Asst oack, asst, doaaß mer Mist breetn, mer wulln Abern steckn! War lange isst, labt lange. Salber assn macht fett. War ne dosoaß, dar ne mitoaß.

ästemiern swv. `ästimieren: schätzen, achten, beachten, verehren, respektieren´; dr Schulmeester wird heute goar ne mih richtch ästemiert. Lautf.: ästmiern.

Äster (gedehntes a) Pl. siehe Oos!

asu Adv. siehe su! A macht´s groad asu. Vgl. oa su!

atfliegn stv. Oberland u. swSüdlausitz `entfliegen´; mir is dr Wellnsittch atfloin. Lautf.: antfloin.

atfoalln stv. Oberland u. swSüdlausitz `entfallen, vergessen´; mir is dr Noame atfoalln. Lautf.: antfoalln.

atgihn stv. Oberland u. swSüdlausitz bis Kurort Jonsdorf `entgehen´; luss dr nischt atgihn! Lautf.: antgihn, entgihn.

atloofm stv. Oberland u. swSüdlausitz `entlaufen: weglaufen, fliehen, ausreißen´; du atleefst mer ne! Lautf.: antloofm.

atscheedn stv. Oberland u. swSüdlausitz `entscheiden´; se koann´ch ne atscheedn. Lautf.: antscheedn.

atwischn unregelm. V. iech atwisch(e), du atwischt, iech atwuschte, iech bie atwuscht Obercunnersdorf `(heimlich, unbemerkt u. geräuschlos) entwischen, geräuschlos davonhuschen, (heimlich) verschwinden´. Lautf.: atwuschn msSüdlausitz, antwischn Westlausitz.

atzn swv. söSüdlausitz `schnell laufen, rennen´; do sein mer aber lusgeatzt. Lautf.: etzn Nieder-Neundorf, Schlesien.

atzwä Adj., Adv. Südlausitz `entzwei: in Stücke gegangen´; dar aale Toaapch macht oalls atzwä; die atzwän Mannl durft´ch assn; RA: ´n Teifl a Been atzwä hackn, saajgn, treibm `fleißig hacken, sägen, treiben´. Lautf.: azwä, a(t)zwee Ostlausitz, an(t)-zwee Westlausitz.

atzwee siehe atzwä!

Aua! Interj. Schrei bei plötzlichen Schmerzen.

Aule f. umg. `Spucke, Speichel, Mundauswurf´.

auln swv. `(dickflüssig) spucken´.

aus 1. als Adv. a. `nicht mehr in Funktion´; dr Ufm is aus. - b. `zu Ende´; mit uns zwee beedn is aus; de Kirche is aus. - 2. als Adverbialpartikel in unfesten Verbzuss.; ausnahm, ausschwenkn, ausschlofm, ausmahrn, auszankn. - 3. als Präp. mit Dat.; aus´n Loadn kumm, de Häusl senn aus Hulz.

ausbachern swv. refl. Süd- u. sWestlausitz `sich der Ofenwärme aussetzen, um sich zu pflegen´. Siehe auch bachern!

ausbaldobern
swv. `etw. erkunden, herausfinden´.

ausbeißn stv. 1. wie litspr. `ausbeißen´; siech oa woaase de Zähne ausbeißn. - 2. Süd- u. sWestlausitz trans. enn ausbeißn `jmdn. schelten´.

ausbeusln swv. msSüdlausitz `auskernen; Schoten, Erbsen, Bohnen aus der Hülse lösen; Nusskerne von der Schale befreien´.

ausbimmln swv. trans. veralt. `durch Läuten mit einer kleinen Glocke etw. bekannt machen´; hurch oack, woaas dr Gemeenbote wieder ausbimmln tutt!

ausblosn stv. iech blos(e) aus, du bläst aus, mer blosn aus, iech blies aus, iech blus aus (Westlausitz), iech hoa ausgeblosn `ausblasen: auspusten (der Kerze), auslöschen, ausmachen, ersticken´; oaagezundt und ausgeblosn; enn is Labmslicht ausblosn `jmdn. umbringen´.

ausbluttn swv. `ausbluten´. 1. wie litspr. `abfließen von Blut (aus Fleisch)´. - 2. `auslaufen von Farbe in Wasser od. beim Waschen aufgrund von schlechten Farbechtheiten (und anfärben der nichtgefärbten Fasern)´; ´s rute Hemde is a dr Wäsche ausgeblutt. - 3. in der Wendung enn ausbluttn lussn a. `jmdm. (finanziell) schädigen´. - b. `jmdm. die Körperkraft, Nerven- u. seelische Kraft rauben´.

ausbogn swv. (Anton) `ausbogen: den Rand des Stoffes, wie der Leinwand, so beschneiden, dass lauter Bogen entstehen, diese dann säumen´. Siehe ausgebogt!

ausbraaschn
siehe braaschn!

ausbrittn swv. `ausbrüten´ 1. `auf Eiern sitzen, damit kleine Vögel, Küken schlüpfen´. - 2. übertr. `eine Krankheit hervorbringen´; dar maukt su rim, woaas wird´r oack ausbrittn? - 3. `etw. erfinden, etw. austüfteln, (sich einen Streich, eine List, eine Gaunerei) ausdenken´.

Ausbund m. `ungewöhnlich wildes, schwer zu bändigendes Kind (meist ein Junge)´.

ausdauern swv. `überstehen, durch-, aushalten´; de Oastern hoann ´n kaaln Winter ne ausgedauert.

ausdirrn swv. `dürren: austrocknen, übertrocknen´. Lautf.: ausdurrn, ausderrn, ausdarrn, ausdoarrn.

ausdoamm sww. trans., refl. `ausdammen: jmdm. od. sich selbst Schaden zufügen, jmdm. eins auswischen´; miech hoat´s ludermäßch ausgedoammt.

ausdreschn (kurzes e) stv. veralt. `mit dem Dreschen fertig werden, das letzte Getreide dreschen´; gestern hoann mer ausgedroaschn. Lautf.: ausdraschn Zittauer Gebirge, Seifhennersdorf, Schirgiswalde.

ausdriesln swv. 1. `sich in einzelne Fasern od. Fäden auflösen, ausfransen (von Gestricktem od. Geweben), sich aufdrehen (von einer Schnur)´; sich de Guschn ausdriesln `viel reden´. - 2. Oderwitz dass. wie ausmahrn.

ausduckn swv. veralt. `Mohn aus den Samenkapseln klopfen´.

ausdusln swv. Südlausitz `aus dem Zustand des Schlafens allmählich in den des Wachseins übergehen´; hoast de nu endlch amol ausgeduslt?

ausdusn swv. Südlausitz dass. wie ausdusln.

ausduttln swv. Obercunnersdorf dass. wie auskuttln 1.

aus(e)nander Adv., Adverbialpartikel `auseinander, entzwei, getrennt´; die beedn senn wieder ausnander.

aus(e)nander ackern swv. veralt. `beim Pflügen mit dem Beetpflug von den Rändern des Ackers her beginnen´, wobei am Ende in der Mitte eine breite Furche entsteht, die meistens zugeeggt wird.´

aus(e)nanderposementiern swv. 1. `jmdm. etw. genau erklären´; do muss´ch der´sch abm ausenanderposementiern. - 2. `etw. ordnen, sortieren, entwirren´. Lautf.: ausnanderposementiern, aus(e)nanderposmentiern, -pusementiern.

äußern siehe eusern!

außewendch siehe außwendch!

ausfackn swv. verstr. dass. wie ausfeuern.

ausfeuern swv. `ausschlagen (von Pferden)´; dr Soattlche hoat ausgefeuert.

ausfoahrn stv. Konjug. siehe foahrn! `im Gesicht oder am Körper Hautausschlag (Pickel, Bläschen, Pustel) bekommen´; dar is ausgefoahrn a dr Loaffe.

ausfrassn stv. `ausfressen´. 1. wie litspr. `ausessen, ausfressen. leer essen´. - 2. nur im Perf. in der Wendung woaas ausgefrassn hoann `eine Straftat getan haben, eine Dummheit begangen haben´. - 3. `ausbaden; die Folgen für etw. tragen, (was ein anderer verschuldet hat)´; iech muss is wieder ausfrassn!

ausgan stv. `ausgeben´. 1. `etw. spendieren´; anne Loge (Bier) ausgan. - 2. `verteilen´; Assn ausgan. - 3. `(Geld) aufbrauchen´; iech hoa menn letzn Gruschn ausgegan.

ausgeboajttlt Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausboajttln) `ausgebeutelt: gedehnt wie ein Beutel, zu weit, ungleichmäßig gedehnt u. verformt´; de Knie-e vu denn Hosn senn ausgeboajttlt. Lautf.: ausgeboajglt Oberland, ausgeboattlt.

ausgebogt Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausbogn) `bogenförmig ausgeschnitten, einen runden Ausschnitt besitzend´; die gitt immer su schiene ausgebogt, doaas ees koann uff de Nickl goaffm.

Ausgebot n. sSüdlausitz `Stelle, an der man beim Hascherspiel nicht abgeschlagen werden darf´. Siehe auch Packst!

ausgebuttert Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausbuttern) `durch häufiges Drehen od. Rütteln locker und weit geworden (von einer Schraube)´; ausgebutterte Loaatschn, ´s Loger is ausgebuttert.

Ausgedinge n. veralt. `Altenteil: die vereinbarten Sonderrechte für die alten Leute, die ihren Bauernhof bereits den Nachfolgern überlassen haben´; a is uff´m Ausgedinge; de Mutter zug ba Petruse as Ausgedinge `die Mutter starb´.

Ausgedingemoan m. veralt. `Auszügler, der das Altenteil in Anspruch nimmt´.

ausgefeemt Adj. (eigtl. Part. Prät.) `ausgefeimt: durchtrieben, erfahren, raffiniert, mit allen Wassern gewaschen´. Lautf.: ausgefeimt.

ausgegockert Adj. (eigtl. Part. Prät. von ausgockern) `durch Wärmezufuhr verdunstet, eingedickt´.

ausgehämscht Adj. (eigtl. Part. Prät. von aushämschn) `verletzt, körperlich weh getan`; iech hoa miech mit´n Hoammer ausgehämscht.

ausgekoacht Adj. (eigtl. Part. Prät zu auskoachn) dass. wie ausgefeemt.

Ausgekreeschtes n. `ausgelassener  Schmer od. Speck´. Siehe auskreeschn!

ausgeleiert Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausleiern) 1. `durch ständige Drehbewegung abgenutzt; locker u. weit durch häufiges Drehen´; de Knuchn senn ausgeleiert. - 2. übertr. `abgedroschen, sehr gängig, veraltet, viel zitiert´; a ausgeleiert(es) Varrschl.

ausgenuddlt Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausnuddln) `ausgeleiert, zu viel Spiel habend, abgenutzt (durch Drehbewegung), verbraucht´; de Gelenke senn ausgenuddlt. Lautf.: ausgenujglt, ausgenujddlt; ausgeniddlt od. ausgeniedlt West- u. Ostlausitz. Siehe auch nuddln!

ausgeschissn Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausscheißn); in der RA wie ausgeschissn aussahn od. fuhln `sehr schlecht aussehen od. fühlen´.

ausgeschlofm Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausschlofm) `ausgeschlafen, klug und besonnen, aufgeweckt´; die neue Verkeefern is anne Ausgeschlofne, dar machst de keene Mannl vier.

ausgeschult Adj. (eigtl. Part. Prät. zu ausschulen) `Schule beendet´; mei Voater is a ausgeschulter Moan.

Ausgihrickl n. `besserer Oberrock (zum Aus-dem-Haus-Gehen)´.

ausgleesn swv. `aus dem Gleis, der Rinne, der Spur od. der Richtung kommen´; Koarle gleeste aus und schlug hie.

Ausguhß m. `Gosse, Wasserabflussbecken in der Küche´, auch Gusse. Lautf.: Ausguss.

aushaaln stv. `aushalten´. 1a. `bis zum Lebensende dienen, einen überdauern´; iech keef mer keene neun Schicher mih, de aaln warrn miech schunn aushaaln. - b. `bis zum Abend ohne Regen oder Schnee durchhalten (vom Wetter)´; ´s Waater hoat ausgehaaln. - c. `ausharren´; a hillt bis zer Rente uff senn Pustn aus. - d. `jmdm. seinen Lebensunterhalt bezahlen´; mei Moan hoat anne Liebste, und die muss´r aushaaln. - 2. wie litspr. `etw. ertragen´; wenn mer´sch besser ginge, wär´sch ne zun Aushaaln!

aushämschn swv. 1. refl. `sich körperlich wehtun, sich verletzen´; tu dch ne aushämschn! - 2. `jmdm. schaden, eine Falle stellen´; wirscht du ne de klenn Kinder aushämschn? - 3. `niederträchtig behandeln, grob necken, jmdn. verhöhnen´; a tutt de klenn Kinder garne aushämschn.

ausheckn swv. umg. `sich einen Streich, eine List, eine Gaunerei ausdenken´; anne Teifelei ausheckn.

aushihn swv. `aushöhnen: jmdn. verhöhnen´; enn aushihn `jmdn. verhöhnen, sich über jmdn. lustig machen, jmdn. erniedrigen´. Lautf.: aushinn.

aushihnern swv. dass. wie aushihnln.

aushihnln
swv. msSüdlausitz 1. dass. wie aushihn; iech gih goar ne mih garne zu Ditterch Hanse, dar tutt miech oack aushihnln. - 2. `jmdm. Schaden zufügen, jmdm. etw. auswischen´.

aushihnschn swv. Südlausitz 1. dass. wie aushihn; iech luss miech doa vu dann Dinkerche ne aushihnschn! - 2. `jmdm. Schaden zufügen, jmdm. etw. auswischen´.

aushobm siehe aushoon!

aushokn swv. `aushaken´. 1. wie litspr.; dr Verschluhß is ausgehokt. - 2. `in der Fügung aushokn ba enn `jmd. gerät außer Fassung, verliert die Nerven, kann geistig etw. nicht bewältigen´; wie`r mir ann Grälerch as Auto riezte, hoat´s ba mir ausgehokt. - 3. `schwachsinnig werden, Gedächtnis verlieren, irre werden´; ba dar hoat´s ausgehokt.

aushoon swstv. `aushauen´. 1. in der Fügung enn ´n Oarsch aushoon `jmdm. den Hintern versohlen´. - 2. `ausschlagen von Pferden´; ´s Pfaard hoote od. hieb aus. - 3. `mit der Sense ausgewählte kleine Flächen von Gras, Unkraut oder Getreide befreien´; iech misste wieder amol im de Beeme aushoon. Lautf.: aushobm sSüdlausitz, Ostlausitz.

aushuzn (gedehntes u) swv. Wehrsdorf, Oberlichtenau `jmdm. schaden, jmdm. etw. auswischen´.

auskappln swv. verstr. nOstlausitz `auskernen; Schoten, Erbsen, Bohnen aus der Hülse lösen´; Moh, Mais od. Arbsnschutn auskappln.

auskläppern swv. `ausklappern: aushämmern, Dampfkessel vom Kesselstein befreien´. Siehe auch kläppern!

ausklunkern swv. `Wäsche nur flüchtig u. oberflächlich waschen´.

Ausklupper m. `Ausklopfer: Teppichklopfer´.

ausknatn stv. Obercunnersdorf `auskneten´, dass. wie auswoaschn 2.

auskneifm
stv. iech kneif(e) aus, du kneifst aus, mer kneifm aus, iech knief od. kneef aus, iech bie ausgekniffm `auskneifen: feige u. heimlich weglaufen´.

ausknietschn swv. 1. `etw. ausdrücken, auspressen´; ´n Hoader ausknietschn. - 2. `jmdn. intensiv u. hartnäckig befragen, aushorchen´; de Pulezei wullt miech ausknietschn.

auskoallchln swv. `sich beim Reden viel Zeit lassen und nicht konkret werden, um den heißen Brei reden, das Anliegen langatmig umschreiben´; iech weeß immer noa ne, woaas de willst, tu dch oack nu auskoallchln! Lautf.: auskoilchln, auskoichln.

auskreeschn swv. `Fett, Schmer, Speck in der Pfanne od. im Tiegel auslassen´; de Grußemutter hoat immer Inslt ausgekreescht. Lautf.: auskreischn; auskrieschn Schlesien.

Auskroatze f. söSüdlausitz, Ostlausitz `der Rest, den man aus einem Gefäß (Topf, Schüssel) auskratzt´; RA: Doaas is vu siebm Suppm de Auskroatze `das ist sehr weit entfernte Verwandtschaft´; auch Auskroatzche.

auskroatzn swv. `auskratzen´. 1. wie litspr.; is Schalchl auskroatzn. - 2. `ausreißen, sich davonmachen, flüchten´; irscht de Fansterscheibe eischiebm und derno auskroatzn! Lautf.: auskroaazn Oberland.

auskullern swv. (refl.) `mit Schmollen, Tückischen, Bösesein aufhören´; se hoat od. hoat´ch ausgekullert.

auskuttln swv. 1. `ein Gefäß (hastig od. langsam) austrinken´. - 2. `oberflächlich und nicht gründlich mit Wasser ausspülen´; die wäscht de Tippl ne urndlch uf, die tutt se oack auskuttln. - 3. refl. Wittgendorf `sich ausmähren, Zeit vertrödeln´; a kuttlt´ch ebch ne aus.

auslautn swstv. `ausläuten´. 1. `den Tod eines Gemeindegliedes durch Glockengeläut bekannt geben´; se lautn de aale Urbm aus; Kunze Seff is ausgeloajt wurn. - 2. `Ende des Gottesdienstes durch Glockengeläut anzeigen´; im a ilfe toatn se auslautn. Konjug. siehe lautn!

ausleefern
swv. zwischen Schönbach, Löbau u. Görlitz dass. wie ausleefln.

ausleefln swv. msöSüdlausitz, Ostlausitz, Schlesien `ausläufeln: Schoten auskernen; Erbsen, Bohnen aus der Hülse lösen´.

ausleffln swv. `auslöffeln´ 1. `mit dem Löffel entleeren´; RA: De Suppe, die dr salber eigebroackt hoast, musst de o wieder ausleffln. - 2. dass. wie ausleefln.

auslerrschn swv. Dittelsdorf, Wittgendorf `auslöschen´.

ausliesn swv. `auslösen: einlösen des Pfandes durch eine Handlung´; de jungn Karln stahln dr Braut a Strimpebändl, woaas dr Bräutchn mit ann Fassl Biere oder Schnoapse ausliesn muss.

auslindern swv. `Ware vom Webstuhl nehmen, wobei der Stab (Lindersteckl) aus der Rinne im Baum am Ende dieses Arbeitsganges entfernt werden muss´. Vgl. eilindern u. Lindersteckl!

Ausloaatscherch m. `Fehltritt, schlechtes Benehmen, außerehelicher Sex´; noa a eenzcher Ausloaatscherch und du floigst!

ausloaatschn swv. 1. `über einen der Stränge treten (von Pferden)´. - 2. `durch häufigen Gebrauch zu weit werden (von Schuhwerk)´; ausgeloaatschte Elbkähne. - 3. `mit den Füßen etw. durchtreten´; `n Bodn ausloaatschn. - 4. übertr. `(moralisch) über die Stränge schlagen, ausflippen, aus der Rolle fallen´; loaatsch ne wieder aus und benimm dch!

Ausloadche f. selt. `Ausladung: über der senkrechten Linie eines Hauses hinausgehender, über die Straße vorspringender Bau (zur Aufnahme des eingeheimsten Futters)´.

ausloajttn swv. Steudtner dass. wie auslautn; dr Nubberschfroon wird ausgeloajtt. Lautf.: ausloattn, ausläutn.

ausluchern siehe luchern!

Ausmächer m. `Pers., die etw. aus der Erde holt´; a ganz Reigl Abernausmächer zugn noa´n Abernlasn noa ´n Bodn durch.

ausmachn swv. `ausmachen´. 1. `etw. aus der Erde herausholen, roden, (Kartoffeln) ernten´; hilf mer oack mit Abernausmachn! - 2. `ausschalten, ausknipsen, löschen´. - 3. `etw. vereinbaren, verabreden´; a ausgemacht(es) Dingk; doaas Ausgemachte. - 4. `erblicken, entdecken, erspähen, erkennen, sehen´; hoat ees schunn ´n Spitzbarg ausgemacht?

ausmahrn swv. refl. `ausmähren: sich bei einer Tätigkeit od. beim Erzählen nicht endlos viel Zeit lassen, sondern sich beeilen´; mahr dch aus nu und kumm!

ausmaukn swv. Dittelsdorf `dösen, aus dem Zustand des Schlafens allmählich in den des Wachseins übergehen´.

ausmistn swv. 1. `entfernen des Stallmistes´. - 2. übertr. `entrümpeln, Überflüssiges beseitigen´; murne muss´ch wieder amol menn Schrank ausmistn. - 3. refl. `sich verletzten, sich sägen, sich mit dem Beil hacken´; a hoat´ch ausgemist.

ausmoalkern
swv. refl. `ausmähren, Zeit vertrödeln´; die moalkern´ch wieder amol ne aus! Lautf.: ausmoalgern.

ausmoln
swv. `ausmalen: sich etw. Künftiges in allen Einzelheiten vorstellen; sich etw. bis ins Kleinste versinnbildlichen´.

ausnahm stv. `ausnehmen´. 1. `Därme u. Innereien aus dem Leib eines geschlachteten Tieres entfernen´; de Goans ausnahm. - 2. übertr. enn ausnahm `jmdn. sein Geld abnehmen´. - 3. refl. `aussehen, in Szene setzen, sich darstellen´; sei neues Maajdl nimmt´ch gutt aus; du wirscht´ch gutt a dr Angstrihre ausnahm!

auspackn swv. 1. wie. litspr. `(ein Paket) auspacken´. - 2. umg. `ein Kind zur Welt bringen´; die wird wull baale auspackn. - 3. `sich lange Angestautes von der Seele reden, seinem Herzen Luft machen, etw. der Öffentlichkeit (Gericht) mitteilen u. jmdn. damit belasten´.

auspäpln (auch gespr. ausbäbln, gedehntes ä) swv. 1. Westlausitz dass. wie ausbeusln. - 2. nOstlausitz dass. wie auspopln.

auspichn swv. siehe pichn!

auspfunn swv. veralt. `auspfunden: pfundweise verkaufen´. Wenn ein Tier (auf Anordnung des Tierarztes) notgeschlachtet werden musste, dann wurde es in kleinen Mengen (pfundweise) verkauft; scherzh.: wenn die su wetter frisst, wird se noa ausgepfundt. Lautf.: auspfundn.

ausplädern (gespr. ausblädern) swv. 1. `etw. im Wind wehen lassen, durch Luftbewegung u. Schütteln reinigen, auswedeln´; ´s stoobche Kupptichl ausplädern. - 2. übertr. `etw. weitererzählen´. Lautf.: auspleedern, auspladern °ZI Ebersbach, Cunewalde.

auspopln swv. mOstlausitz `die Keimansätze aus den geschälten Kartoffeln herausstechen´.

auspusaun swv. `ausposaunen: ausrufen; eine Neuigkeit, die man lieber für sich behalten sollte, überall herumerzählen´; tu mer ju ne auspusaun, doaaß mer murne Hucksttag hoann!

ausräum swv. `ausräumen´. 1. Süd- u. Ostlausitz, sWestlausitz `den Ofen von Ruß u. Asche säubern´; mer mechtn ´n Ufm ausräum, a zoigt ne mih gutt. - 2a. `ausrauben´; `n Loadn ausräum. - b. `durchschlauchen, jmdn. ums Geld bringen´; a hoat´n is Geldtaschl ausgeräumt. - c `essen´; war räumt uns nu de Teppe aus?

ausreechern swv. `ausräuchern´. 1. `etw. durch Rauch vertreiben od. vernichten´; de Hirschfelder hoann se zu DDR-Zeitn baale ausgereechert. - 2a. Niedercunnersdorf, söSüdlausitz enn ausreechern `jmdn. einen Schabernack spielen´; iech will´n Schulmeester ausreechern. - b. Westlausitz `sich verletzen, sich Schaden zufügen´; mich hoat´s ausgereechert.

ausreefm swv. `ausraufen: etw. mit den Händen ausreißen´; ´s is zun Lodnausreefm!

ausrenkern
swv. dass. wie ausrenkn.

ausrenkn swv. `(Gliedmaßen) ausrenken, sich etw. verdrehen; ´n Oarm ausrenkn.

ausrickn swv. `ausrücken´. 1. `(die Mähmaschine od. den mechanischen Webstuhl) abschalten´. - 2. `ausreißen, fortlaufen´. Lautf.: ausruckn.

Ausruhgbänkl n. Oberland `Ausruhbänkchen, Sommerbank´. Siehe auch Noamittchbänkl! Lautf.: Ausruhbänkl.

ausruhgn swv. Oberland, mWestlausitz `ausruhen´. Lautf.: ausruhn.

ausrußn swv. umg. `sich Schaden zufügen, sich verletzten´; miech hoat´s ausgerußt.

aussäckln swv. `ausnehmen, übervorteilen´; luss dch oack ne wieder aussäckln!

Aussahn n. `Aussehen: äußerer Eindruck, Erscheinungsbild, Anblick´; dar ihr Aussahn is under oaller Koarnone.

aussahn stv. Konj. siehe sahn! `aussehen´. 1. `auf den Beschauer wirken´. a. wie litspr.; aussahn wie´s biese Leidn. - b. RA: Su sist de aus! `Das könnte dir so passen!´ - c. `unordentlich, sehr liederlich aussehen´; wie doaas aussitt a dr Stube, ieberoale leit´s Spielzeug rim! - 4. `nach seinem Aussehen etw. erwarten lassen´; in der Fügung noa woaase od. woaasn aussahn `von der äußeren Erscheinung her einen vorteilhaften Eindruck machen´; doaas Kleed sitt noa woaase aus.

ausschäln swv. refl. `ausschälen: sich (langsam) ausziehen´.

ausschirrn swv. `Zugtiere aus dem Geschirr ausspannen´. Lautf.: ausschurrn, ausscherrn, ausscharrn, ausschoarrn.

ausschittn unregelm. V. iech schitt aus, iech schutt(e) aus Prät., iech hoa ausgeschutt `ausschütten´. 1a. wie litspr. `ausgießen´. - b. `ausladen (von Personen), mehrere Personen aus einem Fahrzeug hinauswerfen´; de Eisnboahne schitt oalls aus, woaas Beene hoat. - 2. übertr. refl. a. `ungehemmt lachen´; mer hoann´ch ausgeschutt od. ausgeschitt (ver Lachn). - b. `ungehemmt jmdn. beschimpfen´. - c. (sich) `s Harze ausschittn `sich des Kummers durch viele Worte entledigen´. - d. übertr. a schitt´ch aus `er redete ungeschminkt´. Lautf.: ausschuttn.

ausschlenkern siehe schlenkern!

ausschlickern swv. abwert. `ausschlackern; etw. schnell, oberflächlich waschen; etw. im Wasser hin- u. herbewegen, um es zu reinigen´; dar schlickert de Schnupptichl oack aus.

ausschloin stv. `ausschlagen´. 1. wie litspr. `nach jmdm. treten (von Pferden)´. - 2. `abschlagen, nicht annehmen´; anne Poatnstelle doarf ees ne ausschloin. - 3. `Butter in der Butterform formen´. - 4. wie litspr. `zu sprießen beginnen´. Lautf.: ausschlorn, -schloan, -schloon.

ausschurn swv. Bertsdorf, (Anton) `(Schnee, Mist) wegräumen, Schnee schaufeln, ausmisten, auslichten, aushauen´; `n Schnie ausschurn. Lautf.: ausschiern.

ausschuttln swv. Spitzkunnersdorf `ausschütteln´. Lautf.: ausschittln.

ausschuttn siehe ausschittn!

ausschweefm swv. `ausschweifen: etw. (mit Wasser) ausspülen´; ´s Frassnappl ausschweefm.

ausschwenkn siehe schwenkn 3!

aussihn refl. swv. `sich aussöhnen, versöhnen, Streit beenden, sich die Hand reichen´; se hoat´ch mit´n ausgesihnt.

aussoin
swv. in der festen Fügung: `s is goar ne auszusoin `es ist nicht zu beschreiben bzw. auszudenken´; ´s is goar ne auszusoin, woaas doaas fer a faules Luder is. Lautf.: aussoarn, aussoan.

ausspein stswv. dass. Konjug. wie spein `speien´. 1. `sich übergeben, brechen, kotzen´; ´s gude Assn wieder ausspein. - 2. `ausstoßen, ausspucken, hervorbringen´; de Esse spee Rooch aus; ba Neums-Paule spee de Tiere vier Leute aus.

ausspoann swv. `ausspannen´. 1a. `Zugtiere aus dem Geschirr lösen´. - b. übertr. auf den Menschen `abspenstig machen; etw. trennen, um es sich (unerlaubt) zu nehmen´; dar Sissebittch wullt mer de Frooe ausspoann. - c. `abbetteln, abschwatzen´. - d. `ausruhen´. - e. `sterben´; is hoat´n ausgespoannt. - 2. `etw. aus der Spannung lösen, z.B. das Sägeblatt aus dem Spannbügel lösen´.

Ausspoannche f. Albert `Ausspannung: Ausgespann: Stelle, wo die Vorspannpferde zurückgehen; Örtlichkeit des Pferdewechsels mit Übernachtungsmöglichkeit (Gasthof)´.

Ausspoanne f. Ostritz dass. wie Ausspoannche.

ausstihn unregelm. V. `ausstehen´. 1. wie litspr. `erdulden, ertragen´; dar muss derheeme woaas ausstihn. - 2. wie litspr. enn (woaas ) ne ausstihn kinn `jmdn. (etw.) nicht leiden können, unerträglich finden´.

Ausstoattche f. `Ausstattung´. 1. wie litspr. `Ausrüstung für Wanderungen od. techn. Anlagen´. - 2. `Mitgift der Braut für die Ehe (vor allem Hausrat u. Möbel), Aussteuer´. Siehe auch Brautfuder, Brautgerille, Koammerwoajn!

aussträhn swv. Südlausitz `ausstreuen: etw. auf einer großen Fläche locker verteilen, ausbreiten, Heuhaufen breit machen´.

aussträngn swv. `aussträngen: (ein Pferd des Gespannes) aus den Geschirrsträngen lösen´; Draaßlersch Wilhelm schirgte ´n Woajn wieder zericke und strängte de Pfare aus.

ausstuppch Adj. `ausstoppend: hochnehmend, foppend´; ausstuppche Rädn fihrn.

ausstuppm swv. `ausstopfen´. 1. wie litspr. `mit Füllung versehen´; de Ente mit Äpplstickln und Rusinkn ausstuppm. - 2. `jmdn. zum Besten haben, foppen, veralbern, necken, aufziehen, hochnehmen´; waajn menn Noam hoann se miech immerfurt ausgestuppt.

austeegn
swv. verstr. Westlausitz dass. wie ausdusln; du musst erscht moa austeegn!

austiftln swv. `austüfteln: etw. Schwieriges ersinnen, ausklügeln´.

austitschn
swv. dass. wie austunkn; du broackst´s ei und iech tu´s egoal austitschn.

austittn
swv. Südlausitz `austuten, ausposaunen, durch laute Worte etw. verraten´.

austoalkern swv. refl. Kreutziger u. Werner dass. wie ausmahrn!

austrauern swv. `die Trauerzeit in den letzen Monaten des Trauerjahres durch Ablegen der streng schwarzen Kleidung (im 18. Jahrhundert der weißen), allmählich ausklingen lassen´; zun Austrauern troin, iech brauch noa a Kleed zun Austrauern.

austreibm
stv. 1a. `das Vieh auf die Weide treiben´. - b. übertr. in der RA: `s Koalb austreibm `ausgelassen u. lustig sein, sich austoben´. - 2. ´n Tud austreibm siehe Tudaustreibm! - 3. enn woaas austreibm `jmdm. mit Gewalt etw. abgewöhnen´. - 4. ´n Teeg austreibm `mit dem Nudelholz den Kuchen- od. Nudelteig ausrollen´. - 5. intrans. `zu sprießen beginnen´. Lautf.: austreim Westlausitz.

austun
unregelm. V. 1. `die Teller mit Essen füllen´. - 2. veralt. verstr. Bertsdorf `die Notiz einer Schuld nach deren Tilgung streichen´; iech war´sch a mann Bichl austun.

austunkn swv. 1. `den Rest einer Flüssigkeit durch einen trockenen Gegenstand aufsaugen lassen´; jeds Mistlooch austunkn `in jedes Dreckloch treten´. - 2. RA: Dar tunkt o jede Pfitze aus `der kostet jedes sich anbietende Vergnügen aus´. Auch austitschn!

ausverschamt Adj. Neukirch, Thiemendorf `unverschämt, grob, frech, gemein´; a ausverschamter Karle.

Auswarbche f. veralt. `Auswerbung: die im Auftrage des Bräutigams am Hochzeitstag vom Hochzeitsbitter bzw. Schulmeister gehaltene Werberede um die Hand der Braut in oder vor ihrem Elternhaus kurze Zeit vor der kirchlichen Trauung im Beisein der Hochzeitsgäste´. Lautf.: Auswarbchte.

auswärtch Adj. `auswärtig, ortsfremd; außerhalb des Ortes, Landes´; de Auswärtchn verstihn unser Gequirle ne.

auswendch Adj. `auswendig: aus dem Gedächtnis´.

außwendch Adj. `außen, auf der Außenseite befindlich (Gegensatz zu inwendch)´;  vu außwendch a feiner Moan `ein gut gekleideter Mann´; du bist a schlaajchter Karle, inwendch und außwendch. Lautf.: außewendch.

auswinn siehe winn!

auswintern swv. `durch Frost, Schneeanhäufung u. Eis Schaden erleiden´; de Soot wird wull ba dar Kälde auswintern.

auswirkn swv. veralt. `den durchgekneteten Brotteig zum Brot formen´; mer wirkn´ch is Brut salber aus. Lautf.: auswurkn Süd- u. Ostlausitz, auswoarkn Westlausitz.

auswischn swv. `auswischen´. 1. `etw. (mit einem Geschirrtuch, Scheuerlappen od. einem anderen Gegenstand) säubern od. trocknen; abwischen´; de Oogn auswischn `die Tränen abwischen´. - 2. enn woaas auswischn `jmdm. bewusst Schaden zufügen´. Lautf.: auswuschn.

auswoaschn swv. `auswaschen´. 1. wie litspr. `etw. mit Wasser von etw. säubern´; Bluttflecke auswoaschn. - 2. `die frische Butter im Butterfässchen in kaltem Wasser kneten, um sie von Molkeresten zu säubern u. danach formen zu können´.

Auszährche f. `Auszehrung´. 1.`Tuberkulose, Schwindsucht´; de meestn Waber stoarbm a dr Auszährche. - 2. `Magenkrebs´.

ausziehn stv. Konjug. siehe ziehn! `ausziehen´. 1a. wie litspr. `entkleiden´; RA: Doaas zoigt enn de Loaatschn aus! `Das ist nicht zu ertragen!´ - b. enn ausziehn `jmdm. (beim Spiel viel Geld abnehmen)´. - 2. wie litspr. `das Haus od. die Wohnung mit seinem Eigentum verlassen´. - 3. `Das Abrücken einer ganzen Kolonne (mit Musik)´; hirrscht de de Musicke? De Schitzn ziehn aus. - 4. `Ausrollen eines Knäuels oder einer Bindfadenrolle, Verlängern der Tischplatte´. - 5. `an Aroma, an Geschmack durch langes Stehen verlieren´; de Koaffeelurke schmeckt ne mih, die is ausgezoin.

auszinsln siehe zinsln!

auszoahln swv. refl. selt. `auszahlen: sich erheblich verletzen´; a hoat´ch benn Hulzhackn ludersch ausgezoahlt.

auszuschn
swv. Südlausitz `auszischen: ein Kind verspotten od. dessen Schamgefühl wecken wollen; dabei zeigt man mit dem linken Zeigefinger auf den Betroffenen, während man mit dem rechten Zeigefinger rasch o. oft über den linken streicht´. Lautf.: auszischn.

Autochl n. Dim. von Auto `kleines Auto´. Lautf.: Autochn.

Autofoarze f. 1. veralt. Cunewalde `Autohupe aus Gummi, die mit der Hand bedient wird´. - 2. `Auspuff´. Lautf.: Autofurze.

avier 1. Adv. `aus dem Hintergrund auf den Sprechenden zukommend, nach vorne´; ahinder und avier; unn(e) avier wird ne gegassn! `Der Kuchen wird nicht von unten hervorgezogen!´  - 2. als Adverbialpartikel in unfesten Zuss. `vor, hervor, nach vorne, vorneweg´; avierkehrn, avierklaun, aviertratn, siech aviertun, avierweisn `durch mühselige Arbeit herzubringen´; de Lausche guckt avier; gih oack avier! Lautf.: avär Ostlausitz um Rothenburg.

azln swv. veralt. Süd- u. Ostlausitz `lüstern sein, gierig sein, nach etw. verlangen, läppisches Zeug vornehmen´. Lautf.: atzln.

azu- Verbpartikel Süd- u. Ostlausitz `herzu-, herbei-, her-, hervor-`in Verbindung mit verschiedenen Verben: Brengn oack is Geld azu! De Kindergoatche kimmt wieder amol ne azu. Lautf:. anzu Burkau, msWestlausitz.

azwä, azwee siehe atzwä!